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Transkript: Heinz Christian Strache bei Tarek Leitner (ORF/ZIB2) vom 19.12.2016.


Datum Montag, 19. Dezember 2016
Stand Transkriptstatus: Samstag, 24. Dezember 2016
Quelle ORF


Tarek Leitner

Tarek Leitner

Moderator (ZIB2)
Heinz Christian Strache

Heinz Christian Strache

FPÖ Parteiobmann


Transkript Text Theater

Transkript
Dieter Zirnig (Transkript, Fakten, Quellen)  


Tarek Leitner

Ja. Das ist dann doch ein ganz breites Spektrum für Freundschaftsverträge. Aber uns geht es jetzt nicht um die russische Außenpolitik, sondern um die der FPÖ. Daher Danke fürs Kommen, Heinz Christian Strache, FPÖ Obmann. Wir würden gerne eingangs wissen: Auf wessen Initiative ist denn dieser Vertrag letztlich zurückgegangen?

Kooperationsvertrag FPÖ und 'Alleiniges Russland'



twitter.com/Claus_Pandi
Quelle: twitter.com/Claus_Pandi (17.12.2016, abgerufen am 19.12.2016)

Heinz Christian Strache

Grüß Gott, Herr Leitner. Lassen Sie mich eingangs mein aufrichtiges Bedauern auch den Angehörigen der Opfer in Berlin zum Ausdruck bringen. Weil angesichts des Anschlags und auch weiterer Anschläge, die heute stattgefunden haben, dass wirklich ein sehr, sehr trauriger Umstand ist. Und das macht uns alle sehr betroffen. Das ist auch wichtig, nicht einfach so beiseite zu schieben. Zum Zweiten: Wir haben seit geraumer Zeit immer wieder internationale Beziehungen zu unterschiedlichen Ländern, unterschiedlichen politischen Vertretern. Ob das vor wenigen Wochen in New York oder in Washington der Fall war, wo wir den Trump-Berater Michael Flynn getroffen haben. Oder Abgeordnete wie Pittenger oder King. Oder auch in anderen Ländern wie in Israel oder auch in Serbien oder auch in Kroatien - so jetzt mit Russland. Und das seit geraumer Zeit, wo wir im Sinne der österreichischen Tradition, im Sinne unserer Neutralität auch eine Rolle des Brückenbauens auch leben und auch friedensstiftend letztlich auch die Partnerschaft natürlich zwischen den Ländern vertiefen und ausbauen wollen. Weil wir von Beginn an gesagt haben, dass die Sanktionen nicht nur standortfeindlich sind für Österreich, auch wirtschaftsfeindlich und negativ sind.

Fakt: Flynn hat laut Trumps Leuten nie mit dem FPÖ-Chef geredet.


FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache rühmte sich vor der Hofburg-Wahl damit, Donald Trumps nationalen Sicherheitsberater in den USA getroffen zu haben. Nur: Dieser hat laut Trumps Leuten nie mit dem FPÖ-Chef geredet.

Ein Sprecher des designierten US-Präsidenten Donald Trump hat dementiert, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor einigen Wochen den künftigen Nationalen Sicherheitsberater Trumps, den Ex-General Michael Flynn, getroffen hat. Strache hatte vor der Wahl die USA besucht und danach auf Facebook davon berichtet, neben Flynn auch Kongressabgeordnete und Lokalpolitiker getroffen zu haben.

[...]
"Tatsache ist, das General Flynn den besagten österreichischen Politiker weder getroffen noch mit ihm gesprochen hat und das General Flynn sich vehement von Gruppen mit solchen Einstellungen und Standpunkten distanziert", zitierte etwa am Donnerstag (Ortstzeit) das ultrarechte Nachrichten-Portal "Breitbart" den Trump-Sprecher.

[...]
Die FPÖ ist erwartungsgemäß wenig erfreut: "Es war genau so, wie es unser Bundesparteiobmann über Facebook bekanntgegeben hat", sagte FPÖ-Europaabgeordneter Harald Vilimsky. Zwar habe Strache Flynn tatsächlich nicht persönlich getroffen. "Aber das hat Strache auch nie gesagt", erklärte Vilimsky.


kleinezeitung.at
Quelle: kleinezeitung.at (23.12.2016)

Team Trump: 'Fake News' That Gen Flynn Met With Austrian Freedom Party Leader


Heinz-Christian Strache, the leader of the Austrian far-right Freedom Party, announced on Facebook that he had visited with Flynn at Trump Tower, prompting reports from the New York Times and other news outlets that the meeting had occurred. Several other outlets raised the alarm that the Austrian Freedom Party had Nazi sympathies and was founded by an former Nazi officer.

