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Im Barometer Duell treten zehn Positionen von jeweils zwei KandidatInnen gegeneinander an. neuwal hat alle sechs Bundespräsidentschafts-KandidatInnen mit zehn Thesen konfrontiert. Aufgabe der KandidatInnen war es, sich zu diesen Thesen auf dem neuwal Barometer von 1 (stimme nicht zu) bis 10 (stimme zu) zu positionieren. Anschließend hat jeder Kandidat Zeit, ihre Position zu argumentieren. Allerdings nur 30 Sekunden, denn dann geht das neuwal Licht an.

Im Barometer Duell treten diesmal Richard Lugner und Norbert Hofer ‚gegeneinandner‘ an. Bei sieben Thesen positionieren sich Lugner und Hofer komplett unterschiedlich. Lediglich bei den Kompetenzen – was Angelobung Nationalrat und Abberufung eines Landtages betrifft – und bei der Bildung ist man sich einig. Mit einer Gesamtabweichung von 44 Punkten liegt das Duell Lugner-Hofer bei allen 15 Duellen an vorletzter Stelle, was die Gemeinsamkeiten betrifft.

Barometer Duell Ranking

Das Barometer Duell Ranking reiht die Summe der einzelnen Positionsunterschiede zwischen den beiden KandidatInnen. Je mehr Unterschiede bei den einzelnen Positionen, desto niedriger die Platzierung. Je mehr Gemeinsamkeiten bei den Positionierungen sind – daher auch weniger Punkte bei den Positionsunterschieden – desto höher ist die Platzierung. Der Barometer-Score ist der skalierte Wert des Rankings für das Barometer.

Platz Duell Unterschied (in Barometer-Pkt.) Barometer-Score
1. HUN vs. LUG 12 10
2. GRI vs. LUG 17 9
3. GRI vs. HUN 19 9
4. GRI vs. VDB 20 8
5. KHO vs. LUG 21 7
6. HUN vs. VDB 25 7
7. HUN vs. KHO 25 6
8. GRI vs. KHO 30 5
9. LUG vs. VDB 31 5
10. KHO vs. VDB 34 4
11. HOF vs. VDB 37 3
12. GRI vs. HOF 37 3
13. HOF vs. HUN 40 2
14. HOF vs. LUG 44 1
15. HOF vs. KHO 45 1

in Kooperation mit news-logo

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1. Inhaltliche Positionierungen sind ein Grund, eine Partei nicht in der Regierung anzugeloben

BAROMETER: 1
BAROMETER: 1

Richard Lugner: Artikel 1 der Verfassung sagt: „Das Recht geht vom Volk aus.“ Das Volk wählt Parteien und der Bundespräsident ist der Verfassung verpflichtet und kann daher nur die Parteien bei der Regierung heranziehen, die gewählt sind. Und er kann keine ausschließen, weil er nicht Parteipolitiker ist. Sondern er ist Bundespräsident, der vom Volk gewählt ist.
Norbert Hofer: Nach meinem Amtsverständnis entscheidet der Wähler, ob eine Partei Zustimmung erhält oder nicht. Und der Präsident soll jene Partei, die vom Wähler die meiste Unterstützung erhält, auch beauftragen, eine Regierung zu bilden.

 

Unterschied: 2 Pkt.

2. Die Vorkommnisse rund um die HYPO wären für mich als Bundespräsident ein Anlassfall gewesen, die Auflösung des Kärntner Landtages zu erwirken

BAROMETER: 1
BAROMETER: 1

Richard Lugner: Ich glaube, da hat der Bundespräsident keine Kompetenz. Er ist Bundespräsident von der Republik Österreich und hat daher keine Kompetenz irgendeinen Landtag aufzulösen.
Norbert Hofer: Nein, das ist kein Fall, wo man einen Landtag auflöst. Weil man ja damit das Land in eine Krise stürzt. Auch hier entscheidet letztendlich der Wähler: Wer trägt die Schuld an diesem Debakel. Und gerade bei der HYPO war es ja so, dass der Verkauf und für das Rückkaufen von den Bayern ja ganz, ganz große Probleme ausgelöst haben.

 

Unterschied: 0 Pkt.

