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neuwal hat die zehn landesweit kandidierenden Spitzenkandidaten in Kärnten von SPÖ, FPÖ, ÖVP, GRÜNE, TEAM KÄRNTEN, NEOS, FAIR, ERDE, KPÖ und BZÖ mit den selben 15 Thesen und Fragen im neuwal Barometer zur Kärnten-Wahl konfrontiert und die Antworten in kurzen Videocasts aufgenommen. Die Aufgabe der Kandidaten war es, sich am neuwal Barometer von 1 (stimme nicht zu) bis 10 (stimme zu) zu positionieren und mit einem kurzen Statement zu argumentieren. neuwal macht das, um dir Kandidaten mit ihren Positionen vorzustellen, diese untereinander vergleichbar zu machen und um dir bei deiner Wahlentscheidung weiterzuhelfen. Positioniere dich selbst am Barometer und finde heraus, wer ‚deine‘ Partei ist.

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These 15: Wir sind für ein Tempo 100-Limit auf der Wörthersee-Autobahn zwischen Klagenfurt und Wernberg.

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Die Positionen und Argumente im Detail

Peter Kaiser (SPÖ)
Der Schutz der Bevölkerung ist wichtig aber er soll intelligent erfolgen. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr bin ich für gewisse Einschränkungen, dann wenn eine langfristige Überprüfung der Sinnhaftigkeit das ergibt. Daher ein vorsichtiger ‚Dreier‘.

Peter Kaiser im neuwal Barometer


Gernot Darmann (FPÖ)
Hier stimme ich absolut nicht mit zu. Denn es geht hier um eine reine grüne Verbotspolitik der Kärntner Grünen und des Herrn Landesrat Holub. Ich sage ganz klar, es wäre hier eine reine Schröpfaktion der Autofahrer. Und unsere Pendler haben es nicht verdient, ständig auf ihrem Rücken Politik auszutragen. Wir haben gerade mit der Wörthersee-Autobahn eine wohl beste ausgebaute Autobahn hier in ganz Österreich mit übergroßen und überhohen Lärmschutzwänden; die Technik ist fortgeschritten. Und wir haben auch Studien aus den 90er Jahren, die bereits damals festgehalten haben – wobei, wir erinnern uns zurück, die Fahrzeittechnologie damals eine komplett andere war, die Beläge auf den Straßen andere waren, die Lärmschutzmaßnahmen andere waren -, die gesagt haben, dass ein Hunderter betreffend Lärmbelastung nichts bringt. Außer ein entsprechendes Erdrücken durch weitere Verbote unserer Autofahrer, die wir alle brauchen. Und vergessen wir eines nicht: Wir haben auch viele Touristen und auch die Wirtschaft an sich, die diese wichtige Autobahnverbindung brauchen und nutzen. Und wenn wir auch alle eine Vignette zahlen, ja, dann haben wir auch entsprechend schneller voranzukommen. Denn sonst können wir uns die Autobahn generell sparen.

Gernot Darmann im neuwal Barometer


Christian Benger (ÖVP)
Nein, definitiv nicht. Ich bin gegen eine Pendlerschikane. Ich bin dagegen, dass die Menschen, die nicht im Zentralraum leben, sondern in den Tälern und Gemeinden, dass die nicht zur Arbeit kommen können. Und für mich gehört die gute funktionierende Autobahn hier zu einem funktionierenden ländlichen Raum dazu. Am Beispiel hier der Autobahn sehen wir, dass wir hier ein Lärmlimit und kein Tempolimit brauchen. Wo Verkehr möglich ist findet Wirtschaft statt, wo Wirtschaft stattfindet haben wir Arbeitsplätze, haben wir Einkommen und haben wir Leben. Wir wollen ein gelebtes, ein dynamisches Kärnten haben.
Christian Benger im neuwal Barometer


Rolf Holub (GRÜNE)
Grundsätzlich ist hier das Problem des Lärmschutzes, wo wir den Lärm gemessen haben und bei Tag und bei Nacht um 5 Dezibel drüber sind. Deswegen das Tempo 100. Nicht um die Leute zu ärgern, sondern um die anderen Menschen zu schützen. Lärm ist gleich schädlich wie Rauchen.

Rolf Holub im neuwal Barometer


Gerhard Köfer (Team Kärnten)
Wir haben hier überhaupt kein Verständnis. Das ist eine reine Schikane und Abzocke. Tempo 100 lässt sich auch durch nichts rechtfertigen. Wenn es eine Lärmbelästigung gibt, dann ist es in erster Linie der LKW-Verkehr oder vor allem auch der Zugsverkehr in diesem Bereich an der A2. Das Ganze ist eine populistische Aktion der Grünen. Wir haben eine Aktion dagegen gestartet und wurden dafür aber auch von den Autofahrern insofern belohnt, dass sie diese Aktion auch dann unterstützt haben. Limit 130 ist OK. Und der LKW auf der Autobahn mit 60 ist für mich nicht vorstellbar. Daher haben wir das auch klar abgelehnt. Und wenn wir eine 0 hätten würde ich das jetzt auf die 0 stellen.