"The fact of the matter is that General Flynn has never spoken with or met the Austrian politician in question and General Flynn strongly disavows groups with such attitudes and viewpoints," Miller said.


breitbart.com
Quelle: breitbart.com (22.12.2016, abgerufen am 24.12.2016)

Tarek Leitner

Kommen wir zu denen dann noch gleich, zu den Sanktionen. Aber vorher nocheimal zurück zu meiner Frage, die darauf abgezielt hat, von wem die Initiative ausgegangen ist. War das die FPÖ, die das wollte oder Russland?

Heinz Christian Strache

Das ist von Russland ausgegangen, wo es eine Einladung gegeben hat, über ein Arbeitsübereinkommen auch zu reden. Und das hat dann stattgefunden.

Tarek Leitner

Bei aller Neutralität, die Österreich immer gehabt hat, ist das Land ja tendenziell in all seinen Werten nach Westen ausgerichtet. Was fasziniert Sie am russischen politischen System?

Heinz Christian Strache

Es geht nicht um Faszination. Es geht darum, dass wir als politische Verantwortungsträger - gerade in einer globalen Welt, wo wir es mit unterschiedlichen Konflikten zu tun haben und Zuspitzungen zu tun haben, die negativ sind, die Europa auch berühren... Ich sage: Die gesamte Zuspitzung auch, was die NATO-Aufrüstung in Richtung Ost-Europa betrifft ist so ein Umstand, der uns Sorge bereitet. Und wir haben immer gesagt...

Tarek Leitner

Naja, da geht es ja in dem Vertrag doch um...

Heinz Christian Strache

Na, Herr Leitner...

Tarek Leitner

...inhaltliche Dinge...

Heinz Christian Strache

...auch, auch...

Tarek Leitner

...wo man dem etwas abgewinnt, was die...

Heinz Christian Strache

Herr Leitner...

Tarek Leitner

...Partei macht.

Heinz Christian Strache

Herr Leitner, Herr Leitner...

Tarek Leitner

Das steht ja drinnen.

Heinz Christian Strache

Herr Leitner, es geht darum, dass wir heute wissen, dass wir in unterschiedlichsten Bereichen geostrategische Konflikte erleben, die wir nicht wollen. Und wo wir auch klar und deutlich Position beziehen und klar und deutlich sagen: Wenn es um den Frieden geht, dann wird er nur global erreichbar sein. Das heißt, man muss auch mit allen Betroffenen reden, das Gespräch suchen, den Dialog suchen, auch Brücken bauen, auch friedensstiftend letztlich tätig werden. Und so sehen wir auch unsere Reise. Und ich verstehe daher die Aufregung gewisser Mitbewerber nicht, die selbst vor wenigen Monaten dort waren und dann in der Art und Weise sich heute äußern...

Tarek Leitner

Ja, aber Sie haben... Sie haben diesen...

Heinz Christian Strache

Also ich sage wirklich, dass es eine sehr, sehr traurige Rolle des Herrn Wirtschaftsministers...

Tarek Leitner

Sie haben diesen Vertrag abgeschlossen. Mit jemanden, der ausgerechnet wegen der Krim-Annexion auf der EU-Liste der Strafmaßnahmen steht. Das ist ja auch eine Symbolik, wenn man sich mit dem hinsetzt und einen inhaltlich doch sehr weitreichenden Vertrag abschließt. Weil Sie gesagt haben, Sie akzeptieren manche geostrategischen Veränderungen nicht. Heißt das, dass diese Krim-Annexion Sie schon akzeptieren?

Heinz Christian Strache

Nein, es geht darum, dass wir - weil Sie die Sanktionen angesprochen haben... Die Sanktionen haben wir von vornherein als eine Sackgasse...

Tarek Leitner

Nein, ich möchte jetzt nicht die Sanktionen ansprechen.

