Im Barometer Duell treten zehn Positionen von jeweils zwei KandidatInnen gegeneinander an. neuwal hat alle sechs Bundespräsidentschafts-KandidatInnen mit zehn Thesen konfrontiert. Aufgabe der KandidatInnen war es, sich zu diesen Thesen auf dem neuwal Barometer von 1 (stimme nicht zu) bis 10 (stimme zu) zu positionieren. Anschließend hat jeder Kandidat Zeit, ihre Position zu argumentieren. Allerdings nur 30 Sekunden, denn dann geht das neuwal Licht an.

Im vierten Barometer Duell treten Richard Lugner und Rudolf Hundstorfer ‚gegeneinandner‘ an.

Richard Lugner und Rudolf Hundstorfer habem beim Barometer Duell die meiste Übereinstimmung und die geringste Abweichung bei ihren Positionen: Bei acht Thesen sind sie sich bei ihrer Positionierung ähnlich (+/- 1 Abweichung). Einzig beim „Veto-Recht“ gibt es eine Abweichung von 3 Positions-Punkten. Im Barometer-Duell-Ranking ist dieses Duell mit 12 Punkten Gesamtabweichung auf der ersten Stelle. Das heißt, dass Richard Lugner und Rudolf Hundstorfer bei allen Duellen die meisten Übereinstimmungen aufweisen.

Barometer Duell Ranking

Das Barometer Duell Ranking reiht die Summe der einzelnen Positionsunterschiede zwischen den beiden KandidatInnen. Je mehr Unterschiede bei den einzelnen Positionen, desto niedriger die Platzierung. Je mehr Gemeinsamkeiten bei den Positionierungen sind – daher auch weniger Punkte bei den Positionsunterschieden – desto höher ist die Platzierung. Der Barometer-Score ist der skalierte Wert des Rankings für das Barometer.

Platz Duell Unterschied (in Barometer-Pkt.) Barometer-Score
1. HUN vs. LUG 12 10
2. GRI vs. LUG 17 9
3. GRI vs. HUN 19 9
4. GRI vs. VDB 20 8
5. KHO vs. LUG 21 7
6. HUN vs. VDB 25 7
7. HUN vs. KHO 25 6
8. GRI vs. KHO 30 5
9. LUG vs. VDB 31 5
10. KHO vs. VDB 34 4
11. HOF vs. VDB 37 3
12. GRI vs. HOF 37 3
13. HOF vs. HUN 40 2
14. HOF vs. LUG 44 1
15. HOF vs. KHO 45 1

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1. Inhaltliche Positionierungen sind ein Grund, eine Partei nicht in der Regierung anzugeloben

BAROMETER: 1
BAROMETER: 2

Richard Lugner: Artikel 1 der Verfassung sagt: „Das Recht geht vom Volk aus.“ Das Volk wählt Parteien und der Bundespräsident ist der Verfassung verpflichtet und kann daher nur die Parteien bei der Regierung heranziehen, die gewählt sind. Und er kann keine ausschließen, weil er nicht Parteipolitiker ist. Sondern er ist Bundespräsident, der vom Volk gewählt ist.
Rudolf Hundstorfer: Ich stimme dem nicht zu. Weil ich glaube, dass Parteien,
die an demokratischen Wahlen teilnehmen, sehr
wohl legitimiert und zugelassen sind. Und demzufolge
stimme ich dem nicht zu.

 

Unterschied: 1 Pkt.

2. Die Vorkommnisse rund um die HYPO wären für mich als Bundespräsident ein Anlassfall gewesen, die Auflösung des Kärntner Landtages zu erwirken

BAROMETER: 1
BAROMETER: 2

Richard Lugner: Ich glaube, da hat der Bundespräsident keine Kompetenz. Er ist Bundespräsident von der Republik Österreich und hat daher keine Kompetenz irgendeinen Landtag aufzulösen.
Rudolf Hundstorfer: Ich bleibe dabei. Denn, wie die Hintergründe des HYPO-Skandals sind ja weit zurück und hätten den jetzigen Landtag überhaupt nicht betroffen.

 

Unterschied: 1 Pkt.

