neuwal podwal. Wahlumfragen Podcast. Ausgabe 1 (28.04.2017)

neuwal podwal

Transkript von Dieter Zirnig am 28. April 2017

Der neuwal podwal ist ein Podcast zum Thema Wahlumfragen. Wir möchten über Wahlumfragen reden, diese analysieren und Hintergründe beleuchten um so mehr Transparenz bei Wahlumfragen zu generieren. Wir, das sind Christina Matzka und Dieter Zirnig. Christina Matzka ist Meinungsforscherin und Dieter Zirnig ist von neuwal.com. In der ersten Ausgabe, die gut 15 Minuten kurz ist, geben wir eine Kurzanalyse zu zwei aktuellen Wahlumfragen für Österreich von Unique Research und IMAS. Weiters legen einen kleinen Fokus auf das Thema interne Wahlumfragen von Parteien, da in den vergangenen Wochen vier interne Umfragen den Weg in die 'Öffentlichkeit' schafften.

Freitag, 28. April 2017

neuwal.com

Transkriptstatus: Freitag, 28. April 2017

Quelle: neuwal.com

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neuwal


Dieter Zirnig

Dieter Zirnig (neuwal.com)

Transkript, Fakten, Quellen


Moderation und TeilnehmerInnen

Dieter Zirnig

Dieter Zirnig

neuwal.com

 
Christina Matzka

Christina Matzka

Meinungsforscherin

 


Bildquellen
Dieter Zirnig: digitalmindshift.com
Christina Matzka: meinungsraum.at
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Person Zeichen Worte

Dieter Zirnig

4.044 624

Christina Matzka

7.631 1.225

Gesamt

11.675 1.849








Einleitung

Dieter Zirnig

Willkommen beim neuwal podwal. Das ist ein Podcast zum Thema Wahlumfragen von neuwal.com. In diesem Podcast möchten wir Wahlumfragen analysieren, Ergebnisse beleuchten oder auch über Hintergründe sprechen. Wir, das sind Christina Matzka und Dieter Zirnig. Christina Matzka kenne ich virtuell schon seit ca. drei Jahren 'virtuell'. Sie war bei meinungsraum.at und hat dort sehr, sehr viele Wahlumfragen für Österreich gemacht. Jetzt selbständig. Viele davon sind im News veröffentlicht worden. Das ist jetzt mal so die grobe Einleitung.

Christina Matzka

Auch von meiner Seite 'Hallo und vielen Dank', lieber Dieter, Wahlumfragen zu kommentieren, einfach ein bisschen Hintergrund zu liefern, was hinter Wahlumfragen steckt, wie sie vielleicht zu interpretieren sind und was sie bedeuten könnten.

Inhalt

Dieter Zirnig

Der Inhalt vom neuwal podwal Ausgabe 1 (28.04.2017) - dem Wahlumfragen Podcast - ist:

1. Kurzanalyse der Wahlumfrage von Unique Research/Profil (27.04.2017)
2. Kurzanalyse der Wahlumfrage von IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)
3. Kleines Fokus-Thema: Parteiumfragen am Beispiel der GfK-Wahlumfrage (April 2017)

1. Kurzanalyse der Wahlumfrage von Unique Research/Profil (27.04.2017)

Dieter Zirnig

Und da gibt es eine aktuelle Wahlumfrage von Unique Research. Heute veröffentlicht im Profil, am 27. April. Eine Umfragegröße von 500 Personen. Und die FPÖ ist mit 32 Prozent voran. Die SPÖ bei 28, die ÖVP bei 23. Die Grünen bei 9, die NEOS bei 6. Schwankungsbreite ist 4.4 Prozent. Jetzt ist da auffallend der Wert der Grünen. Erstmals wirklich seit vielen Jahren unter zehn Prozent. Wir wissen, es gibt da einige Konflikte. Lassen sich diese Konflikte jetzt wirklich auf die Wahlumfrage projizieren? Das heißt, haben diese 9 Prozent wirklich etwas damit zu tun?

Umfragewerte der GrĂĽnen erstmals unter 9 % (Vergleichszeitraum: 2013-2017)


Die GrĂĽnen erreichen derzeit in den Wahlumfragen fĂĽr Ă–sterreich im Beobachtungszeitraum (Jan. 2013 bis April 2017) ihren Umfrage-Tiefstwert. Der absolute Umfragewert liegt derzeit bei 9 % (n=500, max. 4.4 %) bzw. bei 6.49 - 11.51 % unter BerĂĽcksichtigung der Schwankungsbreite.

