Vor wenigen Tagen hat mich eine E-Mail erreicht, in dem Frau Karin Kolland Ihre Kandidatur zur Bundespräsidentschaftswahl ankündigte. Kolland ist Autorin, Energetikerin, Kosmologin und möchte als parteilose Kandidatin das Bundespräsidentenamt anstreben. Lt. neuwal-Aufzeichnungen ist sie mittlerweile die 13. Person und dritte Frau – neben Irmgard Griss und Elfriede Awadalla, die die erste Hürde – 6.000 Unterstützungerklärungen – nehmen möchte. Grund genug, bei Frau Kolland mal über Motivation, Ideen und möglichen Aufgaben telefonisch nachzufragen.

Karin Kolland
Meine Abgeordneten

 

 

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Dieter Zirnig (neuwal.com): Schönen Guten Tag, Frau Karin Kolland. Ich habe gelesen, dass Sie sich um das Amt des Bundespräsidenten bewerben möchten. Ich möchte Sie zunächst bitten, sich ganz kurz vorzustellen: Wer sind Sie und was machen Sie?

Karin Kolland (parteilos): Ich danke, dass Sie mich einladen, dass ich diese Fragen beantworten darf. Ich bin eine Frau, die sehr lange Jahre bereits mit Menschen gearbeitet hat – im Bereich Seminarleitung für Kosmologie, Heilung, Gesundheit. Also in diesen Bereichen. Und ich kenne daher sehr gut die Anliegen der Menschen. Ich habe begonnen, mich mit den Systemen zu beschäftigen und bin dadurch immer mehr auch auf die Politik gekommen, die diese Systeme lenkt. Also, ich bin ein sehr engagierter, vielseitiger Mensch.

Eine Nachfrage: Was sind für Sie Systeme?

Systeme sind für mich all diese Strukturen, die wir haben, die unser gemeinsames Leben lenken. Wir haben ein politisches System, das nach ganz bestimmten bürokratischen und auch rechtlichen Vorgaben funktioniert. Wir haben ein wirtschaftliches System, wo wir auch immer wieder in diese Strukturen hineinkommen. Ich meine damit wirklich diese Pfeiler unseres Zusammenlebens.

Was ist nun Ihre Motivation zu kandidieren?

Meine Motivation zu kandidieren ist, dass ich glaube, dass das Amt des Bundespräsidenten die Möglichkeit bietet, mehr Verantwortung in die Politik zu bringen. Und eben die Weichen zu stellen, damit die Menschen mehr Mitspracherechte bekommen. Der Bundespräsident ist ja der oberste auch über die Verfassung und über das Verfassungsgericht. Er hat auch bei der Regierung zum Beispiel die Möglichkeiten, Volksreferenden zu bestimmten Themen anzuordnen. Und da würde ich gute Ansatzpunkte sehen, um die vielen Bestrebungen, die aus der Basis kommen, besser in die Politik zu bringen.

Was reizt Sie denn jetzt an einer Bundespräsidentschaft?

Also reizen tut mich daran gar nichts. Ich mache das aus einer Verantwortlichkeit heraus. Ich habe mir das auch gut überlegt. Weil das ist sehr viel Arbeit und das ist eine sehr große Verantwortung. Aber ich fühle mich von meinem Gewissen her aufgerufen, dem Frieden zu dienen. Wie gesagt die Strukturen – ich sage vielleicht besser Strukturen als Systeme – mithelfen zu verändern, was jetzt in unserem Land glaube ich notwendig ist. Und auch als Bundespräsident hat man die Möglichkeit, nach außen hin, sehr friedensvermittelnd auf einem diplomatischen Weg tätig zu sein. Das ist etwas, was ich auch wirklich gerne machen möchte – mit der Neutralität als Basis. Nämlich nicht Konflikte eben zu harmonisieren sondern über Gesprächsebenen zu lösen.

Welche der Kompetenzen des Bundespräsidenten würde Ihnen beim Erreichen Ihrer Vorhaben, Ideen und Ziele am meisten weiterhelfen?

