Transkript zum Interview mit Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Armin Wolf in der ZIB2 vom 9. April 2014.

Interview
Mittwoch, 9. April 2014, 22:10 Uhr
ORF2
Transkriptstatus: 10.04., 03.34
Quelle: http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/Die Idee hinter dem Transkript ist, ein gesprochenes TV-Interview auch in einem zusätzlichen Kanal – und zwar in Textform – zur Verfügung zu stellen. Oft ergeben sich beim Lesen andere und klarere Zusammenhänge. Strukturen werden erkannt und eigentliche Botschaften, Textbausteine werden noch klarer und können weiter recherchiert werden. Wir möchten Politik, politische Ideen und Veränderung und den Weg in ein neues, offenes und mitgestaltbares politisches Zeitalter unterstützen. Und dem Gesagten mit dem Transkript einen ernstzunehmenden anderen Zugang sowie eine möglichst breite Reflektion bieten.

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Abb. 1: Tagcloud Armin Wolf und Heinz-Christian Strache. Abb. 2: Tagcloud Armin Wolf. Abb. 3: Tagcloud Heinz-Christian Strache.
Armin Wolf (ORF, ZIB2): Und Heinz Christian Strache ist jetzt bei mir im Studio. Guten Abend, vielen Dank fürs Kommen.

Heinz Christian Strache: Guten Abend. Grüß Gott.

Herr Strache, warum haben Sie Andreas Mölzer jetzt eigentlich tatsächlich rausgeschmissen? Vor zwei Wochen haben Sie noch gesagt: Mölzer habe sich für seine Äußerungen entschuldigt. Damit sei die Sache „gegessen und erledigt.“
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Ich wundere mich immer wieder über gewisse Diktionen, die im ORF und auch Recherchen, die im ORF stattfinden. Warum? Sie haben gestern mitverfolgt, dass Andreas Mölzer von sich aus seinen Rückzug von seiner Kandidatur bekanntgegeben hat. Und stellen das als Rausschmiss da. Wir hatten ein Gespräch am Montag, wo wir sehr offen und auch unmissverständlich die Lage besprochen und bewertet haben. Habe auch meine Meinung und Position zu diversen Aussagen, Artikeln und auch gefallenen Äußerungen inhaltlich bewertet. Und er…

Und in diesem Gespräch haben Sie ihm nicht gesagt, dass wenn er bis heute Mittag seine Funktion nicht zur Verfügung stellt, dann wird ihn der Parteivorstand streichen?

Ich sage ihnen ganz offen: Wir haben ein sehr offenes und ehrliches Gespräch miteinander geführt…

Ja haben Sie ihm das gesagt oder nicht?

…wo wir diskutiert haben über die Themenfelder und auch diskutiert haben über die Standpunkte. Und Andreas Mölzer auch die Einsicht gehabt hat, von sich aus diesen Schritt zu setzen…

Aber…

…den Sie jetzt als Rausschmiss werten.

Aber Herr Strache. Herr Strache, das ist…

Herr Wolf. Herr Wolf.

…ungefähr so freiwillig, wie wenn ein Bankräuber vor Ihnen steht und sagt: „Geld her oder Leben“. Das ist auch keine freiwillige Entscheidung. Sie haben gesagt…

Schauen Sie. Zum Thema. Herr Wolf.

…Sie schmeißen ihn raus, wenn er nicht freiwillig geht.

Herr Wolf. Zum Thema Recherche. Wenn heute Ö1 wahrheitswidrig berichtet. Und der Teletext das auch wahrheitswidrig übernimmt, entgegen meiner Pressekonferenz, wo ich gesagt habe: „Es gibt kein Trostpflaster. Es gibt keine Inseratenzusagen. Es gibt keine freiheitlichen Bildungsinstitutsaufträge für Mölzer“. Und das dann auf Grund von falscher Recherche berichtet wird. Entgegen meiner Aussagen. Dann muss ich mich schon wundern. Und dann muss ich schon in den Raum stellen, dass man manchmal den Eindruck hat, es werden hier bewusst Dinge verdreht und Realitäten (verdreht?).

