PULS4 TV-Duell: Matthias Strolz gegen Heinz-Christian Strache #nrw17

Transkript von Dieter Zirnig am 28.06.2017

Transkript: Matthias Strolz gegen Heinz-Christian Strache bei Corinna Milborn #puls4

Montag, 11. Sep. 2017

PULS4

Transkriptstatus: Dienstag, 12. Sep. 2017

Quelle: puls4.com

Bildquelle: puls4.com


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neuwal


Dieter Zirnig

Dieter Zirnig (neuwal.com)

Transkript, Fakten, Quellen


Moderation und TeilnehmerInnen

Corinna Milborn

Corinna Milborn

Journalistin (PULS 4)

 
Matthias Strolz

Matthias Strolz

NEOS Parteiobmann

 
Heinz-Christian Strache

Heinz-Christian Strache

FPÖ Parteiobmann

 


Bildquellen
Corinna Milborn: © Wikipedia / Agtt-gs / Cc-by-sa-3.0-at
Matthias Strolz:
Heinz-Christian Strache: (c) Daniel Weber
Bildquelle Header: http://puls4.com

Person Zeichen Worte

Corinna Milborn

8.673 1.345

Matthias Strolz

23.763 3.837

Heinz-Christian Strache

24.541 3.877

Gesamt

56.977 9.059








neuwal Elefantenrunde

Politische Bildung ist uns wichtig. Daher haben wir dieses Spiel entwickelt: Die neuwal Elefantenrunde ist ein politisches Kartenspiel mit verdeckten Rollen. In der neuwal Elefantenrunde Nationalratswahl 2017 nehmen Mitspieler die Rolle der Spitzenkandidaten und WĂ€hlerInnen ein und spielen um Positionen, Themen und Parteien. Jetzt downloaden!

Corinna Milborn

Wir starten heute mit den Duellen der Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl 2017. 34 Tage sind es noch bis zu dieser Wahl. Eine Wahl, die Österreich entscheidend verĂ€ndern kann. Wir wollen ihnen in diesen Duellen jeden Montag jetzt einen Überblick darĂŒber bieten, was die Kandidaten fĂŒr Österreich verĂ€ndern wollen. Was sind ihre Programme fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre. Und wir starten mit den Kandidaten der jetzigen Opposition. Wir haben heute zwei Duelle fĂŒr Sie. Und im ersten treffen aufeinander die Spitzenkandidaten von FPÖ und von den NEOS. Bitte begrĂŒĂŸen Sie zuerst den Spitzenkandidaten der NEOS: Matthias Strolz.

Applaus

Applaus

Matthias Strolz

Schönen guten Abend.

Corinna Milborn

Schönen guten Abend, Herr Strolz.
Und wir begrĂŒĂŸen den Spitzenkandidaten der FPÖ: Heinz-Christian Strache.
Schönen Guten Abend, Herr Strache.
Herzlich Willkommen zum ersten Duell auf PULS4.
Wir haben Sie gebeten, so zum Einstieg in das Duell ihrem Kontrahenten ein kleines Geschenk mitzubringen. Herr Strolz, was haben Sie denn Herrn Strache mitgebracht?

Matthias Strolz

Ich habe dem Herrn Strache ein StĂŒck Heimat mitgebracht. Einen Europa-Wimpel. Man kann österreichischer Patriot sein und Europa leidenschaftlich im Herzen tragen. Da ist die Botschaft fĂŒr ihren Schreibtisch, Herr Strache.

Heinz-Christian Strache

Sehr schön. Ja, wunderbar. Danke. Rot-Weiß-Rote Farbtupfer muss halt etwas stĂ€rker werden. Aber, es ist gut.

Corinna Milborn

Werden sie sichs aufstellen?

Heinz-Christian Strache

Ja, warum nicht, natĂŒrlich. Wir sind ein Teil Europas und das ist gut so.

Corinna Milborn

Was haben Sie dem Herrn Strolz mitgebracht, Herr Strache?

Heinz-Christian Strache

Ich habe dem Herrn Strolz mitgebracht, weil er naturverbunden ist. Und, das weiß ich ja, er hat ja auch Gedichte geschrieben...

Matthias Strolz

So ist es.

Heinz-Christian Strache

Über die Kastanien und auch Naturverbundenheit.

Matthias Strolz

Aber das ist keine Kastanie.

Heinz-Christian Strache

Nein, das nicht. Das ist ein Bonsai. Den bitte nicht zu fest umarmen, der ist gebrechlich.

Matthias Strolz

Ok. Danke schön.

Heinz-Christian Strache

Aber im BĂŒro sicherlich ein nettes SchmuckstĂŒck. Ein bisserl Naturverbundenheit im BĂŒro.

Corinna Milborn

Ein Baum fĂŒrs BĂŒro. Das sind nette Geschenke. Dann wĂŒrde ich sagen: Starten wir in das Duell. Darf ich sie in ihre Pulte bitten. Wir haben nicht ausgelost. Sondern der Herausforderer steht links vom Zuseher aus gesehen - nĂ€mlich der Chef der kleineren Partei, Matthias Strolz. Heinz-Christian Strache steht auf dieser Seite. Ihre Pulte sind beleuchtet. Und wir starten jetzt mit den Duellen. Wir wollen Inhalte besprechen heute. Wir wollen besprechen, wie die Kandidaten, die dieses Land verĂ€ndern wollen, in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren, wenn sie ins Parlament kommen, vielleicht wenn sie in die Regierung kommen. Wir wollen aber auch mit dem Wahlkampf anfangen. Herr Strolz, Sie haben einen Wahlkampfauftakt gehabt vor kurzem - letzten Freitag.

Matthias Strolz

Jawohl.

Corinna Milborn

Sie haben da gesagt: Man kann da wÀhlen zwischen einem Vizekanzler Strolz und einem Vizekanzler Strache. Und haben recht eindringlich gewarnt vor der zweiten Option - vor der Option Vizekanzler Strache. Was wÀre denn so schlimm, wenn Heinz-Christian Stache in die Regierung kommt, aus Ihrer Sicht?

Matthias Strolz

Na, wir werden heute Abend sehen, dass das zwei grundverschiedene Konzepte sind fĂŒr die Ausrichtung unserer Heimat Österreich. Und das eine, in meiner Wahrnehmung ist die Variante einer Abschottung, einer nationalen Verengung. Die Vorbilder sind Orban, sind Polen, autoritĂ€res StaatsverstĂ€ndnis, abschotten. Und das andre ist ein selbstbewusstes Österreich im Herzen Europas, wo man nicht die Angst kultivieren sondern die Chancen, den Mut. Wir werden heute hoffentlich mehr darĂŒber diskutieren können.

Corinna Milborn

Herr Strache, wĂŒrden Sie mit einem Vizekanzler Strolz gut leben können?

Heinz-Christian Strache

Naja, ich habe es zumindest recht amĂŒsant empfunden, dass es sogar schon bei seinen eigenen Mitgliedern und AnhĂ€ngern die Frage stellen musste, wen sie lieber haben. Offenbar ist er sich da selber nicht einmal selber bei den eigenen AnhĂ€ngern sicher. Aber ich denke, es geht um viel, viel mehr. Es geht um Inhalte, wie unser wundervolles österreichisches Heimatland, das jetzt zehn verlorene Jahre unter rot-schwarz erlebt hat...

Matthias Strolz

Das unterschreibe ich, jawohl.

Heinz-Christian Strache

Ich glaube, genau das ist wesentlich. Ich sage: Genug gestritten, genug gelitten. Die Menschen wollen keine Fortsetzung von schwarz-rot oder rot-schwarz. Und das kann man nur mit einer starken Stimme fĂŒr die Freiheitliche Partei Österreichs auch sicherstellen. Und, klar, Matthias Strolz kĂ€mpft jetzt natĂŒrlich auch jetzt mit seiner Gruppe ums Überleben. Das ist irgendwo natĂŒrlich sichtbar. Und ich sage immer: Dort, wo Politik insofern auch im Hintergrund mit starken MilliardĂ€ren sozusagen auch unterstĂŒtzt wird, wie das beim Team Stronach war, das ist ja bereits Geschichte. Na, so ist das Team Haselsteiner natĂŒrlich jetzt auch ziemlich in schwierigen Zeiten.

Corinna Milborn

Herr Strolz, wollen Sie etwas sagen zu Ihrem Financier Haselsteiner?

Matthias Strolz

Naja, ich kenne natĂŒrlich diese...

Corinna Milborn

...der ja auch einen Anti-FPÖ Verein finanziert...

Matthias Strolz

Ja, das ist ja jedem freigestellt. Das ist natĂŒrlich einer, der sagt: Er will hier nicht mit dem EU-Austritt spielen. Nicht den ÖXIT. Das ist etwas, was die FPÖ im letzten Jahr noch ins Parlament eingebracht hat: Eine Volksbefragung zum Thema ÖXIT, EU-Ausstieg. Jetzt sagt Herr Strache, er hat es eh nicht so gemeint. Aber, das ist etwas, was uns wirklich unterscheidet. Wir sind mit einer Beziehung mit Europa, Herr Strache. Und mit diesem Europa spielt man nicht. Das ist die Zukunft meiner Generation, der Generation unserer Kinder - auch Ihrer Kinder. Entweder kultivieren wir das Miteinander in Europa oder wir landen im Gegeneinander. Ja, so ist es und da haben wir natĂŒrlich UnterstĂŒtzer, die mitunter grĂ¶ĂŸere Spenden geben, kleinere Spenden geben. Wir haben ĂŒber 3.000 UnterstĂŒtze. Im Gegensatz - Frau Milborn - zur FPÖ, legen wir alles offen. Bei uns kann man jedes Wurstsemmerl sehen und jede FĂŒnf-Euro-Spende und auch die Großspenden. Bei der FPÖ ist es sehr undurchsichtig.