Die Kompetenz, dass der Bundespräsident die Möglichkeit hat, die Regierungsgeschicke doch von der Basis her zu lenken. Also, er gelobt ja eine Regierung an und man könnte da zum Beispiel schon, Minister in eine andere Verantwortung nehmen. Und der Bundespräsident hat eben auch die Möglichkeit, über das Bundeskanzleramt und über die Verfassung, Volksreferenden auszurufen. Und man könnte dadurch auch eine andere, bessere direktdemokratische Struktur aufbauen. Mit dem Volk. Also nur vom Volk ausgehend. Aber man muss ja den Menschen die Möglichkeit geben, mitzubestimmen. Und da habe ich einige Ideen.

Welche Aufgabe vom Bundespräsidenten kommt Ihnen am meisten entgegen?

Schon die Vermittlung von Frieden und das Anhören der Menschen, sich wirklich um Menschen auch zu kümmern. Das ist doch die Aufgabe eines Bundespräsidenten: Für die Menschen da zu sein. Sowohl im Inland als auch die Menschen auf der Welt, in Europa und eben in der ganzen Welt wirklich zu vertreten auf jegliche Art.

Sie haben gesagt, dass Sie eine Menge Ideen haben. Was sind denn Ihre Ideen?

Meine Idee ist vor allem der Aufbau eines Bürgerparlaments. Ich denke, der Bundespräsident hätte von den rechtlichen Grundlagen her der Möglichkeit, ein Bürgerparlament aufzubauen, dass parallel zum herkömmlichen, Berufspolitiker-Parlament… Den Menschen die Möglichkeit geben, ihre Volksbegehren, ihre Anliegen einzubringen. Vorab könnte man da Online – so wie es in den Petitionen ist – schon sehr viel machen. Also mit der Zeit gehen; diese modernen Strukturen. Und dann könnte man es eben – wenn wir wieder eine souveräne Verfassung auf den Weg bringen – so regeln, dass die Menschen auch tatsächlich hier Rechte haben. Dass es dann verpflichtend wird, von der zweiten Säule der parlamentarischen, der Berufspolitiker, diese Dinge, die die Menschen hier an Petitionen einfordern, wie zum Beispiel, dass Menschen gegen das TTIP sind, dass da dann auch wirklich darauf Rücksicht genommen und es umgesetzt werden muss. Und dass man dem Volk über dieses Bürgerparlament auch Vetorechte gibt, die dann in die Politik eingreifen können. Weil ich meine, es ist ja so – erlauben Sie mir das noch zu sagen -, dass ja das Volk oder die Menschen eigentlich dann – wenn eine Politik schlechtgemacht wird – die Leittragenden sind. Und da wird die Verantwortung abgewälzt, also muss man den Menschen in der Basis auch die Möglichkeit geben, tatsächlich mitzubestimmen und auch Vetorechte einzulegen.

Tochter wach auf – Lyrik Karin E. J. Kolland
Was ist denn dabei Ihrer Meinung nach die größte Stärke von einem Bundespräsidenten, einer Bundespräsidentin?

Die Vermittlung. Die größte Stärke ist wirklich diese professionelle Arbeit, die Regierungen tun. Und das, was die Anliegen des Volkes sind, da eine vermittelnde Position und eine Schutzposition einzunehmen.

Wem würden Sie sofort ein Ehrenzeichen verleihen?

Das ist für mich jetzt irgendwie eine schwierige Frage. Weil, wissen Sie, diese Ehrenzeichen und diese Dekorationen – ja, mag sein, dass das irgendwie gut ist… Mein Grundsatz ist: Ich respektiere Würdige und ehre jeden Menschen. Denn jeder Mensch in unserer Gemeinschaft hat Fähigkeiten und bringt sich ein.

Über welche Unterstützung bei Ihrer Kandidatur würden Sie sich am meisten freuen?