Herr Strache. Nicht böse sein. Nur weil Sie etwas anderes sagen, muss es nicht wahrheitswidrig sein.

Es ist wahrheitswidrig.

Sie haben gerade gesagt, dass der Herr Mölzer sich freiwillig zurückgezogen hat. Natürlich hat er sich nicht freiwillig zurückgezogen. Sie haben ihm angedroht, Sie werfen ihn heute raus. Und vorher hat er halt noch selber zurückgezogen. Das ist nicht freiwillig, Herr Strache.

Nein.

Die Frage ist…

Ja.

…warum haben Sie ihm das angedroht?

Herr Wolf, Herr Wolf. Wir haben unterschiedliche Entwicklungen erlebt. Wir haben diverse Aussagen erlebt, die provokativ waren. Die eine kritische Masse bewusst erreicht haben. Wo ich, in einer nachhaltigen Recherche, ohne Schnellschuss, in Ruhe mir alles angesehen habe. Auch mir die Erklärungen angesehen habe. Und eine Beurteilung getroffen habe, wo ich immer gesagt habe: Ich werde, in einem persönlichen Gespräch mit Andreas Mölzer und am Ende in einem Bundesvorstand in Beratungen auch eine Entscheidung treffen. Und das hat stattgefunden.

Jetzt haben zuerst gerade gesagt, der Herr Mölzer hat die Entscheidung getroffen.

Der Herr Mölzer hat die Entscheidung getroffen. Auch wenn Sie das nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

Jetzt haben Sie gerade gesagt, Sie haben die Entscheidung getroffen.

Nein, wir haben – das habe ich Ihnen erklärt – besprochen und diskutiert, dass ich, entsprechend nach einem Gespräch mit Mölzer, immer gesagt habe: Wir werden entweder einen gemeinsamen Weg finden oder im Bundesparteivorstand diskutieren und dort eine Entscheidung treffen. Und Herr Mölzer hat diese Entscheidung selbst getroffen. Und ich sage: Großen Respekt vor seiner Entscheidung. Weil er gewusst hat, dass hier Aussagen passiert sind, die von vielen nicht goutiert werden. Und wo viele diese als unpassend und auch beleidigend empfinden – im inhaltlichen Kontext. Und er auch gewusst hat, dass er damit, in einer Verantwortung für die Gesinnungsgemeinschaft letztlich auch sicherstellt, dass man nicht die EU-Themen und andere Problementwicklungen vergraben kann während dieser Wahl. Und er damit letztlich auch nicht zur Verfügung gestanden ist weiter als Objekt – sozusagen der einseitigen Berichterstattung und des Trommelfeuers und eines weiteren Schadens – für die FPÖ zur Verfügung zu stehen.

Nur damit wir’s verstehen: Welche Äußerung von Herrn Mölzer war denn jetzt die, die nicht vereinbar ist mit einer Spitzenfunktion, wie Sie heute gesagt haben?

Schauen Sie. Ich sage ganz offen. Wir haben unterschiedliche Aussagen. Und wenn man die im inhaltlichen Kontext bewertet. Und da muss man auch diskutieren, muss auch denjenigen, der es gesagt hat, befragen, wie er was gemeint hat. Manchmal werden auch Dinge in der Interpretation anders dargestellt. Wir haben diese Gespräche geführt. Ich sage von meiner Seite offen, dass die Europäische Union, ja, eine Entwicklung nimmt, die dramatisch zum Teil ist. Und die ich auch vehement kritisiere. Und die in Richtung einer autoritären Struktur geht, die ich nicht will.

Aber. Ich sage auch. Ich verstehe nicht, wie man so etwas mit dem Dritten Reich vergleichen kann. Und ich sage im Gegenzug teilweise von liberalen Gesetzesentwicklungen sprechen kann. Das habe ich nicht verstanden. Das war einer der Punkte, wo aber Mölzer mir gesagt hat: Er hat das nicht so gemeint.

