Transkript: Christoph Hagen (Team Stronach) bei Lou Lorenz-Dittlbacher vom 28.12.2016 in der ZIB2.

Freitag, 30. Dezember 2016
ORF/ZIB2
Transkriptstatus: Freitag, 30. Dezember 2016
Quelle: ORF
Bildquelle: tvthek.orf.at


Die Idee hinter dem Transkript ist, ein gesprochenes TV-Interview auch in einem zusätzlichen Kanal – und zwar in Textform – zur Verfügung zu stellen. Oft ergeben sich beim Lesen andere und klarere Zusammenhänge. Strukturen werden erkannt und eigentliche Botschaften, Textbausteine werden noch klarer und können weiter recherchiert werden. Wir möchten Politik, politische Ideen und Veränderung und den Weg in ein neues, offenes und mitgestaltbares politisches Zeitalter unterstützen. Und dem Gesagten mit dem Transkript einen ernstzunehmenden anderen Zugang sowie eine möglichst breite Reflexion bieten. Danke an die ModeratorInnen und die TV-Anstalten, dass Interviews transkribiert werden können.

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LOU LORENZ-DITTLBACHER
In unserer Interviewserie laden wir die Parteichefs oder ihre Vertreter ein. Das Team Stronach hat heuer den stellvertretenden Klubchef und Generalsekretär Christoph Hagen nominiert. Und ihn begrüße ich jetzt live in Dornbirn. Guten Abend, Herr Hagen.

CHRISTOPH HAGEN
Guten Abend aus Vorarlberg.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Herr Hagen, vor genau einem Jahr ist der Herr Lugar hier in diesem Studio bei einem Jahreswechsel-Interview gesessen und hat gesagt: „2016 wird definitiv das Jahr des Team Stronach.\“ Können Sie mir sagen, woran genau wir das gemerkt hätten?

CHRISTOPH HAGEN
Ja, das können Sie ganz einfach nachvollziehen. Sie kennen sicher das Ranking der fleißigsten Abgeordneten im österreichischen Parlament. Und da sind unter den ersten zehn drei Abgeordnete des Team Stronach vertreten. Also, das ist eine gute Leistung. Wir haben sehr viele Anträge eingebracht. Wir haben sehr viele Anfragen eingebracht. Wir sind ein sehr aktives Team. So wie uns Frank Stronach auch den Auftrag gegeben hat, für die Österreicherinnen und Österreicher zu arbeiten. Und das machen wir mit voller Kraft. Also von… sage ich einmal… Wir sind unserer Ansicht nach – nicht nur unsere, sondern wenn man das auch nachvollzieht – in den Statistiken und Rankings… sind wir sehr sehr fleißig und sind sehr positiv unterwegs.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Gut, Sie sagen Sie sind fleißig. Es ist ja die Zeit zwischen den Jahren, die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Die Zeit auch der Einkehr, der Reflexion. Da möchte ich Sie gerne einladen, jetzt so ein bisschen Einkehr und Reflexionen… und von Ihnen wissen: Warum klappt es trotz dieses Fleißes, den sie jetzt erwähnt haben, trotzdem nicht bei den Wählerinnen und Wählern zu punkten? Sie liegen in allen Umfragen konstant im ganzen Jahr unter einem Prozent.

CHRISTOPH HAGEN
Ja, das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass auch die Botschaft gekommen ist, dass Frank Stronach den Namen vom Team Stronach abzieht. Das ist aber erst Ende dieser Legislaturperiode gedacht. Und die Leute haben geglaubt, dass sie jetzt das Team Stronach auflöst. Das ist aber nicht der Fall. Es wird etwas Neues kommen. Und wenn die Zeit reif ist dann wird das auch vorgestellt werden und ich glaube, dass es dringend eine Partei wie das Team Stronach braucht. Das hat Frank Stronach auch richtig erkannt und darum auch dieses Team Stronach gegründet, um Österreich eine Chance zu geben. Es braucht eine wirtschaftsliberale Partei. Eine Partei, die die Sorgen und Probleme der Menschen ernst nimmt. Die… Wir müssen nur einmal zurückschauen: Die große Arbeitslosigkeit die wir haben. Wir haben die Flüchtlingsproblematik, die das ganze Arbeitslosen-Problem natürlich auch noch verstärkt. Und wir haben viele viele Probleme die von der Regierung nicht angepackt werden. Wir bieten hier Lösungen. Wenn Sie jetzt nur mal schauen in dieser Flüchtlingsgeschichte der Fall Berlin…