Heinz-Christian Strache

Also, Herr Strolz, wir legen alles offen. Aber im Unterschied zu Ihnen...

Matthias Strolz

Aber nicht auf einer Website...

Heinz-Christian Strache

...wollen wir keine Spenden und verzichten auf Oligarchen-UnterstĂŒtzung, weil wir natĂŒrlich in dem Geflecht - und Herr Haselsteiner, mit dem haben Sie eine Beziehung. Der hat im Übrigen eine geschĂ€ftliche Beziehung mit Gusenbauer und anderen. Der hat natĂŒrlich Interessenslagen. Und das finden wir nicht gut, wenn da - ich sage bewusst - MillionĂ€re bis hin zu MilliardĂ€ren, hier versuchen, Politik sich zu kaufen und ihre Interessenslagen dort auch zu bedienen. Und interessant ist ja gerade auch bei Haselsteiner... Ich meine, dem geht es um was. Klar, da geht es auch um öffentliche AuftrĂ€ge. Ich sage ÖBB Trassenbauten und so weiter zu vergeben gibt... Dem geht es um was. Und der ist natĂŒrlich auch mit einem eigenen Verein, wie Sie wissen, ja auch tĂ€tig geworden, wo er natĂŒrlich irgendwo auch nicht nur die NEOS sondern auch die Sozialdemokraten unterstĂŒtzt, wo ja auch die Frau vom Herrn Bundeskanzler Kern dabei ist. Um, sozusagen gegen etwas zu sein. NĂ€mlich gegen eine RegierungsverĂ€nderung, wo halt die Sozialdemokraten nicht dabei sind.

Corinna Milborn

Eine Antwort noch, Herr Strolz, dann gehen wir in den Inhalt.

Matthias Strolz

Ja, Herr Strache, wenn Sie so anfangen, dann muss ich ein Stopp-Schild aufstellen. Sie sind möglicherweise ein Experte fĂŒr Oligarchen. Aber es gibt einen Unterschied zu Unternehmen, UnternehmerInnen. Man kann den Herrn Haselsteiner mögen oder nicht. Er hat aber ĂŒber 20.000 ArbeitsplĂ€tze geschaffen in den letzten Jahren. Das ist eine große Leistung, er hat sehr viel fĂŒr die Kultur gemacht, im Sozialbereich großartiges. Und zum Thema Oligarchen: Wer reist denn nach Russland und trifft sich mit Oligarchen? NĂ€mlich mit echten Oligarchen, mit fragwĂŒrdigen Personen? Das ist der Herr Strache auf einer Konferenz hier. Wie Sie sehen ein Runder Tisch aus dem Jahr 2014, Herr Strache. Und Sie haben sich getroffen - ich habe da einen Oligarchen dabei - mit Konstantin Malofejev. Eine sehr fragwĂŒrdige Person, der hier radikale Orthodoxe unterstĂŒtzt, der den Ukraine-Krieg unterstĂŒtzt, der noch dazu die Frau Le Pen finanziert mit einem Kredit. Und die Frage ist: Ich weiß nicht, wie er Sie unterstĂŒtzt. aber, mit solchen Herrschaften treffen sie sich. Und da sind mir österreichische Unternehmer schon lieber, die hier ArbeitsplĂ€tze schaffen, muss ich ganz klar sagen, Herr Strache.

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie: Das eine sind Fakten...

Matthias Strolz

Das sind auch Fakten.

Heinz-Christian Strache

Der Herr Haselsteiner im Übrigen ist sehr oft in Moskau, weil er auch dort GeschĂ€ftsinteressen hat, wie Sie wissen. Aber, selbstverstĂ€ndlich ist das die Aufgabe eines österreichischen Politikers. Und das ist uns wichtig...

Matthias Strolz

...sich mit Oligarchen zu treffen...

Heinz-Christian Strache

Nein, wir leben unsere NeutralitĂ€t, die wir aufgeben wollen. Sie wollen ja Mitglied eines MilitĂ€rbĂŒndnisses werden, was wir konsequent ablehnen. Wir wollen unsere NeutralitĂ€t wieder stĂ€rker auch leben. Und wir halten es fĂŒr wichtig, mit Politikern und politischen VerantwortungstrĂ€gern in dieser Welt... Und zwar gleich, von Russland bis Israel, bis USA, auch China, wo es genĂŒgend Kritikpunkte vielleicht geben kann. Aber eine diplomatische Ebene als neutrale Vertreter Österreichs auch zu leben...: Und das können Sie jetzt belustigend finden...

Matthias Strolz

Lustig ist das nicht. Das ist eben nicht lustig.

Heinz-Christian Strache

Nana, interessant ist, dass Sie offenbar Wirtschaftssanktionen befĂŒrworten - wir nicht. Wir finden, dass diese Wirtschaftssanktionen gegenĂŒber Russland Österreich schaden und nicht klug sind. Wir hĂ€tten uns da viel, viel stĂ€rker als Vermittler, als Mediator einbringen mĂŒssen. Und selbst... Viele, viele österreichische Unternehmer sagen ja hinter vorgehaltener Hand, das ist wirklich eine Katastrophe, dass man diesen Schritt gegangen ist und nicht gerade die Rolle als Österreicher. NĂ€mlich die neutrale Vermittlerrolle gelebt haben. Und das ist schade. Da greifen auch Sie Partei leider und leben die NeutralitĂ€t nicht.

Matthias Strolz

Nein, ich wĂ€re froh, wenn diese Sanktionen nicht mehr notwendig wĂ€ren. Wenn hier das Minsker-Abkommen zur Befriedung auch der Ukraine auch tatsĂ€chlich auch umgesetzt werden wĂŒrde, etc. Das Problem ist: Sie haben mit der Partei von Putin, der ja wirklich ein sehr fragwĂŒrdiger Parteichef ist, zuletzt einen Freundschaftsvertrag geschrieben, geschlossen. Und sowas verstehe ich nicht, Herr Stache. Das ist nicht notwendig, dass man mit einer Partei, die hier ein autoritĂ€res Regime fĂŒhrt, die ihre Kritiker, wenn es hoch her geht mitunter sogar ins GefĂ€ngnis gibt. Mit solchen Parteien schließen Sie FreundschaftsvertrĂ€ge. Und deswegen sage ich: Sie sind natĂŒrlich schon ein gewisses Risiko auch, ein Sicherheitsrisiko fĂŒr Österreich. Weil man weiß nicht, was man bekommt, wenn hier der Strache und die FPÖ grĂ¶ĂŸere Verantwortung bekommen. Bekommen wir hier Orban, bekommen wir Putin oder bekommen wir Le Pen. Also, das ist sehr fragwĂŒrdig fĂŒr mich.

Heinz-Christian Strache

Also, ich finde es besonders belustigend, wenn Sie jetzt versuchen, ein Staatsoberhaupt, in der Form darzustellen. Es gibt immer positives und negatives. Ich glaube, es geht nicht darum zu bewerten: Wollen Sie den Trump oder nicht. Wollen Sie den Putin oder nicht. Wollen Sie den Netanjahu oder nicht. Nein, das maßen wir uns nicht an. Wir wollen auf einer diplomatischen Ebene mit allen auch einen Austausch haben, wirtschaftliche Zusammenarbeit, kulturellen Austausch haben. Und ich glaube, dass das das Wesen wĂ€re eines österreichischen politischen Vertreters. Und eben nicht permanent ĂŒber andere herzufallen, andere schlecht zu machen, vielleicht sogar in den Dreck zu ziehen. Ich halte das nicht fĂŒr gescheit Und ich glaube, dass das auch nicht das ist, was die Österreicherinnen und Österreicher wollen.

Matthias Strolz

Einverstanden. Aber, wir können uns schon darauf einigen, Herr Stache, dass es nicht in Ordnung ist, wenn hier Oppositionelle in Haft genommen werden. Und das passiert mitunter in Russland. Können wir uns darauf einigen, dass das nicht in Ordnung ist?

Heinz-Christian Strache

Da sind wir uns einig.

Matthias Strolz

OK. Wunderbar.

Corinna Milborn

Ich glaube, dieser Punkt, da sind die Standpunkte klar. Kommen wir nach Österreich. Sie haben ĂŒber Wirtschaft gesprochen. Ich habe mir sehr genau ihre Wirtschaftsprogramme angesehen und sehr, sehr viele Parallelen gefunden. Man sieht schon an diesem ersten Schlagabtausch: Sie stehen sich nicht wahnsinnig nahe in vielen Punkten. Bei der Wirtschaft allerdings wollen sie beide die Abgabenquote senken: 40 Prozent, 39 Prozent. Sie sind beide gegen eine Erbschaftssteuer, sie wollen beide die Kammermitgliedschaften nicht mehr zwangsweise haben. Und so weiter. Also, es gibt wirklich wahnsinnig große Parallelen. Wer ist denn jetzt... Was bekommt man denn von jemanden? Wer ist denn jetzt der grĂ¶ĂŸere Sparmeister von Ihnen beiden? Herr Strolz, Sie dĂŒrfen beginnen.