Wahlumfrage Ă–sterreich, Unique Research/Profil, 28.04.2017


neuwal.com
Quelle:
neuwal.com (abgerufen am 28.04.2017)

Wahlumfrage fĂĽr Ă–sterreich von Unique Research/Profil (27.04.2017)


Wahlumfrage mit Schwankungsbreite

Wahlumfrage Ă–sterreich, Unique Research/Profil, 28.04.2017

Zahlen, Daten und Veränderungen

Wahlumfrage Ă–sterreich, Unique Research/Profil, 28.04.2017

Details und Qualität

Wahlumfrage Ă–sterreich, Unique Research/Profil, 28.04.2017


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Quelle: neuwal.com (abgerufen am 28.04.2017)

Christina Matzka

Es gibt für die Verluste der Grünen in den Umfragen zweierlei Gründe. Der eine Grund ist schon, dass die Konflikte, die die Grünen in den letzten Wochen gebeutelt haben, beginnend mit den Problemen mit ihrer Jugendorganisation, aber auch die Probleme rund um die Heumarkt-Hochhaus-Projekte in Wien. Die bekommen die Grünen schon zu spüren. Das ist sicherlich die eine Sache. Die Leute merken, dass die Grünen ihre Konflikte haben, sich zu wenig weiterentwickeln. Dass sie auch hier agieren, was den Menschen nicht unbedingt behagt. Nämlich vor allem ihrer genauen Klientel. Nämlich jenen, für die Demokratie wichtig ist, etc. Das kriegen die Grünen zu spüren. Ein weiterer Grund dafür, dass die Grünen keine leichte Zeit haben, ist, dass die SPÖ auch viele Themen der Grünen abdeckt. Und hier auch wirklich an Boden gewinnt - auch bei dieser Wählerschaft.

Dieter Zirnig

Wie kann man sich das bei Wahlumfragen. Wenn man telefoniert, wenn man mit Kunden spricht. Sagen sie dann dezidiert: Ja, auf Grund dieser Vorkommnisse ist meine Wahlentscheidung derzeit anders. Wird das so dezidiert gesagt? Oder, wie kann man das rauslesen?

Christina Matzka

Nein, es wäre natürlich sehr angenehm, wenn das so gesagt werden würde. In der Politik, wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, wird sehr emotional entschieden. Und die Leute sagen nur, dass sie jetzt eben nicht... Die Grünen bekommen einfach einen geringeren Wähleranteil momentan. Warum das so ist, kann man natürlich durch verschiedene Nachfragen oder durch ergänzende Studien, die qualitativ sind versuchen zu beleuchten. Aber so eine direkte Kausalität zwischen Ereignissen und einem prognostizierten Wahlergebnis... Das herzustellen ist wahnsinnig schwer. Die Leute sagen das so nicht. Vor allem, weil sie ihre Entscheidungen auch so treffen und gar nicht genau wissen, warum sie sie vielleicht treffen. Es wird sehr viel aus dem Bauch heraus und emotional entschieden.

Dieter Zirnig

Also warten wir die nächsten Wahlumfragen ab, wie sich dieser Wert weiterentwickelt.

2. Kurzanalyse der Wahlumfrage von IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)

Dieter Zirnig

Es hat vor einer Woche - am 21. April - eine IMAS-Umfrage gegeben. Publiziert in der Kronen Zeitung. Da war interessant, dass der Auftraggeber IMAS selbst gewesen. Interessant auch der Umfragezeitraum: 15. März bis 16. April und die Umfragegröße ist 1.000. Ist ja recht hoch. Und, was mir da jetzt auf den ersten Blick ganz spontan auffällt ist, dass sich diese Zahlen, die eine Woche vor der Unique Research-Umfrage publiziert worden sind, sich von den heutigen Zahlen ja komplett eigentlich unterscheiden. Das heißt, die FPÖ ist bei 27, SPÖ und ÖVP bei 26, die Grünen bei 14, die NEOS bei 5. Wie kann man sich das jetzt erklären, dass es hier augenscheinlich zwei unterschiedliche Zugänge gibt?

