Heinz-Christian Strache (FPĂ–) bei Armin Wolf #zib2

ZIB2 Jahresbilanz der Parteien 2016/17

Transkript von Dieter Zirnig am 03. Jan. 2017

Transkript: Heinz-Christian Strache (FPĂ–) bei Armin Wolf in der #ZIB2 vom 03.01.2017.

Dienstag, 3. Jan. 2017

ORF

Transkriptstatus: Dienstag, 3. Jan. 2017

Quelle: ORF

Bildquelle: tvthek.orf.at


Zum Stream auf ORF


neuwal


Dieter Zirnig

Dieter Zirnig (neuwal.com)

Transkript, Fakten, Quellen


Moderation und TeilnehmerInnen

Armin Wolf

Armin Wolf

Moderator ZIB2

 
Heinz-Christian Strache

Heinz-Christian Strache

FPĂ– Parteiobmann

 


Bildquellen
Armin Wolf: Wikipedia/Dieter Zirnig, CC BY 2.0
Heinz-Christian Strache: (c) Daniel Weber
Bildquelle Header: tvthek.orf.at

Person Zeichen Worte

Armin Wolf

5.575 943

Heinz-Christian Strache

9.480 1.515

Gesamt

15.055 2.458








Armin Wolf

Und der FPĂ–-Parteiobmann ist jetzt bei mir im Studio. Guten Abend, vielen Dank fĂĽrs Kommen.

Heinz-Christian Strache

Schönen guten Abend, Grüß Gott.

Armin Wolf

Herr Strache, beginnen wir beim Highlight der FPÖ in diesem Jahr: Der Bundespräsidentenwahl. Bei der ersten Stichwahl, die von der FPÖ ja wegen möglicher Manipulationen angefochten wurde, hat Norbert Hofer 30.000 Stimmen Rückstand gehabt. Bei der Wiederholung, die laut FPÖ völlig korrekt war, waren es dann fast zwölf Mal so viel: Weit mehr als 300.000 Stimmen Rückstand. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Heinz-Christian Strache

Es wird sicherlich viele Begründungen dafür geben. Es ist offensichtlich dem Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen - der am Ende die Wahl gewonnen hat - gelungen, in der ländlichen Region, Wähler, die bei der ersten Stichwahl nicht zur Wahl gegangen sind, zur Wahl zu bringen und für sich zu mobilisieren. Und das ist auch im städtischen Bereich sehr gut gelungen, Van der Bellen offensichtlich auch besser zu mobilisieren.

Armin Wolf

Das schlechteste Ergebnis hatte Hofer ja interessanterweise ausgerechnet in Wien: Nicht einmal 35 Prozent. Jenes Bundesland, wo Sie seit über zwölf Jahren FPÖ-Landesobmann sind. Wie erklären Sie sich denn das?

Heinz-Christian Strache

Ja, es zeigt, welch groĂźartiges Ergebnis uns bereits bei der letzten Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl mit 30.7 Prozent gelungen ist, wo wir ja das historisch beste Ergebnis in der Geschichte einer Gemeinderats- und Landtagswahl erreicht haben.

Armin Wolf

Die Logik verstehe ich jetzt nicht ganz.

Heinz-Christian Strache

Das ist eine... Kann ich Ihnen gerne erklären. Denn Sie verwechseln Äpfel mit Birnen. Es hat sich um eine Präsidentschaftswahl und nicht um eine Parteiwahl gehandelt jetzt. Und es handelt sich... Wien um eine Stadt, die letztlich nicht mit ländlichen Regionen zu vergleichen ist. Sondern wenn, mit anderen Städten wie Linz und Graz. Und da sehen wir, dass wir im städtischen Bereich, wenn es um Potenzial-Bereiche geht, heute - ja - durchaus bei 35 bis höchstens 39 Prozent als Partei Höchstpotenzial-Möglichkeiten haben. Während in der ländlichen Region diese Potenziale höher sind.