Matthias Strolz

OK, Also, hier freut es mich natĂŒrlich, dass ich viele ĂŒberlappende Zielsetzungen sehe. Und das ist uns glaube ich auch beiden wichtig. Also, Sie sehen, wir haben auch sehr kontrĂ€re Standpunkte in Europa-Themen, in anderen Themen. Aber in der Wirtschaft können wir einiges zusammenbringen - glaube ich -, gemeinsam. Und das ist auch der Weg der NEOS, dass wir immer sehr pragmatisch hier Kooperationen suchen. Wir haben immer wieder auch bei VorschlĂ€gen anderer Parteien mitgestimmt - am hĂ€ufigsten von Seiten der Oppositionsparteien. Nicht, weil wir da willfĂ€hrige SteigbĂŒgelhalter sind. Sondern, wir prĂŒfen ganz genau. Aber wir haben einen Reflex nicht, dass wir sagen: Die Idee kommt von jemanden anderen. Wir halten es zwar fĂŒr richtig, aber wir verteufeln sie. Und deswegen ganz konkret NĂ€gel mit Köpfen machen. Wir haben am 20. September die nĂ€chste Nationalratssitzung, Herr Strache. Sie haben in Ihrem Wirtschaftsprogramm die Abschaffung der Kalten Progression. Wir haben sie in unserem Wirtschaftsprogramm, die ÖVP hat es auch in ihrem Wirtschaftsprogramm. Ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass wir bereits in den nĂ€chsten Tagen hier einen gemeinsamen Anlauf machen. Eine Mehrheit im Parlament wĂ€re gegeben. Schaffen wir diese schleichende Steuererhöhung ab, die den Menschen jedes Jahr mehr Geld aus der Geldtasche greift. Wir können jetzt tatsĂ€chlich den Worten Taten folgen lassen. Sind Sie dabei?

Corinna Milborn

Herr Strache, schwarz bzw. TĂŒrkis-Blau-Neos. Eine Allianz zur Abschaffung der Kalten Progression?

Heinz-Christian Strache

Das ist ja... Das wĂ€re ja schön und da finden wir beide uns mit Sicherheit, einen gemeinsamen Antrag einzubringen. Wir haben ja schon viele AntrĂ€ge zur Abschaffung der Kalten Progression eingebracht. Auch zur Sicherung des Bargeldes. Da sieht man dann halt relativ rasch, wie ernst manche es meinen und wie wenig ernst andere. Wir haben das zum Beispiel erlebt jetzt im Juni. Da war schon der neue ÖVP-Chef im Amt. Da haben wir einen Antrag eingebracht, das Bargeld auch bei uns in Österreich in der Verfassung zu schĂŒtzen. Wurde natĂŒrlich von SPÖ und ÖVP abgelehnt. Und jetzt, kurz vor wenigen Wochen, habe ich gehört, dass der neue ÖVP-Parteichef, der offensichtlich doch die neue ÖVP vertritt, jetzt auch das Bargeld schĂŒtzen will. Und interessanterweise, ich habe dann ein öffentliches Angebot gemacht: Wir hĂ€tten ja eine Mehrheit, wie richtig angemerkt, machen wir das gleich in der nĂ€chsten Sitzung. Gehen wir her, Bargeld sicherstellen auch...

Matthias Strolz

OK. Aber Kalte Progression war die Frage. Machen wir das!

Heinz-Christian Strache

Auch Kalte Progression abstellen, auch andere Schritte, die notwendig sind. Und dann hat es sofort einen RĂŒckzieher gegeben vom ÖVP-Parteichef...

Corinna Milborn

Aber stimmen Sie mit bei dem Vorschlag von Herrn Strolz?

Heinz-Christian Strache

...weil er nĂ€mlich gemeint hat, er kann nicht gegen die SPÖ stimmen, obwohl diese Koalition lĂ€ngst aufgekĂŒndigt ist.

Matthias Strolz

OK, aber Herr Strache...

Heinz-Christian Strache

Und da zeigt es auf, wer es ehrlich meint und wer nicht. Wir meinen es ehrlich, wir werden da auch gerne gemeinsam fĂŒr einen Antrag...

Matthias Strolz

Wunderbar, stellen wir den Kurz auf die Probe gemeinsam.

Heinz-Christian Strache

Stellen wir ihn auf die Probe. Ich bin davon ĂŒberzeugt...

Matthias Strolz

Machen wir das. Ich werde das morgen einleiten mit einem gemeinsamen Antrag. Jawohl. Wunderbar.

Heinz-Christian Strache

Ich bin davon ĂŒberzeugt, er wird die Probe nicht bestehen.

Corinna Milborn

Ein Thema, das glaube ich noch mehr Leute bewegt als die Kalte Progression - das ist jetzt eine Steuerfrage -, ist das Thema der ArbeitsplĂ€tze. Sehr viele ArbeitsplĂ€tze gehen nach allen Studien, die wir kennen, in den nĂ€chsten Jahren verloren, weil Maschinen und Roboter die Arbeit ĂŒbernehmen und weil internationale Konzerne sehr stark auf den österreichischen Markt drĂ€ngen. Wir haben ein Ehepaar getroffen. Also ein Paar, das in Wien eine Buchhandlung fĂŒhrt und genau davon betroffen ist. Florian Danner hat mit ihnen gesprochen - schauen sie sich das kurz an.

Einspielung

Insert

Corinna Milborn

Soweit die GesprĂ€chspartner von Florian Danner. Sie sagen: Die Politik steht dem hilflos gegenĂŒber. Jetzt werden sie sicher beide sagen: Die sollen Steuern zahlen, diese Konzerne. Aber die Frage dahinter ist: Was genau machen Sie, um in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren, wenn sie drankommen ArbeitsplĂ€tze zu schaffen fĂŒr die, deren ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrdet sind. Herr Strache.

Heinz-Christian Strache

Also, ich denke, das muss man viel, viel breiter anlegen. Die Digitalisierung ist ein Thema. Ein anderes Thema, das ja heute zu Arbeitslosigkeit in Österreich fĂŒhrt in der Dimension, ist jenes, auf das wir seit ĂŒber zwölf Jahren hinweisen. Das ist natĂŒrlich das aus dem osteuropĂ€ischen Markt natĂŒrlich...

Corinna Milborn

Da kommen wir noch dazu, Herr Strache.

Heinz-Christian Strache

Naja, Sie fragen. Sie fragen...

Corinna Milborn

Ist ein grĂ¶ĂŸerer Punkt dann.

Heinz-Christian Strache

Sie fragen. Auch wenn Ihnen meine Antwort nicht gefÀllt, Sie sollten meine Antwort zulassen. Ja.

Corinna Milborn

Ich sage Ihnen nur, Sie werden ausfĂŒhrlich Zeit haben.

Heinz-Christian Strache

Naja, das habe ich oft gehört und dann kam sie nicht wieder die Frage. Aber, das ist genau der Punkt. Wir haben ein breites Problem im Bereich der Arbeitslosigkeit. Und wir mĂŒssen natĂŒrlich in die Lehre investieren. Wir mĂŒssen in die Ausbildung investieren. Wir mĂŒssen wieder Anreize schaffen. Der Bloom-Bonus war ja ein guter Ansatz auch, wenn es um den Bereich der Lehr- und Fachausbildung gegangen ist. Da fehlt es uns heute an allen Ecken und Enden, wir haben viele Berufsbranchen, wo wir zu wenig junge Menschen haben - bis hinein in die Pflege -, wo es notwendig ist, hier rechtzeitig auch - nicht nur zu investieren, AusbildungsplĂ€tze zu schaffen -, sondern letztlich auch die Menschen prĂ€ventiv rechtzeitig in der Schule darauf aufmerksam zu machen, wo gibt es denn Karrierechancen und wo weniger. Und da ist viel, viel versagt worden in den letzten Jahren. Ich kann mich noch erinnern, in meiner Jugend gab es den wunderschönen Begriff: Karriere mit Lehre. Heute ist das teilweise leider Gottes nicht mehr so. Das wird auch von vielen Familien nicht mehr so gesehen. Deshalb versuchen auch viele Familien ihre Kinder - ich sage jetzt oft - durch die Matura zu peitschen. Weil sie sagen: Da geht es ihnen besser. Aber am Ende, nach einer Matura, ohne Berufsausbildung, heißt das nicht unbedingt, dass man am Arbeitsmarkt irgendwo unterkommt.

Corinna Milborn

Herr Strolz, sie nicken zustimmend. Warum sollte man Sie wÀhlen und nicht Herrn Strache, wenn man dieses Problem in Griff bekommen möchte?

Matthias Strolz

Naja, wir haben hier sehr detaillierte Konzepte. Zum Beispiel heute in der FrĂŒh habe ich gemeinsam mit Erhard Busek und Andreas Ludwig, einem Industriellen, einem Wirtschaftstreibenden, LELA 5000 prĂ€sentiert. Um was geht es uns hier? Im Moment ist es so, dass wir auf Qualifizierung und Bildung nur so darauf schauen - der Staat und vor allem diese rot-schwarze Regierung -, dass sie sagen: die Qualifizierung der Menschen interessiert uns eigentlich nicht wirklich. Erst wenn sie arbeitslos werden, dann reden wir ĂŒber Qualifizierung. Ich halte dieses reaktive VerstĂ€ndnis fĂŒr völlig dumpf. Wir werden - alle so wie wir da sitzen - werden wir durchschnittlich statistisch alle drei Jahre unseren Job wechseln. Das heißt, diese Form von Bildung ist eine lebenslange Aufgabe. Deshalb möchte ich, dass jeder erwachsene ErwerbstĂ€tige in Österreich in Chancenkonto LELA 5000 hat. Was heißt das? Der Staat legt als Anfangsinvestition was drauf. Das Geld ist reserviert fĂŒr Weiterbildungen. Wenn jemand persönlich Geld dazulegt, ko-investiert der Staat. Wenn der Arbeitsgeber etwas drauflegt, ko-investiert der Staat. Und so kann jeder von uns, wenn es nach den NEOS geht in den nĂ€chsten Jahren, in fĂŒnf Jahren 5.000 Euro investieren in Weiterbildung. Ich halte das fĂŒr immens wichtig.