Heinz Christian Strache

Herr Leitner, Herr Leitner, Herr Leitner.

Tarek Leitner

Nein, ich möchte jetzt schon die... den....

Heinz Christian Strache

Sie müssen... Wenn Sie vorher Dinge in den Raum werfen, dann müssen Sie mir auch Gelegenheit geben, darauf einzugehen.

Tarek Leitner

Ich habe die Sanktionen nicht in den...

Heinz Christian Strache

Sie haben jetzt gerade im Vorspann der Frage von den Sanktionen gesprochen. Wir haben von Beginn an gesagt: Diese Sanktionen sind abzulehnen. Und wenn Sie wissen, dass der Herr Vertreter des Generalrates für internationale Beziehungen auf Grund seiner Funktion in diesen Sanktionsmechanismus gekommen ist, dann verstehen Sie das auch. Wir lehnen diese Sanktionen ab. Und wir meinen, dass sich die Europäische Union, aber auch Österreich als neutraler Staat, hier in eine Sackgasse begeben hat, die zum Nachteil Österreichs ist. Auch zum Nachteil unserer Neutralität in Wahrheit ist. Denn da müssen wir glaubwürdig als Vermittler auch weiter letztlich tätig sein. Und das ist unsere Rolle. Die leben wir.

Tarek Leitner

Die Sanktionen sind ja eine Reaktion auf die Annexion der Krim-Insel. Und die Frage war, ob Sie implizit damit das gutheißen, wenn Sie sich genau mit dem Mann hinsetzen, der dafür bestraft wird und Sie das durchbrechen...

Heinz Christian Strache

Nein, ich glaube, dass wir grundsätzlich...

Tarek Leitner

...diese Sanktionen.

Heinz Christian Strache

...wenn es um Konfliktzuspitzung geht, diese ablehnen. Und zwar sehr konsequent und klar und deutlich sagen: Man muss mit Russland eine diplomatische Lösung in Syrien finden um den Konflikt vor Ort auch und den Kampf gegen den Islamistischen Terrorismus auch gemeinsam zu führen. Das ist eine wesentliche Rolle, wo wir auch hoffen, dass nach der Wahl in Amerika mit Trump diese Annäherung stattfinden wird. Und der gemeinsame Kampf auch gegen den radikalen Islamismus hoffentlich gemeinsam geführt wird. Das sind ja auch Bedrohungsbilder, die uns heute tief in Europa auch betreffen mit terroristischen Bedrohungsbildern. Und auch eine diplomatische Lösung, was die Krim betrifft. Wir werden nur nachhaltig Frieden in Europa haben, wenn wir gemeinsam mit Russland über den diplomatischen Weg auch eine Lösung finden.

Tarek Leitner

Das ist ja auch Teil der Diplomatie sozusagen, dass man Sanktionen verhängt. So hätte es die EU in ihrer Gesamtheit gemacht.

Heinz Christian Strache

Das ist ein Teil der weiteren Zuspitzung, wo ich sage: Das ist eine Sackgasse. Aus der müssen wir raus. Und die ist auch zum Nachteil Österreichs. Wir haben einen Wirtschaftsschaden von 1.5 Mrd. Euro/Jahr seit den Sanktionen. Und wir haben 40.000 Arbeitsplätze verloren. Und die österreichische Landwirtschaft die leidet massiv darunter. Und das ist ein Schuss ins eigene Knie. Da muss der Herr Wirtschaftsminister einmal auch seine Position überdenken.

Tarek Leitner

Aber finden Sie nicht auch, dass Sie den Wählerinnen und Wählern Angst machen? Ihr Landesparteiobmann Haimbuchner hat gesagt: 'Wir schrecken die Leute ab, wenn wir zu sehr die Kontakte mit Le Pen und AFD' - das war vor dem Bekanntwerden dieses Vertrages, daher hat er die zwei gemeint - 'so sehr in den Vordergrund stellen.' Jetzt ist das ja noch viel weiterreichend, weil es in dem Fall Putin'scher Politik, um politische Justiz, um politische Verfolgungen geht, etc. Fürchten Sie nicht, dass diese Abschreckung dann noch viel größer ist?

