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Das IT-Startup zoomsquare hat dieses Jahr alle landesweit in Wien kandidierenden Parteien zum Thema „Wohnen“ befragt. Kurzes Fazit von zoomsquare vorweg: „Oft lie­gen die Posi­tio­nen vie­ler Par­teien bei wich­ti­gen The­men wie Mak­ler­pro­vi­sion, Miet­preis­de­cke­lung oder Gemein­de­bau­mie­ten gar nicht so weit aus­ein­an­der, manch­mal dafür umso mehr.“ Grund genug, für neuwal.com bei Clemens Ingel von zoomsquare nachzufragen und 8 Fragen zu stellen.

» zoomsquare: Wohnen und die Wien Wahl 2015

zoomsquare
zoomsquarezoomsquare ist die erste Immobiliensuchmaschine, die Wohnwünsche mit aktuellen Angeboten matched. zoomsquare dursucht als Suchmaschine (wie z.B. Google) laufend das österreichische Web. zoomsquare wurde 2013 von der Futurezone zum IT-Startup des Jahres gekürt.
1. Was ist dieser Wohnvergleich eigentlich? Was habt ihr gemacht?
Clemens Ingel (zoomsquare): Da Wohnen immer ein zentrales Thema bei Wahlen ist, hat es uns interessiert wie eigentlich die Standpunkte der einzelnen Parteien sind. Daher haben wir uns fünf zentrale Fragen überlegt und diese den Parteien gestellt. Die Informationen haben wir dann in eine Infografik zusammengefasst. Damit unsere User einen einfachen Überblick rund um das Thema Wohnen bekommen.
2. Was habt ihr die Parteien gefragt, wonach habt ihr euch konkret erkundigt?
Wir haben uns speziell über die Themen:

1. Maklerprovision
2. Mietobergrenzen
3. Änderungen im Mietrecht
4. Wohnbauförderung und
5. Sozialer Wohnbau/Gemeindebauten

schlau gemacht.

3. Wie sind die einzelnen Positionen?
Am meisten gehen die Meinungen bei der Mietobergrenze auseinander. Dort sind die SPÖ und Grüne dafür und die ÖVP, FPÖ und NEOS dagegen.

Bei den Themen Maklerprovision und Wohnbauförderung herrscht unter den Parteien beinahe große Einigkeit: Maklerprovision zahlt nur mehr der Auftraggeber und die Wohnbauförderung soll Zweckgebunden werden. Nur die ÖVP will alles so lassen wie es ist.

Auch dass beim Mietrecht etwas getan werden muss, sehen die meisten Parteien. Nur über das „Wie“ ist man sich nicht einig.

Und bei den Vergabekriterien und einem Einkommenscheck im Sozialen Wohnbau/Gemeindebau tanzt nur die SPÖ aus der Reihe und will nur bei Einzug einen einmaligen Check alle anderen sind für regelmäßige Kontrolle.

WienWahl20151 

4. Wie war die Reaktion von den Parteien?
Größtenteils positiv und erfreut das sich jemand erkundigen und informieren möchte. Teilweise leider etwas langsam im beantworten von E-Mails.
5. Wie beurteilt ihr die Wohnsituation?
Es sind in Wien grundsätzlich viele Wohnungen verfügbar. Nur im Niedrigpreissegment, vor allem bei Singlewohnungen herrscht Knappheit.

Im Gegensatz zu anderen österreichischen Städte wie Innsbruck oder Salzburg ist es in Wien noch leichter eine passende Wohnung zu finden. Was vor allem auch den Gemeindebauten und generell dem geförderten Wohnbauten hoch anzurechnen ist. Dazu gibt es auch hier Infos.

6. Was kann verbessert werden?
Wir sehen wie gesagt weiterhin eine starke Nachfrage nach kleineren Wohneinheiten. Des Weiteren ist bei den Usern ganz klar die öffentliche Anbindung am wichtigsten. Also sollte hier auch weiterhin ein Fokus gesetzt werden.
7. Gibt es einen Unterschied in der Beurteilung zwischen Opposition und Regierung?
Bei der Mietzinsobergrenze sind SPÖ und Grüne klar für Ja, und die Opposition für Nein. Bei der der Maklerprovision sind bis auf die ÖVP alle für das Bestellerprinzip.
8. Was waren die Highlights bei dieser Recherche?
Spannend fand ich, dass auch die kleinen Parteien sich mit dem Thema Wohnen schon auseinandersetzen, sich aber trotzdem oft bei klaren Fragen sich nicht positionieren wollen.

Das zeigt, wie Zentral dieses Thema eigentlich bei den Menschen ist, obwohl es aktuell von anderen Themen doch etwas überschattet wird.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place. Seit April 2018 bei der Rechercheplattform addendum.org.