Am Samstag fand in Wien die traditionelle Regenbogenparade statt. Über 50 Gruppen nahmen an der Parade teil. Zu Fuß oder auf einem der zahlreichen Sattelschlepper. Die Demonstration zog vom Schottenring ein Mal in entgegengesetzter Fahrtrichtung um die Ringstraße und endete gegen 20 Uhr am Rathausplatz.

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Die EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek wurde während der Parade Opfer eines Buttersäure- Anschlags. Die Täter warfen die Flüsigkeit auf den LKW der Grünen. Laut Veranstaltern wurde niemand verletzt.

Marsch für die Familie

Zeitgleich mit der Parade fand, wie schon im Vorjahr, eine Demonstration der Christlichen „Plattform Familie“ statt. Etwa 50 Personen versammelten sich am Stephansplatz und forderten etwa die Abschaffung des Sexualkundeunterrichts, der eingetragenen Partnerschaft und ein Verbot von Abtreibungen.

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Den Teilnehmerinnen standen eine etwa gleich große Zahl an Gegendemonstrantinnen, abgeschirmt durch eine Polizeikette, gegenüber. Als sich die Demonstration kurz nach 16 Uhr in Bewegung setzte wurde sie von Teilnehmerinnen der Gegendemonstration blockiert. Ein Großaufgebot der Polizei drängte diese Blockaden ab bzw. schob die blockierenden Aktivistinnen vor sich her. So konnte der „Marsch für die Familie“  wie geplant bis zum Minoritenplatz weiterziehen. Hier endete die Kundgebung mir Redebeiträgen und einem Gebet.

Ein Teilnehmer der christlichen Demonstration wurde nach mehreren Tätlichkeiten gegen anwesende Journalistinnen von der Polizei abgeführt und perlustriert.

Unter die sonst friedlichen Teilnehmerinnen mischten sich aber etwa ein halbes Duzend, eher dem äußerst rechten Rand zuzuordnende, Personen. So wurde zum Beispiel eine Kruckenkreuz- Fahne geschwungen und ein Flugblatt verteilt, in dem die „Rückwanderung“ von „Fremdkontinentalen“ und das Abschaffen des Verbotsgesetzes gefordert wird. Zudem wird Österreich als „Deutschland zugehörig“ bezeichnet.

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Martin Juen

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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.