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Der Unternehmensberater und Kapitän Gustav Jobstmann (1955) aus der Wachau hat mit seiner Website jobstmann2016.at auf seine Bundespräsidenten-Kandidatur aufmerksam gemacht. Er sieht sich als Person, die auch „heiße Eisen“ angreift, wie eben auch beim Aufdecken der Sukarno-Konten oder beim Stilllegen der Mobuto-Konten in Afrika. Sein Ziel ist es, eine andere Richtung in der Politik einzuschlagen. „Es braucht einen Denkzettel“, so der mitte-liberal ausgerichtete Kandidat. Und den Wahlkampf möchte er sich selbst finanzieren, hat er Dieter Zirnig im neuwal-Interview verraten.

 

Gustav Jobstmann

jobstmann2016.at

 

Dieter Zirnig (neuwal.com): Herzlich Willkommen, Herr Gustav Jobstmann. Ich darf Sie bitten, sich kurz vorzustellen: Wer sind Sie und was machen Sie?

Gerhard Jobstmann (parteilos): Guten Morgen, mein Name ist Gustav Jobstmann. Ich bin Unternehmensberater, Mediator und Menschenrechtsaktivist. Ich habe schon einige prominente Kunden gehabt und aus den Gerichten freisprechen und aus Verhandlungen rausholen können. Ich habe mich entschlossen – da ich auch viel mit Politik im In- und Ausland zu tun habe – diese Kandidatur anzutreten.

Was ist Ihre Motivation zu kandidieren?

Die Hauptmotivation ist sicherlich die, die Politik ein bisschen zu verändern – die Kultur. Es geht mir alles etwas zu langsam. Und wir haben es eigentlich mit einer verlogenen Politik zu tun, die ich auch versuchen werde zu ändern.

Waren oder sind Sie politisch tätig?

Ich bin nicht direkt politisch tätig. Ich bin aber politisch interessiert und versiert. Früher habe ich schon für Kandidaten Konzepte erarbeitet und auch zuletzt für die Nationalratswahl.

Können Sie sagen, in welchen Spektrum oder bei welcher Partei das war?

Das waren immer Quereinsteiger. Ein Konzept habe ich Herrn Lugner vorgelegt. Das letzte Konzept war in Zusammenarbeit mit den Wahlhelfern von Hr. Stronach.

Wenn Sie sich in einem politischen Spektrum einreihen würden: Wo sind Sie da?

Ich bin sicher mitte-liberal.

Was reizt Sie an einer Bundespräsidentschaft?

Naja, wie Sie wissen, hat ja in Österreich jeder das Recht – wenn er auch die Voraussetzungen erfüllt – für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren. Was mich daran reizt: Es ist ein Amt mit großer Würde und verlangt immenses Einfühlungsvermögen. Hier ist es endlich einmal an der Zeit, eine neutrale Person – wie mich -, die sich dafür einsetzt, eine andere Richtung einzuschlagen. Das Amt ist natürlich deswegen so wertvoll, da es die einzige Position im Staat ist, die direkt vom Volk gewählt wird. Und hier ist endlich eine Chance, über die Parteigrenzen hinweg einen Quereinsteiger wie mich und eine neutrale überparteiliche Person zu wählen.

Welche Kompetenzen des Bundespräsidenten würde Ihnen beim Erreichen Ihrer Ziele am meisten weiterhelfen?

Also, erstens bin ich wirklich unabhängig. Und ich würde auch den Stellenwert des Bundespräsidenten etwas anders machen wie es jetzt Heinz Fischer oder seine Vorgänger machen. Ich wäre quasi der Anwalt und Vertreter des Volkes und würde mich wirklich für jeden Einzelnen einsetzen.

Was sind denn so Ihre Ideen und Vorhaben für das Amt des Bundespräsidenten?

Naja, es ist so. Wenn Sie mich so fragen, hat man ein Programm oder ein Konzept, dann muss ich Ihnen antworten: Es ist ein Präsentationsamt, wo man nicht unbedingt Programm oder Konzepte benötigt. Ich werde dort helfen, wo ich gebraucht werde. Werde versuchen, Netzwerke zunächst mit den Nachbarn und allen anderen Staaten aufzubauen. Eine Kommunikation, die auf persönliches Kennen und Wertschätzen beruht. Wo es möglich ist, dort einzugreifen, wo die Politik ins Stocken geraten ist.

