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Am 6. Oktober fand die Debatte #JungfragtJung statt, die in Kooperation von kurier.at und neuwal.com LIVE übertragen wurde. Dabei trafen 6 JungpolitikerInnen auf 2 ErstwählerInnen um über Wien-Wahl-Themen zu diskutieren. In zwei Themenblöcken ging es über (vermeintliche) Politikverdrossenheit Jugendlicher und um politische Ideen für Jugendliche. Es diskutierten die JugendvertreterInnen der kandidierenden Parteien: Marcus Schober (SPÖ), Leo Kohlbauer (FPÖ), Dominik Stracke (ÖVP), Peter Kraus (GRÜNE), Christoph Wiederkehr (NEOS) und Juliana Okropiridse (ANDAS). Mit dabei waren auch Mahruk Syed und Armin Kucanin, zwei ErstwählerInnen vom neuwal LANGEN TAG DER POLITIK, die mit ihren Anliegen und Fragen die JunpolitikerInnen forderten.

Marcus Schober (SPÖ) Leo Kohlbauer (FPÖ) Dominik Stracke ( ÖVP) Peter Kraus (GRÜNE)
Christoph Wiederkehr (NEOS) Juliana Okropiridse (ANDAS) Mahruk Syed (#LTDP) Armin Kucanin (#LTDP)

 

neuwal hat mit allen JungpolitikerInnen über ihre politischen Ideen für Jugendliche gesprochen und die beiden ErstwählerInnen Mahruk Syed und Armin Kucanin nach ihren politischen Forderungen befragt.

In einer nachfolgenden Online-Befragung, wer denn in der Debatte am meisten überzeugte, lagen Christoph Wiederkehr (NEOS) mit 51 %, Peter Kraus (GRÜNE, 30 %) und Juliana Okropiridse (ANDAS, 10 %) voran.

 

Marcus Schober (SPÖ)

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Bildquelle: wikipedia.org

Mein Name ist Marcus Schober und ich bin Landtagsabgeordneter der Stadt Wien. Dementsprechend bin ich im Wiener Rathaus.

Was ist die Motivation, bei #JungfragtJung dabei zu sein?

Nochmal junge Wähler davon überzeugen, am nächsten Sonntag SPÖ zu wählen.

Was kannst Du für die Jugendlichen in der Politik machen. Was sind deine (5) Punkte?

  • Der Wohnbereich ist mir sehr wichtig. Da ist es für junge extrem schwer eine Wohnung zu finden, die auch finanzierbar ist.
  • Der Bildungsbereich – mein Schwerpunktthema.
  • Gratiskindergarten für Jungfamilien.
  • Weiterdenken, dass man in die Zukunft hineinkommt, was Digitalisierung und viele Bereiche betrifft.
  • Das Zusammenleben, das immer wichtiger wird. Jetzt auch von Ausbildung, ZuwanderInnen.
  • Thema Sicherheit ist für junge Menschen ganz wichtig. Da möchte ich darauf hinweisen, dass Wien für eine Weltstadt eine sehr sichere Stadt ist.
  • Ansonsten würde ich mir wünschen, dass die jungen demokratischer werden, ihr Recht in Anspruch nehmen und sich mehr für Politik interessieren.

Wenn du die Chance hättest, genau eine Idee für Jugendliche umzusetzen. Welche wäre es?

Ich habe so viele Ideen… Dann ist es die bestausgebildetste Stadt der Welt zu werden.

 

Leo Kohlbauer (FPÖ)

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Bildquelle: Dieter Zirnig (neuwal)

Leo Kohlbauer (FPÖ): Als Jugendkandidat glaube ich ist es ganz wichtig, dass wir auch den Jugendlichen zur Verfügung stehen. Dass wir auch hier für Fragen zur Verfügung stehen, für Anliegen, für Interessen. Aus dem Grund bin ich heute hier. Es überschneidet sich natürlich auch mit meiner Motivation in die Politik gegangen zu sein um in Österreich etwas zu bewegen. Ich glaube, es ist bei uns 5 vor 12. Es braucht einfach qualifizierte Politiker, die die ernsthafte Situation im Moment ansprechen und auch die Themen ansprechen.