Und er hat ausdrücklich auch festgehalten, dass er natürlich nichts verunglimpfen bzw. harmlos darstellen wollte. Im Gegenteil. Das habe ich auch zur Kenntnis genommen. Und Sie wissen, dass es weitere Aussagen dann gegeben hat. Von einem „Konglomerat“ mit dem ich im Kontext gar nichts anfangen kann und völliges Unverständnis auch erlebt habe. Aber dann seine Entschuldigung respektiert habe, wie Sie wissen.

Und dann weitere Entwicklungen stattgefunden haben, wo ich sage, da muss man dann auch eine Gesamtbewertung treffen. Und ich sage offen: In diesem Gesamtkontext, ja, dieser gesamten Aussagen, war ein Punkt erreicht, wo ich sage: Das geht so nicht. Das ist eine schädliche Entwicklung. Da müssen wir klar und deutlich sagen, dass wir nicht zulassen wollen, das politische Gegner – und bitte einen Satz noch -, die uns immer wieder bewusst in ein Eck drängen, wo wir nicht hingehören, dann auch noch Vorschub geleistet bekommen durch solche flapsigen, provozierenden Sager, die unpassend sind. Und ich sage ganz klar und deutlich: Wir haben weder mit totalitären Ideologien noch mit Rassismus etwas zu tun.

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Und jetzt würde ich gerne wissen, was denn in der FPÖ unpassend ist. Vor zwei Wochen ist Herr Mölzer nach der ersten Aufregung hier im Studio gesessen und hat wörtlich gesagt: „Neger ist ein normales deutsches Wort, das man jederzeit verwenden kann.“ Sehen Sie das auch so?

Schauen Sie. Ich verwende diesen Begriff nicht. Ja, das ist nicht meine Diktion. Aber Sie wissen selbst, dass dieser Begriff auch in der Schule und sogar im ORF bis in den 80er Jahren hinein durchaus verwendet wurde.

Ich frage, ob es 2014 in der FPÖ ein legitimer Begriff ist.

Ich sage Ihnen ganz offen, dass man nicht Sprachpolizei spielen soll. Und Begrifflichkeiten automatisch sozusagen in einem negativen Zusammenhang stellen sollen. Entscheidend ist, in welchem Kontext etwas gesagt wird.

Also Sie haben kein Problem damit?

Ich verwende es nicht.

Warum denn nicht, wenn es überhaupt kein Problem ist.

Na ich verwende es nicht, weil es nicht meiner Diktion entspricht und weil ich sehr wohl für mich persönlich dieses Wort nicht verwenden will. Aber es gibt Personen und Menschen in diesem Land, die das Wort verwenden und nicht bösartig oder in einer anderen negativen Darstellung verwenden.

Herr Strache.

Und das sollten Sie auch zur Kenntnis nehmen.

Ich nehme es zur Kenntnis. Weil es gibt sie sogar nicht nur in diesem Land sondern auch in ihrem Parlamentsklub.

Ja.

Und auch heute Nachmittag noch nach der ganzen Aufregung um Mölzer sagt ihr Abgeordneter Gerhard Schmid, der uns sonst noch nicht weiter aufgefallen ist, wörtlich: „Ein Neger ist ein Neger. Ich kenne keine andere Bezeichnung. Wie soll ich ihn denn sonst nennen?“ Wollen Sie ihm vielleicht Nachhilfe geben ein bisschen?
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Na, ich habe heute schon mit seinem Landesparteiobmann gesprochen, dass auch selbstverständlich das Gespräch geführt werden wird. Weil natürlich gibt es sehr wohl auch andere Begrifflichkeiten. Und dieser Begriff ist für mich un-notwendig. Aber er ist nicht in dem Sinn general als Sprachpolizei zu verurteilen. Ich sage Ihnen genauso auch, der Begriff Zigeuner nicht. Wenn da manche Sprachpolizisten glaube, der Begriff „Zigeuner“ sei automatisiert etwas Böses, dann muss man schon auch darauf verweisen, dass in Ungarn sich auch eine Zigeunerpartei gegründet hat, die sich selbst so nennt. Also man soll nicht immer automatisch jeden Begriff in ein negative Richtung darstellen.

