Am 24. Jänner 2014 findet wieder der Akademikerball statt – Demonstrationen und z.T. leider Ausschreitungen inklusive. Doch: Was sind eigentlich Burschenschaften, was Mensuren? Welche Ideologie steckt dahinter? neuwal klärt auf.

Wie sind Burschenschaften entstanden?

Um 1800 war Deutschland – so wie wir es heute kennen – eigentlich nicht existent. Vielmehr war es ein Gebiet mit vielen unabhängigen Herzogtümern, in der sich eine Idee des Liberalismus und Nationalismus 1 sowie der Wunsch eines einheitlichen Deutschlands ausbreitete 2. Zu dieser Zeit gab es auch die Befreiungskriege, bei der Napoleon bei der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 geschlagen wurde. Trotz erfolgreichem Kampf blieben die Freiheitswünsche und die Hoffnungen auf ein geeintes und politisch freies Deutschland zurück. Auch der Wiener Kongress unter der Leitung von Fürst von Metternich 1814 brachte keine Neuerung, sondern das Gegenteil 3.

Quelle: http://www.landtagswahl-bw.de/
Abb. 1: Deutschland um 1800. Quelle: http://www.landtagswahl-bw.de/

Quelle: Wiener Kongress, wikipedia.org
Abb. 2: Wiener Kongress. Quelle: wikipedia.org

Quelle: Völkerschlacht bei Leipzig, 1813 (wikipedia.org)
Abb. 3: Völkerschlacht bei Leipzig, 1813. Quelle: (wikipedia.org)

Während sich die Politik nach einem vereinten Deutschland statt bestehender Kleinstaaterei sehnte, entwickelte sich auch innerhalb der Studentenschaft ein eigener deutscher Patriotismus 4. So wurde auch an den Universitäten die Idee gelebt, die landsmannschaftlichen Zusammenschlüsse an den Unis abzuschaffen und alle Studenten in einem größeren Bund, der „Allgemeinen Burschenschaft“, zusammenzuführen 5. Zu diesem Zeitpunkt wurde 1815 in Jena die Urburschenschaft gegründet, auf deren Ideen sich heute noch die meisten Burschenschafter berufen. Das Ziel der Burschenschaft war: „Freiheit und Selbstständigkeit des Vaterlandes“ 6. Tragender Protagonist dieser Strukturen war Friedrich Ludwig Jahn (Turnvater Jahn), der bereits im Lützowschen Freikorps (um 1814) 7 ideologische Kontakte zu vielen Personen (u.a. Ernst Moritz Arndt, Friedrich Friesen, Dichter Theodor Körner) aufbaute und gegen Napoleon kämpfte. Das Bild „Auszug der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813“ von Friedrich Hodler (1914) 8, das in der Universität Jena in Deutschland hängt, fasst das für Deutschland wichtige Ereignis zusammen. Darauf klar ersichtlich sind die drei Farben des Lützowschen Freikorps schwarz-rot-gold als Dreifarbband, die auch die ureigensten Farben der Burschenschaft sind und bei der Gründung der Teutonia mit dem Wahlspruch „Freiheit, Ehre, Vaterland“ verwendet wurden 9. Unter diesem Motto verbanden sie bürgerlich demokratische Ideen, von Anfang an mit völkisch-nationalem, rassistischem und antisemitischem Gedankengut 10. Die Burschenschaften werden als die „erste politische Jugendbewegung in der europäischen Geschichte“ bezeichnet, der die Jungmännerbewegung der Turner (vgl. Turnvater Jahn) zur Seite zu stellen ist. Studienfreundschaften blieben […] wichtig und boten in der Zeit der Antinapoleonischen Kriege eine stabile Basis für das patriotisch-nationale Engagement. 11 Die Gründungen der Burschenschaften waren ein ganz entschiedener Akt, begangen im Bewusstsein der Not des deutschen Volkes und zur Überwindung der nationalen Zerrissenheit. 12

Turnvater Jahn Gedenkstätte am Leopoldsberg in Wien. Quelle: wikipedia.org
Abb. 4: Turnvater Jahn Gedenkstätte am Leopoldsberg in Wien. Quelle: wikipedia.org

Aufbruch der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813 (Friedrich Hodler, 1914).
Abb. 5: Aufbruch der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813 (Friedrich Hodler, 1914). wikipedia.org

Theodor Körner, Karl Friedrich Friesen und Henry Hartmann als „Lützower Jäger“ Quelle: wikipedia.org
Abb. 6: Theodor Körner, Karl Friedrich Friesen und Henry Hartmann als „Lützower Jäger“ Quelle: wikipedia.org