Corinna Milborn

Jetzt haben wir zwei VorschlÀge am Tisch. Was ist der Unterschied zwischen ihnen beiden? Herr Strache, oder sind sie sich da auch alle einig?

Heinz-Christian Strache

Beim Bloom-Bonus geht es in die Richtung - und das ist glaube ich ein richtiger und wichtiger Ansatz -, die Lehrausbildung und die Kosten, die den Unternehmen entstehen von staatlicher Seite in der Regel zu ĂŒbernehmen und zu subventionieren. Weil das wĂ€re der wesentliche Schritt. Wir haben ja auch im Ausbildungssystem, wenn es im Schulbereich letztlich um die Ausbildung geht die Staatsverantwortung, die hier gelebt wird - im Lehrausbildungsbereich weniger. Das wĂ€re aber der richtige Ansatz. Und wir wissen, dass es heute, gerade im Lehrberuf an allen Ecken und Enden fehlt.

Matthias Strolz

Einverstanden.

Heinz-Christian Strache

Zu wenige junge Menschen ausgebildet werden. Aber wir mĂŒssen schon frĂŒher anfangen. Das ist der entscheidende Punkt. Da sind wir auch gar nicht so weit entfernt. Wir haben vielleicht unterschiedliche Analysen, warum es so weit gekommen ist. Aber wir haben zum Beispiel heute natĂŒrlich die Situation im Schulbereich, dass mit Einstieg in den Regelschulunterricht, viele der deutschen Sprache nicht mĂ€chtig sind. Und das auch nicht aufholen können, weil es keine verpflichtende Deutsch-Vorschule gibt. Und dann, wenn man aus dem Pflichtschulsystem herauskommt 38 Prozent der jungen Menschen oftmals in Grundrechnungsarten aber auch in der Staatssprache Probleme haben und gar nicht mehr vermittelbar sind. Das heißt, auch wenn die wollen nimmt sie ein Betrieb nicht, weil einfach die Grundvoraussetzungen fehlen. Und da ist ein extrem hoher Handlungsbedarf gegeben.

Corinna Milborn

Damit haben sie quasi ĂŒbergeleitet zum Thema Migration, indem Sie das eingebracht haben. das wird auch das nĂ€chste Thema, das wir besprechen.

Matthias Strolz

Darf ich noch ganz kurz ein Wort zum Thema Lehrlinge? Also, ich gebe dem Herrn Strache in dem Punkt Lehrlinge vollkommen recht. Hier brauchen wir mehr Aufmerksamkeit. Und hier Ă€rgert mich - und da teilen wir wahrscheinlich auch die Kritik - vor allem das Versagen der Sozialpartnerschaft. Ich sehe, wir zum Beispiel die Lehre in Vorarlberg wesentlich besser funktioniert als das in anderen BundeslĂ€ndern in Österreich der Fall ist. Da gibt es BranchenverbĂŒnde im Holzbaubereich, Elektrometall...

Corinna Milborn

Herr Strolz, das ist ein langes Wort, dass Sie gerade haben.

Matthias Strolz

Solche Initiativen wĂŒnsche ich mir fĂŒr ganz Österreich. Da mĂŒssen die Sozialpartner aus ihrer ideologischen Blockadehaltung herausgehen

Corinna Milborn

Willkommen zurĂŒck zum Duell von Heinz-Christian Strache von der FPÖ gegen Matthias Strolz von den NEOS. Wir sind schon hart gestartet und kommen jetzt zu einem Thema, bei dem sie vielleicht nicht ganz so naheliegen wie bei den Wirtschaftsthemen. NĂ€mlich das große Themenkomplex 'FlĂŒchtlinge, Migration, Integration'. Ein großes Thema, das jetzt sehr stark besprochen wird sind Sozialleistungen fĂŒr anerkannte FlĂŒchtlinge. Die Genfer FlĂŒchtlingskonvention sieht vor, dass anerkannte FlĂŒchtlinge, also Asylberechtigte gleich zu behandeln sind wie StaatsbĂŒrger. Jetzt ist die Diskussion: Sollen sie auch die gleichen Sozialleistungen erhalten. Herr Strolz, sollen sie das? Sollen sie die gleiche Mindestsicherung erhalten wie Österreicher?

Matthias Strolz

Die Mindestsicherung ist ein Netz das wir gespannt haben, damit die Menschen nicht ins Bodenlose abstĂŒrzen. Das heißt, es soll jenen Menschen zuteilwerden, die hier nicht aus eigenen Möglichkeiten auf eigenen Beinen stehen können. Und ja, hier sagen wir, das Vorarlberger Modell mit den Änderungen - als ein StĂŒck weit Umschichtung starker Sachleistungen. Ein bisschen weniger Geldleistung. Das halten wir fĂŒr richtig. Ich halte es allerdings auch fĂŒr richtig, dass wir österreichweit - und das habe ich auch mit dem Herrn Strache schon mehrfach besprochen, wie mit allen anderen Parteichefs und -chefinnen: Wir brauchen österreichweit ein gemeinsames Modell. Ich schlage vor, einigen wir uns auf das Vorarlberger Modell, so dass wir innerhalb von Österreich keine unkontrollierten Wanderungen haben. Ich halte das fĂŒr ganz schlecht fĂŒr unser Land, wenn da solche Wanderungen passieren.

Corinna Milborn

Herr Strache, könnten Sie da mit?

Heinz-Christian Strache

Also, das Problem, das wir heute haben und das sprechen wir auch an wenn es um Fairness geht, ist jenes, dass gewisse Probleme nicht rechtzeitig erkannt worden sind. Man hat ja 2015... da war man nicht bereit die Grenzen zu schĂŒtzen und zu kontrollieren. Dadurch sind die Probleme dann auch ins Land gelassen worden. Wir haben es ja mit vielen WirtschaftsflĂŒchtlingen auch zu tun die gar nicht im Sinne der Genfer Konvention zu bewerten sind. Und wir haben ein System, ja wo Menschen in Österreich - das trifft alle -, die 40 bis 45 Jahre gearbeitet haben unter AnfĂŒhrungszeichen durchschnittlich 'nur' 940 Euro Monatspension erhalten. Und umgekehrt Menschen - das ist jetzt genau das Beispiel, das Sie angesprochen haben -, die nicht gearbeitet haben. Keine Stunde, nicht in das Sozialsystem eingearbeitet haben und dann eine Mindestsicherung von 840 Euro erhalten. Und das ist nicht fair. Das ist nicht fair, wenn wir weiterdenken, dass es Frauen gibt, die ja Kindererziehungszeiten haben, vielleicht nur 30 Sozialversicherungsabgaben geschafft haben und dann aber nicht einmal eine Mindestsicherung bekommen, sondern 350 Euro Pension, weil sie an ihren Mann angerechnet werden. Das ist nicht fair. Das ist genauso nicht fair, wenn wir Grundwehrdiener und Zivildiener haben, ja, die heute fĂŒr das Land, fĂŒr unsere Gemeinschaft etwas leisten... die mit ein paar hundert Euro... nĂ€mlich 330 Euro heute monatlich sozusagen abgefertigt wird und keine Mindestsicherung erhalten.

Corinna Milborn

Also, Sie sagen: Nicht gleichbehandeln.

Heinz-Christian Strache

Und ich sage, da muss man genau umdenken. Und da braucht es - ich sage bewusst - fĂŒr jene...

Matthias Strolz

Ist das Vorarlberger Modell vorstellbar fĂŒr Sie?

Heinz-Christian Strache

Nein, nein, nein. FĂŒr jene, die nicht gearbeitet haben, muss es ganz klar sein, dass man nĂ€mlich sagt, gerade auch im Bereich der Asylanten. Dass man klar sagt: Eine Sachleistung statt Geldleistungen. Zuerst Arbeit, einzahlen, zuerst was leisten und dann auch Anspruch. Anders geht es nicht.

Applaus

Applaus

Corinna Milborn

Reine Sachleistung, Herr Strolz?

Matthias Strolz

Ich glaube, da... Ich weiß, dass das schon immer... Auf den ersten Blick klingt das alles sehr eingĂ€ngig und auf den zweiten Blick sind die Dinge ein StĂŒck weiter komplizierter. Einerseits ja, das Vorarlberger Modell geht stĂ€rker in Sachleistungen. Dazu gibt es von uns ein Bekenntnis. Das halte ich fĂŒr sinnvoll. Es schichte auch ab bei der Anzahl von Kindern. Das heißt, wenn mehr Kinder sind, gibt es pro Kinder weniger, damit man nicht auf diese Summe kommen, die hier auch kolportiert wurden. Klar muss sein: Die Mindestsicherung - und ich hoffe, wir treffen uns - muss so geschnitzt sein, dass sie immer ein Trampolin zurĂŒck in den Arbeitsmarkt ist. Ich will ja, dass die Menschen möglichst schnell - wenn sie in der Mindestsicherung sind - wieder im Arbeitsmarkt sind und fĂŒr sich selbst sorgen. Ich möchte natĂŒrlich auch, dass wir bei jedem anerkannten FlĂŒchtling möglichst schnell jene UnterstĂŒtzung geben, dass diese Menschen auf eigenen Beinen stehen und in die Sozialsysteme einzahlen. Das muss doch unser Ziel sein. Und da bin ich halt der Meinung, dass wir bei den FlĂŒchtlingen - ich habe es auch vorgeschlagen, Herr Strache, wenn Sie sich erinnern beim Abschiedsfest mit dem Herrn BundesprĂ€sidenten Fischer. Wir sind im Kreis der Parteichefs gesessen. Chefinnen. Damals noch Glawischnig. Und wir miteinander, alle sechs plus BundesprĂ€sident. Und dann ist es ein bisserl ein zĂ€hflĂŒssiger Smalltalk unterwegs gewesen. Und dann hat einer von den Herrschaften angefangen ĂŒber die Kunst und die Bilder an der Wand zu reden. Und dann habe ich gesagt: Bevor man jetzt...