Herr Strache… Es wäre mir jetzt noch nicht aufgefallen, dass Sie ungarisch sprechen in der FPÖ. Auf Deutsch ist das doch relativ klar. Also, die Betroffenen finden diese Begriffe sowohl Neger als auch Zigeuner extrem diskriminierend und rassistisch.

Also…

Warum ist es den FPÖ-Politikern so wichtig, diese Begriffe zu verwenden?

Es ist nicht wichtig. Aber ich kenne genügend Zigeuner.

Aber Sie kämpfen so für Ihr Recht, das Sie das dürfen.

Na, ich kenne so viele Zigeuner, die Bekannte von mir sind, die es überhaupt nicht als Beleidigung empfinden. Ich weiß nicht, was da immer wieder versucht wird, immer wieder hineinzuinterpretieren. Wenn jemand im Zusammenhang, im Kontext, inhaltlich, etwas Beleidigendes sagt, dann ist das zu verurteilen und auch entsprechend zu bewerten. Und doch nicht die Begrifflichkeit Zigeuner.

Herr Strache, sagen Sie mir einen Kontext, in dem das Wort Neger nicht rassistisch ist.

(Pause) Im Kontext, den der ORF verwendet hat, in der Darstellung auch des Helmis…

2014, Herr Strache.

…mit Kaffee auf Bohnen und in anderen Bereichen.

Referenzen
Helmi-Lied aus den 80er Jahren:
Neger auf Kaffeebohnen,
Chinesen auf Zitronen,
Jäger auf Melonen,
kann man nicht gut sehen…

(http://www.riskride.at/, abgeruf. am 12.04.2014 Online)
2014.

Zweitausend…

2014

Vierzehn.

Wir haben das Jahr 2014.

Ja.

In welchem Kontext ist dieses Wort nicht rassistisch.

Es ist nicht grundsätzlich rassistisch.

Tatsächlich.

Nein, es wird von der politischen Correctness grundsätzlich von der linken Seite als ein beleidigender Begriff dargestellt. Das ist nicht so, dass das jeder auch als beleidigend empfindet. Die Frage ist, was jemand dahinter auch…

Kennen Sie einen Afrikaner, der das Wort nicht als diskriminierend empfindet, Herr Strache.

In dem Fall, ja. Der amerikanische Begriff ist diskriminierend.

Kennen Sie persönlich einen Afrikaner, der diesen Begriff nicht als diskriminierend empfindet?

Aus dem lateinischen abgeleitet gibt es selbstverständlich…

Kennen Sie einen Afrikaner, der diesen Begriff nicht als diskriminierend empfindet?

Gibt es, ja.

Kennen Sie einen?

Ja, gibt es. Ja.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir morgen…

Pah, gerne.

…eine Kontaktadresse sagen könnten. Würde mich wahnsinnig interessieren. Jetzt haben Sie sich heftig dagegen gewehrt. In ihrer Pressekonferenz und jetzt gerade wieder, dass sie ins rechte Eck gestellt werden mit der FPÖ. Jetzt.
Der Sohn von Herrn Mölzer ist Chefredakteur dieser Zeitung „Zur Zeit“. Da ist vor wenigen Wochen erst eine Titelgeschichte erschienen: „Die Zigeuner kommen“, heißt sie. Die Geschichte strotzt vor rassistischen Vorurteilen. Wurde vom Presserat dramatisch verurteilt, weil sie so rassistisch ist. Die Frau Rosenkranz, die Probleme mit dem Verbotsgesetz hat, sitzt im Parlament. Die wegen Verhetzung verurteilte Frau Winter sitzt im Parlament. Ihr neuer Spitzenkandidat Vilimsky sagt in der Presse, ich zitiere: „Schwarzafrikaner, Türken und Araber seinen kulturferne Nationen.“ Und mit dem Rassismus von Herrn Mölzer hatten Sie überhaupt kein Problem, das man je sehen konnte, bis er das Nationalheiligtum Alaba beleidigt hat…

Hm. Na, Herr Wolf.

