Pressekonferenz Georg NiedermĂŒhlbichler #silberstein

Transkript von Dieter Zirnig am 30.09.2017

Transkript: Pressekonferenz von Georg NiedermĂŒhlbichler #silberstein

Samstag, 30. Oktober 2017

ZIB2/ORF

Transkriptstatus: Sonntag, 1. Oktober 2017

Quelle: tvthek.orf.at

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neuwal


Dieter Zirnig

Dieter Zirnig (neuwal.com)

Transkript, Fakten, Quellen


Moderation und TeilnehmerInnen

Georg NiedermĂƒÂŒhlbichler

Georg NiedermĂŒhlbichler

ehem. SPÖ BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer

 


Bildquellen
Georg NiedermĂŒhlbichler: twitter.com/gniederm
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Person Zeichen Worte

Georg NiedermĂŒhlbichler

6.488 1.014

Gesamt

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Georg NiedermĂŒhlbichler

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

als ich vor eineinhalb Jahren - im Mai 2016 - von Christian Kern gefragt wurde, ob ich mir vorstellen kann, die Aufgabe des BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrers zu ĂŒbernehmen habe ich nicht gleich 'Ja' gesagt. Denn meine Aufgabe als LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer, wo ich ja erfolgreich eine Wahl geschlagen habe, hat mich eigentlich ausgefĂŒllt und ich war eigentlich damit sehr zufrieden. Die Herausforderung mit Christian Kern einen neuen Weg zu gehen, die Partei zu erneuern aber auch fĂŒr Österreich zu arbeiten hat mich dazu bewogen diese Aufgabe zu ĂŒbernehmen. Und ich möchte betonen, dass ich bis zum heutigen Tage diese Entscheidung nie bereut habe.

Auch bei den vielen ups-and-downs - und die haben sie alle miterlebt - war es immer so, dass ich nach vorne geblickt habe und von der Idee der Sozialdemokratie - ich bin ein ĂŒberzeugter Sozialdemokrat - besessen war, dieses hinauszutragen und dafĂŒr zu sorgen und beizutragen, dass die Sozialdemokratie erfolgreich ist.

Ein großer Fehler war mit Sicherheit Tal Silberstein zu engagieren. Nach seiner Verhaftung habe ich sofort reagiert und die Zusammenarbeit mit ihm beendet. Die Ereignisse danach haben gezeigt, dass diese Entscheidung richtig war. Wenn auch zu spĂ€t. Offensichtlich hat es dann aber auch AktivitĂ€ten gegeben, die ich mir so in diesem Ausmaß gar nicht vorstellen konnte. Die in den Medien bekannt gewordenen Seiten sind abscheulich, mit demokratischen und sozialdemokratischen Werten in keinster Weise vereinbar. Im Gegenteil. Der Antifaschismus liegt in der DNA der Sozialdemokratie, in unserer DNA.

Ich habe zu keinem Zeitpunkt von der Involvierung in dieser Seite gewusst. Und auch fĂŒr uns immer ausgeschlossen, dass die SPÖ mit dieser Seite etwas zu tun hat. Und dazu stehe ich auch heute. Denn wir haben diese Seite weder beauftragt noch finanziert oder gar betrieben.

Der Inhalt dieser Seite macht fassungslos. Und ich habe mir nach den ersten Aufregungen diese Seite auch immer wieder angeschaut. Und musste aber feststellen, dass ja gerade Christian Kern derjenige war, der am meisten in dieser Seite 'Wir fĂŒr Sebastian Kurz' verunglimpft wurde.

Ich frage mich, welch Geisteskinder so einen Irrsinn produzieren können oder konnten. Es gab keinerlei - und ich betone das noch einmal - GeldflĂŒsse Seitens der SPÖ. Das kann ich zu hundert Prozent ausschließen.

Nichts desto trotz musste ich erfahren, dass ein Mitarbeiter aus meinem Team von diesen AktivitĂ€ten wusste. Wie detailreich weiß ich noch nicht ganz genau, da besagter Mitarbeiter nach einem schweren Unfall im Krankenstand ist.

Ich habe im Wiener Wahlkampf bewiesen, dass ich Wahlen ganz ohne schmutzige Methoden gewinnen kann. NĂ€mlich mit Überzeugung und Haltung.

Klar ist aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass es eine Gesamtverantwortung gibt. Man putzt sich nicht an Mitarbeitern ab und es ist meine Aufgabe als Wahlkampfleiter dafĂŒr zu sorgen, dass solche Dinge eigentlich nicht passieren dĂŒrfen. Sie sind passiert.

Ich werde daher als Wahlkampfleiter und als BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer die Konsequenzen ziehen. Ich trage Verantwortung und fĂŒr mich ist wichtig, dass ich nicht an einem Sessel klebe, sondern die Verantwortung trage und daher als Wahlkampfleiter und als BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer zurĂŒcktreten werde.

Die heutigen Veröffentlichungen haben offensichtlich einen Menschen besonders geschadet. NĂ€mlich Bundeskanzler Christian Kern. Es gibt keinen grĂ¶ĂŸeren Gegner von Antisemitismus, Untergriffigkeit und schlechten Stil als Christian Kern.

Es stellt sich also die Frage, worin liegt eigentlich der Nutzen dieser heutigen Veröffentlichungen? Ich denke, die Antwort kann sich jeder selbst machen.

Ich möchte auch darauf verweisen, dass Seiten wie 'Wir gegen Christian Kern' ungestört und unbeachtet weiterbetrieben werden und deren Inhalt sicher auch zu Diskussionen anregen sollte.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mein Herz schlĂ€gt und schlug immer fĂŒr die sozialdemokratische Bewegung.

Und ich halte diese Wahl fĂŒr eine der entscheidendsten Wahlen in der Geschichte der Zweiten Republik. Es geht um eine Richtungsentscheidung.

Ich hoffe, dass ich mit meinem Schritt dazu beitragen kann, dass wieder Inhalte diskutiert werden. NĂ€mlich jene Inhalte, die die Menschen in diesem Land brauchen, die Österreich vorantreiben und fĂŒr die Christian Kern so brennt und fĂŒr die unsere gesamte Bewegung rennt.

Diese Wahlauseinandersetzung muss sich jetzt wieder mit den brennenden und wichtigen Themen fĂŒr die Menschen in Österreich widmen. Wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass am 15. Oktober darĂŒber entscheiden wird, in welche Richtung dieses Land geht. Und wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass Christian Kern und sein Team dafĂŒr sorgen können, dass sie Österreich in die richtige Richtung bringen. Dass der Aufschwung, der da ist, bei allen Menschen ankommt. Wir brauchen eine VerĂ€nderung mit Verantwortung. Und dafĂŒr steht Christian Kern.

Vielen Dank.