1817 lud die Jenaer Urburschenschaft auf die Wartburg zu einem „Nationalfest“ ein 13, bei der in Anwesenheit von 500 Burschenschaftern mehrere Dutzend als reaktionär, antinational oder undeutsch eingestufte Bücher verbrannt wurden 14 und bei der Forderungen für ein einheitliches Deutschland gestellt wurden. Bei den Karlsbader Beschlüssen 1819 wurden die Burschenschaften sowie öffentliche schriftliche Meinungsfreiheit und Turnvereine vorerst verboten 15. Daraufhin zerfielen die Burschenschaften während der Demagogenverfolgung. Erst nach der Deutschen Revolution (1848/49), dem Ende der Demagogenverfolgung und der Gründung des ersten deutschen Nationalstaates 1871 ging es mit den Burschenschaften weiter, die sich dem nationalen Einheitsgedanken verpflichtet hatten. Nach der Erfüllung der wichtigsten burschenschaftlichen Forderung – dem Nationalstaat – wandelte sie sich von einer revolutionären Bewegung zu einer staatstragenden. Anders in Österreich, wo die Burschenschaften weiterhin fester Bestandteil der deutschnationalen und deutschfreiheitlichen Opposition blieben. 16

Welche verschiedenen Strömungen gibt es bei den Burschenschaften?

Im Gegensatz zu den katholischen österreichischen Studentenverbindungen sind die Burschenschaften, vor allem in Deutschland, sehr inhomogen. Die österreichischen Burschenschaften vereint ihr deutschnationale Einstellung, bei den Burschenschaften in Deutschland findet man fast alles von (national)liberal bis rechtsnational und rechtsextrem. Man kann auch nicht sagen, dass alle Burschenschaften schlagend sind, denn auch hier gibt es Ausnahmen. Schlagende Burschenschaften sind jedoch nie offiziell katholisch, denn die Katholische Kirche lehnt die Mensur aufgrund des Prinzips der Nächstenliebe grundsätzlich ab (analog dazu ist eine katholische Verbindung nie schlagend). 17 Zusammenfassend lässt sich sagen: Ist eine Studentenverbindung schlagend, kann sie keine katholische Verbindung sein und ist im Milieu der deutschnationalen Burschenschaften anzusiedeln. Im Verband der „Deutschen Burschenschaft“ 18 (ein Dachverband, der im späten 19. Jahrhundert entstand), gab es Mitte des 20. Jahrhunderts innerliche Konflikte, die schlussendlich 1996 in der Abspaltung einiger Burschenschaften 19 gipfelten. Diese abgespaltenen Verbindungen nennen sich „Neue Deutsche Burschenschaft“ und treten seither als Protest gegen die rechtsextremen Tendenzen in der DB als eigener Dachverband auf. Auch innerhalb der DB (und teilweise außerhalb) bildeten sich verschiedene Lager, wobei die österreichischen Burschenschaften, die als noch weiter rechts gelten, immer mehr an Einfluss gewannen und ihn bis heute halten können, da sie in der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ 20 versammelt sind. Der Gegenpol dazu ist die „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“, die die liberal-konservativen Werte 21 der Burschenschaften wieder hervorheben wollen. Österreichische Mitglieder der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (die in Deutschland wegen ihrer teilweisen Nähe zum Rechtsextremismus der deutschen Verfassungsschutzbehörden beobachtet werden), sind unter anderem:

  • Suevia (Innsbruck)
  • Brixia (Innsbruck)
  • Teutonia (Wien)
  • Olympia (Wien)
  • Marcho Teutonia (Graz)
  • Germania (Graz)
  • sowie 16 weitere Burschenschaften.

Was hat es mit der Mensur auf sich?

“Die Mensur ist für den Außenstehenden kaum zu verstehender Bestandteil des waffenstudentischen Daseins und wird aus Unwissenheit derart falsch und verzerrt dargestellt, wie sonst kaum ein Bereich des studentischen Lebens.” 22
Mensur
Abb. 7: Mensur beschreibt den Abstand

So schreibt zumindest die Burschenschaft Stiria Graz auf ihrer Website.Einmal Vorweg: der Begriff “Mensur” beschreibt ganz grundsätzlich beim Fechten den Abstand zwischen den beiden Fechtern – sichtbar auf Abb. 7 – ungefähr 1,5 bis zwei Fußlängen.

Mensuren finden in vielen Verbindungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie zum Teil in Belgien, Polen und im Baltikum statt. Grundsätzlich ist der größte Teil des Körpers geschützt, Schutz fehlt hingegen am Kopf und im Gesicht. Wird man dort (auf der Wange) verletzt, so nennt man diese Verletzung “Schmiss”.