Heinz Christian Strache

Also bei aller Wertschätzung, weil Sie den Landesobmann von Oberösterreich - Manfred Haimbuchner - angesprochen haben. Wir haben vorher auch telefoniert. Da ist eine falsche Überschrift im Kurier gebracht worden, die letztlich Missverständlich war. Und das hat er nicht so gesagt. Und deshalb ist auch wichtig, das richtig zu stellen. Selbstverständlich haben wir eine gemeinsame europäische Außenpolitik, die geschlossen - oder auch einstimmig von der Freiheitlichen Partei - von allen mitgetragen wird. Und da gibt es auch keine Unterschiede, die Sie versuchen, da vielleicht herauszuarbeiten oder zu unterstellen. Der Punkt ist der: Wir wollen natürlich im Sinne unserer Neutralität den Fehler, den die Regierung begangen hat, in Wahrheit korrigieren. Wir wollen, dass man endlich wieder den Dialog sucht. Dass man auch Zusammenarbeitsebenen definiert, diplomatische Lösungen findet im Interesse Europas.

Haimbuchner-Interview im Kurier


[...]
Kurier: Welche Konsequenzen sollte die FPÖ aus der letztlich verlorenen Bundespräsidentenwahl ziehen?

Manfred Haimbuchner: Wir sind bei einer Auseinandersetzung mit dem Establishment, in der Lage gewesen, fast die Hälfte der Bevölkerung zu mobilisieren. Vor einem Jahr war das für mich noch undenkbar. Wir sind inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angelangt.

Wir müssen aber auch fragen, wo unsere Schwächen sind? Übertriebene Freudenbekundungen aus dem Ausland schaden uns. Vor allem von jenen, die undifferenzierte Haltungen zur EU haben. Ob das nun die AfD oder Marine Le Pen sind. Das schreckt so manche ab. Wir müssen hier schon klar und deutlich sagen, dass wir einen anderen Standpunkt zur EU haben. Wir sollen uns überlegen, ob nicht unser Standpunkt zur EU nicht einer ist wie der der bayerischen CSU.
[...]


kurier.at
Quelle: kurier.at (18.12.2016)

Tarek Leitner

Aber, weil Sie gerade die Neutralität...

Heinz Christian Strache

Und ich sage, wir sind hier wirklich in einer Sackgasse, wenn...

Tarek Leitner

Weil Sie gerade die Neut....

Heinz Christian Strache

...hunderte Panzer in Richtung Osteuropa heute von Seiten der NATO auffahren... Und wir sind hier auch wirklich am falschen Dampfer unterwegs, wenn es geostrategische Hintergründe gibt, die zu diesem Drama in Syrien geführt haben,...

Tarek Leitner

Weil Sie gerade die Neutralität ansprechen, jetzt ergreifen Sie...

Heinz Christian Strache

...wo eine alte, amerikanische Administration mit der Türkei und mit Saudi-Arabien für radikale islamistische Gruppen dort Position ergriffen haben.

Tarek Leitner

Herr Strache, weil Sie gerade die Neutralität ansprechen, auf die Sie ja so pochen. Haben Sie mit dem Ergreifen einer Position und der Partei im Syrien-Krieg für Russland diese neutrale Position nicht jetzt völlig verlassen, wenn Sie in Moskau seiend einen Tweet absetzen - also eine Twitter-Botschaft absetzen -, wo Sie Putin gratulieren für die wörtlich 'Befreiung von Aleppo vom IS', der dort gar nie war?

Heinz Christian Strache

Ein bisserl differenzierter war es schon. Man muss ja eines wissen. Dahinter stehen geostrategische - leider - geostrategische Interessenslagen. Und das Drama ist, dass vor Jahren - McCain hat das eingestanden - die Amerikaner, die sogenannten moderaten Rebellen finanziert haben und mit Waffen ausgestatten haben.

Tarek Leitner

Ja aber meine Frage war jetzt ja... Bitte... Wir können jetzt nicht die ganzen geostrategischen Hintergründe beleuchten.

Heinz Christian Strache

Herr Leitner, Herr Leitner, Herr Leitner. Radikalislamistische Gruppen von Al-Kaida bis hin zu Al-Nusra bis hin zum Islamischen Staat sind die unterstützt worden...

