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Transkript: #ibizagate Video mit Kommentar von Florian Klenk (Falter)


Datum Freitag, 17. Mai 2019, 18 Uhr
Stand Samstag, 25. Mai 2019
Quelle Auf falter.at zum Nachsehen


Florian Klenk

Florian Klenk

Chefredakteur Falter
Heinz-Christian Strache

Heinz-Christian Strache

ehem. Vizekanzler, ehem. FPÖ Parteiobmann
Johann Gudenus

Johann Gudenus

Oligarchin

Oligarchin

Stimme aus dem Off

Stimme aus dem Off



Transkript Text Theater

Transkript
Dieter Zirnig (Team Neuwal) (Transkript)  


Videosequenz: Kronen Zeitung I

Heinz-Christian Strache

Wer die Kronen Zeitung hat, ist der bestimmende Faktor am Zeitungsmarkt. Und wenn du darüber hinaus einen TV-Sender noch lukrieren...

Stimme aus dem Off

[unverständlich]

Falter-Video zum #ibizagate



Zum Nachlesen

Die geheimen Strache-Videos (Falter)

falter.at
Quelle: falter.at (abgerufen am 25.05.2019)

Kommentar

Florian Klenk

Dem Magazin SPIEGEL und der Süddeutschen Zeitung wurden Videos überreicht, die wir vergangene Woche vor Veröffentlichung einsehen konnten. Und diese Videos zeigen den heutigen Vizekanzler Heinz-Christian Strache und den Freiheitlichen Klubobmann Johann Gudenus.

Videosequenz: Kronen Zeitung II

Heinz-Christian Strache

Sobald das der Fall ist müssen wir ganz offen reden.

Kommentar

Florian Klenk

Dieses Video wurde im Juni 2017, drei Monate vor der Nationalratswahl, aufgenommen. Das wichtigste Thema ist die österreichische Medienlandschaft. Strache möchte Einfluss gewinnen auf die Kronen Zeitung über eine russische Oligarchen-Nichte.

Videosequenz: Kronen Zeitung II

Heinz-Christian Strache

Schau, schau. Wenn sie... Sobald sie die Kronen Zeitung übernimmt. Sobald das der Fall ist.

Stimme aus dem Off

Mhm.

Heinz-Christian Strache

Müssen wir ganz offen reden. Da müssen wir uns zusammenhocken, müssen sagen: So, da gibt es bei uns in der Krone zack, zack, zack. Drei, vier Leute...

Stimme aus dem Off

[unverständliche] Ja....

Heinz-Christian Strache

...die müssen gepusht werden, drei, vier Leute, die müssen abserviert werden.

Kommentar

Florian Klenk

Heinz-Christian Strache bietet der Frau nicht nur die Kronen Zeitung an. Er sagt, man könnte vielleicht auch noch einen Sender möglicherweise privatisieren. Weil - und das sagt er ganz deutlich: Wir wollen eine Medienlandschaft wie der Orban. Das heißt, er möchte unabhängige Medien gerne unter seine Kontrolle bringen. Oder in dem Fall unter die Kontrolle einer Oligarchin.

Videosequenz: Kronen Zeitung III

Heinz-Christian Strache

(nickt) Schau, wenn.... Wenn das Medium...

Johann Gudenus

(nickt) Eben.

Heinz-Christian Strache

...zwei, drei Wochen vor der Wahl...

Johann Gudenus

(nickt) Plötzlich...

Heinz-Christian Strache

...plötzlich dieses Medium auf einmal uns pusht.

Johann Gudenus

Ja. Eben.

Stimme aus dem Off

[unverständliches Durcheinander] Ja.

Heinz-Christian Strache

Dann hast du recht.

Johann Gudenus

Eh.

Heinz-Christian Strache

Dann machen wir nicht 27. Dann machen wir 34.

Stimme aus dem Off

Eben.

Heinz-Christian Strache

Und das ist genau der Punkt.

Kommentar

Florian Klenk

Er will also Macht über das Nationalheiligtum der Österreicher bekommen: Die Kronen Zeitung. Und dafür verspricht er ihr etwas.

Videosequenz: Strabag, Autobahnen, Haselsteiner I

Heinz-Christian Strache

Schau. Und da sind wir genau beim Thema Strabag. Autobahnen. Du, das erste, in einer Regierungsbeteiligung, was ich zusagen kann, ist...

Johann Gudenus

(macht eine Weg-Kopfbewegung) Weg.

Heinz-Christian Strache

Der Haselsteiner kriegt keine Aufträge mehr.