Corinna Milborn

Vielleicht wiederholen Sie nicht den ganzen zĂ€hflĂŒssigen Smalltalk, Herr Strolz.

Matthias Strolz

Naja, nein, ich gebe Ihnen eine Zusammenfassung. Ja, also...

Heinz-Christian Strache

Ein leichtes Abgleiten.

Matthias Strolz

Es ist interessant fĂŒr die Menschen in dem Land zu sehen, wie macht man Politik und wie ist mein PolitikverstĂ€ndnis. Wir sagen immer aus der Perspektive der Menschen und deswegen, die Probleme mĂŒssen wir angehen. Ich habe damals schon gesagt und es war im letzten Jahr - tief im letzten Jahr. Jetzt bevor man ĂŒber Kunst philosophieren - was auch ein wichtiges Thema ist. Aber solange wir solche brennenden Themen nicht gelöst haben: Warum schaffen wir es nicht eine gemeinsame Mindestsicherung fĂŒr alle BundeslĂ€nder plus der Vorschlag der NEOS: Eine Residenzpflicht fĂŒr anerkannte FlĂŒchtlinge. Also eine Wohnsitzbindung. Das heißt, dass man sagt: Wenn du hier den Anspruch auf gewisse Leistungen hast, dann möchten wir aber raschest möglich Integration. Und ja, du kannst es dir nicht aussuchen, wo du hingehst in Österreich. Und irgendwie sagen alle: Ja, nicht uninteressant. Aber wir kommen nicht zu Lösungen. Das Ă€rgert mich unendlich bei schwarzrot. Aber natĂŒrlich ist da von Ihnen auch nichts gekommen. Ich habe ab und zu das GefĂŒhl, Herr Strache, Sie sind in diesen Themen ein wirklich beachtlicher Brandmelder. Sie melden den Brand und das Problem. Aber ich habe auch das GefĂŒhl, Sie haben ab und zu geradezu wie ein Pyromane Freude am Brand. Weil Sie das GefĂŒhl haben: WĂ€re der Brand nicht da, habe ich nichts mehr zu melden. Ja, also das ist ein bisserl ein Problem. Aber diesen Brandmelder... Ich möchte die Lösungen großmachen in Österreich - nicht die Probleme. Und ich hoffe, hier können wir auch Partner sein.

Heinz-Christian Strache

Genau dort muss man ansetzen. Denn das hat die ĂŒberwiegende Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher ja in Erinnerung. Dass wir nicht nur Problemmelder sind - wenn sie Brandmelder sagen - Problemmelder sind. Und im Unterschied zu allen anderen Parteien in dem Land rechtzeitig Problementwicklungen, die auf uns zugekommen sind erkannt haben. Aber auch gleich die notwendigen Lösungen und Umsetzungen gefordert haben. Und da hat man nicht auf uns gehört. Da hat man gesagt: Na, die Außengrenzensicherung...

Corinna Milborn

Ja, aber wieso hat der Strolz...

Heinz-Christian Strache

Ja, das erklÀre ich Ihnen gerade.

Matthias Strolz

Residenzpflicht. Machen wir es oder nicht?

Heinz-Christian Strache

Das erklĂ€re ich Ihnen gerade, Frau Milborn. Als es die EU-Außengrenzsicherung - die nicht funktioniert hat - gegeben hat. Bis heute funktioniert sie nicht im Übrigen. Wer glaubt, dass dieses große Problem die EuropĂ€ische Union - was sie nĂ€mlich seit 2014 bis heute nicht löst - noch lösen wird, der ist naiv, sage ich. Da mĂŒssen wir natĂŒrlich auch Verantwortung ĂŒbernehmen und gegebenenfalls auch unsere österreichischen Grenzen sichern. Und das hat man nicht gemacht und macht im Übrigen bis heute nicht. Und dann wundert man sich, wenn Probleme im Land sind. Und wenn eine Fairness-Krise entstanden ist, wie diejenige. Und natĂŒrlich kann man ĂŒber die zwei Punkte 'Residenzpflicht retten'... Ja, das ist schon klug... Aber man muss grundsĂ€tzlich sagen: Da muss jeder mal fĂŒnf Jahre ins System einzahlen um dann einen Anspruch zu haben. Und da kann ja nicht sein, dass man jemanden ohne Leistung das auch nachwirft. Das heißt, natĂŒrlich Grundversorgung, Unterkunft, medizinische Versorgung aber kein Bargeld. Denn das ist ja die Sog-Wirkung. Da können wir hundertmal ĂŒber Grenzsicherung reden. Das ist ja der Magnet und die Sog-Wirkung dieser - ich sage bewusst - Wirtschaftszuwanderung, ja, die ja ausgelöst wird. Und solange man das nicht abstellt, wird sich das nicht Ă€ndern. Und da mĂŒssen wir klar und deutlich eine Änderung vorlegen.

Matthias Strolz

Klare Regeln, bin ich bei Ihnen. Ein weiterer Vorschlag. Ich mache immer VorschlĂ€ge, nicht. Und da mĂŒsse wir Mehrheiten finden und ich hoffe die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger des Landes stĂ€rken uns, dass wir hier auch einen grĂ¶ĂŸeren Hebel haben, die Lösung nach vorne zu bewegen. Ich sage, so wie in der Schweiz: 180 Tage ein Verfahren und dann ist klar kannst du bleiben oder musst du gehen. Wenn du an Leib und Leben bedroht bist, dann wird das Asylrecht hier zugestanden. NatĂŒrlich kann Österreich hier nicht ĂŒber GebĂŒhr die Lasten fĂŒr alle EU-LĂ€nder tragen, die die anderen verweigern. Deswegen mĂŒssen wir hier die anderen auch in die Pflicht nehmen. Ich war auch einer der ersten der gesagt hat: 30.000 Mann und Frauen an der EU-Außengrenze. Wir haben 1,5 Millionen Menschen - Herr Strache - unter Waffen in der EuropĂ€ischen Union. Das heißt, wenn die Regierungschefs sagen: Wir schicken morgen - morgen nicht, aber nĂ€chste Woche - 30.000 Mann und Frauen an die EU-Außengrenze, dann können wir das, wenn wir es wollen. Das Problem ist, dass die Herrn Faymann, Kern, Kurz, wie sie alle heißen, viel ĂŒber die Probleme reden aber zu solchen Entscheidungen nicht fĂ€hig sind. Ich will auch von jedem der kommt den Fingerprint. Ich will den linken oder rechten Zeigefinger. Es kann sein, dass wir papierdelt werden von Leuten die neun verschiedenen IdentitĂ€ten haben und so weitern. Das heißt, wir können ganz viel machen. Ich wĂŒrde aber nie... Die Untergrenze ist fĂŒr uns immer die MenschenwĂŒrde. Und hier bin ich auch eben vorsichtig. Wenn ich am Sonntag eine Wanderung mache und es ertrinkt hier ein Kind in einem Teich, dann sage ich nicht, ich habe gestern schon eines gerettet, heute leider nicht mehr. Sondern, die MenschenwĂŒrde. Es mĂŒssen weniger kommen und vor allem auch ĂŒbers Mittelmeer. Zum GlĂŒck ist da jetzt ein massives Sinken der Zahl unterwegs. Aber ich möchte auch immer mit jenem Respekt das Thema behandeln mit dem es zu behandeln ist. Es geht um Menschenleben. Da sind MĂŒtter und Sie haben Kinder und ich habe Kinder, die auf ein Boot steigen und zwei Kinder in der Hand haben und hier in die Entscheidung kamen welches lasse ich als erstes los. Also, das muss man schon auch immer sehen, welches lasse ich als erstes los in den Tod. Wir reden hier ĂŒber Menschenleben und wir haben wahnsinniges Managementversagen gesehen seitens der österreichischen Bundesregierung. Gekauft. Das liegt hinter uns. Was vor uns liegt, das ist mein Begehr, sind hoffentlich Lösungen in Österreich aber auch gemeinsame mit Nachbarn.

Applaus

Applaus

Corinna Milborn

Bitte, Herr Strache.