Tarek Leitner

Meine Frage war: Ob Sie die Linie der FPÖ, die immer sehr auf Neutralität pocht, damit nicht verlassen. Das war meine Frage.

Heinz Christian Strache

Der gemeins.... Nein, nein.

Tarek Leitner

Wenn Sie sich da auf die Seite Putins so deutlich stellen und sagen: Diese Art und Weise Politik zu machen - in dem Fall Krieg zu führen...

Heinz Christian Strache

Herr Leitner, Herr Leitner, Herr Leitner.

Tarek Leitner

Das war meine Frage.

Heinz Christian Strache

Herr Leitner, nein, das sage ich in der Form nicht. Sondern, ich erkenne, das Trump - der zukünftige amerikanische Präsident - hier mit Putin öffentlich vorhat, auch gemeinsam besser zusammen zu arbeiten, wenn es um die Bekämpfung radikalislamistischer terroristischer Entwicklungen geht. Und das ist in Syrien wichtig.

Tarek Leitner

Ja, aber da war der IS gar nicht dort.

Heinz Christian Strache

Schauen Sie. Natürlich. Ob das jetzt... Also, Sie haben selbst einen Berater hier gehabt - ich werde mir den jetzt heraussuchen -, der in der ZIB2 hier als Nahost-Experte gesprochen hat und herausgearbeitet hat, die sogenannten moderaten Gruppen sind dschihadistische Gruppen: Al-Nusra, Al-Kaida...

Tarek Leitner

Also von...

Heinz Christian Strache

...andere radikale islamistische Gruppen.

Tarek Leitner

Jaja, OK.

Heinz Christian Strache

Das heißt, es verschwimmt ja in diesen Regionen natürlich extrem. Und das sind keine moderaten Gruppen.

Tarek Leitner

Gut. Also, Sie haben IS geschrieben aber andere Terrorgruppen gemeint in dem Fall.

Heinz Christian Strache

So ist das.

Tarek Leitner

Und daher heißen Sie das gut, was Russland dort gemacht hat.

Heinz Christian Strache

Nein, ich heiße es gut, wenn radikale Islamisten, die Menschen dort...

Tarek Leitner

Nein, Sie haben sich ja direkt bei Putin bedankt. Das kann man ja...

Heinz Christian Strache

Ich habe mich nicht direkt bei Putin bedankt, sondern ich habe gesagt: Man muss differenziert die Sache betrachten und nicht einseitig. Und selbstverständlich unterstütze ich jede Form, wo radikale Islamisten in der Region überwunden werden, die Menschen dort grausam abgeschlachtet haben die letzten Jahre. Wo massenweise Köpfungen, Erschießungen, Unterdrückung der Bevölkerung stattgefunden hat, dann bin ich froh, dass man so etwas überwindet.

'Dank der Russen wurde Aleppo vom IS befreite...', so Heinz Christian Strache auf Facebook


[...]


facebook.com
Quelle: facebook.com (18.12.2016, abgerufen am 19.12.2016)

Tarek Leitner

Russland unterstützt - das ist auffallend - viele Parteien in europäischen Staaten, die nicht nur EU-kritisch sind, sondern viel weitergehen, als die FPÖ. Auch in dezidierten Aussagen und die EU in dieser Form auflösen wollen. Macht Sie das nachdenklich, wenn Ihnen unterstellt wird, Sie lassen sich dafür instrumentalisieren, weil Russland alle diese Parteien unterstützt und Le Pen beispielsweise auch mit Geld?

Heinz Christian Strache

Also, ich lasse mich mit Sicherheit nicht instrumentalisieren. Auch die Le Pen wird jetzt nicht mit Geldspenden unterstützt. Sondern, sie bekommt einen Kredit...

Bericht über russischen Kredit für Front National


Die rechtspopulistische französische Front National (FN) soll sich bei der Suche nach Finanzierungsquellen für den Präsidentschaftswahlkampf 2017 an Russland gewandt haben.

Bereits im Februar habe FN-Chefin Marine Le Pen einen Kredit in Höhe von 30 Millionen Dollar (29 Mio. Euro) in Moskau beantragt habe, berichtete heute die französische Wochenzeitung "Le Canard enchaine".

