Transkript zum Interview mit Ewald Stadler und Lisa Gadenstätter am Dienstag, 24. Dez. 2013 in der ZIB24 zur Gründung der neuen Partei REKOS, die bei der EU-Wahl in Österreich 2014 antreten möchte.
» Informationen zu Ewald Stadler (REKOS) auf meineabgeordneten.at
Dienstag, 24. Dezember 2013, 00:20 Uhr
ZIB24/ORF2
Quelle: hhttp://tvthek.orf.at/program/ZIB-24/…
Bild: orf.at
Die Idee hinter dem Transkript ist, ein gesprochenes TV-Interview auch in einem zusätzlichen Kanal – und zwar in Textform – zur Verfügung zu stellen. Oft ergeben sich beim Lesen andere und klarere Zusammenhänge. Strukturen werden erkannt und eigentliche Botschaften, Textbausteine werden noch klarer und können weiter recherchiert werden. Wir möchten Politik, politische Ideen und Veränderung und den Weg in ein neues, offenes und mitgestaltbares politisches Zeitalter unterstützen. Und dem Gesagten mit dem Transkript einen anderen Zugang sowie eine möglichst breite Reflektion bieten.
| Interviewdauer | 371 Sekunden (06:11) | ||||||
| Lisa Gadenstätter | Ewald Stadler | Gesamt | |||||
| Wörter | 332 | 28 % | 837 | 72 % | 1.169 | ||
| Zeichen | 1.713 | 27 % | 4.640 | 73 % | 6.353 | ||
| Zeichen inkl. Leerzeichen | 2.031 | 27 % | 5.467 | 73 % | 7.498 | ||
| 27 % | 73 % | ||||||
| » Überblick über alle Wortverhältnisse der neuwal-Transkripte | |||||||

Abb. 1: Tagcloud der 25 meist gesagten Wörter im Interview.
Ewald Stadler: Guten Abend. Grüß Gott.
An sich war ich sehr frustriert über die Vorkommnisse im Sommer und im Frühherbst. Dass ich eigentlich wirklich vor hatte, mich auf meinen Beruf in der Anwaltei und ins Privatleben zurück zu ziehen nach Ende des EU-Mandates. Nun sind aber sehr viele, oder einige meiner Freunde an mich herangetreten. Leute, die ich noch aus meiner früheren politischen Tätigkeit, insbesondere im Nationalrat kenne. Aus dem wertkonservativen und rechtskonservativen Lager. Die gemeint haben: „Das ist so eine einmalige Chance, die müssen wir nutzen. Und die musst Du nutzen. Und die Verpflichtung hast Du.“ Ich habe mich dann überreden lassen. Ich habe aber zur Bedingung gemacht, dass die Finanzen passen müssen. Und das scheint jetzt doch alles auf die Reihe zu kommen.
Das Hauptargument bei diesem Herantreten an mich war, dass es Leute gibt, die einerseits von der Europäischen Union enttäuscht sind. Die Seinerzeit sogar noch für den Beitritt geworben haben im Jahre 1994. Aber jetzt über die Entwicklung enttäuscht sind. Und eine EU-kritische Partei wollen und aber dafür nicht angewiesen sein wollen müssen, die Freiheitlichen und Strache zu wählen. Das heißt, auch hier ist ein Wählersegment vorhanden, das im Grunde brach liegt, das von niemandem vertreten wird. Weil die einzige EU-kritische Partei, die dann zur Wahl stünde, wären dann die Freiheitlichen. Und die würden nur mit einer ziemlich banalen und ziemlich rabaukenhaften Linie antreten. Und die wollen die Leute nicht.
Nein, der Hauptgegner ist der linke Mainstream. Und sind diese Euro-Fanatiker, die wir derzeit ja alle haben. Das ist ja praktisch bis hin zu den neuen Parteien sind ja alle praktisch für die Europäische Union. Stronach wird wahrscheinlich gar nicht antreten, der hat die Lust an der Politik verloren. Wie er früher schon die Lust am Fussball verloren hat. Aber, diese Wähler, wertkonservative Wähler wollen eine ernstzunehmende EU-kritische Alternative haben.
Das sind nicht jene Wähler, die sich von der FPÖ abwenden. Das sind jene Wähler, die die FPÖ gar nicht als Alternative in Erwägung ziehen wollen. Die lieber daheim bleiben. Sondern, das sind…
Natürlich wird die FPÖ angegriffen. Weil da gibt es ja Vorkommnisse und Zustimmungen etwa zu einer Militärunion, wo hier der Parteichef dieser Partei in Österreich das Gegenteil verzapft. Tatsache ist, dass ich die Aufgabe habe, in einer seriösen Form auf den Umstand aufmerksam zu machen, dass sich diese Europäische Union in eine falsche Richtung entwickelt. Und, dass die Parteien, die in Österreich behaupten, EU-kritisch zu sein, in Wahrheit draußen das Gegenteil tun.

