Wenn wir uns ehrlich sind, wird es sicher auch im Jahr 2014 keine gravierenden Änderungen auf europäischer Ebene geben. Dennoch gibt es einige Ereignisse im Laufe des Jahres, denen man durchaus Aufmerksamkeit widmen sollte. Jahresrückblicke waren gestern und sind sowieso fad, wagen wir also einen europäischen Jahresvorblick.

Der wohl wichtigste Termin ist die Wahl eines neuen EU-Parlamentes von 22. bis 25. Mai. Wie wir es von der Nationalratswahl bereits gewohnt sind, ist die große Frage, wie viel Konservative & Sozialdemokraten wohl verlieren werden. Strache, Wilders, Farage, Le Pen und dergleichen warten darauf, EU-skeptischen Schwung nach Strassburg zu bringen. Prognosen sind momemtan schwierig, eins steht jedoch fest: In diesem Zusammenhang kann man ausnahmsweise froh sein, dass das EU-Parlament vergleichsweise wenig Kompetenzen besitzt.
Aus österreichischer Sicht ist bei dieser Wahl wohl die interessanteste Frage, ob und wenn ja, wie viele Mandate die neos erringen können und wen dies Stimmen kosten könnte. Es dürfte auch zu einigen personellen Veränderungen auf den österreichischen Plätzen in Strassburg kommen.

Im Herbst dann der nächste Termin: Die Schotten entscheiden sich in einer Volksabstimmung, ob sei ein unabhängiger Staat werden wollen oder bei Großbritannien bleiben. Sollten sie sich für die Unabhängigkeit entscheiden, werden einige interessante und komplizierte Fragen zu klären sein, insbesondere die Beziehung des neuen Staates zur EU.

Ist die Unabhängigkeitsbewegung erfolgreich, könnten andere Regionen dem Vorbild Schottlands folgen (wollen), etwa Katalonien, wo ein Referendum bereits in Planung ist. Auch auf das ohnehin instabile Verhältnis Londons zur EU dürfte das Independence-Referendum, das wir heuer auch noch genauer unter die Lupe nehmen werden, Auswirkungen haben.

2014 wird außerdem in Belgien, Schweden, Lettland und Ungarn ein neues Parlament gewählt, Europa wird dabei besonders gespannt nach Ungarn blicken. Auch die Beziehung mit Russland könnte sich interessant entwickeln, dazu warten wir einmal die Olympischen Spiele in Sochi ab.

Eines steht jedenfalls fest: Der EUwal wird selbstverständlich auch 2014 aktuelle Themen sowie interessante Hintergründe aus ganz Europa bearbeiten.

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Titelbild © Europea Union 2014

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Stefan Hechl

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