Heinz-Christian Strache

Also, das Entscheidende dabei ist - und das sind dann auch die unterschiedlichen ZugĂ€nge, die es zum Teil gibt. Ja. Mach nie den Menschen einen Vorwurf, die es sich wirtschaftlich besserstellen wollen. Denen mache ich keinen Vorwurf. Sondern ich mache den politischen VerantwortungstrĂ€ger den Vorwurf, die heute alles unter dem Begriff 'FlĂŒchtlinge' sozusagen beschreiben, obwohl es gar nicht FlĂŒchtlinge im Sinne der Genfer Konvention sind. Und das ist ja genau der entscheidende Punkt. Was haben wir erlebt? Wir haben Menschen erlebt, die zum Teil aus einem Kriegsgebiet gekommen sind - zum Teil nicht. Die im ersten sicheren Land waren. Das heißt, keine Gefahr mehr fĂŒr Leib und Leben, keinerlei Verfolgung mehr. Und dann rechtswidrig - und da sind wir beim entscheidenden Punkt -, wo alle EU-Gesetze gebrochen worden sind, von einem sicheren Land ins nĂ€chste gereist sind, bis sie ihre Wunsch-Destination Österreich, Deutschland oder Schweden erreicht haben. So, das waren RechtsbrĂŒche. Und heute haben wir es mit dem Problem zu tun, dass wir rechtswidrig AufhĂ€ltige hier haben. Dass wir zigtausende rechtswidrige AufhĂ€ltige hier haben und wird nicht entsprechend die RĂŒckfĂŒhrung vorgenommen. Es gibt ja keine RĂŒckfĂŒhrungsabkommen...

Matthias Strolz

Einverstanden. Große Verfehlung von Kurz, Kern, anderen.

Heinz-Christian Strache

...obwohl die EuropĂ€ische Union, Deutschland federfĂŒhrend, mit Afghanistan das schon sichergestellt hat. Passiert aber nicht. Ja, Ă€hnlich jetzt der UN-Sonderbeauftragte, der zu Recht gesagt hat: Der Krieg in Syrien geht dem Ende zu. Das heißt, wir kommen in eine Situation, wo der Kriegsgrund wegfĂ€llt - Asylrecht im Sinne der Genfer Konvention ist das keines. Und das unterscheidet uns auch. Asyl heißt immer Schutz auf Zeit. Das heißt, solange der Verfolgungsgrund aufrecht ist, ist der Schutzgrund da. Wenn der wegfĂ€llt, dann ist er weg. Und dann sollte eigentlich jener Mensch, der hier Schutz gewĂ€hrt bekommen hat wieder zu seiner Familie nach Hause gehen und dort mithelfen das Land aufzubauen. Und dort mĂŒssen wir investieren. Das war ja auch der Fehler der EuropĂ€ischen Union, nicht rechtzeitig so wie viele Ökonomen und Experten gesagt haben... nĂ€mlich vor Jahren bereits... vor ĂŒber fĂŒnf Jahren... bitte vor Ort investieren. Jeder Euro vor Ort.

Matthias Strolz

Zwei konkrete Lösungen dafĂŒr.

Heinz-Christian Strache

Zwanzigfache Erhöhung. Das versĂ€umt man jetzt genauso auch in Libyen. Denn natĂŒrlich wĂ€re es jetzt gescheit, mit Libyen, mit den dortigen vorhandenen Gruppen eine Lösung zu finden, wie man die sĂŒdliche libysche Grenze schĂŒtzt und wie man dort auf Auffangzentren auch schafft und vielleicht auch Ausbildungszentren. Denn die Menschen, die dort hinkommen wollen eine Perspektive. Und in Libyen, ja. da werden Menschen gebraucht, die auch helfen, das Land wiederaufzubauen.

Applaus

Applaus

Corinna Milborn

Eine Antwort noch, Herr Strolz, zu diesem Thema?

Matthias Strolz

Wir mĂŒssen tatsĂ€chlich... entweder wachsen vor Ort Perspektiven oder die Probleme landen in der einen oder anderen Art bei uns. Da bin ich auch dieser Überzeugung. Deswegen habe ich auch hier mehrere VorschlĂ€ge gemacht. Erstens: Registrierzentren in Nordafrika. Zuerst da haben da mal die Mitbewerber in Österreich irgendwie seltsam geschaut. Eine Woche spĂ€ter hat der französische PrĂ€sident dieselbe Idee auch prĂ€sentiert.

Heinz-Christian Strache

Da waren wir schon ein paar Jahre vorher dran.

Matthias Strolz

Er wollte das in Libyen machen - ich nicht. Der Unterschied: wir machen es am Boden des Völkerrechts.

Heinz-Christian Strache

Ihr kommt immer Jahre zu spÀt drauf. Das ist euer Problem.

Matthias Strolz

Wir machen es auf dem Boden des...

Heinz-Christian Strache

Ihr kommt’s immer Jahre zu spĂ€t drauf, wenn die Probleme schon da sind.

Matthias Strolz

Wir machen es auf dem Boden des Völkerrechts und des EuropĂ€ischen Rechts. Und das zweite, Herr Strache, ob Sie hier auch mit dabei wĂ€ren. Ich habe letzte Woche hier gehabt auf Besuch, auf unsere Einladung hin, die Benedetta Odo. Sie hat die ersten sieben StĂ€dtepartnerschaften in Libyen organisiert. Großartig. Weil alle sagen Libyen ist verloren. Nein, es ist nicht verloren. Es gibt auch dort Zentren der StabilitĂ€t oder zumindest im Ansatz der StabilitĂ€t. Mit denen sollten wir kooperieren. Und mein Vorschlag ist: tausend StĂ€dtepartnerschaften fĂŒr Nordafrika. Das wĂ€ren fĂŒr Österreich ĂŒberschaubare 15 Partnerschaften im Bereich Krankenpflegerinnen- und Krankenschwestern-Ausbildung. Im Bereich Bildung, im Bereich MĂŒllentsorgung, Wasseraufbereitung im Bereich Feuerwehren. Wenn hier tausend StĂ€dtepartnerschaften entstehen. Und die ersten gibt es mit Antwerpen, mit Lissabon. Dann geht ein Ruck durch diese Region und diese Regierung könnte natĂŒrlich viel mehr Menschen auch Binden vor Ort. WĂ€re viel stabiler. Sind Sie fĂŒr so etwas zu haben, dass man das Vorantreiben in der nĂ€chsten Regierung? Egal, ob wir drinnen sind oder nicht? Dass wir sagen: Österreich soll hier verdammt noch einmal die Initiative ergreifen, die Probleme nicht groß machen - die Lösungen großmachen. Dabei oder nicht?

Corinna Milborn

Herr Stache, Sie bekommen lauter Angebote heute.

Matthias Strolz

Ich werde gnadenlos Einladungen starten mit Kooperationen.

Heinz-Christian Strache

Ich glaube, jeder Staat wird das natĂŒrlich selbst entscheiden. Und das ist eine Möglichkeit. Ich glaube, wenn dann muss man es bundespolitisch machen. Und unserer Forderung ist, dass wir bundespolitisch, wenn es um die Dritte-Welt-Hilfe geht. Weggehen von den GeldĂŒberweisungen, von den Milliarden-Überweisungen, sondern hin zu ganz konkreten Projekten. NĂ€mlich Infrastrukturprojekte, Bildungsprojekte. Ja. Wir brauchen ja Perspektiven vor Ort. Und das ist so notwendig.

Matthias Strolz

Aber Ja oder Nein sind Sie fĂŒr diese Idee zu haben?

Heinz-Christian Strache

Ich habe Ihnen ja gerade meine Idee prĂ€sentiert. Also, Herr Strolz, Sie sollten vielleicht fĂŒr andere Ideen auch offen sein. Ihre ist weniger umsetzbar als meine.

Matthias Strolz

Ja, das ist wunderbar. Ich sage dann gerne was zu Ihrer Idee. Nun, die dritte Idee, die ich Ihnen erzÀhle, und Sie schwenken immer um.

Heinz-Christian Strache

Ja, weil Ihre nicht umsetzbar ist. Habe ich ja gerade erklÀrt.

Matthias Strolz

Aha, ja, OK.

Heinz-Christian Strache

Wenn, muss es bundespolitisch laufen.

Matthias Strolz

Wir sind dagegen.

Heinz-Christian Strache

Und da mĂŒssen wir von den GeldĂŒberweisungen hin zu Sachprojekten und vor Ort entsprechende Projekte auch schaffen. Und das ist notwendig, weil das Geld verschwindet ja teilweise, das ĂŒberwiesen wird in irgendwelche dunkle KanĂ€le, in irgendwelche militĂ€rischen Waffenarsenale, die angeschafft werden. Das ist ja absurd, was da passiert. Und dann sind die LĂ€nder nicht einmal bereit - nicht einmal bereit - RĂŒckfĂŒhrungsabkommen zu unterzeichnen. Und da muss man auch sagen...

Matthias Strolz

Aber Herr Strache...

Heinz-Christian Strache

Wenn ihr nicht bereit seid, eure StraftĂ€ter, eure rechtswidrig AufhĂ€ltigen zurĂŒckzunehmen, dann gibt's das nicht.

Matthias Strolz

Einverstanden.

Heinz-Christian Strache

Da braucht es ganz klare Regeln. Und das ist unser Vorschlag. Sind Sie da dabei oder nicht?

Matthias Strolz

Herr Strache, einverstanden. Da bin ich einverstanden damit. Nur, was ich nicht gelten lassen, ist, dass unsere Lösung nicht funktioniert. Ich habe deswegen die Frau Benedetta Odo eingeladen....

Corinna Milborn

Das sind ja fast Koalitionsverhandlungen, die sie hier fĂŒhren...

Matthias Strolz

um zu zeigen, dass es funktioniert. Und sind wir uns ehrlich: Wenn es in Libyen funktioniert, der fragilste Staat in Nordafrika, dann funktioniert es in all den Nachbarstaaten auch. Und ich will einfach, dass man ins Tun gehen. Da man sagen: Ja, das ist eine gute Geschichte. Ich möchte, dass die Herrn Kern, Kurz, wie sie immer heißen, ich hoffe, nicht mehr so in der nĂ€chsten Regierung. Aber die sollen nicht nach BrĂŒssel fahren, irgendwie gescheit WorthĂŒlsen hinterlassen, die sollen Initiativen starten.