3. Bei Sitzungen des Europäischen Rats sitze ich als Oberhaupt des Staates Österreichs bei den Verhandlungen mit am Tisch

BAROMETER: 1
BAROMETER: 8

Richard Lugner: Der Bundespräsident hat die Kompetenz, das Land Österreich nach außen zu vertreten. Und überall, wo Österreich nach außen vertreten wird, kann der Bundespräsident natürlich mit dabei sein. Zum Beispiel wie jetzt bei dem Flüchtlings- und Schengen-Problemen. Da hätte der Bundespräsident nicht hinter der Tapetentüre sitzen sollen, sondern er hätte alle Schengen-Länder abfahren sollen und mit den Leuten sprechen.
Norbert Hofer: Ich möchte ein aktiver Präsident sein und so oft wie nur irgendwie möglich, mich auf allen Ebenen, die wesentlich für Österreich sind, einbringen.

 

Unterschied: 7 Pkt.

 

Das ganze neuwal Barometer-Interview mit Richard Lugner
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Das ganze neuwal Barometer-Interview mit Norbert Hofer
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4. Bundespräsidenten sollen zumindest mittels Veto-Recht auch inhaltlich in die Gesetzgebung mit eingreifen

BAROMETER: 5
BAROMETER: 1

Richard Lugner: Der Bundespräsident ist der Verfassung verpflichtet. Und wenn ein Gesetz gegen die Verfassung verstößt, dann wird er es nicht unterschreiben. Ein Gesetz muss verfassungsgemäß sein. Und wenn es das ist, dann muss er es unterschreiben. Und wenn es nicht ist, dann nicht. Die einzige Kompetenz, die die anderen haben, um den Bundespräsidenten abzusetzen, ist, wenn er gegen die Verfassung verstößt. Und auf das muss er aufpassen, sonst ist er ein schlechter Bundespräsident.
Norbert Hofer: Nein, ich glaube, dass das der falsche Weg ist, dass der Präsident bei einzelnen Gesetzgebungsverfahren mit Veto-Recht eingreift. Er hat die Möglichkeit, bei Staatsverträgen zu sagen: Ich unterschreibe das nicht, wie das bei TTIP der Fall ist oder eine Regierung zu entlassen, wenn sie eine falsche Entscheidung trifft.

 

Unterschied: 4 Pkt.

5. Der Bundespräsident ist hauptsächlich Repräsentant nach außen

BAROMETER: 10
BAROMETER: 1

Richard Lugner: Der Bundespräsident vertritt unser Land nach außen. Und das ist seine Kompetenz. Er kann einen Außenminister mitnehmen, er kann Wirtschaftsdelegationen mitnehmen. Aber er selber vertritt das Land nach außen. So wie die anderen Länder Botschafter nach Österreich schicken. Die ihre Länder gegenüber dem Bundespräsidenten vertreten.

Norbert Hofer: Nein. Der Präsident muss sich ganz, ganz stark um die Österreicherinnen und Österreicher kümmern. Er ist für mich der Schutzherr der Österreicher.

 

Unterschied: 9 Pkt.

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Jetzt liegt es an Dir: Aus Sicht deines gewählten Politikers: Was glaubst Du, welche Positionen nimmt er/sie ein?

6. Bei einer Aushöhlung der Demokratie wie zuletzt in Polen, hätte ich in Österreich als Bundespräsident die Regierung entlassen

BAROMETER: 6
BAROMETER: 1

Richard Lugner: Naja, die Aushöhlung der Demokratie ist bei uns im vollen Gang. Wenn man sagt: Die Polen haben jetzt die Medien in der Hand – Rot-Schwarz hat schon seit eh und jäh das größte Medienunternehmen – den ORF – in seiner Hand. Und jetzt gerade, wo ich gegen Rot-Schwarz bin, sagt der ORF: Der Lugner wird mit einer Firlefanz-Studie aus dem Rennen genommen und es dürfen nur fünf Kandidaten antreten. Das ist undemokratisch und das ist genau dasselbe, was in Polen passiert.

Norbert Hofer: Was Polen anbelangt, so bin ich der Meinung, dass jedes Land selbst entscheidet, wer im Land Mehrheiten hat und wer nicht. Ich glaube, dass Polen mit Österreich nicht vergleichbar ist.

 

Unterschied: 5 Pkt.