FechtenKupferstich
Abb. 8: Kupferstich

Fechten war im Mittelalter jedem möglich, der sich die dafür nötigen Waffen leisten konnte, aber ab 1500 kam es dann dazu, dass vor allem Studenten in dieser Zeit mit dem Fechten und vor allem dem Duellieren begannen. Zur damaligen Zeit waren die Duelle meist brutaler und gefährlicher, Verletzte wurden oft einfach liegen gelassen. Im 18. Jahrhundert wird es dann auch als alltäglich im studentischen Leben beschrieben, wie ein Kupferstich auf Abb. 8 zeigt. Eine umfangreiche Geschichte der Mensur findet man wie gewohnt auf Wikipedia. Pflichtschlagende Verbindungen in Österreich sind der Österreichische Pennäler Ring (Dachverband von 190 Schülerverbindungen), die Deutsche Burschenschaft in Österreich (Dachverband für 16 Burschenschaften), dem Conservativen Delegierten-Convent (Vereinigung von fünf pflichtschlagenden, farbentragenden Studentenverbindungen – heute alles Burschenschaften – an Höheren Lehranstalten, Akademien, (Fach-) Hochschulen und Universitäten in Österreich) und der Österreichische Landsmannschafter- und Turnerschafter Convent.

Wie viele Burschenschaften gibt es in Österreich?

Laut „Die Presse“ machen deutschnationale Burschenschaften 10 bis 15% aller studentischen Verbindungen aus 23. Laut dem ORF sind rund 34.000 Männer sind in Studentenverbindungen, 30.000 davon in nichtschlagenden Verbindungen. Im ZIB Magazin gab es vergangenes Jahr dazu auch einen kurzen Beitrag: Die Tatsache, dass es in Österreich auch Verbindungen auf Mittelschulebene gibt, ist auch bei den Burschenschaften sichtbar. Es gibt schlagende Schülerverbindungen, sogenannte „pennale Korporationen“, die allerdings ihre Mensuren nur mit stumpfen Klingen durchführen dürfen 24.

Welche führenden Politiker sind bei Burschenschaften?

Es ist unbestritten, dass die FPÖ ihr Personal zu einem großen Teil aus deutschnationalen Burschenschaften rekrutiert. Das zeigt sich auch daran, dass 42,5 % der FPÖ-Abgeordneten des Nationalrats einer Burschenschaft angehören. Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes hat eine Auflistung der Abgeordneten zusammengestellt: 25

  • Bösch, Reinhard: akademische Burschenschaft (aB!) Teutonia Wien
  • Hafenecker, Christian: B! Nibelungia Wien
  • Haider, Roman: pennale Burschenschaft (pB!) Donauhort zu Aschbach
  • Höbart, Christian: p(conservative)B! Tauriska zu Baden
  • Hofer, Norbert: pcB! Marko-Germania zu Pinkafeld
  • Karlsböck, Andreas: aB! Aldania Wien
  • Kassegger, Axel: aB! Arminia Graz
  • Kitzmüller, Anneliese: akadem. Mädelschaft (M!) Iduna Linz, „Hohe Damenobfrau“ der pM! Sigrid zu Wien; Autorin in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula ; Leitungsfunktion in der rechtsextremen Österreichischen Landsmannschaft (ÖLM), Landesgruppe OÖ
  • Mölzer, Wendelin: akademisches Corps (aC!) Vandalia Graz, aC! Suevia München; Zur Zeit -Redakteur
  • Neubauer, Werner: Schülerverbindung Gothia Meran und pB! Teutonia Linz; Autor in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula
  • Podgorschek, Elmar: kons. Semestralverbindung Germania, Ried i. Innkreis, akadem. Grenzlandsmannschaft Cimbria Wien; 1998 Teilnehmer an einer Versammlung der Kameradschaft IV , einer rechtsextremen Veteranenorganisation der Waffen-SS; zustimmende Leserbriefe an die rechtsextreme Zeitschrift Die Aula
  • Rosenkranz, Barbara: Sudetendeutsche akadem. Damengilde Edda zu Wien; gratulierte Ende 2011 der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula zum 60jährigen Bestehen
  • Rosenkranz, Walter: aB! Libertas Wien
  • Schrangl, Philipp: aB! Oberösterreicher Germanen Wien
  • Stefan, Harald: aB! Olympia Wie
  • Strache, Heinz Christian: pB! Vandalia Wien; gratulierte Ende 2011 der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula zum 60jährigen Bestehen
  • Zanger, Wolfgang: aC! Vandalia Graz

Auch die beiden EU-Abgeordneten Franz Obermayr (Corps Frankonia Brünn zu Salzburg und Alemannia Wien zu Linz und gehört dem Corps Germania München an) und Andreas Mölzer (Vandalia Graz) gehören Studentenverbindungen an. Aber auch der langjährige und amtierende Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) war als Mittelschüler  – ebenso wie sein jüngerer Bruder – Mitglied der national-freiheitlichen, schlagenden Schülerverbindung „Jungmannschaft Rugia zu Krems“.