Wahlumfrage fĂĽr Ă–sterreich von IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)


Wahlumfrage mit Schwankungsbreite

Wahlumfrage Ă–sterreich, IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)

Zahlen, Daten und Veränderungen

Wahlumfrage Ă–sterreich, IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)

Details und Qualität

Wahlumfrage Ă–sterreich, IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)


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Quelle: neuwal.com (abgerufen am 28.04.2017)

Direkter Vergleich: Unique Research (27.04.2017) mit IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)


Wahlumfrage mit Schwankungsbreite

Wahlumfrage Ă–sterreich Vergleich: Unique Research/Profil mit IMAS/Kronen Zeitung (21. und 28.04.2017)


neuwal.com
Quelle: neuwal.com (abgerufen am 28.04.2017)

Christina Matzka

Bei jeder Umfrage ist ganz wichtig den Erhebungszeitraum zu betrachten. Es ist die Methode zu betrachten und es ist natürlich die Art der Hochrechnung zu betrachten. Alles, was wir hier veröffentlicht vorgesetzt bekommen, sind Hochschätzungen eines Forschers. Die Problematik bei Wahlbefragungen ist immer: Wie gehe ich mit - zwischen 25 und 30 Prozent - nichtdeklarierten Wählerinnen und Wählern um. Das heißt, wie schätze ich diese auf 100 Prozent Wahlergebnis hoch? Das ist das, was in der Sonntagsfrage passiert. Warum sind bei diesen beiden Umfragen, die innerhalb von einer Woche veröffentlicht worden sind, die Unterschiede sehr groß? Natürlich haben wir es auch mit den Schwankungsbreiten zu tun. Also, wenn ich die hier berücksichtige, dann sind die Unterschiede nicht mehr so hoch, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Bei den Grünen wage ich fast zu sagen, dass die Konflikte sich derart zugespitzt haben - in dem Zeitraum, der schon sehr eher nach der IMAS-Befragung lag -, dass ich glaube, dass eine Befragung von IMAS heute auch ein anderes Grünen-Ergebnis bringen würde. Die anderen Parteien scheinen hier ziemlich gleich auf mit 27 FPÖ und jeweils 26 für SPÖ und ÖVP. Was man momentan wirklich seriös sagen kann, ist, dass die Parteien näher aneinanderrücken. Dass der Abstand zwischen Sozialdemokraten und Freiheitlichen geringer wird. Das zeigen beide Umfragen. Und, dass die ÖVP wohl - auch unter Mitterlehner - einen Aufwärtstrend erfährt. Das ist das, was ich heute seriös sagen würde. Das spiegeln auch beide Umfragen wieder. Die Details unterliegen wie gesagt: Erhebungszeitraum, Erhebungsmethode und Stichprobengröße.

3. Kleines Fokus-Thema: Parteiumfragen am Beispiel der GfK-Wahlumfrage (April 2017)

Dieter Zirnig

Jetzt ist das Stichwort ÖVP gefallen. Gehen wir gleich zum nächsten Punkt und zu etwas Spannenden. Es ist ja auch im April eine GfK-Umfrage veröffentlicht worden. Es ist eine Parteiumfrage im Auftrag der ÖVP gewesen. Die Befragungsgröße war irrsinnig hoch: n=2.000. Auch der Umfragezeitraum war spannend, er hat sich über einen Zeitraum von zwei Monaten gezogen. Da spiegelt sich das Bild des Zusammenrückens von SPÖ und FPÖ wieder. Was mich aber vorher interessiert ist: Wie gelangen solche internen Parteiumfragen eigentlich an die Öffentlichkeit?

Wahlumfrage fĂĽr Ă–sterreich: interne Parteiumfrage von Gfk/Ag Wahlen fĂĽr die Ă–VP (07.04.2017)


Wahlumfrage mit Schwankungsbreite

Wahlumfrage Ă–sterreich, IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)

Zahlen, Daten und Veränderungen

Wahlumfrage Ă–sterreich, IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)

Details und Qualität

Wahlumfrage Ă–sterreich, IMAS/Kronen Zeitung (21.04.2017)


neuwal.com
Quelle: neuwal.com (abgerufen am 28.04.2017)

Christina Matzka

Interne Parteiumfragen werden laufend durchgeführt von den Parteien. Manche von denen erblicken sozusagen das Licht der Öffentlichkeit. Und zwar dann, wenn die Auftraggebende Partei etwas kundtun möchte. Diese Umfrage hat als erste Umfrage damals die ÖVP auf einem Aufwärtstrend gesehen. Und das kam natürlich der beauftragenden ÖVP zu passen. Die sagen: Das sind Ergebnisse, die wollen wir natürlich aufzeigen, weil jeder wählt lieber eine Partei, die einen Aufwärtstrend gerade hat, als eine Partei, die gerade am absteigenden Ast ist. Das ist etwas, was man sich gerne auf die Fahnen schreibt. Es werden natürlich auch Umfragen gemacht, die ganz speziell für die Veröffentlichung gedacht sind. Und ich denke einmal, dass das bei der Umfrage aber nicht der Fall war. Dass einfach das positive Ergebnis für die ÖVP und dieser Neuerungswert. Weil - die SPÖ lag ja in der Umfrage sogar knapp vor den Freiheitlichen - die Auftraggeber gereizt hat und gesagt hat: So, die Umfrage, die bringen wir raus.