Was ist denn Ihrer Meinung nach die größte Stärke eines Bundespräsidenten oder einer Bundespräsidentin?

Ja, da muss man auch das Wort Bundespräsidentin in den Mund nehmen. Die größten Stärken kann ich Ihnen gleich aufzählen: Er oder sie muss sich in der Öffentlichkeit sicher bewegen können, in vielen Bereichen sattelfest sein, Menschen mögen, Mut und Objektivität haben, Ruhe ausstrahlen und sein Land lieben. Diese Worte hat sehr treffend der jetzige Bundespräsident Heinz Fischer erwähnt. Da hat er vollkommen recht. Zu mir hinzu kommt noch, dass ich natürlich überparteilich bin, meinen Wahlkampf selbst finanziere. Zu meiner Person, zur Beschreibung: eloquent, konsequent und ich bin unbestechlich. Und ich stelle das österreichische Volk an die erste Stelle meines Handelns.

Ich habe einen Artikel gefunden. Es geht um einen Ex-Kapitän, der in U-Haft sitzt. Was war da? Sind Sie das?

Ja, das bin ich. Das war eben ein typischer Kampf David gegen Goliath. An mich sind Vertreter des Sukarno-Vermögens herangetreten. Ich muss dazu sagen, dass ich schon früher in Afrika vermittelt habe. Dass muss ich jetzt noch erwähnen, dadurch sind die Leute an mich gekommen. Ich habe die Mobuto-Konten stilllegen lassen für den Präsidenten Laurent Kabila, der dann Präsident im Kongo war. Ich habe mir schon ganz gute Verdienste und Anerkennung erworben. Und bin dann der Sache nachgegangen. Ich habe ein halbes Jahr lang untersucht und bin mir sicher, dass es dieses Vermögen von Sukarno aus Indonesien gibt. Aber das hat auch bis heute niemand bestritten. Und das hat mich irrsinnig gestört. Denn wenn das so ist, leben heute viele Banker in der Schweiz davon und von den Zinsen. Und als ein in meinen Augen berechtigter Erbe an mich mit der Bitte um Unterstützung herangetreten ist, habe ich gehandelt. Natürlich wurde ich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln mundtot gemacht. Das, was mir vorgeworfen wurde, ist bis heute nicht bewiesen. Die Dokumente sind heute noch nicht als Fälschung überführt worden. Und ich habe wirklich den Kampf aufgenommen, um das verlogene System – nämlich die Internationale Geschichte aufzuzeigen. Und das hat zwar mit der Bundespräsidentenwahl nichts zu tun, aber es zeigt auch, dass ich auch heiße Eisen angreife – ungeachteter Konsequenzen.

Was ist das Resultat von dieser Geschichte gewesen?

Das ist für erledigt. Die Erben, die ich wirklich bis zur letzten Stufe hingeführt habe, können jetzt alleine weiterverhandeln und weiter streiten mit den Schweizer Gerichten. Aber wie gesagt, das Ganze war schon sehr brutal. Da kann man sagen, dass sich das Kapital gewehrt hat. Ich wurde nur weggesperrt. Eigentlich weggesperrt und mundtot gemacht. Als Vertreter einer Partei habe ich mit diesen Fall sicher nichts zu tun gehabt. Und jetzt geht es eben auch noch um Entschädigungszahlungen.

Dubiose Mandate
In den Medien taucht Jobstmann immer wieder auf. Unter anderem sollen der Milliardenbetrüger und Steuerflüchtling Werner Rydl sowie der kongolesische Ex-Präsident Laurent Kabila zu seinen Mandanten gehört haben.

Dem zuletzt staatenlosen Rydl, der in Österreich als «Staatsfeind Nr. 1» bezeichnet wird, soll Jobstmann zur Ausreise nach Brasilien verholfen haben. Im Namen von Kabila habe er Mobutu-Konten schliessen und dessen Immobilien beschlagnahmen lassen, behauptete Jobstmann einst.

Quelle: 20min.ch (06.02.2014)

Sie brauchen ja für die Kandidatur 6.000 Unterstützungserklärungen. Wie wollen Sie das schaffen?