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Na, Herr Hagen, ich möchte gern mit Ihnen gerne über Ihre Partei sprechen…

CHRISTOPH HAGEN
Ja, das hängt damit zusammen

LOU LORENZ-DITTLBACHER
…und darüber, warum das jetzt nicht so funktioniert. Sie haben gesagt, es könnte sein, dass die Wählerinnen und Wählern ihnen nicht so zulaufen, weil Frank Stronach gesagt hat, er gibt seinen Namen zurück. Das hat er im Juni gemacht. Schon davor waren die Umfragen dort wo sie jetzt sind. Da hat sich ja nichts verändert. Und wenn man ihr Team anschaut, dann muss man sagen: Da ist ja ganz viel weggebröckelt. Eine Abgeordnete ist mittlerweile bei der FPÖ untergebracht. Mehrere haben die… das Team Stronach verlassen Richtung ÖVP. Unter anderem auch die frühere Klubobfrau. Das ist ja auch ein starkes Signal. Die Landesräte aus Salzburg und Kärnten haben sich abgewendet von Ihnen. Und Stronach sagt eben, er möchte seinen Namen nicht hergeben. Wenn Ihnen die eigenen Leute davonrennen, warum sollen denn dann neue dazukommen?

CHRISTOPH HAGEN
Ja, weil wir die Menschen überzeugen mit unserer Arbeit. Und wenn Sie das vergleichen…wenn Sie schauen… Unsere Abgeordneten sind ja sehr sehr fleißig und machen gute Arbeit. Und wir bekommen auch ein sehr gutes Feedback von der Bevölkerung. Fakt ist zum Beispiel…

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LOU LORENZ-DITTLBACHER
Aber die wollen Sie nicht wählen, Herr Hagen.

CHRISTOPH HAGEN
Ja, das wird dann schon kommen. Ich glaube, wir haben ja erst Halbzeit und wir haben noch etwas Zeit, dass wir uns vielleicht besser bekannt machen. Wir haben natürlich eine schwierige Zeit hinter uns. Das war auch medial immer in den Medien. Das ist jetzt aber abgeschlossen. Wir sind jetzt eine Truppe die wirklich sehr gut miteinander kann und sehr gut miteinander arbeitet. Wie gesagt, wir haben sehr fleißige gute Abgeordnete: Die Frau Waltraud Dietrich im Sozialbereich, der Leo Steinbichler im Landwirtschaftsbereich, Wirtschaftsbereich. Der Robert Luger, der auch in der Wirtschaft tätig war, der eine Firma gehabt hat, die sehr erfolgreich war. Die Martina Schenk ist im Waffenbereich natürlich auch bekannt.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Wir kennen ja die Abgeordneten alle…

CHRISTOPH HAGEN
Ja. Und wir haben alle eine sehr gute Leistungsbilanz vorzuweisen. Und ich glaube, dass die Menschen jetzt draußen einfach einmal sehen müssen, was wir geleistet haben, was wir machen. Und, dass wir mit unseren Vorschlägen auch durchkommen. Und wenn sie jetzt diese….

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Inhaltlich… Aber kommen wir kurz zu den Inhalten. Inhaltlich gibt es ganz starke Überschneidungen zwischen Ihnen und der FPÖ. Nun kennen Sie ja die FPÖ. Sie waren Bundesratsabgeordneter für die FPÖ. Sie waren Nationalratsabgeordneter für das BZÖ. Sie kennen also die Kollegen, Sie kennen die Parteien. Es gibt einen Austausch unter den Abgeordneten. Daher sollte es eigentlich auch einen Austausch zwischen den WählerInnen geben. Gibt es aber nicht. Können Sie uns sagen, warum man, wenn man für diese Werte steht, für die die FPÖ steht, für die Sie stehe: Warum soll ich dann das Team Stronach wählen und nicht die FPÖ? Wo ist da der Unterschied?

