Transkript zum ORF Sommergespräch 2015 mit Hans Bürger und Frank Stronach (Team Stronach).

ORF Sommergespräch 2015 mit Frank Stronach
Montag, 3. August 2015 von 21:05 bis 22:00 Uhr
ORF2
Transkriptstatus: 4. Aug. 2015, 00:21
Quelle: http://tvthek.orf.at
Bildquelle: orf.at
Transkription durch neuwal Redaktion: Dieter Zirnig, Wolfgang Marks, Dominik Leitner, Daniel Weber, Jürgen Klatzer (in Reihenfolge der Transkription)


Die Idee hinter dem Transkript ist, ein gesprochenes TV-Interview auch in einem zusätzlichen Kanal – und zwar in Textform – zur Verfügung zu stellen. Oft ergeben sich beim Lesen andere und klarere Zusammenhänge. Strukturen werden erkannt und eigentliche Botschaften, Textbausteine werden noch klarer und können weiter recherchiert werden. Wir möchten Politik, politische Ideen und Veränderung und den Weg in ein neues, offenes und mitgestaltbares politisches Zeitalter unterstützen. Und dem Gesagten mit dem Transkript einen ernstzunehmenden anderen Zugang sowie eine möglichst breite Reflektion bieten. Danke an die ModeratorInnen und die TV-Anstalten, dass Interviews transkribiert werden dürfen.

Hans Bürger (ORF): Einen wunderschönen guten Abend beim zweiten Teil der ORF-Sommergespräche 2015. Zu Gast heute der Parteigründer und Chef des Team Stronach: Frank Stronach. Herzlich Willkommen.

Frank Stronach (Team Stronach): Guten Abend, schön hier zu sein. Wunderbare Aussicht.

Wunderbare Aussicht. Herr Stronach, in den letzten Tagen haben mich einige Leute angesprochen und gemeint: „Jetzt tut er mir schön langsam leid.“ Tun Sie sich selbst auch schon leid?

Wie soll ich mir selbst leid tun? Nicht, also, das Leben war unglaublich gut zu mir – ist immer noch gut zu mir. Und ich mache eben das, was mir mein Gewissen sagt, was ich machen soll. Und in Österreich, nicht, wenn wir so weitermachen, dann fahren wir gegen die Wand.

Ich brauche von niemanden etwas. Ich gebe mein eigenes Geld. Und ich mache mir große Sorgen.

War der vergangene Samstag auch gut zu Ihnen?

Vergangener Samstag. Es kommt, wie es kommt. Nicht, ich war in sehr vielen Aufsichtsräten, in Universitäten und ich habe in Universitäten sehr viel Unterricht gegeben. Eine der wichtigsten Fragen von den Studenten war: „Wie ist es möglich, dass man so eine große Firma aufbauen kann, in einem Menschenalter?“ Nicht. Von Null – von einer Garage auf – bis 130.000 Beschäftigte und 35 Milliarden Umsatz. Und keine Schulden. Wie ist das möglich? Wie gesagt. Das sind zwei Grundprinzipien, die sehr wichtig sind.

Das eine ist – ich sage immer zu meinen Managern, zu meinen Leuten: Wenn ihr etwas versprecht, dann müsst ihr das halten. Wenn ihr das nicht haltet, dann verliert ihr den Ruf. Und wenn man den Ruf verliert, dann kann man das nie mehr gut machen. Ich sage immer: Geld könnt ihr immer machen. Aber wenn ihr nicht euer Versprechen hält, das wird dann immer picken bleiben. Und in unserem Fall, die Abgeordneten, die gewechselt sind, die haben einen Ehrenkodex unterschrieben. Und für mich ist es unverständlich. Sie gehen zu einer Partei, die keine Werte hat. Wir stehen dafür, dass wir brauchen klare Steuergesetze…

Gut.

…wir müssen die Schulden – ganz kurz, ich bin gleich fertig – die Schulden reduzieren. Auch ganz wichtig, für was wir stehen, sind, dass die Arbeiter – wir brauchen ein Gesetz, wo die Arbeiter mit 10 % vom Profit mitbeteiligt sein können, in der Firma, in der sie arbeiten. Und ganz wichtig ist, dass die Politiker alleine Österreich nicht managen können. Man sieht das doch. Es ist wichtig, dass 1/3 von den Parlamentariern direkt vom Volk gewählt werden soll. Welche Partei hat das?

Ganz kurz haben Sie gesagt. Ich will nur jetzt einmal einen Film einspielen. Was ist denn überhaupt in diesen letzten Tagen passiert?

Ich habe gerade erzählt, was alles passiert ist.

Wir werden es gleich sehen.

Leute haben den Ehrenkodex verletzt.

Jetzt spielen wir kurz einen Beitrag ein.

[EINSPIELUNG]

Würden Sie mit Kathrin Nachbaur noch einen Abend verbringen? Zum Beispiel mit ihr Essen gehen?

Ich… Das ist Vergangenheit. Ich spreche nicht über solche Sachen. Ich habe schon jetzt vorher erwähnt: Die Reputation ist sehr wichtig. Nicht, wenn man eine Firma – ganz gleich, was man…

Sie haben mit dieser Person Nachbaur abgeschlossen?

Nein, ich möchte… Nein, ich möchte noch einmal erwähnen. Es ist ganz wichtig – wie gesagt – ich habe sehr viele Vorträge an Universitäten gehalten. Das Thema war immer: Wie kann man so eine große Firma aufbauen? Ich habe gesagt…

Aber über die Firma haben wir schon gesprochen.

Ja, aber ich möchts noch… Ich möchts noch…

Reden wir kurz über diesen Samstag.

Ich möchts noch einmal wiederholen: Man braucht Prinzipien.

Aber zum Wiederholen haben wir fast keine Zeit. Kurz zu diesem Samstag…

(Ich, ich, ich)

Ich weiß schon…

..ist abgehakt. Ich habe schon erwähnt…

Aus. Erledigt.

…was ist… Fertig. Schluss. Fertig. Schluss.

Haben Sie Druck ausgeübt?

Pass auf, wir haben. Pass auf…

Es heißt auch, dass Sie Druck ausgeübt haben auf Kathrin Nachbaur…

…die Wirtschaft…

LANGER TAG DER POLITIK am 24. Sep. 2015 zur Wien Wahl
langertagderpolitikWir machen Politische Bildung greifbar und tun etwas: Zum ersten Mal findet am Donnerstag, 24. September 2015 der von neuwal.com initiierte „LANGE TAG DER POLITIK“ in Wien für Lehrkräfte, SchülerInnen, ErstwählerInnen und Lehrlinge gemeinsam mit Parteiakademien und Services aus dem Bereich Politischer Bildung statt. Unser Ziel ist es, das Demokratieverständnis zu stärken, Politische Bildung in einem neuen, digitalen Format näher zu bringen, politische Partizipation erlebbar und mit konkreten Handlungsanweisungen auch die politischen Forderungen junger Menschen sichtbar zu machen.Wir haben ein Ziel: Wir möchten, dass jede(r) ErstwählerIn in Wien wirklich weiß, warum, wie und wer gewählt werden kann.