Abb. 2: Tagcloud der 25 meist gesagten Wörter im Interview von Ewald Stadler.
Die Briten haben immer eine sehr, sehr akzentuiert eigenständige Linie gefahren. Tatsache ist aber, dass diese Partei, die ECR, also die Europäischen Konservativen und Reformisten – eine von der Weltanschauung her durchaus uns verwandte Partei – ähnliche Wertordnungshaltungen hat, insbesondere in Fragen des Lebensschutzes, in Fragen der christlichen Wurzeln Europas wie wir.
Volksabstimmungen sind immer eine Option. Immer. Weil die politische Klasse dieser Europäischen Union, die abgehobene Elite fürchtet nichts mehr als Referenden, Wahlen und Abstimmungen. Und das Volk ist in der Lage, eine fehlgeleitete EU-Politik zu korrigieren. Das haben wir schon bei den Abstimmungen zum Lissabon-Vertrag gesehen.
Wir müssen diesen Euro auf ein Maß der Stabilität zurückführen, dass das nicht eine Haftungsunion wird. Derzeit ist das im vollen Gange. Und das ist einer meiner Hauptvorwürfe an das Establishment in der Europäischen Union. Dass sie bisher nur mit Milliardenaufwand Zeit gekauft haben, aber die Krise nicht gelöst haben.
Wir müssen uns gemeinsam mit den Deutschen darüber Gedanken machen, wie wir diesen Euro auf einen Kern zusammenschrumpfen, der stabil genug ist, dass er erhalten werden kann. Wir sind leider – nicht nur in der Außenpolitik, Dank des Versagens des Herrn Spindeleggers und seiner Vorgänger – auf Verderb an die deutsche Politik gebunden. Sondern auch insbesondere in der Währungsfrage sind wir sehr, sehr eng an die deutsche Politik gebunden. Das heißt, wir müssen uns schlicht und einfach mit den Deutschen koordinieren.
Also ich sage ich Ihnen gleich mit einem gewissen Amüsement. Denn, die Torries, die vor zehn Jahren noch mich und den Dr. Haider dafür angefeindet haben für unsere Ausländerpolitik, die versuchen jetzt das nachzuvollziehen, was wir damals schon verlangt haben. Das heißt, wir haben damals schon gesagt: Eine vernünftige Einwanderungspolitik bewahrt die europäischen Gesellschaften davor, dass es zu Konfliktsituationen kommt. In Großbritannien ist aber genau das jetzt eingetreten. Die Briten haben uns damals an den Pranger gestellt. Jetzt haben sie den gleichen Scherbenhaufen und müssen schauen, wie sie damit fertig werden.

Abb. 3: Tagcloud der 25 meist gesagten Wörter im Interview von Lisa Gadenstätter.
Wir können in Europa nicht den Rest der Welt aufnehmen, nur weil es dem Rest der Welt hier besser gehen würde. Das hat ja nichts mit Nächstenliebe zu tun. Sondern, die Frage ist, ob das eine vernünftige Politik ist und ein verantwortungsvoller Politiker muss schauen, dass der soziale Friede gewahrt wird. Und das ist jetzt offensichtlich auch dem Herrn Cameron gedämmert.
Sie können sich den ganzen Wenn-Satz sparen. Ich weiß, wie man das macht. Ich weiß, wie man Wahlerfolge erreicht. Ich habe auch die letzte Wahl praktisch im Alleingang gemacht. Und daher weiß ich auch, dass ich im Mai wahrscheinlich erfolgreich sein werde mit diesem Wahlkampf.
Danke sehr. Bitte sehr.
Dieter Zirnig
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