Sind Burschenschaften ein Phänomen, das nur im deutschsprachigen Raum auftaucht?

Nachdem der Ursprung der Burschenschaften und generell der Studentenverbindungen in den napoleonischen Kriegen im frühen 19. Jahrhundert (den „Befreiungskriegen“) liegt, sind Burschenschaften ein deutschsprachiges Phänomen, es gibt sie in Deutschland, Österreich, und auch in der Schweiz, aber auch in Chile, wo deutschsprachige Auswanderer einige Burschenschaften gegründet haben.

Was sind die Unterschiede zwischen Burschenschaften in Österreich und Deutschland?

Unterschiede gibt es heute hauptsächlich im Spektrum der politischen Ausrichtung. Berufen sich beide Seiten auf die “Urburschenschaft”, so gibt es in der tatsächlichen Ausrichtung Unterschiede. Auf Wikipedia wird darauf eingegangen: „Ein Fusionsversuch mit der DB scheiterte 1961 am Widerstand zahlreicher bundesdeutscher Burschenschaften, die sich auf den staatsbürgerlichenVaterlandsbegriff beriefen und nicht auf den der staatsübergreifenden deutschen Kulturnation. Daraufhin gründeten Burschenschaften aus DB und DBÖ die Burschenschaftliche Gemeinschaft (BG), eine auch heute noch bestehende dachverbandsübergreifende Arbeitsgemeinschaft, die in der Folge großen Einfluss auf die Verbandspolitik der DB ausüben konnte.“

Gibt es Beziehung zu europäischen/internationalen Verbindungen?

Die Beziehungen zu Burschenschaften in Deutschland sind durch die gemeinsame Organisation im DBÖ sehr ausgeprägt. Innerhalb des DBÖ gelten die österreichischen Burschenschaft als “rechter Flügel”. Im Zuge der Richtungsdebatte innerhalb des DBÖ sind viele “liberalere” Burschenschaften aus mangelnder Abgrenzung zum rechten Rand ausgetreten. (Laut dem „Blauen Kartell“, einer Gruppierung mehrerer pennaler Verbindungen ist das DBÖ defakto nicht mehr existent.)
Im Rahmen des WKR/-Akademikerballes wurden in der Vergangenheit des Öfteren prominente Gäste aus dem rechten europäischen Spektrum angetroffen. So musste sich Marine Le Pen viel Kritik für ihren Besuch gefallen lassen 26.

Auch Markus Beisicht, Vorsitzender von ProNWR und  Filip DeWinter vom belgischen, als rechtsextrem eingestuften Vlaams Belang, waren 2010 zu Gast am WKR Ball 27.

Was ist der WKR-/Akademikerball?

Der in diesem Jahr am 24. Jänner stattfindende Akademikerball hat erst seit 2013 diesen Namen. Zuvor war er bekannt als “WKR-Ball”, als Wiener Korporationsball. Im Impressum der Website des Balles findet man die Adresse der Landesgruppe Wien der Freiheitlichen Partei sowie der Verein “Wiener Akademikerball Ballausschuss – Verein für Wissenschaft, Forschung, Kultur und Menschenrechte mit Sitz in Wien” 28. Der Wiener Korporationsring ist ein 1952 gegründeter Zusammenschluss von Wiener Studentenverbindungen, darunter vor allem schlagende Verbindungen. 59 Mal, das letzte Mal 2012, fand der WKR-Ball – zuletzt in der Hofburg – statt. 2012, noch dazu am “Internationalen Holocaustgedenktag”, bezeichnete Heinz-Christian Strache die Besucher des Balles als “Die neuen Juden” 29 und spielte dabei auf die Demonstranten vor der Hofburg an. Im selben Jahr wurde Druck auf die Eigentümer der Hofburg ausgeübt, und die zukünftige Veranstaltung des WKR-Balls in der Hofburg unmöglich gemacht. Die FPÖ Wien war dann aber kreativ und veranstaltete schon 2013, ebenfalls wieder in der Hofburg, den 1. Akademikerball – wieder mit unzähligen Demonstranten vor dem Gebäude. Laut dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) haben allerdings zwischen 2009 und 2011 in der Öffentlichkeit umstrittene Persönlichkeiten wie Markus Beisicht, Patrik Brinkmann, Filip Dewinter, Alexander Dugin, Matthias Faust,Bruno Gollnisch und Enrique Ravello an mindestens einem Ball teilgenommen.

Warum gibt es jedes Jahr große Protestkundgebungen gegen den WKR-/Akademikerball?

