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Ende Juni 2015 habe ich mich mit Matthias vom zweiköpfigen Team hinter eaudestrache.at getroffen, um näheres über das Projekt zu erfahren. eaudestrache.at sammelt „fragwürdige Ansichten, Zitate von Sympatisanten einer Partei zum aktuellen Zeitgeschehen“ von politischen Seiten auf Facebook und stellt diese auf ihrer Website gesammelt und kategorisiert dar. In den Breichen Migration, Gender und Regierung werden so fragwürdige Kommentare auf einen Blick dargestellt. Ziel der Betreiber ist es, ein Bewußtsein zu schaffen, dass oft unreflektierte Kommentare nicht nur menschenverachtend sein sondern auch unter das Strafgesetz fallen können.

Die Website wurde am 26. Juni 2015 „nach Druck von rechts vom Netz genommen„. „Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Seite wieder online geht“, teilte mir daraufhin Matthias von eaudestrache.at gestern telefonisch mit. Mit neuem Hosting und Support von Michel Reimon wird die Seite in Kürze wieder online gestellt, informiert die futurezone.

Derzeit kann eaudestrache.at via Google Cache angesehen werden.

eaudestrache.at
eaudestrache.at ist ein Auszug aus aktuell 953 dokumentierten, fragwürdigen Ansichten, Zitaten von Sympathisanten einer Partei zum aktuellen Zeitgeschehen.
» eaudestrache.at

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Quelle: eaudestrache.at

Dieter Zirnig (neuwal.com): Wie ist das Projekt „eaudestraache.at“ eigentlich entstanden?

eaudestrache.at: Im Mai 2015 hat ein FPÖ-Mandatar aus Gloggnitz einen Kommentar über „Menschenmaterial für Europa“ gepostet. Irgendjemand hat diesen Kommentar gefunden, weitergeteilt und danach ist der Mandatar abgesetzt worden. Ich habe dann in den Kommentaren weitergeklickt und bin dann auf viele weitere und ähnliche Seiten auf Facebook gestoßen. Es gibt ja eine Menge an kleinen „Dorf-Seiten“ der FPÖ. Ich habe gemerkt: Je weiter man hier reinklickt, desto grausiger wird es. Nicht nur auf den Dorfseiten, sondern auch bei jungen Politikern, wo ich beispielsweise „Heizt die Öfen wieder auf“ lesen konnte. Diese Kommentare stehen schon ewig auf Facebook.

Es sind Dir also Facebook-Kommentare aus Gloggnitz aufgefallen und hast dann einige andere Seiten weiterdurchforstet. Dann ist Dir aufgefallen, dass es da mehr davon gibt und sich „etwas bei den Kommentaren tut“?

Wir haben nicht gewusst, was die Leute eigentlich auf diesen Seiten posten. Und die Menschen, die nicht auf diesen FPÖ-Seiten auf Facebook unterwegs sind, kennen diese Kommentare gar nicht. Da haben wir uns gedacht, dass wir diese Kommentare gerne anderen Menschen zeigen möchten:

„Machen wir etwas, damit es die Öffentlichkeit mitbekommt“
Die Idee ist, dass man „speziellen Kommentare“ herausnimmt und nochmal auf eurer Seite hervorhebt?

Wir haben uns gedacht: Machen wir mit diesen Kommentaren eine sehr reduzierte Seite. Weil, wenn man auf Facebook einen Kommentar liest, dann geht er zwischen Katzen und anderen Bildern unter. Dabei gehen Content und das eigentliche „Meaning“ der Inhalte komplett unter. Wir möchten uns rein auf den Content reduzieren.

Zu Beginn haben wir die Seite nur unter Freunden gehalten und nach Feedback gefragt. Zu Beginn waren es harmlosere Kommentare, die dann offiziell unter „die freie Meinungsäußerung fallen würden“, die haben wir nach ein paar Tagen rausgenommen, weil jeder hat sein Recht, seine Meinung zu sagen, auch wenn es uns nicht passt.

Wir haben im Freundeskreis gefragt, ob das ein kompletter Blödsinn ist und ob die Idee überhaupt „massetauglich“ ist. Würde es die Leute grausen? Wird es keinen Anklang finden, weil es eben grausig ist oder bringt es vielleicht etwas? Nach dem Feedback, das wir bekommen haben, scheint es, dass es etwas bringt. Auch, wenn es nur ein bisschen ist.

