von
   

Am 10. März 2015 wurde in einem Wiener Innenstadtlokal das BZÖ Team für die Wien Wahl vorgestellt. Angestrebt wird eine Kandidatur im ersten Wahlbezirk. Zuvor gilt es, die notwendigen Unterstützungserklärungen zu generieren. Das Wien-Team wird vom Wiener BZÖ Landesobmann Dietmar Schwingenschrot angeführt, selbst seit mehr als zehn Jahren beim BZÖ. Der Rest vom vorläufigen Team stellt sich aus politischen NeueinsteigerInnen zusammen: Zu Landesobmann Stellvertreter Cyril Radlher (Musiker, Schauspieler und Model) gesellen sich Verena Auersperg (Künstlerin) und die als Überraschungskandidatin angekündigte ehemalige Miss Earth 2012 Sandra Seidl. Neben diesen KandidatInnen wurde auch das 10-Punkte-Programm für die Wiener Innenstadt präsentiert. Die Latte für den Oktober ist hoch gesteckt: „5 Mandate im ersten Bezirk“, so Dietmar Schwingerschrot.

Dieter Zirnig von neuwal.com hat mit allen fünf KandidatInnen, die bei der Pressekonferenz dabei waren kurz gesprochen, sie nach Motivation, ihren Zielen und Ideen befragt.

Pressekonferenz
10-Punkte-Programm für die Wiener Innenstadt
2015-03-10 10.34.57-1

 

Dietmar Schwingenschrot (Wiener BZÖ Landesobmann): „‚Fünf Mandate plus‘ im ersten Bezirk. Das ist eine Ansage.“

ds

Dieter Zirnig: Herr Dietmar Schwingenschrot. Sie sind jetzt Spitzenkandidat für das BZÖ für die Wiener Innenstadt bei der Wien Wahl 2015. Was ist Ihre Motivation, jetzt als Spitzenkandidat für die Wiener Innenstadt fürs BZÖ anzutreten?

Dietmar Schwingenschrot: Für uns ist es wichtig, Veränderung zu machen und aufzuzeigen. Wir wollen wirklich etwas bewegen. Weil die meisten Wiener glauben einfach, dass das BZÖ nicht mehr vorhanden ist – das muss man ganz ehrlich sagen. Aber wir wollen einfach mit einer jungen, frischen und neuen Truppe zeigen, was wir eigentlich für Potential haben.

Es geht überhaupt nicht um mich eigentlich, ich bin halt ein Alt-Veteran jetzt mit 43 Jahren und beim BZÖ bin ich seit zehn Jahren dabei. Aber wir haben eine super neue Truppe, wir haben Kandidaten im Alter von 21, 23, 26 und 29 Jahren. Ich glaube, wir haben sicherlich die jüngste Truppe in ganz Wien. Und die sollen sich einmal beweisen. Auch sie werden Fehler machen und wir werden das vielleicht im Hintergrund ein bisschen korrigieren und unsere Kandidaten in eine gewisse Richtung weisen. Aber wir schauen einmal, was dabei rauskommt. Wir können uns in Wien nicht verschlechtern. Wir haben null Mandate in Wien. Also, wre können von null Mandaten nicht herunterfallen – wir können nur zulegen.

Sie haben jetzt angesprochen: „Eine frische, junge Truppe“. Was ist dabei frisch und jung und was hat sich da in den letzten Monaten verändert?

Es geht bei unserer Super-Truppe nicht um Schönheit wie sie bei unseren Kandidaten gesehen haben. Sondern, wir haben gute Kandidaten: eine Kandidatin ist Studentin der Menschenrechte, die zweite steht im Berufsleben, die dritte ist im Krankenwesen. Wir haben einfach wieder einen Zulauf wieder. Wir machen sicherlich nicht aggressive Werbung auf der Straße – „Bitte kommt zum BZÖ“ -, sondern es sind einfach Leute, die über unsere Facebook-Seite zu uns kommen, die über das Internet zu uns stoßen. Bei uns braucht keiner Mitglied sein. Wir wollen in der City einfach etwas bewegen. Und wir lassen den Kandidaten einen freien Spielraum.

Mein Ziel ist es: fünf Mandate plus im ersten Bezirk. Und das ist eine Ansage. Und die Damen, die sie heute gesehen haben, sind im ersten Bezirk die zukünftigen Bezirksräte.