» jetzt kostenlos teilnehmen oder weitersagen!

…dass Sie sich’s noch einmal überlegt.

Ich habe schon erwähnt. Wieso sprechen wir so lange darüber. Ich habe erwähnt, wie ich das sehe. Und jetzt haben wir Feuer am Dach. Weil die Wirtschaft funktioniert nicht.

Ich habe mir einen riesen [Pietzel]…

Das ist einmal wichtig, einmal für die Wirtschaft.

Ich verspreche es Ihnen, wie Sie merken…

OK. OK. OK. OK.

…unterbreche ich Sie auch nicht so oft. Wir reden über die Wirtschaft; ganz viel noch. Trotzdem: wie soll es denn jetzt weitergehen? Also, mit diesen Leuten nicht. Wer sind denn die neuen?

Wir können es jetzt… Seien Sie nicht so voreingenommen, dass es mit diesen Leuten nicht weitergeht…

Nein, mit diesen beiden.

Aber Sie haben von den Leuten, die noch überbleiben gesprochen.

Na, na. Von denen, die gegangen sind.

Pass auf, lass mich mal. Die sind gegangen.

Also, die menschliche Enttäuschung… eine Frage noch…

Das ist weg. Die Leute haben gesehen und wissen…

Lassen Sie mir…

…dass sie den Ehrenkodex…

Ja…

Lassen Sie mich ausreden…

Na, nur eine Frage noch zu Frau Nachbaur…

Ja, aber die Fragen sind zu lange. Die sind viel länger wie die Antworten.

Na, na. Sie haben schon ganz lang geredet. Ganz kurz noch. Sind Sie menschlich enttäuscht von Kathrin Nachbaur? Wollten Sie sie umstimmen?

Natürlich ist man enttäuscht. Würde auch nicht… Nicht, wenn man mit jemanden so lange zusammenarbeitet, ist man enttäuscht. Ich will darüber gar nicht sprechen. Und ich habe vorher schon erwähnt: Die haben einen Ehrenkodex unterschrieben, mit den Werten und so weiter. Und, das Leben kommt, so wie es kommt. Und ich glaube, wenn man Versprechen nicht hält, dadurch kriegt man einen schlechten Ruf. Fertig. Abgehakt. Jetzt sprechen wir über die Wirtschaft.

Ha! (lacht) Also, da würden wir lange über die Wirtschaft reden.

(lacht)

Da sprechen wir noch ein bisserl über die Politik. Wer wird denn der Neue oder die Neue sein? Wer wird denn der neue Stronach-Klub aufgestellt? Sie haben jetzt nur noch sieben.

Wir haben morgen eine Pressekonferenz. Da wird alles vorgestellt, wie es in der Zukunft weitergehen wird. Das können wir dann morgen. Ich hoffe, der ORF ist dort, der da zuschauen kann.

Ganz sicher, ja.

Aber jetzt sind wir…

Aber jetzt haben Sie ein Riesenpublikum.

Aber pass auf: Wir haben so gewaltige Schulden. Wir haben so viele Arbeitslose. Sprechen wir, was wir da machen können.

Schauen Sie einmal, wieviel Zettel ich mithabe. Da ist viel Wirtschaft.

Aber da ist fast, da sind nur…

Ja, Sie haben ein bisserl viel Taferln mit.

Ich habe die Hälfte von den Taferln mit, die Sie haben.

Herr Stronach, Sie haben wahnsinnig viel Zeit heute. Sie können wirklich…

…aber sie sprechen laufend…

…hier sagen, wie geht es mit dem…

Die Fragen sind so lange.

Na, na… …mit dem politischen Klub im Parlament weiter.

Ich habe gesagt, das werden wir morgen…

Also heute sagen Sie dazu nichts?

…wir haben morgen eine Pressekonferenz. Und dann… Ich hoffe, der ORF ist mit dabei…

Sie haben den Herrn Lugar mitgenommen. Er steht da hinten und wartet. Ist das der neue Klubchef?

Morgen haben wir eine Pressekonferenz, nicht. OK?

OK.

Und jetzt reden wir über andere Themen.

Ja, reden… über ganz viele noch. Sie haben trotzdem gesagt und angedeutet, es könnte eine Überraschung geben heute. Kommt es zu der, oder war das…

Die Überraschung… Sie unterbrechen mich. Ich möchte überraschen… Die Schulden wachsen so stark. Wenn wir hier weggehen… In einer Stunde haben wir schon um 1 1/2 Millionen mehr Schulden. Die Leute sollen wissen, dass das nicht so… In einem Tag haben wir 36 Millionen, die wir für Schulden zahlen… wo die Schulden steigen. Da könnten wir 120 Häuser bauen. Man muss sich das einmal vorstellen…

Äh, Sie haben… Ja, Moment…

Die Schulden, die sich… In zehn Tagen könnten wir 1.200 Häuser bauen mit den Schulden, die wir machen.

Herr Stronach, da bin ich. Also, ich würde gerne mit Ihnen reden, statt mit dem Bildschirm.

Nein, nein, aber die Leute sollen das sehen.

Aber Sie haben ja 30 Millionen hineingesteckt auch in das politische Projekt. Da hätte man auch Häuser bauen können.

Ja, aber natürlich. Aber man kann nicht das System ändern, nicht. Wichtig ist… mit diesen…

Also, sind Sie gescheitert… Politisch. Ich rede jetzt immer nur politisch.

Gescheitert…

Wir reden über die Wirtschaft ganz sicher noch.

Ich bin noch nie gescheitert. Gescheitert ist eine negative Antwort. Ich bin nur positiv.

Dann spiele ich Ihnen jetzt den Herrn Stronach kurz vor. Einen Moment.

[EINSPIELUNG]

Naja. Die Welt hat sich weitergedreht.

Na, na, na, na, na, na, do. Pass auf amol. Wichtig ist: Ein guter Gedanke ist mehr wert, wie tausend Kanonen.

Wenn Sie sich da selbst zuschauen… Was haben Sie sich da selbst gedacht… Ganz ehrlich?

Na…. Ganz ehrlich? Na. Du, ich glaube jetzt noch wie… Natürlich. Man kann alles machen. Wie kann ein ganz ein kleiner von der Steiermark, aus armen Verhältnissen, nach Kanada gehen. Es gab Zeiten, wo ich hungrig war. Hungrig nicht, weil ich wo ein Gewicht habe wollen verlieren… Ich war hungrig, weil ich kein Geld gehabt habe zum Essen kaufen. Wie kann es passieren, dass so eine Person zwei Weltfirmen… Ich habe noch eine zweite Firma, die auch Nummer eins in der Welt ist. Wie kann das passieren? Und, und, und… jetzt sieht man das. Das ist wichtig.

Das politische Projekt geht weiter. Es gibt ja auch Gerüchte, dass Sie sagen, jetzt haue ich den Hut drauf. Politisch bleiben Sie aber dabei?