Die Idee ist also, auf Facebook nach Kommentaren zu suchen, die in irgendeiner Art und Weise abweichend sind? Sind da nur FPÖ-Seiten dabei?

Wir haben uns nur FPÖ-Seiten durchgesehen. Wir haben NGOs gefragt, welche Seiten es noch gibt – von dort haben wir Weiterhilfe bekommen und haben gesagt: „Diese Seiten […] wirken wie eine Fan-Community, aber sie wird im Hintergrund von „dem und dem“ betreut.“ Diese Seiten haben wir dann in unsere Recherche miteinbezogen.

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Quelle: eaudestrache.at

Was möchtet ihr mit diesem Projekt erreichen und ändern?

Natürlich besteht das Hauptpublikum auf unserer Seite eh schon aus den Menschen, die es schon wissen und die vermutlich keine FPÖ-WählerInnen sind. Wir hoffen, dass diese Seite auch zu Personen durchdringt, die eben wirklich etwas ändern können. Eine breite Masse soll Personen dazu bringen, auf die Verantwortlichen zugehen, und sagen: „Jetzt ist genug!“

Konkret, wie die FPÖ ihre Wähler anspricht und mit welcher Politik das gemacht wird.

Es muss eine andere Politik geben, wie auch immer sie aussieht, um die Leute die Anliegen der FPÖ näherzubringen. Die Anliegen – ja, OK, das ist ihr Programm, das ist ihr Parteiprogramm. Ist so, hier steht ihnen (fast) frei, zu fordern, was sie wollen.

Aber es muss eine andere Möglichkeit geben, hier jetzt ihre WählerInnen zu mobilisieren.

Es kann nicht sein, dass man auf so plumpe Art und Weise und mit hassfördernden und neidschürenden Art und Weise Politik macht. Manche Parteien schaffen es, manche nicht. Auf das „Wie“ habe ich noch keine Antwort. Ich glaube, das ist die Aufgabe von jemandem anderen.

Ändern: Herrn Strache und Co sagen, dass es „jetzt genug ist“ und man das so nicht mehr weitermachen kann, weil es so offiziell ist, dass Menschen aufgestachelt und aufgehetzt werden.

Was kritisierst du dabei ganz konkret an den gewissen Kommentaren?

Kritisieren kann man das auf rationaler Ebene nicht, aber es ist einfach menschenunwürdig. Viele Kommentare sind auch einfach nur so leicht her gesagt. Ich glaube, dass viele Kommentatoren nicht checken, was sie eigentlich sagen oder nicht wissen, was da eigentlich beispielsweise genau in einem KZ passiert ist, etc.

Du gehst davon aus, dass der Großteil der Menschen nicht weiß, was sie eigentlich posten oder sie tun es zu leichtfertig…

Ja, ich glaube, einfach zu unreflektiert.

Der Großteil besteht aus stammtischmäßigen Kommentaren. Aber die Menschen wissen nicht, wo die Grenze erreicht ist und was sie in die Öffentlichkeit tragen sollen oder können.

Weil, Facebook ist nicht anonym und vom Gesetz her ist die Menge einer Gruppe, ab der Öffentlichkeit definiert wird mit 150 Personen schon sehr gering. Und das wissen die Menschen scheinbar nicht. Sie können jetzt zwar in kleinem Rahmen ablästern und KZ-Schmähs bringen, aber irgendwann ist halt die Öffentlichkeit da und dann ist es halt nicht mehr möglich.

Wie würdest du einer Person, die einen unreflektierten Kommentar schreibt, erklären, dass das eben ein unreflektierter Kommentar ist?

Das wird vermutlich auf die Schnelle nicht gehen, ihn zu überzeugen. Aber ich würde ihm zeigen, in welchem Fahrwasser er sich mit seinen Kommentaren bewegt. Ich möchte ihn gerne darüber aufklären, was er eigentlich sagt.