Dieter Zirnig

Das ist interessant. Ist das jetzt im Sinne von Meinungsforschungsinstituten, dass diese internen Umfrageergebnisse, an die Ă–ffentlichkeit gehen?

Christina Matzka

Ich finde, es spricht nicht gegen die Meinungsforschungsinstitute, wenn solche Umfragen veröffentlicht werden. Ich denke, jede Öffentlichkeit, die Meinungsumfragen haben, nutzen den Instituten, weil dadurch natürlich die Antwortbereitschaft usw. bei der Bevölkerung, bei den potentiell befragten gehoben wird. Wichtig ist nur - und das finde ich auch sehr relevant -, dass die Umfragen gewissen Qualitätskriterien entsprechen. Dass die Stichproben eine gewisse Größe haben, dass die Methoden seriös sind, dass korrekt hochgerechnet wurde, korrekt dargestellt wird. Das sind eben die Punkte, die eingehalten werden sollten. Und das ist durch die neuen VdMI-Kriterien ja auch gut gewährleistet.

VdMI-Qualitätskriterien für Wahlumfragen in Österreich


Seit April gibt es neue Qualitätskriterien für Wahlumfragen, die vom VdMI (Verband der Markt- und Meinungsforschungsinstitute Österreichs) definiert wurden. Es gibt 13 Kriterien für Institute bzw. 9 für Medien. neuwal.com checkt diese Kriterien regelmäßig mit einem eigenen Kriteriensystem und informiert, ob eine Umfrage VdMI-konform ist oder nicht.

VdMI-Kriterien

  • Mindestgröße des Samples: n=800
  • Zulässige Methodik: CATI oder face-to- face Interviews oder mixed mode (Mischung aus CATI und/oder face-to- face und/oder online). Reine Online-Umfragen sind fĂĽr eine Hochschätzung nicht geeignet.
  • Ausweisen der Schwankungsbreite auf Basis der Deklarierten der Rohstichprobe
  • Angabe der Fallzahlen der veröffentlichten Subgruppen
  • die Stichprobe muss ein repräsentatives Abbild der Grundgesamtheit darstellen. Zu diesem Zweck sollen auch (AuffĂĽllungs-)Quoten definiert werden, speziell auch differenzierte Quoten zur Bildung und Alter der Befragten)
  • Ergebnisse der Hochschätzung sollen nicht mit Prozent-Kommastellen veröffentlicht werden (Ausnahme davon: Darstellung Schwankungsbreiten)


neuwal.com
Quelle: neuwal.com (abgerufen am 28.04.2017)

Dieter Zirnig

Jetzt hat es bei dieser Umfrage ein kumuliertes Verfahren gegeben. Das heißt, man hat in einem Monat - im März und April - jeweils 1.000 Leute gefragt. Vielleicht ein paar nähere Insights: Was ist das und warum macht man so etwas eigentlich?

Christina Matzka

Also, es ist eine durchaus gängige Methode, dass Umfragen, die immer wieder stattfinden - es sind ja Befragungen, die laufend durchgeführt werden - dann kumuliert werden, damit man eine größere Stichprobe hat. Das ist durchaus in Ordnung, wenn man zwei saubere, repräsentative Stichproben gezogen hat - à 1.000 Interviews - dann spricht überhaupt nichts dagegen, die zu einer 2.000er Umfrage zu kumulieren, wo ich dann nur mehr 2.2 Prozent maximale Schwankungsbreite habe. Das ist dann natürlich schon eine schöne große Zahl. Ziel solcher Kumulierungen ist es meistens, in Zielgruppen spezifisch hineinzuschauen. Da kann ich in Bundesländer sehr seriös schon hineinschauen. Ich habe da immerhin auch ungefähr mehr Burgenländer natürlich auch drinnen. Oder ich kann für Niederösterreich auf Basis von fast 400 Interviews eine Aussage treffen. Oder ich kann zum Beispiel auch Berufstätige oder Pensionisten oder was auch immer genauer anschauen. Das ist meistens der Sinn solcher Umfragen. Aber, wenn das seriös gemacht ist - und davon gehe ich aus - ist das durchaus eine gängige Methode.