Kommentar

Florian Klenk

Er sagt immer wieder, er möchte nichts Illegales machen. Er sagt immer wieder er ist sauber, er ist nicht korrupt. Gleichzeitig schlägt er aber Dinge vor, die nicht in Ordnung sind.

Videosequenz: Strabag, Autobahnen, Haselsteiner II

Heinz-Christian Strache

Dann sage ich ihr, dann soll sie nämlich eine Firma wie die Strabag gründen. Weil alle staatlichen Aufträge, die jetzt die Strabag kriegt, kriegt sie dann.

Kommentar

Florian Klenk

Und er sagt auch, wenn ihr das alles gefällt und wenn ihr das politische Programm gefällt, dann könne sie auch spenden. Aber nicht direkt an die Partei, sondern es gäbe Vereine, gemeinnützige Vereine, wo man hin spendet.

Videosequenz: Spenden und Spender für den Wahlkampf II

Heinz-Christian Strache

...Verein ist gemeinnützig. Ja.

Stimme aus dem Off

[unverständlich]

Heinz-Christian Strache

Hat nichts mit der Partei zu tun.

Stimme aus dem Off

[unverständlich]

Heinz-Christian Strache

Damit hast Du keine Meldung an den Rechnungshof.

Kommentar

Florian Klenk

Die Spender, die er nennt: Waffenindustrielle, Glücksspielfirmen, Mäzene aber auch Immobilienspekulanten nennt er namentlich. Sie bestreiten alle gespendet zu haben. Wir können letztlich nicht überprüfen, ob diese Angaben richtig sind oder nicht. Was wir überprüfen können ist, dass dieses Video echt ist. Es ist vom SPIEGEL und auch von der Süddeutschen Zeitung und auch von uns überprüft worden, dass es Strache und Gudenus ist. Er bestätigt auch an diesem Abend dort gewesen zu sein. Er sagt, es war ein feucht-fröhlicher Abend. Aber er habe immer wieder darauf hingewiesen, dass alle Gesetze einzuhalten sind.

Videosequenz: Rechtskonform

Heinz-Christian Strache

Aber es muss trotzdem immer rechtskonform, legal und mit unserem Programm übereinstimmen.

Kommentar

Florian Klenk

Strache und Gudenus haben gegenüber der Süddeutschen Zeitung und dem SPIEGEL angegeben, dass sie dort nichts Verbotenes gemacht haben. Dass sie weder Geld genommen haben noch Geld gefordert haben. Sie haben dort auch keine Versprechungen gemacht. Sie sagen, es war viel Alkohol im Spiel und ein rein privates Treffen.

Videosequenz

Heinz-Christian Strache

Und bei so einem Thema: Red ma.

Kommentar

Florian Klenk

Die beiden wurden in eine Falle gelockt. Von Schauspielern oder von Leuten, die so tun als wären sie russische Oligarchen. Und diese Villa war auch gemietet. Sogar die Autos, die davorgestanden sind, waren nur gemietet.

Videosequenz: Kronen Zeitung III

Heinz-Christian Strache

Sobald das der Fall ist.

Stimme aus dem Off

Mhm.

Heinz-Christian Strache

Müssen wir ganz offen reden.

Fazit

Florian Klenk

Aus welchen Motiven dieses Video gemacht wurde wissen wir nicht. Darüber können wir nur spekulieren. Es können alle möglichen Motive sein. Dieses Video zu veröffentlichen ist eminent wichtig. Weil es zeigt, wie der heutige Vizekanzler und der heutige FPÖ Klubchef, der damals immerhin Wiener Vizebürgermeister war, hinter den Kulissen denken. Wie sie über Journalismus denken, wie sie über die Medien denken. Wie passt das zusammen, dass man einerseits sagt, man ist nicht korrupt und nur für die Interessen der Österreicher da. Aber gleichzeitig versucht man die Kronen Zeitung, das mächtigste Medium im Land an eine russische Oligarchin zu bringen - im eigenen Interesse. Ich möchte gerne eine Erklärung dafür haben, was diese Vereine sind. Warum man gemeinnützige Vereine braucht, um die Partei zu finanzieren. Und ich hätte gerne, dass auch die Staatsanwaltschaft dieses Video anschaut und überprüft, ob hier schon eine verbotene Vorteilsannahme oder ein Einwerben von Bestechungsgeldern vorliegen könnte.



Quellen
Quelle Auf falter.at zum Nachsehen
Header Auf falter.at zum Nachsehen
Florian Klenk (Bild) Manfred Werner (Creative ...
Heinz-Christian Strache (Bild) (c) Daniel Weber
Johann Gudenus (Bild) www.fpoe.at
Oligarchin (Bild)
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