Als Quelle veröffentlichte das Blatt einen Brief des republikanischen US-Abgeordneten Mike Turner an Geheimdienstdirektor James Clapper, in dem dieser um "weitere Details zu dieser großangelegten Kampagne mit dem Ziel, einen Informationskrieg gegen die USA zu führen", bittet.

Turner bringt die russischen Kredite darin in einen direkten Zusammenhang mit russlandfreundlichen Äußerungen Le Pens: "Im Februar 2016 hat die FN Russland um einen Kredit in Höhe von 30 Millionen Dollar gebeten, um die Präsidentschaftskampagne 2017 von Marine Le Pen zu finanzieren. Im Mai hat Le Pen in einem Interview erklärt, im Fall ihres Sieges die (von Russland annektierte ukrainische Halbinsel, Anm.) Krim als Teil des russischen Territoriums anerkennen zu wollen."
[...]


orf.at
Quelle: orf.at (21.12.2016, abgerufen am 24.12.2016)

9 Millionen Kredit für Le Pen


Frankreichs rechtsextreme Front National (FN) hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach sie sich in Russland 40 Mio. Euro leihen wollte. "Das ist frei erfunden, das ist verrückt", sagte Parteichefin Marine Le Pen gestern Abend. "Es ging nie um einen Kredit von 40 Millionen Euro. Wir haben neun Millionen Euro beantragt und wir haben neun Millionen Euro bekommen."

Das für seine Enthüllungen bekannte Onlinenachrichtenmagazin Mediapart hatte vergangene Woche zunächst aufgedeckt, dass sich die FN bei der russischen First Czech-Russian Bank (FCRB) einen Kredit in Höhe von neun Mio. Euro besorgt hatte. Die FN bestätigte das und begründete den Schritt damit, dass die Partei von französischen Banken kein Geld mehr geliehen bekomme, das sie etwa für ihre Wahlkämpfe benötige.


orf.at
Quelle: orf.at (27.11.2016, abgerufen am 24.12.2016)

Tarek Leitner

Kredite aus Russland, ja.

Heinz Christian Strache

..., den sie zurückzahlt. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Einen Kredit einer Bank. So wie alle Banken auch Kredite auch für Parteien auch geben.

Tarek Leitner

Wäre das auch für die FPÖ zulässig, dass man sagt: Wir lassen uns von dort finanzieren?

Heinz Christian Strache

Nein, weil wir bekommen Kredite... Wir bekommen Kredite von österreichischen Banken. Und da brauchen wir keine anderen Banken.

Tarek Leitner

Und Sie schließen auch aus, dass sonstige Finanzierungen von anderen Vorfeldorganisationen der Partei...

Heinz Christian Strache

Ja, Herr Leitner.

Tarek Leitner

...geschehen, wie es jetzt in den Raum gestellt wird. Beispielsweise von der Kronen Zeitung, die diesen Vertrag, den Sie da unterschrieben haben, gestern publiziert hat.

Heinz Christian Strache

Ja, ich finde das immer wieder, immer wieder sehr erstaunlich, wie da manche Medien in einer Art Kampagnisierung tätig werden. Wenn ich heute in Washington bin und dort republikanische Politiker treffe, dann werde ich nicht dafür finanziert. Wenn ich nach Israel fliege und Politiker treffe, dann werde ich nicht dafür finanziert. Wenn ich nach Moskau fliege, um dort auch internationale Gespräche mit Politikern zu führen, dann werden ich nicht dafür finanziert. Nein, das ist unsere politische Arbeit. Wir haben international auch letztlich dafür Sorge zu tragen, uns besser zu vernetzen. Und auch gewisse Problemstellungen auch im Dialog sozusagen offen anzusprechen und Lösungen zu finden. So sehen wir auch unsere verantwortungsbewusste Aufgabe für Österreich. Und da ist leider - durch die Sanktionen - ein massiver Schaden für Österreich entstanden. Wo wir sagen: Da haben wir eine andere Position. Und da lassen wir uns von niemanden verbieten, mit wem wir reden und mit wem nicht.

Tarek Leitner

Danke, Herr Strache für Ihr Kommen ins Studio und das Gespräch...

Heinz Christian Strache

Bitte.



Quellen
Quelle ORF
Header ORF
Tarek Leitner (Bild) Manfred Werner - Tsui
Heinz Christian Strache (Bild) (c) Daniel Weber




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