Cyril Radlher (Stv. Wiener Landesobmann): „Kriminelle Drogenszene vom Karlsplatz und Schwedenplatz wegbekommen“

cr

Dieter Zirnig (neuwal): Herr Cyril Radlher, stellvertretender Landesobmann vom Wiener BZÖ. Wir haben Sie heute kennengelernt, Sie treten für das BZÖ in der Wiener Innenstadt an. Können Sie uns bitte ganz kurz etwas zu Ihrer Person erzählen?

Cryil Radlher: Mein Name ist Cyril Radlher. Ich bin studierter Musiker, arbeite als Model und Schauspieler. Zur BZÖ bin ich über Dietmar Schwingenschrot gekommen. Für mich ist das eine sehr gute Alternative, wenn man sagt, dass man in der Politik etwas machen möchte. Das BZÖ-Punkteprogramm hat mich sehr angesprochen. Und da habe ich mir gedacht, dass ich mich damit identifizieren kann und da möchte ich gerne dabei sein.

Mit welchen der 10 Punkte-für-die-Wiener-Innenstadt können Sie sich am meisten identifizieren?

Naja, es geht vorwiegend um das Thema „Sicherheit“. Das ist natürlich generell ein sehr, sehr wichtiges Thema. Und da finde ich, dass die Punkte sehr gut sind: Zum Beispiel Schwedenplatz oder Karlsplatz. Dass man diese ganze kriminelle Szene, sprich Drogenszene, jetzt mal wegbekommt.

Was sind Ihre Ideen für Wien?

Meine Ideen für Wien sind, dass man Wien so lebenswert beibehält, wie es ist und noch ein bisschen verbessert.

Was ist das lebenswerteste an Wien?

Die Lebensqualität in Wien. Es gibt nirgends auf der Welt so eine Lebensqualität wie in Wien. Auch natürlich dieses Flair von Wien. Weil Wien ist ja eine der schönsten Städte der Welt generell. Und hat diesen historischen Hintergrund. Und das muss man eigentlich alles irgendwie beibehalten und sollte man versuchen aufrechtzuerhalten.

Was sind die nächsten Schritte, die sie in den nächsten Wochen für die Wien Wahl machen?

Wir werden versuchen, dass wir so viel Bürger wie möglich von unserem Programm überzeugen. Und, dass wir diese Punkte, die wir angeführt haben, umsetzen.

Was ist Ihr Ziel für die Wien Wahl?

So weit vorne wie möglich.

Was heißt das konkret in Zahlen ausgedrückt?

Kann ich jetzt nicht sagen. Aber ich hoffe, dass wir es ziemlich weit schaffen: Ich hoffe so eine gute Vier-Prozent-Hürde.

Sandra Seidl: „Auffangbereich für Kinder in Restaurants“

sr

Dieter Zirnig (neuwal): Frau Sandra Seidl, Sie sind uns heute als Überraschungskandidatin beim BZÖ für die Wien Wahl für die Wiener Innenstadt vorgestellt worden. Können Sie sich ganz kurz, in wenigen Worten vorstellen: Wer sind Sie und was machen Sie?

Sandra Seidl: Guten Tag, mein Name ist Sandra Seidl. Ich bin 26 Jahre alt. Ich bin Hausfrau mit Leib und Seele. Überglückliche Mutter eines 3 1/2-jährigen Sohnes. Ich engagiere mich beim BZÖ, weil ich dort die Vielfalt finde, die bürgerliche Kompetenz, ein tolles Team und mich für die Familienpolitik dort sehr gut engagieren kann.

Was sind so die Punkte von diesem 10-Punkte-Plan für die Wiener Innenstadt, womit Sie sich am meisten identifizieren können?

Die Problematik liegt am Heimweg von der Schule und vom Kindergarten bzw. zum Kindergarten und zur Schule. Da fehlt die Sicherheit. Die andere Problematik: Wir haben für die Raucher in den gehobenen Restaurants – und im ersten Bezirk gibt es sehr viele gehobene Restaurant – einen Glaskobel. Ich spreche glaube ich für sehr viele Eltern: Warum gibt es nicht auch einen Auffangbereich für Kinder? Viele Familien möchten mit ihren Kindern essen gehen und diese nicht abschieben. Aber natürlich muss man auch beachten: Kinder sind Kinder und können nicht eine Stunde am Tisch sitzen bleiben. Und man möchte trotzdem ein paar Stunden ausklingen lassen. Und da wäre es sehr nett, wenn das Kind einen Auffangbereich – sage ich jetzt einmal – mit einer Pädagogin in einem Restaurant hat. Genauso, wie die Möglichkeit, dass auch ein Glaskobel für Raucher extra gebaut wird.