Die Demonstrationen und Ausschreitungen zum WKR- und nunmehr Akademikerball finden seit einigen Jahren statt. Unter dem Motto “Unseren Hass den könnt ihr haben!” ruft die Gruppierung NoWKR zur “Unmöglichmachung des Balles” auf.”NOWKR.AT ist eine unabhängige Plattform für die radikale Linke, die über Gegenaktivitäten rund um den Wiener Akademikerball 2014 informiert und ist nicht mit den „Bürger/innen-Bündnissen“ der letzten Jahre zu verwechseln.” Die wirklichen Beweggründe stehen auf der Seite nicht – offenbar scheint es schon selbstverständlich zu sein.

Eine weiteres Bündnis, „Jetzt Zeichen setzen„, spricht nicht, wie noWKR (laut Kommentar eine kleine radikale Gegenplattform) von Hass, sondern versucht, Aufmerksamkeit zu erregen: Mit einem „Walk of Shame“ zu den Hofburg-Gesellschaftern wollen sie sichtbar machen, wer an diesem Ball teilnimmt und die Gesellschafter zu einem Umdenken bringen. Dieses Bündnis lädt am 24. Jänner ab 19 Uhr am Heldenplatz zur Demonstration.

“Kritiker werfen dem WKR vor, ein rechtsextremes Vernetzungstreffen zu organisieren” 30

Da es sich bei den Aktionen und Demonstrationen rund um den Akademikerball  (leider) nicht nur um gewaltfreies Aufeinandertreffen handelt, werden die Organisatoren der Proteste oft selbst kritisiert 31. Unser Redakteur und Fotojournalist Daniel Weber hat bei vielen Veranstaltungen rund um noWKR, Jetzt Zeichen setzen und dem Akademikerball festgehalten:

Eine Diashow von den Demonstrationen des Akademikerballs 2013:

Was ist der Unterschied zwischen Cartellverbänden und Burschenschaften? Was sind die Gemeinsamkeiten?

Kurze Info: Was ist der Cartellverband?

Der Österreichische Cartellverband (ÖCV) ist ein Korporationsverband von katholischen, nichtschlagenden, farbentragenden Studentenverbindungen in Österreich. Der ÖCV hat 48 Mitgliedsverbindungen in Österreich, eine in Südtirol sowie sieben befreundete Verbindungen in Österreich, Syrien, der Slowakei, Tschechien, Italien, Frankreich und Japan. Diese 56 Verbindungen haben zusammen rund 13.000 Mitglieder.

Der Wahlspruch des ÖCV (wie auch des deutschen CV) stammt von dem lutherischen Theologen Rupertus Meldenius und lautet: In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas („Im Notwendigen herrsche Einmütigkeit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem aber die Nächstenliebe“).

Prominente Mitglieder von ÖCV-Verbindungen
Quelle: Wikipedia

Unter dem Überbegriff „Studentenverbindung“ gibt es verschiedene Gruppierungen – neben Corps, Landmannschaften, katholischen Studentenverbindungen gehören auch die Burschenschaften dazu. Historisch haben die Burschenschaften mit den anderen Arten von Studentenverbindungen wenig gemeinsam. (Österreichische) Landsmannschaften sind beispielsweise recht neue Verbindungen, sie entstanden nach dem Ersten Weltkrieg und haben eine besondere Beziehung zu den Habsburgern. Sie stehen in Opposition zu den deutschnationalen Tendenzen vieler Burschenschaften und sehnen sich eher nach einem geeinten Mitteleuropa, am besten unter Herrschaft des Hauses Habsburg. „Katholische Studentenverbindung“ ist wiederum ein Überbegriff, zu dem eben auch die Landsmannschaften gezählt werden können. Corps hingegen zeichnen sich oft durch ihre Treue zum Landesfürsten bzw. später zur deutschen Monarchie aus, einige von ihnen waren auch Teil der Strömung des antiklerikalen Liberalismus nach der Revolution 1848.

In Deutschland wiederum sind die Landsmannschaften im Oberbegriff „Burschenschaften“ anzusiedeln, die meisten von ihnen praktizieren die Mensur. Man sieht also, dass eine Klassifizierung von Studentenverbindungen recht schwierig ist, da es viele lokale Eigenheiten gibt und sich viele Verbindungen zu kleineren oder größeren Abweichungen bekennen. Andere Bezeichnungen für am rechten Rand anzusiedelnde Verbindungen, die häufig schlagend sind, wären Corps, Sängerschaften, Turnerschaften.

Der Cartellverband baut auf Werten auf – welche Werte haben die Burschenschafter?

Die meisten deutschen Burschenschaften berufen sich auf den Wahlspruch “Ehre, Freiheit und Vaterland”. Dieser besteht seit 1816 und geht auf die Urburschenschaft aus Jena zurück.