Und da wundert Sie, dass man Sie im dritten Eck verortet? Das ist ja doch der Hauptwohnsitz ihrer Partei.

Herr Wolf. Also, jetzt haben Sie eine Ansammlungen von Anwürfen gebracht, die man ja so nicht im Raum stehen lassen kann.

Doch. Jeder stimmt.

Also, Sie…Na, jeder stimmt nicht. Die Frau Rosenkranz, und das wissen wir nachweislich, ja, ist interviewt worden. Hier an dieser Stelle, wo ihr dann von der Moderatorin nachweislich etwas unterstellt wurde, was sie so nicht gesagt hat. Das wissen auch Sie, wenn Sie sich das Band ansehen. Also, ich sage, dann gehen Sie weiter in einer Verkettung, dass kulturferne Zuwanderer auf einmal ein rassistischer Begriff sein soll. Also, was soll denn das?

Schwarzafrikaner sind kulturfern?

Entschuldung, Herr Wolf. Herr Wolf. Herr Wolf. Nein. Noch einmal. Der kulturferne Zuwanderer.

Wirklich?

Ja, aus anderen Kontinenten kommende. Und natürlich in dem F…

…haben keine Kultur? Sind kulturfern?

Nein. Kulturfern von unserer Kultur.

Das hat er nicht gesagt.

Das hat er zum Ausdruck gebracht semantisch.

Nein, das hat er nicht gesagt.

Und Herr Wolf. Wenn sie natürlich immer jeden Begriff versuchen bösartig und anders zu unterstellen, dann ist das halt auch nicht korrekt. Da sollte man objektiv und ehrliche Debatte führen. Ich stehe nicht an, dass gewisse Äußerungen, die da passiert sind. Also wirklich in der Art und Weise einfach für mich mehr als unpassend und beleidigend sind. Das hat jetzt nicht nur mit dem Alaba-Artikel etwas zu tun. Wenn ich dann einen Zigeuner-Artikel, den sie zitiert haben, wenn da drinnen steht, ja, dass jeder Zigeuner Alkohol trinkt und seine Frau schlagt, dann finde ich das aufs Letzte verhetzend.

Sie haben nicht protestiert dagegen.

Ich habe den Artikel gar nicht gekannt.

Ja geh jetzt… Das war die Titelgeschichte…

Ich hab doch den Artikel gar nicht…

Herr Strache, die Zeitung liest jeder FPÖ-Abgeordnete. Jetzt sind Sie mir doch nicht böse.

Ja, also, bitte Herr Wolf, hören‘s doch auf.

Sie schalten Inserate darin.

Das ist doch nicht das Parteiorgan der FPÖ.

Aber Sie schalten ganz viele Inserate.

Ja aber ich bin doch nicht verantwortlich für einen Artikel, der in einer Zeitung steht, wo ich Inserate schalte, Herr Wolf.

Ich habe ja nicht gesagt, dass Sie verantwortlich sind, Herr Strache.

Oh ja, Sie haben unterstellt, dass jeder die Zeitung…

Ich habe gesagt, Sie haben nicht gegen diesen Artikel protestiert.

Die Zeitung ist nicht das Parteiorgan der FPÖ. Diese Zeitung wird auch nicht aus Zwangsbeiträgen finanziert wie der ORF, wo ich auch nicht alles teilen muss.

Sie wird mit Presseförderung finanziert.

Na, Herr Wolf. Herr Wolf.