CHRISTOPH HAGEN
Ja, ist ganz einfach: Weil von uns die Ideen kommen. Wenn sie schauen… Mit diesen Wartecamps in Nordafrika. Das ist ein Antrag, den habe ich vor einem Jahr eingebracht im Parlament. Das ist jetzt auf europäischer Ebene… wird das diskutiert. Und jetzt möchte ich noch einmal zurückkommen zu dem Fall in Berlin. Dieser Mensch hätte nach diesem Antrag bereits in Nordafrika sein können. Der hätte Europa nicht mehr unsicher gemacht, der hier das Attentat gemacht hat. Wir haben sehr gute Vorschläge, die werden natürlich gerne von anderen Parteien auch aufgenommen. Ich habe jetzt vor ein paar Tagen in Vorarlberg in den Medien gelesen, dass auch mein Antrag von… habe ich vor zwei Monaten eingebracht…. mit den elektronischen Fußfesseln für Gefährder… Das hat jetzt die ÖVP aufgenommen im Parlament. Im Innenausschuss vor einem Monat haben sie das abgelehnt bzw. vertagt. Also, Sie sehen, wir können sehr viel bewegen. Und ich glaube, wenn die Menschen sehen, was wir alles auslösen mit unseren Anträgen, mit unseren guten Ideen, dann glaube ich, haben wir ein sehr sehr guten… Dings zum Punkten. Muss man sagen.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Gut. Also ich halte fest, Sie sehen keine Fehler bei sich. Jetzt kommen wir zu diesem Namenswechsel.

CHRISTOPH HAGEN
Naja.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Sie werden bei der nächsten Nationalratswahlen – so Sie antreten wollen – mit einem neuen Namen antreten müssen. Welcher wird das sein?

CHRISTOPH HAGEN
Das kommt dann zur rechten Zeit. Es soll eine Überraschung werden, wenn das dann so weit ist. Und ich glaube, eine Überraschung soll man nicht vorzeitig verraten. Aber vielleicht…

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Wäre Team Lugar eine Idee zum Beispiel?

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CHRISTOPH HAGEN
Das will ich jetzt keine… keine Spekulationen hier geben. Es ist wichtig, dass wir authentisch hinüberkommen und, dass die Menschen sehen, was wir auch wirklich leisten. Und ich möchte vielleicht noch auf einen Punkt – zum Herrn Stronach – zurückkommen. Ich habe vor ein paar Tagen mit dem kroatischen Außenminister ein bilaterales Gespräch im Parlament. Und da ist dann die Sekretärin von ihm zu mir gekommen und hat gebeten, dass ich einen Kontakt mit Frank Stronach herstellen möge. Weil die natürlich wissen, Frank Stronach ist mit Donald Trump – mit dem künftigen amerikanischen Präsidenten – sehr gut befreundet. Und ich erwarte mir natürlich auch, dass unsere Bundesregierung diese Chance nutzt, wenn wir jetzt schon einen Parteichef haben…

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Gut, da galoppieren Sie mir jetzt ein bisschen weit weg.

CHRISTOPH HAGEN
Naja, ich muss das schon auch….

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Frank Stronach verlässt die Partei und lässt die Partei zurück. Sie werden das…

CHRISTOPH HAGEN
Dass…

LOU LORENZ-DITTLBACHER
…alleine managen müssen.

CHRISTOPH HAGEN
Ja, aber das heißt nicht, dass er nicht….

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Meine letzte Frage.

CHRISTOPH HAGEN
Das heißt aber nicht, dass Frank Stronach hier komplett weg ist. Sondern er will… er will uns unterstützen. Er will… Und man kann seine… seine Erfahrung und sein Wissen nutzen. Und das sollte man uns zu Nutze machen.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Gut, das wollen Sie.

CHRISTOPH HAGEN
Das ist ja das Angebot, dass er uns… als Österreicher gemacht hat.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Was er wird… Was er machen will, das wird er dann bekannt geben. Letzte Frage an Sie persönlich: Wenn es doch nicht klappt, könnten Sie sich vorstellen, zurück zur FPÖ zu gehen?

CHRISTOPH HAGEN
Nein, ich werde nicht mehr kandidieren. Das ist mit Frank Stronach so ausgemacht. Ich werde in zwei Jahren 50. Und das habe ich mit dem Frank so ausgemacht, dass ich diese Periode noch zu Ende mache und dann nicht mehr kandidiere.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Also, Sie scheiden überhaupt aus, aus der Politik?

CHRISTOPH HAGEN
Das habe ich nach der letzten Wahl auch schon im Radio Vorarlberg hier live gesagt. Und, ich scheide nach der Wahl aus. Vielleicht stelle ich noch meine Erfahrung zur Verfügung. Aber ich persönlich werde nicht mehr kandidieren.

LOU LORENZ-DITTLBACHER
Gut, Herr Hagen. Vielen Dank für das Gespräch und Guten Abend nach Dornbirn.

CHRISTOPH HAGEN
Danke schön. Guten Abend nach Wien.

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