Wie sind Sie jetzt zum BZÖ gestoßen?

Ich habe über Kontakte erfahren, wie man sich dort engagieren kann. Und gerade die Familienpolitik war für mich ausschlaggebend, dass ich mich für das BZÖ engagieren möchte.

Mit welcher Erwartungshaltung gehen Sie nun in die Politik, in die Wien Wahl. Was glauben Sie, dass Sie erreichen können?

Erwartungsmöglichkeit: Ich möchte das umsetzen, was ich von mir geben.

Und was sind ihre Ziele?

Meine Ziele sind, für Kinder genau so einen Bereich in Restaurants zu schaffen, wo die Kinder Kinder sein können. Und ich möchte den Heimweg von der Schule, vom Kindergarten sicher zu gestalten.

Verena Auersperg: „Kennzeichen und Führerschein für Radfahrer“

va

Dieter Zirnig (neuwal): Frau Verena Auersperg vom BZÖ, ich habe Sie heute als Kandidatin für die Wien Wahl für die Wiener Innenstadt kennengelernt. Können Sie sich kurz mit wenigen Worten vorstellen, wer Sie sind?

Verena Auersperg: Ich bin Künstlerin, Malerin, Mutter von drei Kindern und bin sehr engagiert in der Innenstadt etwas zu ändern. Ich wohne zwar im 9. Bezirk – an der Grenze zum Ersten – und sehe sehr viele Vorkommnisse. Durch die BZÖ ist es eine Chance, politisch aktiv zu sein. Und die BZÖ ist jetzt einfach ein neues Team: Sie ist neu orientiert, mit einem guten Team und da kann man – habe ich mir überlegt – eigentlich dabei sein. Weil alles neu strukturiert ist und das ist eine Chance für mich politisch aktiv zu sein.

Worin sehen Sie ihre größte Chance, politisch aktiv zu sein?

In meinen ganzen Ideen, die ich immer wieder habe. Das sind zum Beispiel – wenn wir jetzt innerstädtisch denken – die Touristenbusse. Die haben in der Innenstadt nichts verloren. In jeder europäischen Stadt muss man außerhalb irgendwo aussteigen, um dann in das Zentrum in die Stadt hinein zu kommen. Wenn ich heute Tourist bin, macht mir das auch Spaß, weil ich dann einfach die Stadt kennenlerne. Was passiert hier? Hier fährt der Bus zum Stephansplatz, hier fährt der Bus zur Albertina. Es gehört ein Ort, außerhalb der Stadt – entweder der 4. oder der 9. Bezirk -, wo diese Busse sich sammeln und die Leute einfach zu Fuß durch Wien gehen können. Was auch natürlich für die Geschäfte von Vorteil ist, weil so kommen die Leute auch von rundherum in die Ringgeschäfte und stehen nicht nur gleich vorm Stephansplatz.

Was ist jetzt Ihr größte Motivation, sich politisch als Person sich zu engagieren.

Als Person. Einfach zu sagen: „Ich bin ein freier Bürger“ und, dass ich einfach meine Meinung äußere. Und ich mache mir sehr viele Gedanken. Ich glaube, viele Menschen denken so wie ich. Und deswegen möchte ich das einfach aussprechen.

Was Ihre Erwartungshaltung und was ist Ihr Ziel?

Ich erwarte mir da eigentlich sehr viel. Das man im ersten Bezirk mitreden darf. Ich kann mir vorstellen, dass die BZÖ jetzt mit dem neuen Team schon eine Chance hat, ein bisschen mitzumischen und wieder etwas zu sagen hat. Weil die Leute sehen, dass gute Leute unterwegs sind, die einfach ihre Meinung äußern. Und welcher Politiker äußert wirklich seine Meinung? Und hier sind Leute dabei, die glaube ich sehr offen sind und alles aussprechen.

Wenn Sie jetzt etwas aussprechen wollen und die Meinung sagen würden wollen – was wäre das?

Das wäre, dass eben diese ganzen Veränderungen – zum Beispiel die Radlfahrer, die die Grünen eingeführt haben, totaler Schwachsinn. Die Radlfahrer am Ring sind wahnsinnig gefährlich. Ich bin Mutter von drei Kindern. Meine Kinder wären selber einmal von Radlfahren überfahren worden. Es gehört genauso ein Schild wie beim Auto oder wie beim Motorrad, dass man weiß, wer was anrichtet. Weil wenn mich heute ein Radlfahrer niederführt, dann weiß ich nicht einmal, wer das ist. Und er fährt dann einfach weiter. Also, die brauchen genauso ein Verkehrsschild und den Radführerschein.