Armin Wolf

Jetzt gibt es aber seit der Bundespräsidentenwahl auch eine Diskussion, ob Herr Hofer nicht möglicherweise als Person besser bei den Wählern ankommt als Sie. Warum glauben Sie denn, dass Sie bei der nächsten Nationalratswahl der bessere Spitzenkandidat für die FPÖ sind als Hofer?

Heinz-Christian Strache

Die Frage stellt sich gar nicht. Wir haben seit geraumer Zeit eine Diskussion in der Partei gehabt, wo wir den besten Präsidentschaftskandidaten gesucht und zum Glück mit Norbert Hofer gefunden haben. Und wir haben seit geraumer Zeit auch eine Partei, die einen Obmann hat und der nicht in Frage steht. Denn das Thema...

Armin Wolf

Es ging gar nicht um Obmann. Es ging um Spitzenkandidat für die nächste Wahl.

Heinz-Christian Strache

Auch. Auch um den Spitzenkandidaten.

Armin Wolf

Offenbar ist ja Hofer sehr, sehr populär. Hat deutlich bessere Popularitätswerte als Sie in allen Umfragen. Warum sind Sie - glauben Sie - der bessere Spitzenkandidat?

Umfragen: Strache vs. Hofer


Heinz Christian Strache


Norbert Hofer


neuwal.com
Quelle: neuwal.com (abgerufen am 03.01.2017)

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie, die Frage stellt sich nicht, weil Norbert Hofer weder Interesse hat Parteichef zu werden noch als Kanzlerkandidat ins Rennen geht.

ZIB2-Interview zum Jahreswechsel mit Norbert Hofer (28.12.2015)


Armin Wolf: Schauen wir jetzt noch ganz kurz zum Schluss ins nächste Jahr. Die einzige Wahl, die ansteht, ist die Bundespräsidentenwahl. Und da hat Zeit im Bild Innenpolitik-Chef Bürger Sie vor wenigen Tagen hier im Studio mit dem Satz zitiert: „Das ist nicht mein Lebensglück. Aber möglicherweise werde ich das schon machen.“ Nämlich für die FPÖ kandidieren. Werden Sie es machen?

Norbert Hofer: Es ist eine sehr schwierige Frage, die ich aber ganz klar beantworten will. Ich fühle mich für diese Aufgabe etwas zu jung. Ich bin jetzt 44 Jahre alt. Wenn Sie mich das in 12 Jahren noch einmal fragen und ich bin da noch in der Politik sagen, werde ich mit großer Freude sagen: 'Ja, ich möchte unbedingt für dieses Amt kandidieren.' Entscheiden wird das der Bundesparteivorstand der FPÖ. Und man wird sehen, wie er entscheiden wird. Ich persönlich strebe dieses Amt nicht an.


neuwal.com
Quelle: neuwal.com (abgerufen am 03.01.2017)

Heinz-Christian Strache

Ja, er hat sich dafür entschieden. Ja. Und ich glaube, das ist auch wichtig. Und jetzt sehen Sie, dass wir viele Persönlichkeiten in der Freiheitlichen Partei haben. Vormals war jahrelang die Diskussion in den Medien, die geführt worden ist: Die Freiheitliche Partei hat nur den HC Strache und niemand anderen. Jetzt gibt es neben dem HC Strache eine Persönlichkeit wie Norbert Hofer. Es gibt neben Norbert Hofer Landeshauptmann-Stellvertreter - die Persönlichkeiten sind - wie Manfred Haimbuchner oder auch Hans Tschürtz. Es gibt neue junge Landesobleute wie Mario Kunasek oder auch eine Marlene Svatsek in Salzburg oder auch ein Gernot Darmann in Kärnten. Wir haben viele exzellente Persönlichkeiten. Und das werde gerade ich in Zukunft, wenn wir stärkste politische Kraft werden - dank der Wähler - und die Chance haben, den Kanzler zu stellen, auch in den Ministerämtern auch brauchen. Ich brauche Persönlichkeiten als zukünftig möglicher Kanzler. Und da kann ich mich auf eine tolle Mannschaft verlassen.