Über die Unterstützung von den Menschen – ganz einfach. Einfach alle Menschen… Ich würde mich freuen, wenn ich die Herzen der Menschen erreichen würde und auch Menschen Mut zu machen, neue Wege und neue Ideen zu gehen. Aber mit der nötigen Vorsicht. Denn wir müssen hier schon ganz vorsichtig vorgehen. Denn Gutes muss bewahrt werden und Neues gewagt werden. Und das bedarf schon einer guten Grundlage.

Sie brauchen ja – um die erste Hürde zu schaffen – die Unterstützungserklärungen. 6.000 Stück davon. Wie wollen Sie das schaffen?

Es ist so, dass ich im Vorfeld mir gesagt habe: Wie weit ich auch immer komme. Ich gehe diesen Weg und übernehme eine gewisse Verantwortung. Ich möchte Bewusstheit nach draußen tragen. Und es wird an den Menschen liegen, ob Sie das annehmen, ob Sie das vielleicht weitererzählen. Ob Sie sich danach aufraffen und tatsächlich in die Gemeinden gehen. Ich werde mein Bestes tun, die Herzen der Menschen zu erreichen.

Haben Sie ein Wahlslogan?

Kinder der neuen Zeit? Ja. Ich bereite den Weg für die Kinder der neuen Zeit.

Welcher derzeitig aktive Politiker oder welche derzeitige aktive Politikerin schätzen Sie am meisten und wieso?

Auch hier tu ich mir mit dieser Frage schwer, weil ich das Gleichheitsprinzip in unserem Staate wirklich sehr achte. Ich respektiere alle Menschen. Und ich glaube, dass unterschiedliche Meinungen einfach wichtig sind. Und ich habe große Freude, allen Politikern zu begegnen und mich mit ihnen auszutauschen – aus allen Parteien.

Ist das Ihr erster Versuch, in der Politik Fuß zu fassen?

Ja, absolut.

Karin Kolland: EU-Austritt – Denn Freiheit ist mein Bürgerrecht

Vortrag von ihrem Buch „EU-Austritt“. Denn Freiheit ist mein Bürgerrecht. Der Verrat an den Völkern Europasund Klage gegen die EU-Verträge.

Das heißt, Sie waren vorher auch nicht politisch tätig.

Naja, das muss man jetzt sagen: Wo beginnt Politik? Ja, das ganze ehrenamtliche Engagement. Ich arbeite auch international mit Menschen, die sich sehr engagieren – über alle fünf Kontinente. Aber nicht im dem Sinne parteipolitisch. Ich gehöre auch keiner Partei an und eher komme ich ja aus einem sehr alternativen Bereich. Und das ist jetzt aber der erste Schritt für mich, wirklich so ein Amt auch anzustreben.

Wenn Sie Ihr politisches Spektrum beschreiben würden. Wo befinden Sie sich da, wenn 1 rechts ist und 10 links.

Absolut in der Mitte mit ganz weit ausgebreiteten Armen bis ganz links und bis ganz rechts. Weil alle Menschen Rechte haben. Ich möchte alle Menschen annehmen.

Auf einer Skala von 1 bis 10 (wobei 1 keine Zustimmung und 10 die vollste Zustimmung ist): Wie ernst nehmen Sie Ihre Kandidatur?

Absolut ernst. 10.

Haben Sie sonst noch etwas, dass Sie sagen möchten?

Ich möchte sagen, dass ich mich freue, wenn ich die Möglichkeit bekomme, eingeladen zu werden, damit die Menschen mich auch kennenlernen können. Ich möchte auch dazusagen, dass ich wirklich eine Frau aus dem Volk bin und wenig finanzielle Mittel habe. Ich mache es aus einem puren Idealismus und aus einer großen Verantwortung heraus. Ich bin darauf angewiesen, dass ich eingeladen werde. Und dann komme ich sehr gerne.

Gut, vielen Dank. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Vielleicht schaffen Sie es ja und vielleicht hören wir uns dann wieder.

Ich danke Ihnen sehr.



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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.