Nein, nein, das bin ja nicht ich… Ich bin ganz normal, ganz ausgeglichen. Und wenn ich irgendetwas mache, dann versuche ich es. Und wenn ich es nicht Ding, dann kann es vielleicht in 10 oder in 20 Jahren. Es gibt ja junge Leute, die werden sehen, was ich…, das System oder die Werte, die ich vorbringe, der einzige Weg ist aus diesem System. Und, noch amal, die Schulden steigen. Die Leute sollen das wissen! Im Tag haben wir 36 Millionen mehr Schulden.

Machen wir uns was aus: Wenn Sie einmal was hineingehängt haben Richtung Bildschirm, dann lassen wir’s einmal bei dem.

Aber aber, nein.

Nein, ich unterbreche Sie ganz selten.

Ja, na. Man kann sich kaum zeigen. Ja…

Ich spiel Ihnen noch einen kleinen Stronach vor. Ja, einer geht noch? Ein politischer bitte.

Ja, machen wir noch einen.

Schauen wir noch einen.

[EINSPIELUNG]

Naja, wird’s zum Bundeskanzler kommen? Wenn ja, wer soll’s denn werden?

Jaja, wird amal kommen! Man muss ja, man muss ja, man muss ja… Man soll nie irgendetwas machen, wo man net etwas glaubt. Zum Beispiel der Lincoln hat drei, viermal probiert Präsident von Amerika. Aber er ist immer gescheitert, aber er ist es trotzdem geworden.
Also man soll nie sagen, gleich aufgeben, und die… Also ich will noch einmal erwähnen…

Aber Sie wissen, wo Sie jetzt stehen in ihren Umfragen. Das wissen Sie, nehme ich an.

Aber deshalb machen wir Änderungen, deshalb haben wir ja einen Säuberungsprozess. OK. Und man kann…

Säuberungsprozess?

Man kann nicht…

Ah, Sie meinen jetzt… Ist das ein bewusst gewähltes Wort jetzt, Säuberungsprozess?

Ist ein Säuberungsprozess. Weil man kann nicht bauen auf Leute, die den Charakter nicht haben. Das geht nicht.

Sie wissen schon, dass dieses Wort in Österreich jetzt nicht sehr gut ankommt.

Naja, alles muss ja sauber sein. Es gibt ja Firmen, die Saubermacher heißen. Es gibt ja alles. Es muss ja alles gereinigt sein.

Aber da geht es um die Menschen.

Nojo, Menschen. Menschen ist es auch, wichtig ist der Charakter. Wenn der Charakter nicht stimmt, kannst du nie was bauen. Wenn der Charakter nicht stimmt, kannst du nie das Ziel erreichen. Aber reden wir… wir haben jetzt… wir sprechen über das Thema, reden wir über die Wirtschaft.

Wir reden über die Wirtschaft auch. Also, wir reden über, ich sag es Ihnen, wir reden über die Politik, wir reden über ihr Team und wir reden über die Wirtschaft und dann viele andere Themen auch noch. Ich würde jetzt sagen, schauen wir uns einmal die an, die nach wie vor sehr loyal zu Ihnen sind. Die… Wir haben zwei gefunden und da schauen wir uns jetzt einen Filmbeitrag an von Ernst Johann Schwarz und Alexander S.

[EINSPIELUNG]

Herr Stronach, zwei Berater sind jetzt nicht sehr viele. Gibt es nicht mehr, die Sie intensiv beraten?

Ahhh…

Oder brauchen Sie nicht mehr?

Ahhh… ich glaube… Zwei… je nachdem. Man hat gewisse Themen, wo man vielleicht besondere Berater braucht. Aber ich glaube für mich genügt es. Aber wenn ich immer so zuschaue, es wird immer nur Negatives gebracht.

Das war jetzt nicht negativ…

Nein, nein, nein, nein…

, Die haben doch Hymnen auf Sie gesungen, der Herr Krüger und der Herr Kaltenegger…

Sie unterbrechen mich laufend. Zum Beispiel hat einer gesagt, vom Fußball versteht er nichts, da ist er auch gescheitert. Ich habe die Austria Wien für fünf Jahre geführt. Ich habe sie fast aus dem Konkurs eigentlich fast gerettet. Wir wurden zwei Mal Meister, vier mal Cupsieger. Das wird nie mehr, das wird nimmer…

Jetzt muss ich Sie als Fußballfan…

…bitte darf ich ausreden?

Darf ich aber die Frage stellen?

Nein, Sie fragen nur.

Na, fragen Sie.

Ich kann nicht antworten, wenn Sie nur Fragen stellen. Ich denke die Fragen sollen kurz sein und die Antworten sollen wirklich die Antworten sein. Die Fußballakademien sind ja durch mich entstanden. Wenn man jetzt in der Nationalmannschaft schaut, vom Alaba bis viele andere, die kommen ja alle aus meiner Akademie. Also ich habe sehr viel dazu beigetragen, für den Fußball. Und ich glaube, so was wird nie mehr passieren, dass eine Mannschaft in fünf Jahren zwei Mal Meister wird und fünf mal Cupsieger wird.

Darf ich da als Fußballfan – das verzeihen mir jetzt die innenpolitischen Zuschauer – eine Zusatzfrage stellen. Jogi Löw, den haben sie hinaus geschmissen, weil er gegen den Letzten verloren hat. Und der ist dann mit Deutschland Weltmeister geworden. Haben Sie da den richtigen Griff gehabt?

Das sind die Umstände, nicht. Ich mag den Jogi, wir sind im Guten auseinander gegangen, aber ich glaube das passt für Österreich nicht ganz so. Weil zu mir hat er gesagt: „Burschen, ihr müsst’s Gras fressen“, nicht. Das geht nicht, das geht nicht hier. OK, und deshalb habe ich gesagt, pass auf, in Deutschland wirst du es besser machen. Vielleicht wirst dort Weltmeister. Geh nach Deutschland.

OK, gehen wir weg vom Fußball. Kaltenegger und Krüger, das sind ihre zwei Berater. Können Sie uns da ein bisschen erzählen, wie da die Beratertätigkeit abläuft. Kommen die auch nach Kanada oder gibt es da Telefonate?

Äh…, ich… Wir vergeuden so viel Zeit.

Na, wir wollen ja wissen, wer hinter Ihnen steckt.

Ich hab schon vorher… Ich kenne den Michl Krüger schon für viele Jahre und wir treffen uns öfters und wir haben sehr nette Gespräche. Er hat sehr viel Erfahrung. Und den Joschi Kaltenegger kenne ich weniger lang, macht mir aber einen sehr guten Eindruck, dass er einen guten Charakter hat und auch intelligent ist. Also, ich… Zum Beraten, ich hab wenig Berater.

Treten Sie an in Oberösterreich, das Team Stronach?