3. Bei Sitzungen des Europäischen Rats sitze ich als Oberhaupt des Staates Österreichs bei den Verhandlungen mit am Tisch

BAROMETER: 1
BAROMETER: 2

Richard Lugner: Der Bundespräsident hat die Kompetenz, das Land Österreich nach außen zu vertreten. Und überall, wo Österreich nach außen vertreten wird, kann der Bundespräsident natürlich mit dabei sein. Zum Beispiel wie jetzt bei dem Flüchtlings- und Schengen-Problemen. Da hätte der Bundespräsident nicht hinter der Tapetentüre sitzen sollen, sondern er hätte alle Schengen-Länder abfahren sollen und mit den Leuten sprechen.
Rudolf Hundstorfer: Nein, unsere Verfassung ist so aufgebaut, dass die Regierung, der Regierungschef bzw. die zuständigen Fachministerinnen und Fachminister. Und demzufolge der Bundespräsident bei den europäischen Reden keine Funktion hat.

 

Unterschied: 1 Pkt.

 

Das ganze neuwal Barometer-Interview mit Richard Lugner
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Das ganze neuwal Barometer-Interview mit Rudolf Hundstorfer
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4. Bundespräsidenten sollen zumindest mittels Veto-Recht auch inhaltlich in die Gesetzgebung mit eingreifen

BAROMETER: 5
BAROMETER: 2

Richard Lugner: Der Bundespräsident ist der Verfassung verpflichtet. Und wenn ein Gesetz gegen die Verfassung verstößt, dann wird er es nicht unterschreiben. Ein Gesetz muss verfassungsgemäß sein. Und wenn es das ist, dann muss er es unterschreiben. Und wenn es nicht ist, dann nicht. Die einzige Kompetenz, die die anderen haben, um den Bundespräsidenten abzusetzen, ist, wenn er gegen die Verfassung verstößt. Und auf das muss er aufpassen, sonst ist er ein schlechter Bundespräsident.
Rudolf Hundstorfer: Der Bundespräsident kann sich nicht über den Parlamentarismus stellen, im Sinne eines Veto-Rechtes. Der Bundespräsident ist zwar direkt gewählt, ja. Aber der Nationalrat ist das Instrumentarium in unserem Land, in unserer Demokratieform, wo ganz einfach die Dinge passieren.

 

Unterschied: 3 Pkt.

5. Der Bundespräsident ist hauptsächlich Repräsentant nach außen

BAROMETER: 10
BAROMETER: 8

Richard Lugner: Der Bundespräsident vertritt unser Land nach außen. Und das ist seine Kompetenz. Er kann einen Außenminister mitnehmen, er kann Wirtschaftsdelegationen mitnehmen. Aber er selber vertritt das Land nach außen. So wie die anderen Länder Botschafter nach Österreich schicken. Die ihre Länder gegenüber dem Bundespräsidenten vertreten.

Rudolf Hundstorfer: Eine der Hauptaufgaben ist ja u.a. die Repräsentanz nach außen. Aber diese Repräsentanz auch mit sehr intensiven Wirtschaftskontakten zu versehen, ist glaube ich das, was sehr, sehr wichtig und wesentlich ist. U.a. der jetzige Bundespräsident, aber auch seine Vorgänger, haben das auch schon entsprechend praktiziert.

 

Unterschied: 2 Pkt.

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Jetzt liegt es an Dir: Aus Sicht deines gewählten Politikers: Was glaubst Du, welche Positionen nimmt er/sie ein?

6. Bei einer Aushöhlung der Demokratie wie zuletzt in Polen, hätte ich in Österreich als Bundespräsident die Regierung entlassen

BAROMETER: 6
BAROMETER: 7

Richard Lugner: Naja, die Aushöhlung der Demokratie ist bei uns im vollen Gang. Wenn man sagt: Die Polen haben jetzt die Medien in der Hand – Rot-Schwarz hat schon seit eh und jäh das größte Medienunternehmen – den ORF – in seiner Hand. Und jetzt gerade, wo ich gegen Rot-Schwarz bin, sagt der ORF: Der Lugner wird mit einer Firlefanz-Studie aus dem Rennen genommen und es dürfen nur fünf Kandidaten antreten. Das ist undemokratisch und das ist genau dasselbe, was in Polen passiert.

Rudolf Hundstorfer: Diese Frage, glaube ich, hätte sich so in Österreich so nicht gestellt. Denn bevor es dazu kommt, muss man glaube ich gewisse Dinge im Vorfeld versuchen zu klären. Umgekehrt, wenn eine Regierung die absolute Mehrheit hat – und das ist ja in Polen der Fall, dass eine Partei die absolute Mehrheit hat -, ist es sehr, sehr schwierig, mit der Entlassung dagegen zusteuern.

 

Unterschied: 1 Pkt.