Was kannst Du für die Jugendlichen in der Politik machen. Was sind deine (5) Punkte?

  • Es ist bei uns so, dass wir 5 bis 6 Personen auf der Landesliste haben, die in den Landtag hineinziehen, die jung sind. Das ist eine Situation, die bei den anderen Parteien in dem Ausmaß so nicht ist. Es ist eine tolle Stärke der Partei, dass sie auch jungen Politikern eine Chance gibt.
  • Ich glaube, dass für junge Menschen sehr viel gemacht gehört. Das fängt an bei Wohnraum.
  • Das geht weiter zur Bildung. Vor allem, dass man ernsthaft die Bildung anspricht. Wir haben massive Probleme. Alle reden vom freien Bildungszugang. Alle reden davon, dass man studieren gehen soll. Ich glaube, dass auch die Lehre angesprochen werden sollte. Und, dass genau in bei diesem Punkt in Wien und auch in Österreich viel zu wenig gemacht wird.
  • Wenn du die Chance hättest, genau eine Idee für Jugendliche umzusetzen. Welche wäre es?

    Das allerwichtigste zu den fünf Punkten, die ich jetzt nicht ganz aufgezählt habe: Es geht um unsere Zukunft. Es geht um unsere Jugend. Es geht auch um die Kinder der Kinder. Wir müssen Österreich so gestalten, dass es auch für die nächste Generation lebenswert bleibt.

 

Peter Kraus (GRÜNE)

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Bildquelle: peter-kraus.at

Hallo, ich bin Peter Kraus von den Grünen. Bin 28 Jahre alt. Ich bin der Jugendsprecher der Wiener Grünen. Und auch der Sprecher der Grünen andersrum und kandidiere für die Wiener Grünen auf Platz 8. Das heißt, ich werde ziemlich sicher im nächsten Wiener Gemeinderat sitzen.

Was kannst Du für die Jugendlichen in der Politik machen. Was sind deine (5) Punkte?

  • Ich möchte im Bildungsbereich ansetzen. Dass wir vom Kindergarten über die Schulen über die Lehre bis hin zur Uni die beste Bildung in Wien haben. Konkret wären das zum Beispiel 1.000 neue LehrerInnen in Wiens Schulklassen.
  • Ich würde gerne mehr geförderte Wohnungen speziell für junge bauen. Wir haben das Modell der 365-Euro-Startwohnung.
  • Leistbare Öffis. Da haben wir Grüne in den letzten Jahren einiges gemacht. Ich möchte das Top-Jugendticket auch für Studierende ausweiten.
  • Maßnahme für Pendlerinnen und Pendler, weil viele auch nach Wien heraus und wieder hinein pendeln. Ich würde gerne die Tarifzone auf die erste Außenzone ausweiten.
  • Dieser Punkt ist mir ganz wichtig: Ich glaube, das junge Leute in einer weltoffenen Stadt leben wollen, wo Menschenrechte eine Rolle spielen und wo Hetze einfach keinen Platz hat.

Wenn du die Chance hättest, genau eine Idee für Jugendliche umzusetzen. Welche wäre es?

Das wäre sofort die Start-Wohnung. Weil die hilft den jungen, die jetzt gerade WG-Zimmer suchen um 500 oder 600 EUR am meisten.

 

Dominik Stracke (ÖVP)

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Bildquelle: jvpwien.at

Mein Name ist Dominik Stracke. Ich bin der Chef der Wiener Jungen ÖVP. Ich freue mich besonders, heute hier dabei zu sein. Weil für mich als Junger ist es wichtig, dass wir junge uns auch selbst in der Politik vertreten können.

Was kannst Du für die Jugendlichen in der Politik machen. Was sind deine (5) Punkte?
Inhaltlich sind wir sehr jung und sehr modern. Teilweise auch moderner als die ÖVP.