Also ein Kennzeichen fürs Fahrrad?

Ja, also das würde ich auf jeden Fall fordern. Weil ich habe mir das jetzt jahrelang am Ring angeschaut, wie es da zugeht. Nicht falsch verstehen – ich bin kein Gegner vom Radlfahren. Aber alles hat seine Grenzen. Da muss man genauso den Führerschein machen. Irgendwie links, rechts, oben, unten fahren – ich mein, das geht nicht.

Sophia Sastraphoshvili: „Es soll auch für junge Erwachsene möglich sein, im ersten Bezirk zu wohnen.“

ss

Dieter Zirnig (neuwal): Neben mir sitzt Sophia Sastraphoshvili vom BZÖ Wien. Sie kandidieren für die Wien Wahl in der Wiener Innenstadt. Können Sie sich bitte ganz kurz vorstellen: Wer sind Sie und für welche Position möchten Sie gerne kandidieren?

Sophia Sastraphoshvili: Ich bin 23 Jahre alt und bin Menschenrechtsstudentin. Ich schreibe derzeit meine Masterarbeit. Ich bin dafür zuständig, dass die Wohnungen im ersten Bezirk auch für junge Erwachsene zur Verfügung stehen. Es soll auch für die jungen Erwachsenen möglich sein im ersten Bezirk zu wohnen. Die Mieten sind sehr hoch und die Damen und Herren haben gar keinen Zugang dazu. Ich setze mich dafür ein, dass wir eventuell Wohnungen bekommen, die die jungen Erwachsenen das auch nützen können und auch einen geregelten Mietvertrag bekommen, den sie sich auch leisten können.

Was ist Ihre Motivation, sich in der Politik und für das BZÖ zu engagieren?

Wissen Sie, dadurch, dass mein Vater auch Politiker war – in Georgien – war ich schon immer an Politik interessiert. Ich als Menschenrechtsstudentin bin auch eben sehr an den Menschenrechten interessiert. Menschenrechte haben auch sehr viel mit Politik zu tun. Es motiviert mich einfach, dass wir alle zusammen etwas verändern. Wo alle zusammen mithelfen, was für die Bevölkerung und für die Menschheit sozusagen gut ist.

Darf ich kurz fragen: Bei welcher Partei war Ihr Vater in Georgien. Oder ist?

Diese Partei gibt es nicht mehr. Die Partei war aber gegen den Staat, damals 1999 – wir waren politische Flüchtlinge und es war ganz, ganz, ganz schlimm.

Was ist Ihr großes Ziel, was streben Sie an?

Ich möchte, dass die Stadt Wien Häuser im ersten Bezirk aufkauft, sie herrichtet und Gemeindewohnungen daraus macht um sie dann den jungen Leuten zur Verfügung zu stellen.

The following two tabs change content below.
Digitaler und Politischer Entrepreneur - Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.
  • Simon G

    Ja hat diese Frau Seidl etwa vor per Gesetz alle Lokalbetreiber jetzt dazu zu verpflichten nebenbei auch kostenlose Kindergärten in ihren Restaurants zu betreiben?

    Und was stellt sich diese Sastraphoshvili vor, wie das finanziell machbar sein soll die teuerste Inennstadtlage aufzukaufen um sie unter Marktwert über das intransparente Wiener Wohnen an irgendwelche jungen Günstlinge zu vergeben? Auf solche Ideen kommt nicht mal die dümmste frisch gegründete Links-Partei. (Mal ganz abgesehen davon, dass das BZÖ in seiner Idee eine rechts-liberale Partei war)

    Ich glaube da konnte bisher noch jede Partei-Neugründung auf neuwal.com sinnvollere Ideen präsentieren als diese BZÖ-Reservemunition.

  • „Das Wien-Team wird vom Wiener BZÖ Landesobmann Dietmar Schwingenschrot angeführt, selbst seit mehr als zehn Jahren beim BZÖ. “

    Das kann ich nicht bestätigen. Man braucht kein BZÖ-Mitglied gewesen zu sein, um die Abwesenheit Herrn Schwingenschrotts zwischen 2009 und vor Wahlkampf 2013 bemerkt zu haben.