Das Team Stronach. Nein das Team Stronach wird nicht antreten. Aber der Leo Steinbichler hat zu immer gesagt, er möchte gerne beim Team Stronach bleiben. Ich habe zu ihm gesagt, pass auf, aus der Reihe darf man nicht mehr tanzen. Aber wenn ahhh… und er sagt mir, kann ich ihm einen Wunsch erfüllen, er möchte gerne in Oberösterreich antreten. Habe ich gesagt, dann muss es eine neue Partei, eine neue Gruppe sein. Den Namen Stronach kannst nicht verwenden und kein Geld geb ich auch nicht. Aber ich habe ein gutes Verhältnis mit dem Leo Steinbichler und er möchte gerne in Oberösterreich antreten, weil er ist von Oberösterreich. Und er hat schon angekündigt, dass er antreten wird und vielleicht macht er das recht gut.

Also ohne Stronach wird er antreten. Ohne den Namen Stronach?

Der Name Stronach da muss ähhh… wir haben das alles ein bisserl schnell gemacht. Wir haben auch Fehler gemacht, ohne Zweifel. Und es ist schwierig. Es sind so viele, also man will ja verhindern, dass ja keine neue Partei reinkommt und besonders niemand gleich Stronach. Weil der könnte gefährlich sein, der könnte das System ändern. Ich möchte nur einmal sagen, das zu den Zuschauern, im Laufe der Jahre war ich ins sehr vielen Aufsichtsräten, ich war in Aufsichtsräten von Banken, Spitälern, Universitäten, New Yorker Stuck Exchange und ich bin bekannt. Es ist eine Marke in der Welt. Frank Stronach hat sehr viel Erfahrung gemacht und sehr viel Soziales. ‚

Wien, werden Sie, in Wien werden Sie nicht antreten. Warum eigentlich nicht?

In Wien, nein – wir haben, nicht, wir haben durch Probleme, die wir in der Partei gehabt haben. Wir müssen uns neu orientieren. Wir haben einen Neustart. Wir müssen die Themen, die sehr wichtig sind, müssma zum, müssen wir zu den Bürgern bringen, zu den Leuten. Aber wir haben nur, unser Team, war vorher nur geredet, was nebensächlich, zum Schluss, wenn die fertig war, hat keiner gewusst, von was die gesprochen haben. Wir haben – ganz wichtig, nicht. Gehen wir noch einmal zurück auf die Wirtschaft, dann könn ma, seh ma noch wie überbleibt.

(lacht)

Wichtig ist, ja… die Wirtschaft…

(lacht) Sie moderieren so gern.

Für die Arbeitslosen, sind das jetzt. Sie haben eine sichere Anstal-, Anstellung, wahrscheinlich pragmatisiert…

Na, das geht ja gar nicht. Ich bin ja kein Beamter.

Aber jeder Zuschau… wir haben vierhundert, wir haben 450. Na, das wundert mich sowieso. In Österreich Beamte, Arbeiter, Angestellte, was haben wir da für Klassenunterschiede. Ich versteh’ das nicht. Also, äh, die Wirtschaft kann ja nicht von …, die Wirtschaft kann ja nicht, die kann ja unmöglich funktionieren, ich geb hier…

Ich unterbreche Sie ja so ungern.

Ich geb hier ein kleines, ich geb hier ein…

Aber gut, ja.

Ich geb hier eine kleines. Das ist…

Aber Sie lesen nicht das Buch…

…das Steuer.

Herr Stronach, bitte.

Nein, ich hab, ich les das in der Abend, zur Abendlektüre. Ist zu lesen wie ein Telefonbuch, schaut auch gelb aus. Aber zum Bei… ich, ich könnte so viel Taus-, Hunderte von, von, von Passagen reden. Ah, ah, wir haben hier… nicht, da muss ich kurz auf, da sind so viel Seiten drinnen.

Aber was kommt denn jetzt ungefähr, nur dass ich es weiß?

Na, na, na, hier, ich les jetzt nur eine, eine, eine, einen kleinen Paragrafen.

(stöhnt) No. Servas.

„Die Umsätze der Blinden (§6 Z10 UStG 1972), wenn sie nicht mehr als drei sehende Arbeitnehmer beschäftigen und die Voraussetzungen der Steuerfreiheit durch eine Bescheinigung über den Erhalt der Blindenbeihilfe oder durch eine Bestätigung der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde oder durch den Rentenbescheid oder eine Bestätigung des zuständigen Bundesamtes für Soziales und Behindertenwesen nachweisen. Nicht als Arbeitnehmer gelten der Ehegatte, der eingetragene Partner…,“

Ich drehe nur meine Uhr zu Ihnen… Wie lange sie schon lesen.

„…die minderjährigen Abkömmlinge, die Eltern des Blinden und die Lehrlinge. Die Steuerfreiheit…“

Herr Stronach… (lacht)

„…gilt nicht…“

Ja.

Bin fertig. „…für die Umsätze von Gegenständen, die einer Verbrauchsteuer unterliegen, wenn der Blinde Schuldner der Verbrauchsteuer ist.“ Also, wir haben, schauen’s einmal rein da in die Bücher, das sind, wie kann da ein Land funktionieren. Also ich, für mich ist es unverständlich, das sind Tausende von Paragrafen. Also, ich könnte noch einmal… aber… Zeit. Schauts einmal rein in die Bücher.

Jetzt haben Sie drei Minuten übrigens durchgeredet.

Okay, gut.

Ja, ich wollte noch einen einzigen Punkt, bevor wir…

Ja.

…zur großen Wirtschaft kommen, behandeln. Wie Sie in die Politik überhaupt gekommen sind. Und auch dazu haben wir eine kleine Einspielung vorbereitet.

[EINSPIELUNG]

Ihre Freunde haben wirklich gesagt „Bist deppert?“ zu Ihnen?

Ja, viele Freunde haben gesagt: „Frank, warum tust dir das an?“ Aber, das Leben ist kaum beschr-, ist unbeschreibbar eigentlich, wie gut das Leben zu mir war. Ich hab hinter meiner Farm einen großen Wald, wenn ich da manchmal spazieren geh und setz mich auf einen Baumstock hin oder auf einen Stein, dann lass ich mir so, wie gut das Leben zu mir war. Und, und ich glaub, ich hab ein Gewissen, und auch, vielleicht auch eine Verpflichtung.

Und ich fühle mich begnadigt, dass ich versuchen kann, den Geist, das Denken zu erwecken in Österreich, dass es nicht so weiter gehen kann. Und weißt, wenn man mal hungrig war und unten, ganz unten ist. Und alle hintreten. Und dann, ich war immer schon gegen Ungerechtigkeiten und. Äh, und ich weiß es ist, es ist leichter den Bach runter zu schwimmen. Ich weiß, es ist leichter mit dem Wind zu fliegen. Aber ich bin wer ich bin. Und ich bin so unabhängig, ich kann das sagen, was mir am Herzen liegt.