Gerhard Köfer im neuwal Barometer


Markus Unterdorfer-Morgenstern (NEOS)
Klares ‚Nein‘, stimme nicht zu, 1. Weil einfach diese Einschränkung viel zu massiv ist und mir die Vorteile noch nicht offenkundig sind.

Markus Unterdorfer-Morgenstern im neuwal Barometer


Marion Mitsche (FAIR)
Das bewerte ich mit 1. Es wird ja hier das Argument der Lärmbelästigung verwendet. Und da ist ja die Hunderter-Beschränkung einfach nur die billigste Lösung. Das heißt, es wurde nicht über einen Flüsterasphalt diskutiert, man hat nicht darüber gesprochen in wie weit man die Lärmschutzwände verbessern kann. Es geht hier einfach ganz stark darum, einfach die Straße, die ja oft einmal so eine Holperpiste ist, dass man die wiederherrichtet. Das heißt, hier wird eher eine Schlagzeile dahintergestanden sein. Ein Tempo 100 auf der Wörthersee-Autobahn ist für uns kein Thema.

Marion Mitsche im neuwal Barometer


Bettina Pirker (KPÖ)
Das ist eine Alibi-Politik, die vor allem den Tagespendlerinnen und Tagependlern bis zu 24 Stunden Lebenszeit pro Jahr kosten würde. Viel sinnvoller wäre zum Beispiel ein durchgehendes Tempo 100 bei den ganzen Tunnelketten im Land. Ein ständiger Wechsel zwischen Tempo 100 und 130 verursacht einen höheren Treibstoffverbrauch und damit Abgase ohne nennenswerten Zeitgewinn. Die richtige Verkehrspolitik wäre natürlich ein konsequenter Ausbau des öffentlichen Verkehrs auch mit Park’n’Ride-Anlagen um möglichst viele Pendler von der Straße auf die Schiene und in den Bus zu bekommen. Fahrzeuge sind ja eigentlich Stehzeuge, das den ganzen Tag herumsteht. Daher sind auch neue Formen einer gemeinschaftlichen Fahrzeugnutzung gefragt.

Bettina Pirker im neuwal Barometer

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Vanessa Rainer (ERDE)

Vanessa Rainer im neuwal Barometer


Helmut Nikel (BZÖ)
Dem kann ich nicht zustimmen. Wir sind schlicht und einfach dagegen. Und dafür ist eigentlich nur unser Grüner Landesrat Holub. Wir würden damit nur die Ortschaften mit mehr Verkehr belasten.

Helmut Nikel im neuwal Barometer


Mit dem neuwal Barometer hast du nun fünf Möglichkeiten dein politisches Wissen zu stärken und dich fit für die Wahl zu machen:

  1. Informiere dich!
    Schau Dir Kandidaten, Positionen und Barometer-Bewertungen an.
  2. Mach deinen eigenen Faktencheck
    Finde heraus, wie viel du über die Partei und den Kandidaten weißt.
  3. Finde deinen Kandidaten
    Deine Wahlentscheidungshilfe: finde heraus, wer deine (wählbare) Partei ist.
  4. Politik spielerisch lernen!
    Diesmal gibt es zwei Spielmöglichkeiten zum Downloaden und für Workshops:
    Die neuwal Elefantenrunde – das Barometer-Kartenspiel!
  5. Komm zu einem Workshop!
    Bist Du Lehrer oder Schüler?
    Melde Dich zu einem kostenlosen neuwal PopUpPolitik-Workshop in Kärnten an!

 

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Mit der neuwal Elefantenrunde – einem politischen Kartenspiel mit verdeckten Rollen – bringt neuwal Parteien, Politik und Positionen spielerisch näher. Im PopUpPolitik Workshop machen wir dich fit für die bevorstehende Wahl. Zur Sache geht es in den Politiker-Diskussionsrunden, wo du Politiker direkt mit deinen Fragen und Themen konfrontieren kannst.

Unser Angebot: Du kannst dich jetzt für PopUpPolitik und die Elefantenrunde in Kärnten kostenlos anmelden.

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Ziel
Ziel ist es, die unterschiedlichen Positionen zu aktuellen politischen Themen der Parteien systemisch mit Hilfe einer Skala sichtbar zu machen, damit Sichtweisen und Unterschiede besser verstanden und verglichen werden können. Das Motto dabei lautet: Making politics a better place.

Kollaborativ
Bei der Fragenausarbeitung arbeitet neuwal eng mit JournalistInnen sowie WählerInnen und Wählern zusammen, damit einen Barometer-Fragen- und Thesenkatalog publiziert wird, der möglichst nahe an den relevanten Themen liegt.

Transparenz
Das neuwal Barometer zeigt alle Positionen und Werte der Parteien im direkten Vergleich an um sich selbst ein möglichst breites Bild über eine eigene Positionsentscheidung machen zu können.

Voting Indicator Tool
UserInnen können sich über das neuwal Barometer-Tool in die Rolle „ihrer“ jeweiligen PolitikerInnen und Parteien versetzen. Sie erfahren in einem zweistufigen Verfahren nicht nur ob Sie „ihren“ Kandidaten richtig einschätzen können sondern auch, welche(r) KandidatIn Ihnen am nächsten steht.

 

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place. Seit April 2018 bei der Rechercheplattform addendum.org.