  • Uns ist ein besonderes Anliegen, dass wir Mobilität fördern. Zum Beispiel Elektromobilität in Wien.
  • Wir wollen Gymnasien beibehalten und Gymnasien ausbauen.
  • Wir möchten, dass man besser und schneller studieren kann.
  • Wir wollen klare Verhältnisse und eine vollkommene Transparenz einer Stadt schaffen. Wir wollen, dass es keinen Amtsdschungel, Amtsschimmel und keinen Beamten- oder Behördendschungel mehr gibt.
  • Wir wollen, dass wir junge uns selbst in der Politik vertreten.

Wenn du die Chance hättest, genau eine Idee für Jugendliche umzusetzen. Welche wäre es?

Vollkommene Transparenz aller Ein- und Ausgaben der Stadt Wien. Weil ich glaube, dass damit viel geholfen werden kann.

 

Christoph Wiederkehr (NEOS)

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Bildquelle: neos.eu

Mein Name ist Christoph Wiederkehr (NEOS). Ich bin 25 Jahre alt und studiere.

Was ist Deine Motivation, bei #JungfragtJung dabei zu sein?

Ich finde es schön, bei Veranstaltungen zu sein, wo Jungwähler auch zu hören. Es ist so, dass Wien eine sehr junge Stadt ist. Jeder dritte ist unter 30. Aber junge Menschen sind politisch kaum vertreten. Es ist kein einziger Gemeinderat unter 30. Darum finde ich es wichtig, dass auch junge Menschen einmal junge Politiker zu hören bekommen.

Was kannst Du für die Jugendlichen in der Politik machen. Was sind deine (5) Punkte?

  • Jugendliche sind nicht vertreten. Darum wird keine Politik für Jugendliche gemacht.
  • Der Schuldenstand hat sich in den letzten sieben Jahren mehr als verdreifacht. Das ist eine große Hürde für die nächste Generation.
  • Das Bildungssystem ist in Wien extrem sozial selektiv und ist eine Hürde für die Jungen und funktioniert auch nicht gut. Das heißt: wir würden die Bildung auf jeden Fall verbessern.
  • Darüber hinaus geht es mir um die Beteiligung von jungen Menschen. Wir möchten sie in den politischen Prozess miteinbezieht, damit sie eine Stimme bekommen. Zum Beispiel durch Jugendparlamente, durch eine stärkere Landesjugendvertretung.

Wenn du die Chance hättest, genau eine Idee für Jugendliche umzusetzen. Welche wäre es?

Das wäre wahrscheinlich der Jugendcheck: Das Gesetz zu Verordnungen des Landes soll darauf überprüft werden, ob sie überhaupt nachhaltig und generationengerecht sind.

 

Juliana Okropiridse (ANDAS)

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Bildquelle: wienanders.at

Mein Name ist Juliana Okropiridse. Ich bin die Spitzenkandidatin von Wien Anders und bin 22 Jahre alt.

Was ist Dein Motivation, bei #JungfragtJung dabei zu sein?

Mir ist besonders wichtig, dass Interessen von jungen Menschen vertreten werden. Weil wir jungen ja die sind, die die Probleme dann ausbaden müssen, die jetzt mit der Politik erzeugt werden. Es wird oft sehr un-nachhaltig gemacht. Und ich glaube, wir jungen haben da wirklich Mitspracherecht bzw. eine Mitsprachepflicht eigentlich, um unsere Zukunft mitzugestalten.

Was kannst Du für die Jugendlichen in der Politik machen. Was sind deine (5) Punkte?

  • Bildung: Totale Umstrukturierung. Es braucht mehr Geld und es müssen aber auch sehr viele neue Ideen umgesetzt werden. Das Bildungssystem muss Grund auf reformiert werden.
  • Wohnen: Es müssen wieder sehr viel mehr Gemeindebauten gebaut werden. Nicht nur als Wahlzuckerl ein paar, sondern wirklich flächendeckend mehr.
  • Es müssen leerstehende Gebäude, die aus Spekulationsgründen leer stehen wieder genutzt werden. Es braucht eine Leerstandsabgabe und eine progressive Wohnbausteuer um diese neuen Gemeindebauten zu finanzieren. Es kann nicht sein, dass Gebäude leer stehen.
  • Die Ausbildungsmöglichkeiten nach der Pflichtschule. Dabei muss es viel flexibler werden. Es muss in der Schule schon mehr Übersichten geben, welche Ausbildungsmöglichkeiten es gibt. Wie kann ich mich hocharbeiten? Wie kann ich aus demselben Ausbildungsradl meiner Eltern herauskommen. Wie kann ich herauskommen, was passt zu mir? Da wird in der Schule viel zu wenig gemacht und viel zu wenig drauf hingewiesen und viel zu wenig unterstützt.
  • Konkrete Mitbestimmung: Da wird auch viel zu wenig auf die jungen gehört. Und es gibt auch viel zu wenige Möglichkeiten für junge Menschen sich einzubringen.