Wir haben E-Mails bekommen, in denen uns Menschen geschrieben haben, dass sie Menschen in ihrem Bekanntenkreis – die die FPÖ gewählt haben und eben solche Einstellungen gehabt haben – positiv überzeugen konnten. Dass sie sehen, auf welche Art von Politik sie reinfallen oder reingefallen sind. Eine andere Person hat geschrieben, dass sie die Website am Stammtisch geöffnet und hergezeigt hat. Dadurch hat sie Leute überzeugen können.

Also solche kleinen Sachen sind schon cool.

Wie definiert ihr die Grenze bei den Kommentaren? Was ist die Grenze und wann ist diese Grenze überschritten?

Die Grenze ist keine moralische Grenze, weil die oft übertreten wird. Unsere Grenze haben wir rational über das Gesetz definiert. Die Grenze ist das Strafgesetzbuch. Das Strafgesetzbuch wurde 2013 in Bezug auf Verhetzung und Wiederbetätigung verschärft. Also, was man darf und was man nicht darf – auch in Bezug gegen eine Gruppe von bestimmten Personen.

Natürlich sind wir jetzt bei den Kommentaren schon abgestumpft worden. Für mich wäre schon einfach die Erwähnung vom Wort „Abschaum“ menschenverachtend. Obwohl es eigentlich freie Meinungsäußerung ist. Diese Kommentare haben wir jetzt nicht auf die Seite genommen, weil sie leider unserer Meinung nach zu wenig menschenverachtend sind um sozusagen strafbar zu sein. Was ja auch wieder vollkommen verrückt ist vom nicht-rationalen her. „Schickt den Abschaum zurück“ – klar ist das menschenverachtend, aber vom Gesetz her noch nicht.

Wir haben uns entschlossen, nur strafbare Sachen auf die Homepage zu tun.

Man müsste solche Sachen auch nach außen tragen, wie „Schickt sie zurück, den Abschaum“, oder so. Aber dadurch, dass es freie Meinungsäußerung ist, ist es schwierig, das auf Facebook rauszunehmen oder Begründung warum. Viele Kommentare werden danach gelöscht, viele nicht – aus welchen Gründen auch immer. Dann sieht man eben weniger den Zusammenhang.

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Quelle: eaudestrache.at

Wenn es jetzt Kommentare gibt, die unter das Strafgesetz fallen und dadurch strafbar wären: Wer straft und wer entscheidet darüber?

Das entscheidet der Staat.

Und wer gibt diese Inhalte dem Staat weiter?

Wir sind derzeit mit dem DÖW (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes) in Kontakt. Sie recherchieren und sammeln Nachkriegsmaterialien. Wir sind mit ihnen in Kontakt und sie wollen mit uns bei den Daten zusammenarbeiten, weil uns auch Ressourcen fehlen, um das selber in die Hand zu nehmen. Man bringt es zur Anzeige; es gibt auch eine Widerbetätigungsstelle vom Bundesministerium.

Was ich mich Frage: Das sind Politiker, die auf ihrer Facebook-Seite diese Art von Kommentaren haben. Wie kann man so etwas als Politiker verantworten? Wenn ich ein Politiker wäre, würde ich alles tun, um solche menschenverachtenden Postings auf meinem Facebook-Profil oder wo auch immer zu vermeiden. Ich würde auch alles tun, damit in meine Wählerschaft keine menschenverachtend Botschaften generiert werden. Das würde ich als Auftrag von Politik und PolitikerInnnen verstehen.

Ich bin da voll Deiner Meinung. Aber viele – aus welchem Grund auch immer, vielleicht aus Machtbesessenheit, vielleicht aus anderen Überzeugungen – vertreten die Meinungen, die Kommentatoren erwähnen und posten. Vor ein paar Tagen ist wieder eine andere Person aus Gloggnitz verklagt worden, weil sie die Friedensrede von Adolf Hitler gut geheißen hat. Also, viele PolitikerInnen tragen das vermutlich in sich und sind vermutlich hasserfüllt.

Für mich gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, wieso man so etwas zulassen sollte oder zulässt.

Wie oft wird die Website gewartet, wie war der Aufbau?