7. Mehr Überwachung gefährdet die Freiheit der BürgerInnen

BAROMETER: 5
BAROMETER: 10

Richard Lugner: Die Überwachung ist sicherlich notwendig. Und man kann heute viele Verbrechen durch die Überwachung aufklären. Zum Beispiel, wenn einer irgendetwas anstellt und dann ins Ausland flüchtet. Er ist immer auffindbar, wenn er irgendwann einmal zum Handy greift und wen anruft. Und dann hat man ihm. Und diese Überwachung ist sicher gut aber sie führt natürlich auch zum Missbrauch. Und da müsste halt eine Regierung soweit Gesetze machen, dass ein Missbrauch nicht stattfinden darf. Und wer Missbrauch betreibt, sollte hart bestraft werden. Denn es geht um die persönliche Freiheit.
Norbert Hofer: Ja, das sehe ich auch so. Weil mit dem Argument der Terrorismusbekämpfung, jeder Mensch in den kleinsten Bereich hinein überwacht wird.

 

Unterschied: 5 Pkt.

8. Ich befürworte es, österreichisches Bundesheer an EU-Außengrenzen zu stationieren

BAROMETER: 8
BAROMETER: 1

Richard Lugner: Ich bin der Meinung, dass es einfach ein Fehler war, im September vergangenen Jahres, wie die Flüchtlinge ins Land gekommen sind, nichts zu tun. All diese Schengen-Länder haben Militär, das uns vor feindlichen Angriffen schützen soll. Und es sind alle in den Kasernen geblieben. Und die Flüchtlinge strömen in den Schengen-Raum herein. Die Reisefreiheit im Schengen-Raum war eine große Errungenschaft der EU und die sollte einfach gesichert und erhalten bleiben.

Norbert Hofer:Das kann man so nicht sagen. Ich bin dafür, dass die Frontex-Gruppe aufgewertet wird. Es soll eine gute Überwachung des Schengen-Raumes geben – das ist ja jetzt auch Aufgabe des Landes, das an der Schengen-Außengrenze liegt. Ich bin nicht dafür, dass das Bundesheer dort eingesetzt wird, wo es beispielsweise zu Kampfhandlungen kommen kann.

 

Unterschied: 7 Pkt.

9. 2016 wird eine europaweite Lösung zur Flüchtlingsthematik ausgehandelt

BAROMETER: 7
BAROMETER: 1

Richard Lugner: Wenn es geschieht – ja. Lassen wir es da. Ich glaube nicht daran, dass die europäischen Staaten – das sind lauter Nationalstaaten, 28 an der Zahl… Die Osteuropäer haben eine andere Vorstellung wie die Westeuropäer. Ich glaube, das wird nicht leicht sein, so etwas zu lösen. Wenn wir es lösen könnten, wenn wir Europäer über unseren Schatten springen könnten und sagen: „Wir sind für ein Europa, das sich einig ist statt zu streiten“, wäre das gut.
Norbert Hofer: Es ist zwar möglich, dass eine europaweite Lösung ausgehandelt wird. Aber ich gehe nicht davon aus, dass diese Lösung auch zu einer echten Lösung führen wird. Ich bin sehr skeptisch, was das anbelangt.

 

Unterschied: 6 Pkt.

10. Die WählerInnen kennen die Kompetenzen des Bundespräsidenten

BAROMETER: 4
BAROMETER: 3

Richard Lugner: Ich glaube nicht, dass es sehr weit verbreitet und bekannt ist, wo die Kompetenzen des Bundespräsidenten liegen. Weil sich die Leute nicht mit der Verfassung auseinandersetzen. Aber, es ist auch bei meinen Mitbewerbern so: Sie haben lange Zeit gar nicht von Kompetenzen geredet. Sie haben nur von Fairnessabkommen und Wahlkampfkostenbegrenzung geredet. Und eigentlich nie über Kompetenzen. Ich war der erste, der da wirklich gesagt hat, was es für Kompetenzen gibt und was man tun muss. Und jetzt machen es die anderen auch.

Norbert Hofer: Ich glaube, dass viele Wähler die Kompetenzen des Bundespräsidenten, weil sie sich nicht intensiv mit der Verfassung beschäftigen, nicht, aber auch deswegen, weil die Kompetenzen von den bisherigen Präsidenten nicht ausgeschöpft worden sind.

 

Unterschied: 1 Pkt.

 

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Insights

Interview
neuwal.com
Location
Lugner City und im Parmalent
Kamera
Matthias Hofer, Beatrix Hammerschmied, Martin Gamper (alle News)
Organisation, Konzept, Idee, Struktur und Formatentwicklung
Dieter Zirnig (neuwal.com)
Barometer und walmanach sind neuwal.com-Formate

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Digitaler und Politischer Entrepreneur - Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.