Armin Wolf

Aber, so entspannt wie jetzt wirken Sie da nicht immer. Nächste Woche findet in Salzburg das traditionelle FPÖ-Neujahrstreffen statt. Und da gibt es ein Prospekt dafür - das blenden wir jetzt auch kurz ein. Und da war ursprünglich auf diesem Prospekt, das man da jetzt sehen kann... Waren als Redner die Landesobfrau, Sie und dann Norbert Hofer angekündigt. Nach einer Intervention aus Wien musste das aber dann geändert werden, gab's ein neues Prospekt. Und da stehen jetzt Sie als einziger Hauptredner. Und dann wurde auch noch das Foto von Norbert Hofer verkleinert gegenüber Ihrem. Das sieht doch schon nach ein bisserl Konkurrenzkampf aus?

Einladungen: Neujahrstreffen


Vorher

Quelle: krone.at

Nachher

Quelle: FPĂ– Tulln

Heinz-Christian Strache

Da interpretieren Sie etwas hinein. Aber ich verstehe das natĂĽrlich, dass die Medien und auch der politische Mitbewerber ein Interesse haben, kĂĽnstlich eine Debatte zu inszenieren, die es bei uns nicht gibt.

Armin Wolf

Das hat ja nicht der Mitbewerber gemacht. Das hat die FPĂ– gemacht.

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie, das ist eine Vor-Einladung gewesen, die eben nicht korrekt oder richtig war. Die dann auch in Folge korrekt auch veröffentlicht worden ist. Und daraus macht man kein großes Drama.

Armin Wolf

Ich mache gar kein großes Drama. Aber wirkt das sehr souverän, wenn der Herr Hofer dann kleiner werden muss auf dem Plakat?

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie, ich bin nicht der Grafiker und auch nicht der, der die Einladungen macht. Sondern, das wird seit Jahren auch so vorgenommen, wie es vorgenommen wird. Dass beim Neujahrstreffen - in dem Fall - der Herbert Kickl eine Vorrede halten wird. Auch die Marlene Svatsek als Landesobfrau. Auch unser Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer. Und dann ich - wie immer auch - als Parteichef dann die Rede halte.

Armin Wolf

Jetzt haben wir es schon im Vorbericht gehört: Die FPÖ liegt in allen Umfragen der letzten Monate stabil auf dem ersten Platz. Deutlich über 30 Prozent. Aber bei der so genannten Kanzlerfrage, da liegen Sie ganz deutlich hinter Ihrer eigenen Partei und hinter Christian Kern und ganz weit hinter Sebastian Kurz, wenn man den abfragt. Warum ist das so, glauben Sie?

Wahlumfragen Ă–sterreich



neuwal.com
Quelle: neuwal.com (29.12.2016)

Kanzlerfrage Ă–sterreich


Unique Research


Gallup


neuwal.com
Quelle: neuwal.com (abgerufen am 03.01.2017)

Heinz-Christian Strache

Ja, deshalb freue ich mich auf die kommenden Wahlen um das Gegenteil zu beweisen.

Armin Wolf

Aber warum ist es so?

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie, ich habe ja andere Umfragen als Sie. Das heißt, es ist immer eine Frage, auf welche Umfragen man sich stützt. Ich habe die Umfragen da seit dem Jahr 2005. Die Freiheitliche Partei, eine sehr nachhaltige Wählerschaft aufgebaut und gewonnen hat. Gerade aufgrund des Spitzenkandidaten. Und da sind über 80 Prozent, die von Wahl zu Wahl gerade wegen dem Spitzenkandidaten die Freiheitliche Partei wählen.

Armin Wolf

Aber haben Sie eine Umfrage, wo Sie in der Kanzlerfrage auf Platz 1 sind?