Wir gehen – das heißt, meine kleine Helfersgruppe und ich… wir werden noch durch Österreich tingeln, von Stadt zu Stadt, von Gemeinde zu Gemeinde. Und versuchen das über diese Unterschriftsliste, die auf den Gemeinden aufliegt zu bekommen.

Wie finanzieren Sie sich? Diese Reise durch Österreich?

Ich finanziere mich selbst. Das Budget reicht ohne weiteres aus, kleingehalten zu werden. Also das ist auch ein Anliegen von mir, dass ich beweisen werde, dass man nicht einmal 100.000 Euro dafür aufwenden muss. Sondern, im Endeffekt, natürlich durch freiwillige Helfer – dafür danke ich sehr. Aber, es sind Reisekosten, das sind Internetkosten für die Homepage. Und das sind Aufträge für eine Internetfirma, die mich im Internet verbreitet und vertritt. Also: Summa-summarum reden wir von Kosten um die 20.000 Euro.

Mit welcher Unterstützung würden Sie sich am meisten freuen? Sie haben gesagt, Sie haben ein kleines Team. Wer ist das?

Das sind Freunde. Und mein kleines Netzwerk, das ich habe, die mich schon Jahre kenne und die mir dazu geraten haben, mich zu bewerben, sehen eine Chance, dass endlich ein Quereinsteiger zum Zug kommt. Wie gesagt: Freiwillige Helfer, Freundeskreis und langjährige Wegbegleiter.

Haben Sie auch einen Wahlslogan?

Diese Frage gefällt mir, die wurde mir jetzt zum ersten Mal gestellt. Selbstverständlich werde ich das noch verbreiten. Mein Wahlslogan lautet: „Wir sind Bundespräsident.“

Vielleicht wird Ihnen die kommende Frage auch zum ersten Mal gestellt: Wem würden Sie als Bundespräsident ein Ehrenzeichen verleihen?

Da haben Sie recht mit Ihrer Frage. Ganz bestimmt den Vertretern von SOS Kinderdorf, die nirgendwo international wirklich großen Auszeichnungen bis jetzt erhalten haben. Geschweige denn den Friedensnobelpreis, den sie schon vor Jahrzehnten verdient hätten.

Gibt es einen aktiven Politiker oder eine aktive Politikerin, die sie schätze und wieso?

Da muss ich jetzt lange überlegen. Ich schätze den Herrn Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Gauck sehr. Warum? Weil er nicht nur Pastor war, sondern auch wirklich ein hervorragender Mann ist, der wirklich auch provoziert ohne provokant zu sein. Und das gefällt mir. Er legt die Schwächen der Regierungspolitik offen, ohne sich quasi selbst mit scharfen Worten wichtig zu machen. Und das ist wirklich eine Kunst und zeigt von menschlicher Größe.

Wir sind am Ende angelangt: Gibt es noch etwas, dass Sie jetzt noch unbedingt noch loswerden möchten?

Dankeschön, ganz gerne. Ich möchte eine Bitte oder besser gesagt, ich möchte gerne einen Appell an alle Wählerinnen und Wähler richten. Aber auch an die, die sonst nie wählen gehen, mir ihre Stimme zu geben. „Das Vertrauen meiner Wählerinnen und Wähler ist mir heilige Verpflichtung.“ Dieser Satz stammt von Theodor Körner aus 1951. „Machen wir Schluss mit verlogener und unehrlicher Politik. Verpassen wir gemeinsam den etablierten Parteien und deren Vertreter einen Denkzettel.“ Sie haben richtig gehört: Es braucht einen Denkzettel um eine andere Richtung in die Politik einzuschlagen.

Was wäre denn die andere Richtung in der Politik? Was ist das, was kann man sich darunter vorstellen?

Ich kann ja nur von der Politik aus der Sicht des Bundespräsidenten reden. Und der kann viel mehr machen, als es seine Aufgabe zulässt. Nämlich, er kann die Stimme erheben. Und zwar im positiven Sinne natürlich. Mit einem Machtwort kann man sehr viel erreichen. Und das müssen ausgewählte Worte sein. Und da kann man auch mitspielen und die Richtung in der Politik vorgeben.

Danke und alles Gute für die nächste Zeit.

Dankeschön.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place. Seit April 2018 bei der Rechercheplattform addendum.org.