Heinz-Christian Strache

Aber, Herr Strolz.

Matthias Strolz

Wenn es der französische PrÀsident kann, dann kann doch verdammt nochmal auch der österreichische Bundeskanzler mal eine Initiative starten. Das verstehe ich nicht.

Heinz-Christian Strache

Stimmt es, dass der Kurz bei Ihnen mit 16 Jahren im Rhetorik-Seminar war?

Matthias Strolz

Nein, nicht ganz. Mit 15.

Heinz-Christian Strache

Also, die leeren WorthĂŒlsen vielleicht dorther. Oder ist es das der Grund, dass er sich heute keiner Diskussion sich stellen traut.

Corinna Milborn

Ich wĂŒrde gerne zum Thema EU kommen. Allerdings das noch aufgreifen, was sie gesagt haben: Grenzen kontrollieren. Sie haben gesagt, wir mĂŒssen die österreichischen Grenzen schĂŒtzen. Die Ausnahmegenehmigung der EU lĂ€uft aus dafĂŒr. Sie haben jetzt gesagt, Sie sind dafĂŒr, dass weiter zu machen. Sind Sie auch dafĂŒr österreichische Grenzen schĂŒtzen? Also zum Beispiel Brenner-Grenze, Panzer...

Matthias Strolz

Ja, ich bin dafĂŒr, dass wir nationale Notlösungen auch in Angriff nehmen, wenn tatsĂ€chlich hier gemeinsame Lösungen nicht kommen.

Corinna Milborn

Na, wir sprechen jetzt ĂŒber die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre.

Matthias Strolz

Da habe ich ein Problem mit der Haltung von Kern - von Kurz insbesondere. Weil eine nationale Notlösung ist eben eine Notlösung. Der Herr Kurz will die Not zum österreichischen Standard erheben. Damit habe ich aber ein Problem. Und dann kommt er Herr Doskozil und will Panzer an den Brenner schicken. Und da ĂŒberbieten sie sich mit solchen VorschlĂ€gen. Das ist... Und sie haben auch eine AffinitĂ€t zumindest frĂŒher gehabt fĂŒr SĂŒdtirol. Also eine NĂ€he. Ich habe sieben Jahre in Tirol gelebt. So, es ist keine Kleinigkeit zu sagen: Die innertiroler Grenze, die geben wir jetzt wieder auf oder die bauen wir wieder auf. Da muss es wieder eine Grenze geben, die wird sogar mit Panzern ĂŒberwacht. Das ist wirtschaftlich ein Spiel mit dem Feuer, weil da gehen tausende ArbeitsplĂ€tze verloren, wenn die Rollbalken wieder runtergehen. Und ja, ein Grenzmanagement ja, aber hoffentlich temporĂ€r. Und parallel dazu erwarte ich, dafĂŒr sind sie bezahlt die Typen, dazu haben sie die Funktion, dass von der österreichischen Bundesregierung auch Initiativen kommen, wie wir das mit den Nachbarn besser lösen. Warum nicht Herr Kern, Herr Kurz, 30.000 Mann, Frauen an die europĂ€ische Außengrenze?

Corinna Milborn

Haben Sie schon gesagt, Herr Strolz.

Matthias Strolz

Ich will es nicht verstehen, dass sie das ignorieren.

Corinna Milborn

Ich wĂŒrde gerne zu dem Thema kommen, dass Sie eingebracht haben vorher.

Heinz-Christian Strache

Es gibt mehrere AbsurditĂ€ten. Wenn man heute von EU-Außengrenzen-Schutz redet, dann muss man wissen, dass die EuropĂ€ische Union mit UnterstĂŒtzung des österreichischen Kanzlers aber auch des österreichischen Außenministers nicht den Schutz der Mittelmeerroute beschlossen, sondern den Frontex-Befehl, wo man fĂŒnf Kilometer von der libyschen Seegrenze die Boote abfangen und dann Schlepper-TĂ€tigkeiten verrichtet - 350 Kilometer nach Europa diese Menschen dann bringt. Das ist kein EU-Außengrenz-Schutz. Das ist in Wahrheit ein Frontex Auftrag zu SchleppertĂ€tigkeit. Und dann darf man sich nicht wundern, dass das natĂŒrlich nicht funktioniert. Und wenn man dann gleichzeitig hört, dass man - und rot und schwarz lehnen das ja bis dato ab - Doskozil hat eine Forderung gestellt, aber die Regierung selbst sagt: Die österreichischen Grenzen sind sie nicht bereit zu schĂŒtzen und zu kontrollieren, solange das nicht an der EU-Außengrenze funktioniert. Und dann darf man sich nicht wundern, dass alleine in dem ersten Halbjahr ĂŒber die Balkanroute, die angeblich geschlossen, ist 16.000 Menschen nach Österreich gekommen sind. Das ist natĂŒrlich die RealitĂ€t und das zeigt das Versagen der österreichischen Regierung hier in dieser Frage auf.

Applaus

Applaus

Corinna Milborn

Herr Strache, ich möchte zum Thema EU kommen - anschließend an die Außengrenze. Sie haben im ersten Teil der Diskussionen das Thema der EU-FreizĂŒgigkeit eingebracht. Also, der FreizĂŒgigkeit von Arbeitnehmern. Das ist ein Grundwesenszug der EuropĂ€ischen Union, dass ein EU-BĂŒrger ĂŒberhaupt ĂŒberall in der EU arbeiten darf. Nun gibt es aus Ihrer Sicht Probleme damit, mit dem österreichischen Arbeitsmarkt. Sie haben zuerst gesagt, man muss das angehen. Also, man muss den österreichischen Arbeitsmarkt vor den billigen ArbeitskrĂ€ften aus Osteuropa schĂŒtzen. Da sind wir so bei einem Grundthema der EU. Herr Strolz, sehen Sie das auch so wie Herr Strache, dass man in gewissen Bereichen diese Grundfreiheiten der EU einfach zurĂŒckschrauben muss. Oder soll man mehr EU haben?

Matthias Strolz

Das sehen wir nicht. Ich sehe, dass es da Herausforderungen gibt. Aber ich sehe natĂŒrlich auch die vielen Vorteile die es gibt. Wir mĂŒssen sehen, wenn wir heute sagen 'Wir ziehen die Rollbalken runter’, beschrĂ€nken die PersonenfreizĂŒgigkeit, dann betrifft das natĂŒrlich auch hunderttausende Österreicher die draußen sind. Dann werden auch deren Dinge die sie einzahlen beschnitten, etc. Man muss dann zum Beispiel auch sagen, jenen vielen Familien, die 24-Stunden-Pflege haben. Herr Strache, ĂŒber 70.000 24-Stunden.- PflegekrĂ€fte kommen vor allem aus unseren östlichen NachbarlĂ€ndern von Slowenien, Slowakei, RumĂ€nien, Bulgarien, die natĂŒrlich hier große Dienste auch leisten. Wenn man sagt: Hauts es ausse, dann stehen hier auch zehntausende Familien ohne diese Hilfe da. Also ja, ich respektiere, dass es hier Probleme gibt. Wir sollten das auf die Tagesordnung nehmen im EuropĂ€ischen Rat. Aber zu sagen 'Wir schließen jetzt das gemeinsame Europa', wir gehen zurĂŒck auf nationale Inseln oder gar wie ihre Freundin Le Pen gesagt hat: 'Ich will diese EuropĂ€ische Union zerstören. Ich will sie an den Boden ringen.' Also ich sag: Wer Europa liebt, der muss der EuropĂ€ische Union kritisieren und aktiv weiterentwickeln. Das wĂ€re die große Chance im nĂ€chsten Jahr.

Applaus

Applaus

Matthias Strolz

Österreich hat den Ratsvorsitz und hier sind die Herren Kern und Kurz völlig verantwortungslos. Wir haben... diese Chance kommt zweimal in einer Generation bei uns vorbei: EuropĂ€ischer Ratsvorsitz. und die zwei Herrschaften an der Spitze der Regierung sind völlig unvorbereitet Wir könnten hier großartige Initiativen setzen.

Corinna Milborn

Aber ĂŒber die sprechen wir nicht. Sie haben auch noch Gelegenheit mit diesen zu diskutieren, wie sie wissen in unseren Duellen. Wir sprechen jetzt mit ihnen beiden.

Matthias Strolz

Das hoffe ich.

Corinna Milborn

Herr Strache, wir...

Heinz-Christian Strache

Vielleicht darauf eingehend. Denn, wer Österreich liebt, muss Fehlentwicklungen in einer EuropĂ€ischen Union kritisieren. Das tun wir. Bin froh, dass sie - das auch - mein Vokabular diesbezĂŒglich ĂŒbernommen haben. Ich sage das seit zwölf Jahren. Warum...

Corinna Milborn

Aber wohin soll es Ihrer Meinung nach in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren gehen? Wir haben jetzt Brexit, wir haben Entwicklungen. In welche Richtung soll es gehen?

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie, jetzt haben Sie gerade vorher... Wir haben ja von Beginn an als Freiheitliche Partei wieder vorausschauen - wo alle anderen die Probleme gar nicht gesehen haben, schön geredet haben... Jahre spÀter kommen sie dann drauf, dass man Recht haben -dann ist es zu spÀt.

Matthias Strolz

Brandmelder!