Heinz-Christian Strache

Ja, sonst würde uns die österreichische Bevölkerung nicht - wie in Umfragen bestätigt - heute über 30 Prozent geben, wenn man nicht nachhaltig eine Veränderung in Österreich sich demokratisch wünschen würde. Sonst würde man ja andere Parteien wählen. Das heißt, es muss ja auch Ihnen logisch einleuchten, dass wenn wir heute in den Umfragedaten so gute Werte haben, die Menschen natürlich eine Veränderung wollen. Und natürlich die Freiheitliche Partei mit mir als Spitzenkandidaten und mit meinem Team wählen. Weil sie wollen, dass wir Verantwortung übernehmen. Und weil man wünscht, dass endlich diese rot-schwarze Stillstandregierung aufgebrochen wird.

Armin Wolf

Gut, es könnte auch sein, dass die Wähler die Freiheitlichen einfach als möglichst starke Oppositionspartei haben wollen. Jetzt ist es im Beitrag...

Heinz-Christian Strache

Da irren Sie sich gewaltig, Herr Wolf.

Armin Wolf

Ich weiß es nicht. Ich habe nur die Frage gestellt. Jetzt ist im Beitrag die Frage angesprochen worden: Jörg Haider hat einst, um die FPÖ in eine Regierung zu führen, selbst auf ein Ministeramt in Wien verzichtet, weil Schüssel mit ihm keine Regierung machen wollte. Wäre es denkbar, dass Sie - um der FPÖ eine Regierungsbeteiligung zu ermöglichen - auch auf ein Regierungsamt verzichten, wenn das die Bedingung wäre?

Heinz-Christian Strache

Gut, dass Sie die Parteigeschichte auch angesprochen haben. Ja, Jörg Haider hat viele Fehler auch begangen. Neben den großartigen Leistungen, die er für die Freiheitliche Partei erzielt hat. Und wir werden diese Fehler mit Sicherheit nicht wiederholen. Wenn wir stärkste politische Kraft werden, dann ist das ein demokratiepolitischer Anspruch für den Kanzler - auch für eine Regierungsverantwortung. Und da sucht sich keine andere Partei den Kanzler, den wir nominiert haben aus. Und auch nicht die Minister.

Armin Wolf

Gut. Möglicherweise werden sie aber nicht stärkste Partei. Die Frage ist: Eine Koalition mit der FPÖ jetzt als Erste oder Zweite. Die gibt es nur mit Heinz Christian Strache in der Regierung?

Heinz-Christian Strache

Ja selbstverständlich. Wenn man als Spitzenkandidat einer Partei antritt und auch die demokratische Legitimation durch die Bevölkerung erhält, dann ist das eine Selbstverständlichkeit. Und wenn andere Parteien dazu nicht bereit sind, dann zeigt das nur, dass sie offenbar demokratische Wahlergebnisse nicht bereit sind zu akzeptieren.

Armin Wolf

Sehr umstritten war in diesem Jahr auch ihre Außenpolitik. Zum Beispiel dieser Partnerschaftsvertrag mit der Partei 'Einiges Russland' von Wladimir Putin. Putin gilt jetzt in der ganzen westlichen Welt das autoritärer Staatschef, der Grundrechte missachtet, Oppositionelle und kritische Medien drangsaliert, in Syrien Kriegsverbrechen begeht, sagt die UNO. Warum schließen Sie ausgerechnet mit so einer Partei einen Partnerschaftsvertrag?

Kooperationsvertrag FPĂ– und 'Einiges Russland'



twitter.com/Claus_Pandi
Quelle: twitter.com/Claus_Pandi (17.12.2016, abgerufen am 19.12.2016)

Heinz-Christian Strache

Ja, da mĂĽssen Sie oder muss ich Sie leider auch wieder korrigieren. Es ist ausdrĂĽcklich kein Partnerschaftsvertrag, sondern ein ArbeitsĂĽbereinkommen.

Armin Wolf

Sind Sie da ganz sicher?

Heinz-Christian Strache

Ja, steht ja so auch im Vertrag drinnen.

Armin Wolf

Sind Sie da ganz sicher?