Die Website ist relativ einfach gehalten und vom Zeitaufwand war es bisher nicht so dramatisch groß. Zu Beginn haben wir zweimal am Tag gesucht und upgedated: Am Vormittag und am Abend. Mittlerweile haben wir uns das ein wenig aufgeteilt, damit ein „Flow“ drinnen ist. Wir probieren es, dass wir jeden Tag die Seite aktualisieren. Das ist je nach Wetter unterschiedlich. Ich möchte auch nicht jeden Tag mit negativen Sachen zugespamt werden, weil dann glaube ich, erschüttert einen nichts mehr vielleicht.

Wie seid ihr zum Namen gekommen?
Wir haben uns gedacht, dass die Politik von Heinz-Christian Strache sozusagen eine Aura generiert, die solche Meinungen ermöglichen lassen.

Meiner persönlichen Meinung nach wirklich bewusst. Da wird sozusagen eine Duftwolke versprüht.

Wieviele Kommentare habt ihr derzeit?

Wir sammeln Kommentare – weil wir vorher über Grenzen gesprochen haben -, die unserer Meinung nach grausig sind und unserer persönlichen Meinung nach menschenverachtend und ekelhaft sind. Diese posten wir aber nicht, halten diese aber – für was auch immer – fest. Die Kommentare, die jetzt online sind, sind derzeit ca. 500 glaube ich.

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Quelle: eaudestrache.at

Um was geht es in diesen Kommentaren am meisten?

Meistens um Migranten, Ausländer, Asylanten. Es ist interessant zu sehen, wie sich das ändert. Wir haben uns für die Kategorien Migration, Gender und Regierung auf dieser Seite entschieden. Am Anfang zum Beispiel, als die Ampelpärchen in Wien Thema waren, ist die Kategorie Gender in die Höhe gegangen. Und da ging es sehr homosexuell verachtend zu. Auch Mandatare selbst haben meiner Meinung nach abwertende Begriffe dabei verwendet. Für einen Politiker ist das nicht passend.

Seit wann gibt es die Seite?

Seit Mai 2015.

Wie ist das Feedback, das du bekommst?

Durchgehend positiv. Die E-Mails, die wir bekommen haben. Auf Facebook lassen sich die Kommentare schwer lesen, wenn jemand auf seine Seite postet, weil man ja darauf keinen Zugang hat. Die Kommentare, die öffentlich sind und die wir lesen können, sind eigentlich durchwegs positiv. Negativ sind vereinzelt Kommentare. Uns freut es sehr, wenn wir sehen, dass die Seite etwas bewirkt. Auch, dass die Seite auch zu den Personen durchdringt, die wirklich etwas ändern können. Und da sind wir sehr glücklich, dass Medien oder Einzelpersonen über uns berichtet haben, damit es sich multipliziert.

Zu Beginn war es super, da die Jugendorganisationen von einigen Parteien unsere Seite geshared haben.

In Gesprächen bei diesen Postings kommt oft „FPÖ“, „rechts“ und so weiter. Ist es nicht egal, ob rechtes oder linkes Spektrum, solange keine menschenverachtenden Forderungen, Kommentare, etc. gesetzt oder kommuniziert werden? Eigentlich geht es ja darum, ob es menschenverachtend ist und ob man damit jemandem schadet oder weh tut.

Dazu fällt mir ein: Zwei bis drei Leute haben kritisiert, dass es auch auf der anderen Seite menschenverachtende Kommentare gibt. Also, wenn man das wirklich in ein rechtes und linkes politisches Spektrum einteilt. Da wurde eben angesprochen, dass es auf der anderen Seite genauso ist. Da gibt es auch grausige Postings und so Sachen. Was natürlich auch stimmt.

Unserer Recherche nach und von dem, was wir bis jetzt mitbekommen haben, ist es so, dass sich die Menschen am linken Ende vom Spektrum eben direkt gegen die Ansichten und Personen (was auch widerwärtig ist) auf der rechten Seite beziehen. Aber die Menschen auf der rechten Seite, deren Meinungen und grausigen Postings richten sich halt gegen viele Gruppen.

Das heißt nicht, dass ich die linke Seite jetzt gut heiße. Absolut nicht, das ist genauso grausig.

Hast du schon versucht, einen Kommentar zu markieren und bei Facebook zu melden?

