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Transkript zur Neujahrsansprache vom Schweizer Bundespräsidenten Johann N. Schneider-Ammann vom 1.1.2016 im SRF.

Freitag, 1. Jan. 2016, 19:25
SRF1
Transkriptstatus: Freitag, 1. Jan. 2016, 20:30
Quelle: SRF1
Bildquelle: SRF1 (Screenshot)

Die Idee hinter dem Transkript ist, ein gesprochenes TV-Interview auch in einem zusätzlichen Kanal – und zwar in Textform – zur Verfügung zu stellen. Oft ergeben sich beim Lesen andere und klarere Zusammenhänge. Strukturen werden erkannt und eigentliche Botschaften, Textbausteine werden noch klarer und können weiter recherchiert werden. Wir möchten Politik, politische Ideen und Veränderung und den Weg in ein neues, offenes und mitgestaltbares politischesfF Zeitalter unterstützen. Und dem Gesagten mit dem Transkript einen ernstzunehmenden anderen Zugang sowie eine möglichst breite Reflektion bieten. Danke an die ModeratorInnen und die TV-Anstalten, dass Interviews transkribiert werden können.

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Johann Niklaus Schneider-Ammann
170px-Johann_Schneider-Ammann_2011Johann Niklaus Schneider-Ammann (* 18. Februar 1952 in Sumiswald, bürgerlicher Name Johann Niklaus Schneider, heimatberechtigt in Hasle bei Burgdorf) ist ein Schweizer Unternehmer, Politiker (FDP) und seit November 2010 Bundesrat. Er ist Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und seit 1. Januar 2016 für ein Jahr Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Bild- und Textquelle: wikipedia.org

Neujahrsansprache vom Schweizer Bundespräsidenten Johann N. Schneider-Ammann

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Ich stehe am Rhein auf Schweizer Boden. An der Grenze zu unserem Nachbarn. Der Rheinhafen und die Stadt Basel widerspiegeln typische Schweizer Eigenschaften: Souverän, mitten in Europa, wirtschaftlich verbunden mit der Welt. Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sind auf engstem Raum vereint. Ein solches Fundament ist wichtig. Gerade jetzt, da wird besonders gefordert sind.

Im vergangenen Jahr ist manches geschehen, dass uns verunsichert. Zuerst hat der starke Franken viele Betriebe erschüttert. Und zuletzt haben uns Terror, Flüchtlingsströme und Konflikte gezeigt, wie schnell aus Risiken Dramen werden. Wir müssen unsere Sicherheit und unsere Freiheit mit aller Entschlossenheit verteidigen. Das ist noch wichtiger geworden. Und es ist unsere humanitäre Pflicht – im Rahmen unserer Möglichkeiten als Kleinstaat -, die Not von an Leib und Leben bedrohten Flüchtlingen zu lindern. Wer bei uns Schutz findet, hat allerdings unsere Regeln zu respektieren.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Wenn es ringsum brodelt, tut man gut daran, sich auf seine Stärken zu besinnen. Wir haben einzigartige Stärken. Kein Land ist wettbewerbsfähiger und innovativer als die Schweiz. Wir haben ein hervorragendes Duales Bildungssystem. Der Staat wird nicht von Schulden blockiert. Und dank dem haben fast alle in unserem Land eine Arbeit und damit eine Perspektive. Sie alle tragen jeden Tag zu diesem Leistungsausweis bei. Jeden Tag als Mensch und als Bürger in der Gesellschaft, im Beruf. Wir haben das Privileg, in Freiheit, Sicherheit und Wohlstand zu leben. Das ist nicht selbstverständlich. Was tun, damit das so bleibt?

Wir müssen gemeinsam dringende Hausaufgaben machen. Die nicht nur angenehm sind. Nötig ist, dass wir dabei auch einmal über unseren Schatten springen. Denn nur Geschlossenheit gibt uns Schlagkraft. Ich nenne drei Aufgaben:

Erstens: Sichern wir den bilateralen Weg und damit unsere Souveränität. Wirtschaftliche und politische Offenheit gegenüber der Welt ist seit je her unsere selbstbewusste und erfolgreiche Devise

Zweitens: Starke Unternehmen sind der beste Garant für Arbeitsplätze. Und Arbeitsplätze sind die Basis für soziale Sicherheit und Wohlstand. Noch gehört die Schweiz zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Ländern. Sorgen wir mit freiheitlichen Rahmenbedingungen dafür, dass das so bleibt. Gemeinsam für Jobs und unser Land. Das war und ist deshalb mein Motto.

Und Drittens braucht es Mut, um überfällige Reformen rechtzeitig umzusetzen. Ich denke beispielsweise an die Altersvorsorge. Denn die AHV betrifft uns alle. Jung und Alt.

Und noch etwas ist mir wichtig: Wieder mutiger vom Vertrauen aus zu denken statt vom Misstrauen. Und mehr zu ermöglichen statt immer mehr zu verbieten.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Schweiz steht gut da. Wir können unsere Herausforderungen aus einer Position der Stärke heraus meistern. Aber nur, wenn wir die Reihen schließen.

Ich stehe mit aller Kraft dafür ein, dass Lösungen im Interesse des Landes gelingen. Zusammen mit dem Bundesrat, zusammen mit dem Parlament und zusammen mit Ihnen.

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein gutes, neues Jahr.

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Der Weg zur politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 8 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation und Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.