„Schatzi, denk mal über die Konsequenz von nem Mord nach …“ So lautete die erste Reaktion der Rosa Lila Villa auf eine Schmieraktion in der Nacht vom Samstag auf Sonntag. Die Worte „Töte Schwule“, die in deutscher und serbischer Sprache an die Fassade des Hauses gesprayt wurden, wurden kurze Zeit später übermalt.

© Daniel Weber

„Wir lassen uns nicht einschüchtern!“ An einer kurzfristig auf Facebook aufgerufenen Solidaritätskundgebung vor der Rosa Lila Villa  nahmen am Sonntag Abend etwa 200 Personen teil.

 

Eine neuwal Fotostrecke:

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Ein Zusammenhang der Schmieraktion mit der „Gay Pride Parade“ in Belgrad, die ebenfalls am Sonntag stattfand, liegt nahe. Die Parade in Belgrad durfte in den letzten Jahren aus vorgeblichen „Sicherheitsgründen“ nicht stattfinden. Die Serbische Polizei sah sich nicht im Stande die Parade vor den gewalttätigen Angriffen homophober Gegendemonstranten zu schützen. Erst auf Druck der EU durfte die Veranstaltung in diesem Jahr wieder stattfinden.

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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.
  • byron sully

    ich finde es ehrlich gesagt etwas vorschnell, sofort einen serbischen hintergrund anzunehmen. da nicht das kyrillische, sondern das lateinische alphabet verwendet wurde, erscheint mir eine kroatische oder bosniakische täterschaft zumindest ebenso wahrscheinlich. weit verbreitete homophobie gibt es leider in allen drei volksgruppen/religionen (siehe z.b. auch die von rechten kreisen initiierte und leider erfolgreiche homophobe volksabstimmung letztes jahr in kroatien).

  • Paul

    Ich denke, dass diese Schmierereien eher von den Betreibern der Lila Villa selbst stammen könnten.
    Wäre zumindest eine gute Werbestrategie, um mehr Förderungen zu rechtfertigen.
    Ist aber natürlich alles nur reine Spekulation.