Heinz-Christian Strache

Arbeitsübereinkommen. Ja, selbstverständlich. Wir haben es definiert...

Armin Wolf

Da muss ich... Das wundert mich jetzt deswegen, weil ich habe heute FPÖ-TV geschaut. Und da gibt’s ein Interview mit Ihnen zu dem Thema. Das können wir uns ganz kurz anschauen.

Heinz-Christian Strache

Gut.

Einspielung

Einspielung Strache-Interview (FPÖ-TV) - Die FPÖ zu Gast in Russland (FPÖ-TV-Magazin 22.12.2016). Heinz Christian Strache: "Der Termin hier in Moskau war sehr wichtig. Nämlich, heute einen Partnerschaftsvertrag mit der Partei 'Einiges Russland' zu unterzeichnen, ist ein ganz ein wichtiger Schritt in Richtung Friedensstiftung."

Die FPĂ– zu Gast in Russland - FPĂ–-TV-Magazin 22.12.2016


Statement von Heinz Christian Strache ist ab Minute 2:30 zu hören:
"Der Termin hier in Moskau war sehr wichtig. Nämlich, heute einen Partnerschaftsvertrag mit der Partei 'Einiges Russland' zu unterzeichnen, ist ein ganz ein wichtiger Schritt in Richtung Friedensstiftung."


youtube.com
Quelle: youtube.com (22.12.2016, abgerufen am 04.01.2017)

Armin Wolf

Also, vor zwei Wochen war es ein Partnerschaftsvertrag.

Heinz-Christian Strache

Dann habe ich mich hier geirrt. Denn es ist kein Partnerschaftsvertrag, sondern ein ArbeitsĂĽbereinkommen. AusdrĂĽcklich kein Partnerschaftsvertrag. Es ist ein ArbeitsĂĽbereinkommen, so wie es im Vertrag auch schriftlich definiert wurde.

Armin Wolf

Was ist der Unterschied?

Heinz-Christian Strache

Naja, es ist... Ein Partnerschaftsvertrag ist mehr. Ein Partnerschaftsvertrag zwischen Parteien ist mehr, als ein Arbeitsübereinkommen. Das Arbeitsübereinkommen definiert folgendes, dass man hier einen diplomatischen Austausch zwischen den Abgeordneten sicherstellt. Dass man versucht, gemeinsam die österreichisch-russischen Beziehungen zu optimieren, dass man den Dialog sucht. Dass man sozusagen auch hier versucht, die gegenseitigen Positionen nicht nur sich anzuhören, sondern da oder dort auch natürlich zu verstehen und ein bisschen auch - hier da oder dort - sich auch entsprechend wenn es um Vermittlung geht auch einzubringen. Wir lehnen ja die Sanktionen gegen Russland ab, weil Sie wirtschaftsfeindlich sind und weil sie auch nicht unseren Neutral... Tradition entsprechen.

Armin Wolf

Jetzt gab es auch intern an der Außenpolitik der FPÖ durchaus Kritik dieses Jahr. Und zwar ausgerechnet von ihrem Vertreter, Herrn Haimbuchner. Einem der erfolgreichsten FPÖ-Politiker. Der hatte in einem Interview gesagt: 'Diese engen Beziehungen mit Le Pen und AfD, die sind nicht so gut für die FPÖ. Ihm stehe die CSU - die bayerische CSU - näher als Marine Le Pen. Ihnen auch?

Haimbuchner-Interview im Kurier


[...]
Kurier: Welche Konsequenzen sollte die FPÖ aus der letztlich verlorenen Bundespräsidentenwahl ziehen?

Manfred Haimbuchner: Wir sind bei einer Auseinandersetzung mit dem Establishment, in der Lage gewesen, fast die Hälfte der Bevölkerung zu mobilisieren. Vor einem Jahr war das für mich noch undenkbar. Wir sind inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angelangt.