Im Kurzportrait der Deutschen Burschenschaften 32 wird näher darauf eingegangen, welche Bedeutung den einzelnen Grundsätzen zukommt und wie sie zu verstehen sind.

Dem Prinzip der Ehre folgend soll ein Burschenschafter „seine Gedanken, sein Reden und Handeln nach den Wertbegriffen der Lauterkeit, Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit ausrichten und mit seiner ganzen Person dafür eintreten, ohne daß er für sich eine besondere, ihn über andere heraushebende Ehrenhaftigkeit in Anspruch nimmt.“ 33

Darauf aufbauend ist Freiheit  „das Ziel, dem das burschenschaftliche Handeln dient. Persönliche, politische und akademische Freiheit können nicht ohne die Freiheit des Geistes und die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Denkens erreicht werden. […] Freiheit erschöpft sich für den Burschenschafter nicht in persönlicher Freiheit, sondern erhält ihre weitere Bedeutung durch die verantwortliche Mitarbeit am Gemeinwesen.“ 34

Als dritte wichtige Säule gilt die „Verpflichtung zum Einsatz für das Vaterland. Die Deutsche Burschenschaft sieht das deutsche Vaterland unabhängig von staatlichen Grenzen in einem freien und einigen Europa, welches Osteuropa einschließt. Sie setzt sich für eine enge Verbundenheit aller Teile des deutschen Volkes in Freiheit ein. Der Einsatz für das eigene Vaterland gebietet ebenso die Achtung der Freiheit und des Selbstbestimmungsrechtes anderer Völker. Deshalb setzt sich die Deutsche Burschenschaft aktiv dafür ein, dass in einem freien Europa den Angehörigen aller Völker, insbesondere auch allen deutschen Volksgruppen in anderen Staaten, die uneingeschränkte kulturelle Entfaltung und Selbstbestimmung gewährleistet wird.“ 35

Können Burschenschaften als nationalsozialistisch bezeichnet werden?

Die Definition des Nationalsozialismus ist laut Konrad Kwiet in der „Enzyklopädie des Nationalsozialismus“ eine „radikal antisemitische, rassistische, antikommunistische und antidemokratische Weltanschauung.“ 36 Man kann nicht sagen, dass Burschenschaften per se nationalsozialistisch sind, sondern vielmehr deutschnational. Korrekter wäre es zu sagen, dass Personen, die im Zusammenhang mit neonazistischen Tätigkeiten auffallen, häufig auch Mitglieder einer deutschnationalen, schlagenden Burschenschaft sind.

Gibt es bei den Burschenschaften auch Frauenverbindungen? 

Ja, gibt es. Diese Art von Frauenverbindung nennt sich „Mädelschaft“. Es gibt  allerdings keine gemischt-geschlechtlichen schlagenden Verbindungen. In Österreich ist beispielsweise die Wiener Mädelschaft Freya bekannt, auf deren “Heimseite” 37 ist die Rede von mehr als 75 aktiven Damenverbindungen (laut dem Blauen Kartell sind nur 2-3 davon politisch) in Deutschland, wobei in diesem Fall scheinbar Städte wie Graz oder Wien als Teil Deutschlands gelten. Barbara Rosenkranz ist beispielsweise Mitglied der „Sudetendeutschen akademischen Damengilde Edda zu Wien“ 38. Mädelschaften oder Damengilden (es gibt verschiedene Begriffe) teilen Ideale und Traditionen mit ihren männlichen Pendants, fechten jedoch keine Mensuren. Manche Mädelschaften, vor allem in Deutschland, distanzieren sich von den männlichen Burschenschaften und verweisen auf ihre unterschiedliche, weil kürzere, Geschichte 39.

Gibt es Frauenverbindungen beim Cartellverband?

Sagen wir es so: Jein. Es gibt Frauenverbindungen, diese sind aber nicht Teil des Österreichischen Cartellverbands. Die Männerverbindungen und die Frauenverbindungen (d.h. diese zwei eigenen Vereine) sind aber gemeinsam im Europäischen Cartellverband.

Wikipedia schreibt: In den 90er Jahren gab es Bestrebungen, den Verband gemischtgeschlechtlich zu gestalten. Es fand sich auch eine Mehrheit innerhalb der Altherrenschaft, jedoch zogen es die aktiven Burschen und Mädchen vor, getrennt zu bleiben und zwei protokollarisch gleichrangige Verbände innerhalb des Europäischen Kartellverbandes zu bilden.

Noch Fragen?

Am Besten einfach hier als Kommentar posten. Wir versuchen dann, die Fragen zu beantworten und werden den Artikel gegebenenfalls erweitern und updaten.

