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Wie bei jeder Wahl frage ich mich danach: „Wie haben die Wahlumfragen das Wahlergebnis vom Wahlsonntag prognostiziert?“

Methode

Dazu nehme ich die Wahlumfragen der letzten vier Wochen vor der Wahl. Bei der Vorarlberg-Wahl gab es zwei davon. Dabei werden die absoluten Umfragewerte mit dem Wahlergebnis verglichen. Die Differenz dabei wird pro wahlwerbender Partei berechnet. Die Summe dieser Abweichungen (in absoluten Werten) ergibt die Gesamtabweichung der Wahlumfrage zum Endergebnis und somit den Endwert.

Mitberücksichtigt wird in der grafischen Aufstellung auch die Schwankungsbreite: Liegt der prognostizierte Wert innerhalb der berechneten Schwankungsbreite gibt es „grün“. Bei Werten außerhalb der Schwankungsbreite gibt es „rot“.

Als Basis der Vorarlberg-Berechnung gilt das vorl. amtl. Endergebnis – eine Abweichung zum Endergebnis ist mit +/-0.2 nur mehr minimals.

Rückblick: Nationalratswahl 2013 und EU-Wahl 2014

Um ein Gefühl zu bekommen, wo die „Benchmarks“ stehen und um Abweichungen abzuschätzen zu können, gibt es hier einen schnellen Review zu den vergangenen zwei neuwal Umfragechecks.

Bei der EU-Wahl 2014 setzte es für Unique Research/profil (n=500, max. 4.3 %) mit einer Abweichung von 6.15 % eine Punktlandung: Die Werte der Wahlumfrage – die als letzte Umfrage zwei Wochen vor der Wahl publiziert wurde – lagen stets innerhalb der Wahlumfrage. Ausreißer gab es lediglich bei NEOS (+1.9) und den Grünen (-1.5), jedoch stets innerhalb der Schwankungsbreite. neuwal vergab für diese Umfrage lobende Worte.

» Umfragencheck: EU-Wahl 2014

Bei der Nationalratswahl 2013 gab es für Gallup (im Auftrag von NEOS, n=1.800, max. 2.3 %) mit einer Gesamtabweichung von 5.3 %Punkten einen Volltreffer. Volltreffer deswegen, da es bei der Wahlumfrage Umfragewerte für neun Parteien gegeben hat. Lediglich bei den NEOS (1 Prozent zu wenig) und bei den Grünen (1.6 % zu viel) gab es Ausreißer.

Auch für OGM (im Auftrag vom Kurier, n=780, max. 3.5 %) gab es mit einer Abweichung von 6.3 %Punkten ein tolles Ergebnis. Auch hier gab es bei NEOS (-1) und bei den Grünen (+1.6) Differenzen – zusätzlich lag der Umfragewert der ÖVP 2 %pkt. darunter.

» Umfragencheck: Nationalrats-Wahl 2013

Umfragecheck Vorarlberg 2014

Zur Analyse werden zwei Wahlumfragen herangezogen: Jene von Edwin Berndt (VN, 06.09.2014, n=500, max. 4.3 %) und jene vom meinungsraum.at (NEWS, n=623, 3.9 %). Beide Umfragen wurden ein Monat vor der Wahl publiziert.

Gleich vorweg: Beide Umfragen lagen mit einer Abweichung von 9.8 (meinungsraum.at) bzw. 11.8 %pkt. (Berndt) bei sechs zu bewertenden Parteien ziemlich daneben:

  • NEOS wurden zu hoch bewertet
  • Die Grünen sowie die ÖVP wurden zu niedrig bewertet

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» Umfragencheck: Vorarlberg-Wahl 2014

  • ÖVP wurde mit knapp 3 %pkt. zu niedrig bewertet
  • FPÖ wurde mit 1.5 %pkt. zu hoch bewertet
  • Die Grünen wurden mit 2.1 bzw. 3.1 %pkt. zu niedrig bewertet und lagen bei Edwin Berndt außerhalb der Schwankungsbreite
  • NEOS wurde mit 3 %pkt. zu hoch bewertet – die Umfrageergebnisse lagen im Vergleich zum Wahlergebnis auch außerhalb der Schwankungsbreite
  • Lediglich das Ergebnis der SPÖ wurde mit einer Abweichung von 0.2 bis 0.7 %pkt. gut getroffen
  • Die Sonstigen wurden mit 2-3 % bewertet und lagen trotz großer Abweichung innerhalb der Schwankungsbreite

Die Wahlumfrage von Edwin Berndt – zwei Wochen vor der Wahl – lag mit einer Abweichung von 11.8 %pkt. und zwei Ausreißern bei der Schwankungsbreite weit daneben. Berndt sah SPÖ und NEOS mit 9.5 % sogar gleich auf. Die Umfrage von meinungsraum.at lag mit einer Abweichung von 9.8 %pkt. und drei Abweichungen über 2 Prozentpunkten ebenso daneben. meinungsraum.at lag zumindestens bei der Reihenfolge des Ergebnisses in Bezug auf Parteien richtig.

Nach den guten Prognosen bei der Nationalratswahl 2013 und der EU-Wahl 2014 gibt es bei der Vorarlberg-Wahl 2014 keine Wahlumfrage, die das Ergebnis gut getroffen hat.

http://neuwal.com/wahlumfragen/umfragencheck-nrw13.php#details
http://neuwal.com/wahlumfragen/umfragencheck-eu14.php?cid=44

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.