Wir müssen aber auch fragen, wo unsere Schwächen sind? Übertriebene Freudenbekundungen aus dem Ausland schaden uns. Vor allem von jenen, die undifferenzierte Haltungen zur EU haben. Ob das nun die AfD oder Marine Le Pen sind. Das schreckt so manche ab. Wir müssen hier schon klar und deutlich sagen, dass wir einen anderen Standpunkt zur EU haben. Wir sollen uns überlegen, ob nicht unser Standpunkt zur EU nicht einer ist wie der der bayerischen CSU.
[...]


kurier.at
Quelle: kurier.at (18.12.2016, abgerufen am 03.01.2017)

Heinz-Christian Strache

Also, dass die CSU, mit der Politik, die sie rund um die deutsche Bundeskanzlerin Merkel unterstützt hat, nämlich die Grenzen zu öffnen und - ja - Millionen Menschen ins Land hereinzulassen und nicht darauf zu achten, wer da hereinkommt... Das ist nicht etwas, was ich unterstütze. Und die CSU hat auch jede Zusammenarbeit in unsere Richtung gar nicht gewollt oder will das auch gar nicht. Im Gegenteil. Wir haben heute Partner in Europa. Und zwar mit italienischen Partnern mit der Lega Nord oder auch mit der Frauke Petry aus Deutschland mit der AfD. Und auch mit Marine Le Pen und anderen wie Geert Wilders, wo diese Partnerschaft gut funktioniert und wir eine Europafraktion sichergestellt haben, die auch einzigartig ist. Die ist ja keinem Obmann zuvor in der Freiheitlichen Partei gelungen. Und dazu steht die Partei einstimmig - auch im Bundesparteivorstand.

Armin Wolf

Wünschen Sie sich, dass Marine Le Pen französische Präsidentin wird, heuer?

Heinz-Christian Strache

Also, ich würde mir natürlich wünschen, dass Marine Le Pen diesen Schritt in Richtung der französischen Präsidentschaft auch erfolgreich abschließen kann. Und das wäre sicherlich für Frankreich eine interessante und positive Entwicklung.

Armin Wolf

Le Pen will aus der EU austreten mit Frankreich und aus dem Euro austreten. Alle Experten sind sich einig: Die EU wäre dann kaputt. Warum wünschen Sie sich das?

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie, ich möchte das auch hier noch einmal klarstellen. Wir Freiheitlichen sind gegen einen Austritt aus der Europäischen Union. Das unterscheidet uns auch von Partnern, mit denen wir in der europäischen Fraktion da oder dort auch inhaltlich zusammenarbeiten.

Armin Wolf

Ja, das habe ich jetzt aber gar nicht gefragt. Aber, Herr Strache, ich muss schon ein bisserl auf die Zeit schauen. Sie wünschen sich, dass Le Pen französische Präsidentin wird. Das zentrale Ziel von Frau Le Pen ist, dass Frankreich aus der EU austritt. Innerhalb von sechs Monaten...

Heinz-Christian Strache

Das sind...

Armin Wolf

...will sie eine Volksabstimmung machen.

Heinz-Christian Strache

Schauen Sie...

Armin Wolf

Dann ist die EU kaputt. Warum wünschen Sie sich dann, dass Frau Le Pen Präsidentin wird?

Heinz-Christian Strache

Marine Le Pen wünscht sich eine andere, neue Europäische Union. Eine Europäische Union, die nicht in Richtung zentralistischen Bundesstaat geht. Marine Le Pen wünscht sich eine Entwicklung auch in Europa, wo man endlich aus den Fehlern lernt. Und wo wir...

Le Pen: "Wir brauchen das selbe Referendum in Frankreich und in den anderen EU-Ländern"


Am Tag nach der BREXIT-Entscheidung schrieb Marine Le Pen auf Twitter folgendes: "Victory of freedom! As I ask for years, there are now the same referendum in France and in the countries of the EU MLP."


twitter.com/MLP_officiel
Quelle: twitter.com/MLP_officiel (24.06.2016)

Der Frexit wird ein Teil meiner Politik sein - Interview mit Marine Le Pen in der Dimokratia (Griechische Zeitung)


"Frexit is a part of my policy," the head of France's National Front party said, adding that "ideally all these countries should leave on the same day as France and I will try to push in that direction."