7. Mehr Überwachung gefährdet die Freiheit der BürgerInnen

BAROMETER: 5
BAROMETER: 7

Richard Lugner: Die Überwachung ist sicherlich notwendig. Und man kann heute viele Verbrechen durch die Überwachung aufklären. Zum Beispiel, wenn einer irgendetwas anstellt und dann ins Ausland flüchtet. Er ist immer auffindbar, wenn er irgendwann einmal zum Handy greift und wen anruft. Und dann hat man ihm. Und diese Überwachung ist sicher gut aber sie führt natürlich auch zum Missbrauch. Und da müsste halt eine Regierung soweit Gesetze machen, dass ein Missbrauch nicht stattfinden darf. Und wer Missbrauch betreibt, sollte hart bestraft werden. Denn es geht um die persönliche Freiheit.
Rudolf Hundstorfer: Ich bleibe dabei: Überwachung ist generell ein Thema, hat nichts mit EU oder Nicht-EU zu tun. Das ist ein generelles Thema. Und, dass mehr Überwachung immer mehr oder weniger abzustimmen ist mit unseren Gedankengängen: Ja. Und ich persönlich finde, dass genügend Überwachung da ist.

 

Unterschied: 2 Pkt.

8. Ich befürworte es, österreichisches Bundesheer an EU-Außengrenzen zu stationieren

BAROMETER: 8
BAROMETER: 7

Richard Lugner: Ich bin der Meinung, dass es einfach ein Fehler war, im September vergangenen Jahres, wie die Flüchtlinge ins Land gekommen sind, nichts zu tun. All diese Schengen-Länder haben Militär, das uns vor feindlichen Angriffen schützen soll. Und es sind alle in den Kasernen geblieben. Und die Flüchtlinge strömen in den Schengen-Raum herein. Die Reisefreiheit im Schengen-Raum war eine große Errungenschaft der EU und die sollte einfach gesichert und erhalten bleiben.

Rudolf Hundstorfer: Wenn wir uns in Europa kommitten, dass wir gemeinsam unsere Außengrenzen absichern, dann wird sicherlich auch Österreich einen Beitrag leisten müssen. Trotz unserer Neutralität werden wir trotzdem einen gewissen Beitrag leisten müssen.

 

Unterschied: 1 Pkt.

9. 2016 wird eine europaweite Lösung zur Flüchtlingsthematik ausgehandelt

BAROMETER: 7
BAROMETER: 7

Richard Lugner: Wenn es geschieht – ja. Lassen wir es da. Ich glaube nicht daran, dass die europäischen Staaten – das sind lauter Nationalstaaten, 28 an der Zahl… Die Osteuropäer haben eine andere Vorstellung wie die Westeuropäer. Ich glaube, das wird nicht leicht sein, so etwas zu lösen. Wenn wir es lösen könnten, wenn wir Europäer über unseren Schatten springen könnten und sagen: „Wir sind für ein Europa, das sich einig ist statt zu streiten“, wäre das gut.
Rudolf Hundstorfer: Ja. Es ist notwendig, wichtig. Ohne dem wird es nicht gehen. Denn wenn alle Staaten ihre Grenzen hochfahren, dann können wir Europa vergessen.

 

Unterschied: 0 Pkt.

10. Die WählerInnen kennen die Kompetenzen des Bundespräsidenten

BAROMETER: 4
BAROMETER: 5

Richard Lugner: Ich glaube nicht, dass es sehr weit verbreitet und bekannt ist, wo die Kompetenzen des Bundespräsidenten liegen. Weil sich die Leute nicht mit der Verfassung auseinandersetzen. Aber, es ist auch bei meinen Mitbewerbern so: Sie haben lange Zeit gar nicht von Kompetenzen geredet. Sie haben nur von Fairnessabkommen und Wahlkampfkostenbegrenzung geredet. Und eigentlich nie über Kompetenzen. Ich war der erste, der da wirklich gesagt hat, was es für Kompetenzen gibt und was man tun muss. Und jetzt machen es die anderen auch.

Rudolf Hundstorfer:Hier gehe ich in eine Mittelposition, weil ich glaube, dass sehr oft zwar ein gewisses Wissen über die Kompetenzen da ist. Aber nicht über alle.

 

Unterschied: 1 Pkt.

 

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Insights

Interview
neuwal.com
Location
Lugner City und im Team Hundstorfer Büro
Kamera
Matthias Hofer, Beatrix Hammerschmied, Martin Gamper (alle News)
Organisation, Konzept, Idee, Struktur und Formatentwicklung
Dieter Zirnig (neuwal.com)
Barometer und walmanach sind neuwal.com-Formate
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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.