Wenn du die Chance hättest, genau eine Idee für Jugendliche umzusetzen. Welche wäre es?

Am schnellsten könnte man einfach umsetzen, dass es die Wohnungen, die es in Wien gibt, die bewohnbar wären, sofort mit einer Leerstandabgabe zu besteuern oder halt freigeben. Das wäre eine Maßnahme, die man sozusagen von heute auf morgen umsetzen kann.

 

Armin Kucanin (Erstwähler vom LANGEN TAG DER POLITIK)

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Armin Kucanin (Erstwähler vom LANGEN TAG DER POLITIK) (Quelle: kurier.at)

Ich bin Armin Kucanin. Ich gehe in die achte Klasse Gymnasium Gehringergasse im elften Bezirk. Wir haben vor zwei Wochen den LANGEN TAG DER POLITIK gehabt. Das war auch der Schlüssel zur ganzen Sache hier.

Ich möchte von Dir wissen: Wie hast du diese Diskussionsrunde empfunden?

Ich habe sie sehr gut empfunden. Es war wirklich eine tolle Möglichkeit, sich auch einzubringen. Überhaupt herauszufinden, dass es Jungpolitiker gibt. Den Anschein hat es ja nicht so in der Öffentlichkeit. Das war eine super Initiative. Das sollte auf jeden Fall öfter gemacht werden. Vielleicht nicht nur zu Wahlen sondern auch grundsätzlich, wenn wichtige Themen anstehen, dass man solche Diskussionsrunden auch macht. Und, dass man sich auch speziell auf Jugendliche fokussiert.

Was sind Deine Forderungen an die Politik?

  • Das Thema Bildung wurde eh breit thematisiert, das möchte ich auch gar nicht eingehen.
  • Mir wäre Verkehr auch immer ein Anliegen. Weil wir in den Außenbezirken haben das Problem, das es viel zu lange Wartezeiten gibt. Es gibt Staus in den Straßen. Die Leute warten wirklich an Sonn- und Feiertagen 20 Minuten länger bis ein Bus oder eine Straßenbahn kommt. Also, dass man hier auch wirklich die Intervalle verkürzt.

 

Mahruk Syed (Erstwählerin vom LANGEN TAG DER POLITIK)

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Mahruk Syed (Erstwählerin vom LANGEN TAG DER POLITIK) (Quelle: kurier.at)

Ich bin Mahruk Syed und gehe in die achte Klasse des Gymnasiums Ehrlgasse im 12. Bezirk.

Es war eine sehr große Möglichkeit und eine sehr große Chance, die nicht viele bekommen aber bekommen sollten. Und da finde ich, dass mehrere Podiumsdiskussionen an Schulen eingeführt werden sollen. Dass vor allem mehr Jungpolitiker in Schulen gehen sollten, weil sie die Zukunft sind. Die Jugendlichen sollten einfach mehr angesprochen werden.

Was sind deine Forderungen an die Politik?

  • In der Bildung alles verbessern: Mehr auf Talente eingehen, die Individualität, auf die Stärken und nicht auf die Schwächen.
  • Auf den Unis mehr Fairness, gerechte Verteilung.
  • Die Sozialleistungen noch verstärken und verbessern.
  • Keine Ausländerhetze, sondern Integration und keine Assimilation. Keine Hetze. Wir sind alle Menschen und sollten alle gleich behandelt werden. Nur weil du eine andere Hautfarbe oder eine andere Religion hast, heißt es nicht, dass du schlecht bist. Alle sollten gleich behandelt werden.

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Der Weg zur politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 8 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation und Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.