Heinz-Christian Strache

Auch bei der EU-Osterweiterung haben wir ja rechtzeitig darauf hingewiesen, dass das lĂ€ngere Übergangsfristen braucht, damit man dort auch den sozialpolitischen und wirtschaftspolitischen Angleich schaffen kann. Und dann macht es Sinn, auch entsprechend die Erweiterung in den Segmenten eines freien Arbeitsmarktes auch sicherzustellen. Da haben wir gewarnt und wollten lĂ€ngere Übergangsregelungen. Man hat nicht auf uns gehört. Ich habe damals gesagt: Das wird 200.000 und mehr Menschen aus Osteuropa bringen, die natĂŒrlich einen VerdrĂ€ngungsprozess bei uns am Arbeitsmarkt mit sich bringen und es wird zu Arbeitslosigkeit fĂŒhren. Heute ist das RealitĂ€t. Wir haben Rekordarbeitslosigkeit. Und natĂŒrlich macht es Sinn, in den Segmenten wo es um VerdrĂ€ngung von österreichischen ArbeitskrĂ€ften in die Arbeitslosigkeit geht... Und das ist nicht im Pflegebereich der Fall. Nein, das ist in anderen Bereichen der Fall... ĂŒber sektorale Schließung des Arbeitsmarkts ĂŒber einen gewissen Zeitraum auch zu reden, um die Menschen, die hier arbeitslos sind - das sind ja viele, auch zugewanderte Menschen -, die dann einen Migrationshintergrund haben, heute schon StaatsbĂŒrger sind, die ja auch in Arbeitslosigkeit sind. Die haben ja bitte eine Chance verdient und wieder eine Perspektive verdient, damit wir auf sie schauen und sie wieder zurĂŒckbringen in den Arbeitsprozess. Und da gibt es natĂŒrlich darĂŒber hinaus auch andere Schrauben, an denen man drehen muss. Wir haben es zum Beispiel im Burgenland in der Regierungsbeteiligung auf Landesebene auch gemacht. NĂ€mlich das Bestbieterprinzip in der Ausschreibung endlich sicherzustellen. Damit haben heimischen Unternehmer in der Regel auch beim Bestbieterprinzip, die AuftrĂ€ge erhalten. Wir haben auch klar gesagt, dass jeder neue Arbeitsplatz - gerade auch in den Thermenbereichen, die ja dort im Landeseigentums sind - natĂŒrlich nach Möglichkeit mit Österreichern besetzt werden soll. FrĂŒher war es so, dass in der Vergangenheit im Jahr drei bis fĂŒnftausend neue ArbeitsplĂ€tze im Burgenland geschaffen worden sind. Aber es war kein Österreicher, der den Arbeitsplatz gehabt hab. Und jetzt haben wir umgedreht. Und das ist gut und richtig, um hier die Arbeitslosigkeit zu senken. Und das ist unsere Verantwortung.

Corinna Milborn

Eine kurze Antwort noch und dann sind wir Ende.

Heinz-Christian Strache

Das ist schiefgelaufen.

Matthias Strolz

Das ist... Ich verstehe diese Fantasien, die sie haben. Dass sie sagen: Wir mĂŒssen durch Abschottung ArbeitsplĂ€tze irgendwie unter eine KĂ€seglocke stellen und alles wird gut.

Heinz-Christian Strache

Durch Regulierungen.

Matthias Strolz

Wir gehen hier einen anderen Weg. Ich war zwölf Jahre Unternehmer. Auch der Herr Strache hat im Ansatz unternehmerische Erfahrung. Das unterscheidet uns im Übrigen von all den anderen Spitzenkandidaten, die entweder Jobs abgebaut haben oder nur Kanzler waren.

Corinna Milborn

Ich sehe schon, sie haben viele Gemeinsamkeiten hier.

Matthias Strolz

Naja, soll man ja auch respektieren. Er hat zumindest einmal etwas gesehen von der Privatwirtschaft. Obwohl er seit 26 Jahren FunktionĂ€r ist der Herr Strache - PolitfunktionĂ€r. Wir gehen einen anderen Weg: Die BĂŒrokratie zurĂŒckdrĂ€ngen. In Estland kannst du eine Firma innerhalb von zwei Tagen grĂŒnden. In Österreich brauchst du 28 Tage. Die Lohnnebenkosten sind exorbitant hoch in Österreich. So hoch wie fast an keinem anderen Ort auf diesem Planeten. Die Botschaft an ĂŒber 500.000 Unternehmerinnen, Unternehmer, SelbststĂ€ndige, Freiberufler ist: Nur keine Leute anstellen, weil ich druck dann die doppelten Kosten drauf. Und das ist die grundfalsche Botschaft. Deswegen sagen wir: Steuerreform, runter mit dem Belastungsfaktor. Arbeit, dann wachsen die ArbeitsplĂ€tze. Und das ist das Gegenmodell zur Abschottung. Weil, wir mĂŒssen sehen, wir auch sehr viel profitiert von der EU-Osterweiterung. Sehr viel. Und das ist ja keine Einbahnstraße. Ja, es gibt Vor- und Nachteile, Licht und Schatten. Ich will da nix idealisieren. Nur ich sage: Man muss auch mit Augenmaß diese Dinge und Errungenschaften und den Frieden den wir haben auch kultivieren.

Heinz-Christian Strache

Zwei ErgÀnzungen.

Corinna Milborn

Danke sehr. Wir sind am Ende der Sendezeit. Eine ganz kurze Antwort. Und ihr Buchtipp, Herr Strache.

Heinz-Christian Strache

Die Steuersenkungen sind das Um und Auf, wenn es darum geht, Einkommensteuer runter, Lohnnebenkosten runter und den Faktor Arbeit endlich zu entlasten. Die Leute brauchen mehr Netto vom Brutto. Da bin ich bei Ihnen.

Corinna Milborn

Da sind sie sich einig, das haben wir schon am Anfang festgestellt.

Heinz-Christian Strache

Aber wir mĂŒssen gleichzeitig auch bei den unfairen Systemen - Familienbeihilfe ist ein Beispiel... Da muss man sagen, Kinder, die im Land leben... hier in Österreich, ja, die bekommen die Familienbeihilfe. Es kann aber nicht sein, dass Kinder, die nicht hier leben, sondern in Ungarn oder sonst wo, die volle Familienbeihilfe erhalten. Da muss man aufs Herkunftslandprinzip... Da gehen jedes Jahr, also ĂŒber mehrere Jahre hunderte Millionen Euro verloren. Wir mĂŒssen die Systeme fairer und effizienter gestalten. Und da sind viele, viele negative Entwicklungen, die halt der Herr Stolz oder andere nicht erkennen wollen.

Corinna Milborn

Dann danke ich ihnen fĂŒr diese sehr, sehr inhaltsreiche Diskussion Wir haben sie gebeten, zum Abschluss ihrem Kontrahenten einen Buchtipp zu geben. Herr Strache, was ist Ihr Buchtipp an den Herrn Strolz?

Heinz-Christian Strache

Ja, mein Buchtipp ist das Buch von ehemaligen tschechischen PrĂ€sidenten. NĂ€mlich VĂĄclav Klaus, der ein gutes Buch zum Thema Völkerwanderung geschrieben hat. Und er hat das im Jahr 2016 - da ist es auch in der deutschen Fassung herausgekommen. Und er hat das ja sehr klar davon gesprochen. Endlich wie ich. Da war ich einer der wenigen einsamen Rufer in der europĂ€ischen Politlandschaft, dass es keine TrĂ€umereien geben darf. Dass es eine unverantwortliche Willkommenspolitik gegeben hat. Dass man hier durch diese Entwicklung Probleme schafft und ganze nachhaltige Parallel- und Gesellschaftsstrukturen entstehen können, vor denen er zurecht auch warnt und die Politiker insgesamt in Europa versucht wachzurĂŒtteln. Und das ist etwas, dass mir sehr wichtig ist. Weil ich glaube - und das haben wir heute auch gemerkt. Wir erkennen Probleme rechtzeitig. Andere immer erst um Jahre zu spĂ€t. Und dann haben wir die Probleme im Land.

Corinna Milborn

Danke, Herr Strache. Was ist Ihr Buchtipp an den Herrn Strache, Herr Strolz?

Matthias Strolz

Ja, ich habe mitgebracht mein eigenes Buch: Mein neues Österreich.

Corinna Milborn

Das ist unternehmerisch von Ihnen.

Matthias Strolz

Ich schicke es auch gerne jeder Zuschauerin, jedem Zuschauer zu. Einfach ein Mail an mich: matthias.strolz@neos.eu. 'Mein neues Österreich'. Es ist, Herr Strache, ein Chancen-Kompass fĂŒr unsere Heimat Österreich. Ich möchte mit Zuversicht an einem Land bauen, in dem jeder Mensch die Chance hat sein eigenes Leben nach eigener Facon in die Hand zu nehmen, glĂŒcklich zu werden. Und dort wo Unbill des Lebens zuschlĂ€gt: Krankheit, Altersgebrechlichkeit, PflegebedĂŒrftigkeit, Unfall. Dort braucht man tragfĂ€hige Sozialsysteme, die mĂŒssen..., die dĂŒrfen nicht auf Schulden gebaut sein, so wie die letzten 55 Jahre. Das alles und noch viel mehr - da drin, fĂŒr Ihr Nachtkastl. Bitteschön.

Corinna Milborn

Gut, herzlichen Dank an sie beide. Übergeben Sie es gerne.

Heinz-Christian Strache

Nur bei den 3.9 Prozent hilft es den Österreichern nicht. Da ist es besser, die Stimme bei uns zu investieren.

Corinna Milborn

Danke Ihnen fĂŒr die Diskussion.