Wir haben wirklich grausige – vor allem wenn Menschen Bilder dazu posten – wo dann wirklich tote Menschen zu sehen sind – also grausiger geht es nicht mehr, dann kann man ja die Kommentare melden an Facebook. Dann geht es nicht an die Moderatoren von den Seiten, sondern direkt an Facebook.

Wir bekommen als Antwort, dass es eben nicht gegen die Community-Regeln verstößt. Da habe ich mich schon gedacht: „What the fuck“, weil ich keine Ahnung habe, was dann gegen Community-Regeln verstößt.

Das Wort war wirklich „Community-Regeln“. Wir haben das jetzt schon einige Male versucht und leider sind diese Kommentare bisher nicht gelöscht worden.

Wie sollte auf politischer Seite mit diesen Kommentaren umgegangen werden? Sollte es eine Verordnung geben, dass beispielsweise Politikerprofile zwingend eine Moderation erfolgt werden sollen und den Gesetzen entsprechen würden, etc.?

Das wäre ein kleines Ziel: das wir zum Beispiel kleine Sachen und Veränderungen lostreten können, damit sich etwas ändert. Es braucht Menschen, die den Stein ins Rollen bringen, die sagen: „Hier müsst ihr aufpassen, dass brauchen wir nicht in der Öffentlichkeit, etc.“

In Österreich gibt es im Vergleich zu anderen Ländern einen Widerbetätigungsparagraphen. Hier gibt es ganz klare Regelungen, die auch in den letzten Jahren verschärft worden sind. Es kann nicht so schwer sein – es sind wirklich zwei Absätze – den Moderatoren zu sagen: Hier gibt es eine Anleitung, diese Kommentare brauchst Du nicht zulassen. Und wenn das Argument kommt, es gibt aber so viele Kommentare, die kann man nicht alle moderieren, dann ist es die Verantwortung der Partei oder des Politikers, dass man Menschen einstellt, damit diese Prozesse funktionieren.

Es kommt immer das Argument, dass man keine Ressourcen hat und dass der Aufwand so groß ist. Aber das ist kein Grund, um das trotzdem stehen zu lassen.

Wie geht es Dir generell, wenn du auf solche Kommentare stößt?
Zu Beginn hat es mich traurig gemacht, dass man plötzlich sieht, dass so etwas überhaupt noch existiert.

Wahrscheinlich werden solche Ansichten noch hundert weitere Jahre geben. Am Anfang war ich traurig und schockiert.

Wie ist momentan die Situation, wie reagiert die Bevölkerung auf diese Kommentare und Postings?

Es sind viel mehr Leute auf den FPÖ-Seiten unterwegs, die eigentlich nicht auf den FPÖ-Seiten unterwegs sind. Und das ist meiner Meinung nach wirklich wichtig. Auch auf den kleinen „Fuzzi-Seiten“, wo eigentlich niemand hin surft. Manche kleinen Seiten, wo regelmäßig gleiche Menschen gepostet haben mit solchen Kommentaren, sind jetzt „tot“ diese Seiten. Auf diesen Seiten werden Informationen gepostet, die Postings von Heinz-Christian Strache werden dort geshared, aber es wird nichts mehr Menschenverachtendes kommentiert. So etwas ist cool zu sehen.

Viele sagen: „Das könnt ihr jetzt nicht so machen oder sagen“ oder, dass die Menschen, die kommentieren auch sehen, dass es andere Meinungen und Ansichten gibt. Klar, es gibt immer wieder Menschen, die in Kommentaren sagen: „Ihr Gutmenschen, haltet den Mund“. Aber es sind viele an der Grenze, die sich von der FPÖ abwenden würden. Aber man müsste sie in irgendeiner Weise „abholen“.

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Der Weg zur politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 8 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation und Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.
  • Paul

    Ich verstehe sehr gut, dass man eine Oppositionspartei, die der mächtigen Regierung im Weg ist, zu bekämpfen versucht.
    Aber mit so plumpen Methoden, wie Durchforstung von Facebook-Postings – so ganz nach Stasi-Manier – das ist wirklich unappetitlich!

    Die Regierung wird wohl damit leben müssen, spätestens bei der nächsten Nationalratswahl abgewählt zu werden.
    Daran wird auch das Facebook-Posting-Sammel-Hobby nichts ändern.