Und ich versuche konstruktiv zu sein. Und niemand kann sagen, dass ich meine Stimme mal erhoben hab. Oder, äh, also ich, ich, ich bin begnadigt, dass ich das für Österreich machen kann. Wenn wir keine Änderungen machen, wenn nicht bald die Konsequenzen ziehen

(unterbricht) Eine private Frage noch, eine.

…dann fahren wir gegen die Wand.

Wer ist der wichtigste Mensch in Ihrem Leben? Gibt’s jemanden, wo Sie sagen, da kann ich mich immer drauf verlassen, da zieh’ ich mich zurück?

Du, alle Menschen sind wichtig. Natürlich mit der Familie ist man, äh, noch enger. Ich hab eine Enkeltochter und ich sage immer: „Das ist die einzige Frau, die mir einen Befehl geben kann.“ Aber weißt, die sagt, die fragt so nett, dass ich eigentlich, ah, dass ich nie ‘Nein’ sagen kann. Also natürlich hab ich, ah, also Freunde, die, die wo man ein bisschen näher über Dinge spricht. Ja?

Jetzt kommen wir zur Wirtschaft. Jetzt habe ich mir das ein bisserl angeschaut, was Sie so sagen. Zum Beispiel beim Thema Energie sagen Sie, die Gesellschaft muss sich von Energie aus Öl trennen. Die Strommasten muss man zu Windrädern umbauen. Sie sind kritisch zur Gentechnik. Sind Sie im Herzen ein Grüner?

Das bestimmt nicht. Das, das, so etwas habe ich nie. Du, du, man kann mich aufwecken, jederzeit. Ich weiß, was ich sage. Natürlich muss man versuchen, dass man… wir alle wissen, wir verbrauchen soviel Öl im Tag, was, als ob die Donau runterspricht, wenn man alles zusammenzählen würde, von Tokio, Los Angeles, Paris, Moskau, also das ist mehr als ob die Donau runterspri…, runterrinnt. Und wir alle wissen, das wird früher zu Ende gehen wie später. Und natürlich muss man da auch schauen, wo kann man noch Energie herbringen und Windräder und, und, Sonnending. Das sind alles wichtige Elemente. Und ich möchte auch sagen, ich habe das erste Elektroauto gebaut. Und, und, ah, wir waren die ersten von General Motors, wo ich, wo ich ein Elektroauto umgebaut hab, was in Kalifornien benützt wird, mehrere. Und ich war auch zuständig, nicht, für, nicht, ich hab den E, den Ford Escort, das ist das meistverkaufte Auto in der Welt, wo ich diesen Escort also elektrifiziert habe. Ich bin dann nach Detroit runtergefahren zum Präsidenten von Ford und der gleich, wir haben gleich, eine, eine, eine Ding unterschrieben, einen Vertrag.

Sind Sie ein Grüner im Herzen?

Ein Grüner ich… ah.

Oder haben Sie grünes Gedankengut?

Ah, ich seh nicht grün, ich seh nicht. Das ist alles. Natürlich, die Umwelt. Wir, wir, wir atmen die gleiche Luft. Wir trinken das gleiche Wasser. Die Umwelt ist ja sehr, sehr, sehr wichtig. Und die, das Wichtigste ist: Können wir ausbalancieren die Wirtschaft mit der Umwelt, das ist die Frage?

Würden Sie gerne politisch mit den Grünen zusammenarbeiten oder sagen Sie, das…?

Noch – nein, das sind, die haben keine, da sind keine Werte da. ‚ Nicht, äh, wie da der ESM, der… das heißt, der europäische Stabilisierungsmechanismus. Wie das zum am, die haben alle zugestimmt, das waren eigentlich nur, äh, äh, nur also um, um Fehlinvestierungen der Banken, nicht? Also zu helfen und weil ma jetzt amol sind, die haben hier gsehn, da wurd i davor gfragt ja, da i gsagt hab, wir müssen das überdenken, wenn… äh… wenn Berufskiller irgend… sogma des Kind eines Richters erschießt, oder was, wir müssen mal, da würde ich die ganze Demokratie.. äh… gefährdet sein, oh, da müss’ ma nach, nimm das ernst, aber ich komm jetzt auf den Punkt.

Also Sie…

Ich komm jetzt auf den wichtigsten…

Sie wiederholen das jetzt noch einmal.

Ich komme jetzt auf den wichtigsten Punkt, bitte lassen Sie weil… Niemand: Wir schauen alle Fernsehen. Wir sehen, wie Tausende von Frauen und Tausende von Kindern abgemetzelt werden. Niemand rührt den Finger, niemand. Niemand schreibt Protestschreiben. Wir lernen von der Geschichte nicht, wie der Hitler das gemacht hat, ich verstehe das nicht, es müsst Notschrei geben – zur UNO, zur NATO… die Lösung ist, wir müssen Spezialtruppen runter schinden, ähm, äh, schicken, oder senden, in die Länder und Schutzzonen errichten, damit die …

Wer?

…die… durch die UNO Wir müssen da Schutzzonen wo diese, wo die die Flüchtlinge, die durch Religion und politische Ding hier, muss Schutzzonen also errichten könnten, und das, und das würde die Lösung sein. Wenn man bedenkt, hier jetzt sind ein paar Tausend kommen, die nächste Welle ist halt a paar Hunderttausend und dann die Welle kommt für Millionen, also eine Völkerwanderung.

Jetzt haben’s so viele Themen angeschnitten, ganz kurz…

Ja?

…Sie sind beim Auto jetzt draufgekommen, auf das was Sie jetzt sagen, also wie Sie dann mit Hanno Settele Auto gefahren sind, würden Sie sagen, Sie sind, Sie bleiben dabei, Sie sind für die Todesstrafe…

Äh, hä, ich sag wir müssen…

…in bestimmten Situationen…

Ich persönlich welche Ding hier, ich… äh… ge… gewisse Dinge das ist es sehr sensibel, und soll auch sein. Und ich werde nie sagen, dass Geistesgestörte… Aber, ich sage nur muss, man muss das durchdenken, wenn die ganze Demokratie, sag ma wia, es gibt ja Zustände wie sag ma in Kolumbien, nicht? Wir alle wissen Drogenmafia hat lang, lang, äh lang k… kontrolliert. Und in Italien, haben ja auch die Mafia großen Einfluss gehabt immer. Und da wurden auf Leute… äh… getötete oder, wir müssen uns das ja überlegen um Demokratie, sonst bricht alles zusammen.

Die Todestrafe in bestimmten Situationen. Jetzt sitzt keine Dr. Nachbaur mehr hinter ihnen, die sagt “Frank, da Spiel ich nicht mit”.

Pass auf, die, die Frau Nachtuhr brauch’ ich wirklich nicht.

Aber damals hat sie Sie zurecht gewiesen. Jetzt sitzt sie nicht da.

Das ist ihre Anschauung, ich hab nur erwähnt, das ist ein sehr ernsthaftes Kapitel. Das kann, wo die ganze Demokratie, das ganze Land, zu-, zammenbrechen kann. Da müssen wir das ernsthaft durchstudieren. Okay?