Hinweis

Die hier gesammelten Informationen sollen einen umfangreichen, aber vor allem auch leicht verständlichen Überblick über das Thema Burschenschaften biete. Die Angaben sind jedoch ohne Gewähr. Wir haben unzählige Quellen studiert um die aufgetauchten Fragen zu beantworten. Sollten sich jedoch Unstimmigkeiten oder Fehler eingeschlichen haben, freuen wir uns über einen Kommentar – der Artikel wird dann natürlich auf Basis des neuen Wissens erweitert und abgeändert. Dieser Beitrag entstand als Gemeinschaftsprojekt der gesamten neuwal-Redaktion: Unter Koordination von Dominik Leitner haben sich Thomas Knapp, Michael Hunklinger (Fragen) und Dieter Zirnig, Wolfgang Marks, Stefan Hechl und Helmut Hönigmayer (Fragen und Antworten) beteiligt.

Status

Version 1.0 – Dienstag, 21. Jänner, 10.00 Uhr Version 1.1 – Dienstag, 21. Jänner, 10:57 Uhr – Fehler ausgebessert (Frauenverbindungen; mit Dank an Wolfgang Zaunbauer für den Hinweis)

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Bildquellen:

  • Artikelbild: Public Domain / Wikipedia
  • Abbildung 7: CC BY SA / Wikipedia
  • Abbildung 8: Kupferstich von Johann Georg Puschner aus dem Jahre 1725 – Public Domain / Wikipedia

Quellen und Fußnoten:

  1. Zur Entstehung von Burschenschaften, uni-leipzig.de, Seite 1, Abrufdatum: 19.01.2014
  2. Befreiungskriege, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  3. Wiener Kongress, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  4. Urburschenschaft, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  5. Deutsche Burschenschaft, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  6. Verfassungskunde der Jenaischen Burschenschaft, in: Herman Haupt (Hg.), Die Verfassungsurkunde der Jenaischen Burschenschaft vom 12. Juni 1815 (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Burschenschaft und der deutschen Einheitsbewegung, Bd. 1), 2. Aufl., Heidelberg 1966, S. 114-161
  7. Lützowsches Freikorps, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  8. Auszug der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  9. Zur Entstehung von Burschenschaften, uni-leipzig.de, Seite 1, Abrufdatum: 19.01.2014
  10. Zur Entstehung von Burschenschaften, raw.at, Abrufdatum: 19.01.2014
  11. Hagemann, Karen: Männlicher Muth und teutsche Ehre“. Nation, Militär und Geschlecht zur Zeit der antinapoleonischen Kriege Preußens. Paderborn/München, 2002. Seite 176.
  12. Zur Entstehung von Burschenschaften, uni-leipzig.de, Seite 1, Abrufdatum: 19.01.2014
  13. Wartburgfest, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  14. Bücherverbrennungen beim Wartburgfest, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  15. Karlsbader Beschlüsse, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  16. Deutsche Burschenschaft, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  17. vgl. o.V. (2014): Mensur – Studentenverbindung – Katholische Kirche, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.01.2014
  18. o.V. (2014): Deutsche Burschenschaft, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.1.2014
  19. o.V. (2014): Neue Deutsche Burschenschaft, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.1.2014
  20. o.V. (2014): Burschenschaftliche Gemeinschaft, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.1.2014
  21. o.V. (2014): Initiative Burschenschaftliche Zukunft, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.1.2014
  22. o.V. (2009): Mensur, stiria-graz.at, Abrufdatum 13.1.2014
  23. o.V. (o.J.): “Ehre, Freiheit, Vaterland“: Burschenschaften in Österreich, diePresse.com, Abrufdatum: 19.1.2014
  24. o.V. (2014): Pennales Fechten, de.wikipedia.org, Abrufdatum: 19.1.2014
  25. Steinhauser, Albert (2014): Die FPÖ und ihre Verbindungen zu deutschnationalen Burschenschaften, albertsteinhauser.at, Abrufdatum: 19.1.2014
  26. o.V. (2012): Scharfe Kritik an Le Pen wegen Besuchs von „widerlichem Ball“, derStandard.at, Abrufdatum: 19.1.2104
  27. Jungnikl, Saskia / Pumberger, Sebastian (2010): Rechtsextremer Vlaams Belang-Chef am Hofburg-Ball, derstandard.at, Abrufdatum: 19.1.2014
  28. o.V. (2014): Impressum, wiener-akademikerball.at, Abrufdatum: 19.1.2014
  29. Leitner, Dominik (2012): „Wir sind die neuen Juden“ – Strache und die neue Verharmlosung, neuwal.com, Abrufdatum: 19.1.2014
  30. Tatschl, Nina (2014): Akademikerball in Wien: Hintergründe und Informationen zur Veranstaltung. vienna-online.at, Abrufdatum: 19.1.2014.
  31. Leitner, Dominik (2013): Stupid Left Men, neuwal.com, Abrufdatum: 19.1.2014
  32. vgl. o.V. (o.J.): Kurzportrait der Deutschen Burschenschaft, burschenschaft.de, Abrufdatum: 19.1.2014
  33. o.V. (o.J.): Kurzportrait der Deutschen Burschenschaft, burschenschaft.de, Abrufdatum: 19.1.2014
  34. o.V. (o.J.): Kurzportrait der Deutschen Burschenschaft, burschenschaft.de, Abrufdatum: 19.1.2014
  35. o.V. (o.J.): Kurzportrait der Deutschen Burschenschaft, burschenschaft.de, Abrufdatum: 19.1.2014
  36. Konrad Kwiet (o.J.): Rassenpolitik und Völkermord. In: Benz, Wolfgang / Graml, Hermann / Weiß, Hermann (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus, 3. Auflage (1997) Stuttgart: Klett Cotta, S. 50.
  37. o.V. (o.J.): Heute, m-freya.org, Abrufdatum: 19.1.2014
  38. Steinhauser, Albert (2014): Die FPÖ und ihre Verbindungen zu deutschnationalen Burschenschaften, albertsteinhauser.at, Abrufdatum: 19.1.2014
  39. Flocke, Sarah-Janine (2007): Schmiss und Mensur ade, zeit.de, Abrufdatum: 19.1.2014
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  • Kleine Anmerkung: Im Österreichischen Cartellverband (ÖCV) und im Mittelschulerkartellverband (MKV) – beide katholisch – gibt es keine gemischten Verbindungen.
    Es gibt: Die Vereinigung christlicher Studentinnen (VCS) und den Verband farbtragender Mädchen (VfM), die gleichfalls das Pendant zum ÖCV (auf Hochschulebene) und MKV (auf Oberstufenebene) sind.
    Alle vier Verbände vereinen ausschließlich eingeschlechtliche Verbindungen.
    Alle diese Verbände sind übrigens auch Mitglied im Europäischen Kartellverband christlicher Studenten http://ekv.info/
    Dort findet man in der „freien Kurie“ auch die gemischgteschlechtlichen Verbindungen, die so gesehen Mitglieder eines Kartellverbandes sind, allerdings des Europäischen Kartellverbandes!