People should have the opportunity to vote for their freedom from the slavery and blackmail imposed by the Brussels technocrats and to return to national sovereignty within their countries, Le Pen said. "The British understood this and voted to leave the European Union while, of course, they never replaced the pound with the euro," the French presidential candidate said.

"Wherever the euro went, there was an increase in prices, taxes and unemployment, a reduction of wages and pensions and citizens became poorer. In Britain, when the economic crisis started, they proceeded to devalue the pound and economic growth soon resumed," she pointed out. Le Pen said her goals for the EU to become a "loose confederation of states with respect for national sovereignty" and she called for the outright abolition of the International Monetary Fund (IMF). "Wherever the IMF went, it asked for cuts in wages and pensions, higher taxes, privatisation of public utilities and caused an impoverishment of populations. The IMF prevents all growth," she said.

Dt. Zusammenfassung des griechischen Artikels von rt.com

Die Vorsitzende der französischen Rechtspartei "Front National" (FN), Marine Le Pen, hat sich dafür ausgesprochen, dass ihr Land sowohl die EU als auch die NATO verlassen sollte. Die Politikerin wünschte sich darüber hinaus einen Austritt aus der Euro-Zone. "Der Frexit wird ein Teil meiner Politik sein", erklärte Marine Le Pen in einem Interview für die griechische Zeitung "Dimokratia".

Nach der Meinung der FN-Vorsitzenden sei die Europäische Union ein "Messer im Herzen der nationalen Souveränität", während der Euro keine Währung, sondern ein „Erpressungsmittel" darstelle, mit dem Brüssel seine Politik durchsetze. "Nachdem Frankreich aus der Europäischen Union und der Euro-Zone ausgetreten sein würde, sollten auch Portugal, Italien, Spanien, Irland, Griechenland und Zypern dasselbe tun. Es wäre ideal, wenn all diese Länder und Frankreich daraus an einem Tag aussteigen", erklärte Marine Le Pen gegenüber dem Blatt.

Außerdem betonte die Politikerin, dass die NATO keinen Zweck mehr habe. Der Block sei gegründet worden, als die Gefahr bestanden habe, dass der Warschauer Pakt und die kommunistische UdSSR sich erweitern würden. "Die UdSSR existiert nicht mehr, ganz wie der Warschauer Pakt. Washington lässt die NATO weiter bestehen, um eigene Ziele in Europa durchzusetzen", sagte die FN-Vorsitzende.


amna.gr
Quelle: amna.gr (23.12.2016, abgerufen am 03.01.2017)

Heinz-Christian Strache

Das ist nicht etwas, was wir unterstützen. Aber natürlich muss man - wenn es eine Volksabstimmung gibt und wenn das der Wille der Mehrheit der Franzosen sein sollte -, das auch respektieren und akzeptieren. Genauso wie in Großbritannien. Auch wenn das nicht unser Wunsch ist. Und genauso sagen wir klar und deutlich, dass wir nicht aus der Europäischen Union austreten wollen. Wer Europa im Herzen hat - und das haben wir als österreichische Patrioten -, der muss letztlich Kritik an Fehlentwicklungen auch artikulieren. Und der muss dafür Sorge tragen, dass Europa sich wieder hin zu den Bürgern entwickelt und dass es auch diese kulturelle Vielfalt, statt einer Einfalt eines zentralistischen europäischen Bundesstaates gibt.

Heinz Christian Strache äußert sich dazu im Anschluß an die Sendung auf Facebook



facebook.com/HCStrache
Quelle: facebook.com/HCStrache (03.01.2017)

Armin Wolf

An dieser Stelle müssen wir aufhören. Herr Strache, Danke für den Besuch im Studio.

Heinz-Christian Strache

Schade, dass so wenig Zeit war.

Armin Wolf

War eh relativ viel. War ĂĽber 10 Minuten.