Die Todesstrafe, gut. Jetzt. Oder nicht gut (lacht). Jetzt sagen Sie, äh, man soll vor Ort helfen – wenn ich Sie richtig verstanden habe.

Äh, nein, nein.

Damit keine weiteren Flüchtlinge kommen, oder?

Na, was mich wirklich zum Bedenken gibt, was haben wir für eine Gesellschaft hier, die sitzen alle ruhig zu und schauen Fernsehen, und und und sehen wie tausende Frauen und Kinder abgemetzelt werden. Wie kann das passieren? Wie kann das passieren? Lernen wir nicht von der Geschichte? Das muss ja Notschreien, Aufschrei. Und das ist die, das ist die, die, die zivilisierteste … ah… ah…. Struktur, die man haben könnte. Spezialtruppen, Sicherheitszonen zu errichten, und den Leuten zu helfen…

Wo überall?

…die Politischen. Wo immer die Länder sind. Wir haben genug Truppen. Wir haben genug Personal. Und wir haben, es ist eine, es ist eine Sache der Zivilisation, für zivilisierte Leute drüber nachzudenken.

Was bedeutet das für Österreich? Weil Sie sagen, in der Asylfrage, “da kommen immer mehr, da kommen immer mehr”. Wie sehen Sie dieses Problem?

Na ich mach jetzt eine kurze Frage, Sie haben den Herr Strolz gefragt, wie viel, ah, Asylbewerber er aufnehmen würde. Wie viel würden Sie aufnehmen?

Ja, das hab ich ja gestern schon in der Zeitung gelesen, dass Sie mich das fragen, ja ja (lacht).

Aber ich möchte dass Sie auch sagen, das ist eine Frage, wie viel würden Sie aufnehmen?

Na-, Natürlich ist das ein schwieriges Thema…

Is ned schwierig.

Na, es ist ein schwieriges Thema, vor allem deshalb weil wir hier vereinbart haben, dass ich die Fragen stelle und Sie die Antworten. Aber wir können gerne diskutieren.

Ist ja schön wenn ma auch Fragen stellen kann.

Na dann drehen wir es um, dann frage ich Sie jetzt noch ein mal, würden Sie Familien aufnehmen, oder haben Sie…

Ich hab bewiesen… da war mal ein- ein- ein- eine große Hurricane in Louisiana, da wurden Hunderttausende, also Tausende, da hab ich fünfhundert Flüchtlinge gleich Quartiere hergestellt, gleich de ham no mehr, ganzes Dorf, für denen gebaut. Also ich, wenn es Sozialfragen kann, kann sich niemand messen mit mir.

Was ist jetzt mit Flüchtlingen? Sie haben einmal gesagt man muss unterscheiden zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und anderen Flüchtlingen. Wie sehen Sie diese Situation jetzt in Österreich?

Äh, wie es jetzt ist, das war sch… das war sch… schlecht geplant. Das war schlecht, also, man hat nie drüber gedacht.

Wo sollen sie hin?

Na wo sie, wir müssen alles mobilisieren, um Sicherheits… äh um Sicherheitskräfte Militär in die Länder rund ober diese Probleme sind. Und Schutzzonen errichten. Das würde nur eine Fraktion kosten, was es jetzt kostet. Aber, äh, nicht die Österreicher ist ein kleines Boot, ah, es haben nur so viele Platz, dann geht’s über. Europa ist ein kleines Boot. Jetzt kommen dann, nicht, zum guten Glück sind wir alle zivilisiert, nicht, ah, also wenn jetzt die alle kommen, jetzt sind es, jetzt sind es etliche Tausend dann sind es Hunderttausend dann sind’s Millionen, wir erschießen die doch nicht, das ist ja unzivilisiert. Es geht nicht. Es ist eine, also, Europa würde, es würde Selbstmord sein. Also deshalb, wir brauchen… mich stört es, es gibt kein rationales Denken. Also, für mich ist das so klar, und ich, ich wundere mich, warum die Leute sich nicht aufregen, es ist eine ganz eine klare Sache, die, die Flüchtlinge wollen, die… würden dort sein wollen, wo ihr Land ist und im Laufe der Zeit, durch Belehrung, durch Schulen können ma diese fanatische Räuberbanden vielleicht, dass die, als dass die, ah, dass ma… ein Umdenken gestalten kann.

Jetzt kurzen Sprung ins Jahr 1954. Da sind Sie gegangen. Jetzt kann ma sagen: Wirschaftsflüchtling ist ein blödes Wort, ja, wieso sind Sie eigentlich nicht in Österreich geblieben, damals?

Ich war ein junger Bua. Ich war, was war ich? 18, 19 Jahre. Ich hab die Welt wollen sehen, keine großen Illusionen gehabt. Die erste Zeit war sehr schwer, hab schon vorher erwähnt, ich war hungrig. Hungrig, weil ich, äh, kein Geld gehabt zum Essen kaufen. Das lässt so tiefe Eindrücke. Und da, und da erfahrt man so viel… äh, ah, ah… also an Ungereimtheiten, und und und ah, Behandlung, und das lässt tiefe Eindrücke. Und deshalb, ich hab die Möglichkeit, ich bin so frei, dass ich für die Leute kämpfen kann, die unten auf der niedrigsten Stufe sind. Und da kommt man auch dort hin, ich hab einen Do-Tank errichtet, in Washington. Es gibt so viele Think-Tanks, die nur immer denken, die tun nie was. Zum Beispiel ich sage, ich hab, ah, ich treffe sag ma den Chairman von der Republican Party, von der demokratischen Party, ich treffe, und ich sage zu denen: “Ich sehe Amerika als das letzte Land, wo vielleicht das freie Wirtschaftssystem überleben kann. Ohne freien Wirtschaftssystem kann es keine freien Nationen geben.” Aber ich hab gesagt, “ihr habt’s kein Problem, wo ein Arbeiter euch wählen sollt”. Wir müssen es, die die, in der Zukunft kann keine Gesellschaft bestehen, wenn nicht ökonomische Demokratie haben. Die Magna, die ich aufgebaut, ist ja eine neue Kultur. Wir nennen es das faire Wirtschaftssystem, die Grundphilosophie von fairen Wirtschaftssystem ist, die Menschenrechtsverfassung, und alleine ist sie nicht gut genug. Wir müssen sie verstärken durch ökonomische Rechtsverfahrensgesetze. Ökonomische Rechtsverfassungsgesetze würden zu ökonomischen Demokratien führen. Und ökonomische Demokratien sind die Basis an und für sich für Demokratie. Und das ist ein unserer Werte, ein unserer Werte wie in unserer Partei, wir sagen die Arbeiter haben ein moralisches Recht auf einen Teil des Profites, den sie durch ihren Fleiß mit der Wirtschaft hat. Sagt eine andere Partei das, wo sind die Arbeiterparteien?

Ganz kurz…

Ich bin der Einzige, wir, unsere Partei, wir sind für die Arbeiter.