  • Rainer

    Großartiger Beitrag. Toll recherchiert und mE die richtige Mischung zwischen Vereinfachung und Tiefe gefunden.

  • Walter

    Ich finde es merkwürdig, dass beim Akademikerball nur auf eine kleine radikale Gegenplattform verwiesen wird, aber das große Bündnis gegen den Akademikerball (http://www.jetztzeichensetzen.at/) nicht erwähnt wird, das unter anderem den „Walk of shame“ veranstaltet hat.

  • @Paul Hefelle: Vielen Dank für den Hinweis – ich habe das bereits ausgebessert und den Artikel erweitert.

    @Rainer: Vielen lieben Dank! Das freut uns! 🙂

    @Walter: Das ist zurecht merkwürdig. Ich habe den Artikel bzw. den Absatz erweitert und verlinkt. Vielen lieben Dank!

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  • Asslinger

    Der wichtigste Unterscheidungspunkt zwischen Burschenschaften (und grundsätzlich Studentenverbindungen) einerseits und nationalsozialistischen oder anderen totalitären Systemen andererseits wurde leider nicht angeführt:
    Die kollektivistischen Systeme wie NS oder Kommunismus existieren mit und durch ein demokratieloses/-feindliches Führerprinzip.
    Bei Studentenverbindungen herrscht das basisdemokratische Conventsprinzip: Zu Semesterbeginn wird in einer Mitgliederversammlung ein Chargenkabinett (3-5 Funktionsträger) gewählt. In regelmässigen Abständen werden Convente (Mitgliederversammlungen mit Beratungen) abgehalten, um Entscheidungen für kommende Veranstaltungen, Anschaffungen, sonstige Aktivitäten, etc. zu treffen. Jeder Schritt, jede Entscheidung ist durch eine Abstimmung der Mitglieder zu legitimieren.
    Die Chargen müssen für ihr Handeln vor diesem Convent Rechenschaft ablegen und können im Ernstfall auch aus ihrer Funktion entlassen werden.

    Der Unterschied in der Selbstverwaltung zwischen der Entscheidungs“findung“ und Leitung mittels Führerprinzip und der basisdemokratischen gemeinsamen Gestaltung durch Conventsentscheidungen ist ein gravierender!

    Dieses Fakt legt eine Regel zur o.a. Frage nah:
    Wer ein echter Burschenschafter ist, kann kein Nationalsozialist sein.
    Und wer ein echter Nazi ist, kann nie und nimmer ein Burschenschafter sein.

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