Auszug: neuwal im Gespräch mit Dr. Franz Sommer von AG Wahlen


Auszug aus dem neuwal.com Interview mit Dr. Franz Sommer, der die Hochschätzung auf Basis der GfK-Daten vorgenommen hat. Das vollständige Interview lesen Sie hier.

[...]
'Eigentlich sind es zwei Wahlumfragen, die im Erhebungszeitraum durchgeführt worden sind. Die Umfragen erstrecken sich über einen Zeitraum von knapp vier Wochen. Nämlich von Anfang März bis Anfang April. Am 4. oder 5. April wurde das letzte Interview und Anfang März das erste Interview gemacht', so Dr. Sommer von AG Wahlen. Befragt wurden 2.000 Österreicher ab 16 Jahren, die wählen dürfen, 74-76 % davon - das sind 1.500 Personen - gaben Auskunft über ihr Wahlverhalten Bei dieser Wahlumfrage handelt es sich um eine Telefonumfrage mit entsprechender Quotierung aller Bundesländer, Alters- und Berufsgruppen. GfK greift hier mit dem sogenannten CATI-System auf Telefonnummern zu. 'Es ist keine Online-Umfrage. Und vom soziodemografischen und regionalen Profil her ist sie repräsentativ im klassischen Sinn', meint Dr. Sommer.

[...]

'Für uns sind diese großen Fallzahlen - wie die 2.000 Befragte in diesem Fall - nichts Ungewöhnliches', so Sommer, der bei der Hochschätzung mit der 'rollierenden Kumulierung' arbeitet. So bezeichnet er seine Methodik bei der Datenanalyse und Auswertung. Dabei werden 'Zufälligkeiten' bei der Befragung herausgenommen und Trends glätten sich dadurch. 'Eine Darstellung auf Basis von 500 Interviews macht wirklich wenig Sinn, weil da die statistischen Zufälligkeiten oft schon eine extrem große Rolle spielen'.
[...]


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Quelle: neuwal.com (abgerufen am 28.04.2017)

Dieter Zirnig

Es ist ja auch sehr spannend und wer aufmerksam die Wahlumfragen verfolgt hat: Es sind im April eigentlich gleich vier Wahlumfragen publiziert worden bzw. sind sie an die Öffentlichkeit gelangt, die von Parteien in Auftrag gegeben worden sind: Für Burgenland, für Salzburg, für Innsbruck und auch für Österreich. Hast Du eine Ahnung, wie viel da im Hintergrund passiert? Wie viele Umfragen die Parteien eigentlich machen? Ist das etwas auf wöchentlicher Basis, wo man sich vorstellt, man steht vor einer Flipchart, schaut sich die Chartentwicklung an und diskutiert darüber? Setzt das als Tool ein...

Christina Matzka

Zur Frage, wie viele Umfragen Parteien machen, kann man sicher sagen, dass die meisten Parteien, also die großen Parteien, die auch über die entsprechenden Budgets verfügen, das garantiert sehr, sehr regelmäßig machen. Die genauen Abstände kann ich nicht sagen. Aber die haben garantiert ihre Zeitreihen, die du da gerade schön beschrieben hast. Und schauen sich an, worauf Veränderungen basieren und welche Veränderungen passieren und worauf man die zurückführen kann und wie man eben Wählergruppen wiedergewinnen oder neue Wählergruppen erschließen kann. Also, das ist hundertprozentig so. Kleinere Parteien, deren Budgets entsprechend geringer sind, die werden das eher nur punktuell machen. Natürlich muss man sagen: Je näher ein Wahltermin rückt und wenn dann mal ein Wahlkampf beginnt, wird das ganze intensiver. Das sind auch immer ganz intensive Meinungsforscher-Zeiten, in denen dann natürlich mehr Parteiumfragen durchgeführt und natürlich auch veröffentlicht werden, weil man ja damit etwas bewirken will. Man will ja Leute für sich begeistern. Man will den Leuten zeigen, dass sie auf der quasi 'richtigen Seite' stehen, wenn sie diese Partei wählen. Und damit wird auch Wahlkampf gemacht.