Wenn jetzt jemand nach Österreich kommt, von wo anders. Und zwar nicht weil Krieg herrscht in seinem Land, sondern weil er, unter Anführungszeichen “Wirtschaftsflüchtling” ist, macht er dann nicht was ähnliches wie Sie selbst? Würden Sie das verstehen?

Ich verstehe ja ihre.. Ja wir sind ein kleines Land, und das hängt nicht, wir sollen ja auch, ahh, wir sollen, das Land soll nicht so verschlossen sein, dass wir uns nach außen hin nicht bewegen, äh, nicht mehr bewegen und nehmen und abschirmen, nicht. Es gibt wunderbare Kunst in Ländern. Es gibt sehr kluge Köpfe in den verschieden Ländern. Wir sollen immer offen sein, dass wir eine weltoffene, ah, Kultur und Land haben.

Wie gefällt Ihnen denn Europa, so wie es derzeit verfasst ist? Was hat man in Griechenland richtig und falsch gemacht?

Ein Europa geht den Bach runter. Was man in Griechenland gemacht hat, das war ein Verbrechen gegen Griechenland. Wie die Hochfinanz gesehen hat, dass Griechenland zur EU kommt, da haben sie, haben sie Milliarden reingepumpt. Wie sie gesehen haben, dass die Griechen, die haben schon Tausende von Jahren so gelebt. ‚ … also was ist falsch, ein bisschen mehr am Strand zu sein, ein bisschen mehr an der Bar. Wie sie gesehen haben, die Griechen ändern sich nicht, dann haben sie Angst gekriegt. Dann sind sie zur Regierung: “Wir brauchen das Geld. Wir brauchen das Geld”’.

Ja, was heißt das jetzt? Wären Sie vielleicht…

Ja, was soll das heißen? Das ist ein Verbrechen an der griechischen Bevölkerung.

Ja, aber was hätte man jetzt tun sollen? Einen Grexit?

Nein, nein, nein, nein, nein…

Oder Insolvenz gehen lassen?

Was man jetzt macht, wir helfen nur den Banken. Wir sollen den Leuten helfen.

Na schon, aber was machen wir jetzt? Sie haben doch mal gesagt, einen Landes-Euro haben Sie einmal gesagt.

Wir machen jetzt einen Blödsinn. Wir helfen den Banken. Die Banken, die, das die das… die Griechen selbst kriegen ja kaum ein Geld… die haben ja nichts davon. Wir haben immer schon gewusst, die Südstaaten waren Agrarstaaten. Wir haben schon gewusst, die nördlichen Staaten waren Industriestaaten. Das war nie ein faires…

Die hätten gar nicht in die Europäische Union kommen sollen, auch nicht in den Euro?

Nein, nein, nein. Nein von dem spricht er nicht. Wenn man das durchliest, was ich vorschlage, das sind vernünftige, vernünftige Strukturen, die in der Praxis schon existieren und so weiter. Nein. Ich bin für einen Euro. Aber jedes Land soll seinen eigenen Euro haben.

Ja, aber, ich, ich habe schon damals nicht verstanden. Dann kann er dann Schilling heißen.

Pass auf…

Nein, ich verstehe das schon.

Setzen wir uns mal zwei Stunden zusammen, dann wirst du es verstehen.

Na, ich habe Volkswirtschaft studiert, so ganz blöd bin ich da auch nicht.

Das habe ich nicht gesagt. Das ist ein sehr, das ist ein sehr…

Na, aber ich verstehe es nicht.

…ein sehr heikles Thema und ein kompliziertes Thema.

Ja, ich habe es nicht verstanden. (Pause) Vielleicht schaffe ich es wirklich nicht, es zu verstehen.

Nochamal… Pass auf…

Man kann doch nicht… wo ist der Unterschied, wenn ich…

Setzen wir uns mal zwei Stunden in ein Gasthaus und trinken ein Glaserl Wein…

Das machen wir sehr gerne.

Du bist ja aus der Steiermark.

Nein, ich bin aus Oberösterreich.

Aus Ober…, aber ja, aber ja ok.

Wo ist der Unterschied, wenn ich zurückgehe zur Drachme, zur DM, zum Schilling. Was weiß ich… Was ist der Unterschied zu einem Landes-Euro.

Da ist ein großer Unterschied. Die Idee, die Grundidee ist ja davon…

Die ist richtig, oder?

…dass wir…, dass wir uns letztendlich, dass wir uns einander verstehen, dass wir zusammenkommen. Wenn der Drachme, wenn wir Griechenland allein lassen hätten, und sie hätten einen Euro gehabt sagen wir zum gleichen Wert wie der Drachme, langsam… Weil wir Menschen wollen immer schauen, wo irgendetwas gut gemacht wird, das wollen wir doch kopieren. Und langsam über drei, vier Generationen werde dann wenig Unterschied gewesen sein. Aber jetzt… du kannst, das ist ja unmöglich. Eine Fehl.., eine Fehlgeburt. Da wurden so viele Fehler gemacht und da, ja. Also, noch einmal: Griechenland war ein Verbrechen gegen Griechenland. Wir haben nur die Banken gerettet.

Österreich, Sie sagen Verwaltungskosten – habe ich nachgelesen -, pro Jahr um fünf Prozent senken. Das wird aber sehr schwierig werden. Würden Sie eine Ebene herausziehen?

Ich, ich, ich, ich…

Würden Sie, ich weiß nicht, die Bezirkshauptmannschaften einstellen oder, oder die Bundesländer…

Nein, ich, ich, ich bin immer sehr…, ich glaub, ich bin sehr zivilisiert. Man kann nie reingehen mit einer Motorsäge. Weil es sind Menschen damit verbunden. Aber man kann leicht, leicht fünf Prozent. Wenn wir es nicht machen, nicht, wenn wir zu den Griechen schon damals, vor fünf, zehn Jahren gesagt hätten: “Ihr müsst um fünf Prozent…”, dann würden sie gut dastehen. Und wir, wenn wir so weitermachen in Österreich müssen vielleicht um zehn Prozent reduzieren. Jetzt, wenn wir noch darüber nachdenken, wenn wir klug… Und ich bin jederzeit bereit mit dem Finanzminister, mit dem Bundeskanzler… ich habe kein Patent für, für gute Dinge, nicht. Ich will der Menschheit dienen, ich will Österreich dienen. Also wir, wir… aber wo die Verwaltung zum Beispiel.

Aber…

Schau dir die ganzen Kammern an. Pflichtbeiträge, da kann man mal einsetzen, dass in den Kammern jedes Jahr um 20 Prozent die Pflichtbeiträge verkürzt werden.

Ja, da kommen auch nicht auf fünf Prozent…

Es werden noch immer welche dabei sein, die nicht freiwillig. Also, in fünf Jahren wird es keine Kammern geben, aber wenn die so gut sind, dann würden die freiwillig sagen: “Das ist eine gute Sache, davon profitiere ich. Da bin ich ein Mitglied.” Schau ma mal, ob das so passiert. Wett ma das, wett ma das, wie das sein wird, wenn die Kammern bestehen, wenn kein Pflichtbeitrag ist. Dann können wir wetten darauf.