Jetzt, Herr Strache. Die Zeitung bekommt Presseförderung. Alle Nationalratsabgeordneten…

Ich schalte auch in anderen Zeitungen Inserate, die nicht unbedingt das berichten oder schreiben, was ich mir als FPÖ wünsche. Also, Sie werden doch nicht bitte jetzt im Sinne einer Pressefreiheit mich in Zukunft bitten, dass ich bei einer Zeitung, die nichts mit der FPÖ zu tun hat, dort auch noch versuche zu intervenieren, hoffe ich.

Herr Strache, nicht böse sein…

Mache ich bei Ihnen auch nicht.

Der Chefredakteur der Zeitung ist der Nationalratsabgeordnete der FPÖ. Alle FPÖ Nationalratsabgeordneten schalten vor Weihnachten Glückwunschinserate in dieser Zeitung. Werden sie dazu angehalten. Also, dass Sie jetzt nichts mit der Zeitung zu tun haben ist ein bisserl amüsant. Entschuldigung.

Herr Wolf, Herr Wolf. Es gibt einen Presserat.

Aber. Er hat diese Zeitung ganz schlimm verurteilt.

Der auch eine Verurteilung bei dem Artikel ausgesprochen hat. So wie auch der ORF schon verurteilt wurde vom Presserat. Auch der ORF ist vom Presserat bei manchen Berichterstattungen.

Das kann ich… Herr Strache, das ist ein Unsinn. Der Presserat…

Dafür ist der Presserat zuständig.

Nein, er ist eben nicht für den ORF zuständig, Herr Strache.

Jo.

…er hat noch nie den ORF verurteilt. Er kann nur Zeitungen verurteilen.

Sie sind auch schon kritisiert und verurteilt worden.

Herr Strache, das ist eine Verleumdung. Das ist eine Lüge. Der ORF ist noch nie vom Presserat verurteilt worden. Das ist eine glatte Lüge von Ihnen. Jetzt möchte ich Sie noch eines fragen: Bei vielen Ihrer Partei kommt aber dieser Rausschmiss von Herrn Mölzer nicht gut an. Wie Sie ja selber wissen, auf der Website von Martin Graf und auch auf Ihrer eigenen Facebook-Seite als – ein paar Zitate: „Rückgratloser Verräter“, und als „Weichei, das sich von der links-linken Jagdgesellschaft einen Weggefährten herausschießen lässt, um sich als regierungsfähiger Koalitionspartner anzubiedern“ wüst beschimpft. Und ich hätte noch zahllose andere Zitate. Das ist ihre Parteibasis. Das kann Ihnen ja nicht egal sein.

Schauen Sie. Das sind. Ich sage, ganz offen. Es ist unser Maßstab in der freiheitlichen Partei als Verantwortung für Österreich bei uns Entscheidungen zu treffen und nicht auf Zuruf. Und zwar gleich, von welcher Seite. Es waren nicht die Zurufe der politischen Mitbewerber oder auch des Bundespräsidenten, der leider sich bei Gewalt und Sachbeschädigung und Hassaufrufen gegen den Akademikerball nicht zu Wort gemeldet hat. Wir schon, muss ich auch einmal kritisch anmerken. Nicht die Zurufe sind es. Der eigene Maßstab ist es. Und gleich, welche Seite, welche Zurufe machen sollte. Unser Maßstab ist es, unsere Grundsatzposition, unsere inhaltliche Position, auf der wir heute einstimmig auch die Entscheidung von Mölzer akzeptiert haben und auch einstimmige Beschlüsse gefasst haben, wo alle, nämlich der gesamte große Bereich der Vertreter der freiheitlichen Partei drinnen sitzen. Und das dann vom ORF als Zerreisprobe hinzustellen. Na gut, dann kann sich jeder ein Bild machen.

Und Sie haben Ihre Position dargelegt. Vielen Dank für Ihren Besuch im Studio.
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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.