Sie sagen auch, Gemeindewohnung privatisieren. Sagen Sie auch.

Das ist ja ein Ding. Gemeindewohnung warum? Die Leute sollen Besitzer sein. Man soll Leute helfen können und dann braucht man eine starke Gemeindewohnung. Die Leute, die dort wohnen, sollen günstige Möglichkeiten haben, die Wohnung zu kaufen und zu besitzen.

Aber, wenn ich… das sind alles Vorschläge…

Nein, das gar nicht…

…die möglicherweise in Ihrem Sinn sind. Aber wie wollen Sie auf fünf Prozent kommen?

Du. Ich, ich kann mich hier nicht, die ganze Ding. Das würde, wir würden ein paar Stunden dazu brauchen. Dann kann ich ganz deutlich erklären, wie leicht es geht und wie können wir, wie können wir wieder eine gutes Wirtschaftsfundament haben.

Nationalrat auf 150 verkleinern, haben Sie einmal gesagt.

Na, das ist noch immer zu groß für so ein kleines Land wie Österreich. Wichtig ist, was ich gesagt habe: Äh, wir müssen verstehen, die Regierung ist das Managementteam eines Landes. Und unglücklicherweise besteht sie aus Politikern. Das Mandat eines Politikers ist gewählt zu werden oder wiedergewählt zu werden. Das heißt, alle Entscheidungen werden gefällt, was muss ich tun, um wiedergewählt zu werden. Nicht, was muss ich tun, um dem Volk zu dienen. Und deshalb sage ich: Zwei Perioden würden genug sein. Dann sollten die Politiker wieder raus, unter der Bevölkerung und mit diesen Gesetzen, diesen Paragrafen leben, die sie im Parlament beschlossen haben. Keine sicheren Staatssesseln, dann würden sie sehen, wie schwierig es ist für die Leute hier in Österreich zu leben. Wenn man von den Pensionisten redet. Da gibt es über eine Million, die nur 500.000… äh… 50, 500 Pension haben im Monat. Es gibt über eine Million, die weniger wies 1.500 verdienen im Monat. Wie kann man da leben? Die Angestellten und die Beamten haben das Zehnfache. Also, was haben wir für eine Gesellschaft hier? Was haben wir für eine Gesellschaft?

Herr Stronach…

Ich kann das sagen …

Sie dürfen alles sagen, gleich noch viel mehr.

OK.

Ich lade Sie jetzt ein zu einer letzten Wanderung, da rundum diese schöne …

Ja (trinkt).

…Gegend hätte ich fast gesagt… Rundum diese…

Das ist eine schöne Gegend.

Ja, das ist eine schöne Gegend. Ja, rundum diese…

Ja, eine schöne Stra… Gegend.

Die Kameras hier.

Ja.

Wir gehen jetzt zu unserer letzten Position.

Ja.

(kurze Pause)

Wenn Sie die erste Sendung gesehen haben, dann wissen Sie eh, was nun kommt. Das ist eine Art Wordrap. Wo ich Sie einfach ersuche…

Bi-, bitte, das ist wie im Kindergarten…

Na, nicht Kindergarten.

Ich habe Kinder sehr gerne. Wir haben so wichtige Sachen im Land zu reden.

Eh, aber… wir haben jetzt ganz viel geredet.

Nein, das kann man… schicken Sie mir das zu und ich beantworte das schriftlich. Die kleinen Fragen. Welchen Roman, welchen Film…

Na, na, na…

…bitte, wir haben so wichtige … es würde noch so viel zum Erzählen sein… die Leute sollen auch noch wissen.

Jetzt waren wir alle so diszipliniert…

Das Team Stronach ist die einzige Partei, die neue Werte, die das System ändern könnten.

Das wissen wir.

Wenn ihr mir zuhört, dann meldet ihr euch, seid beim Team Stronach dabei. Das ist die Zukunft für Österreich.

Wir machen jetzt keinen Wahlkampf. Ich spiele jetzt trotzdem die Rubrik ein, die wir vorgesehen haben.

Ja.

[EINSPIELER]

Das Vertrauen zu jemandem verliere ich, wenn…

…wenn sie den Ehrenkodex ignorieren. (lacht)

Ich kann mich schwer kurzfassen, weil…

Ähh, weil meine Zeit sehr wichtig ist.

Ein Leben ohne Arbeit kann ich mir nicht vorstellen, weil…

…weil Arbeit für mich ist nicht Arbeit. Arbeit ist für mich, wenn ich ökonomisch gut dastehe, dann kann ich etwas dazu beitragen zu einer besseren Welt.

Frauen bedeuten für mich…

Frauen bedeuten für mich… äh… Sie sind Menschen wie wir. Und man muss versuchen, mit jedem Menschen sehr respektvoll umzugehen, ja.

Menschen wie wir ist eine interessante Annäherung. Was andere von mir denken, ist mir egal, weil…

Nein, das möchte ich nicht sagen. Jeder will haben, dass man respektiert ist. Jeder will… Wichtig für mich ist, was meine Freunde über mich denken. Das ist mir… meinen Freunden erkläre ich immer, warum ich das und das mache. Aber ich kann natürlich – natürlich die Medien sind nicht sehr freundlich zu mir. Die stellen mich immer ganz anders da, wie ich bin. Immer wenn ich zum… Ich habe so viel gemacht für Österreich. Ich hab 12.000 neue Arbeitsplätze, Milliarden an Steuern durch die Lohn-, die Umsatzsteuern und das alles.

Äh…

Ich habe 150 Millionen an Sozialspenden gegeben…

Wenn ich plötzlich arm wäre…

Ich bin das gewöhnt. Ich bin das einfache Leben gewöhnt.

Wenn mir jemand widerspricht, dann…

Dann… äh… wenn das eine Dummheit ist, dann ignoriere ich das. Wenn wer etwas spricht und das macht guten Sinn, ich, man kann immer dazulernen.

Meine größte Fehlinvestition war…

Nein, ich habe nie das gesehen als Fehlinvestition. Manchmal setzt man, manchmal setzt man sich zurück und denkt darüber nach, hätte das Geld vielleicht irgendwie anders investieren oder einbringen können? Natürlich denkt man darüber nach. Aber ich bereue es nicht. Ich… Das Einzige, was ich bereue, ich war ein paar Mal ein bisschen persönlich und das soll man nicht sein. Für das möchte ich mich entschuldigen. Ich will nur das System ändern, das System – wir fahren gegen die Wand und es ist schon sehr spät. Ich könnte sehr viel dazu beitragen. Ich bin jederzeit bereit mit dem Bundeskanzler, mit dem Finanzminister, mit dem Wirtschaftsminister. Jederzeit bereit.

Es ist schon sehr spät.

Sehr spät (lacht).

Sie haben mir das Schlusswort gegeben (lacht). Danke fürs Kommen. Herzlichen Dank.

Sehr schön.

Dankeschön.
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