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Sie ist da: Die erste Wahlumfrage zu den EU-Wahlen im Mai 2014, die in ‚heute‘ am 8. November 2013 (im Auftrag von Karmasin) veröffentlicht wurde.

Noch ist nichts definiert

Vorweg: Noch hat keine Partei ihren EU-Wahlkampf gestartet und noch ist nicht klar, wer aller antreten und wer aller überhaupt die notwendigen Unterstützungserklärungen schaffen wird. Noch sind keine Programme und Themen bekannt und noch ist unklar, worüber auch nur irgendwie und in welcher Form wahlgekämpft wird. Daher sind diese Umfragewerte als erste Annährung zu interpretieren. Also Umfragedaten ohne Gewichtung in Bezug auf Wahlinformationen, Programme, Themen, Personen und ohne europäische Emotionen sozusagen.

Denn, erst wenn der Wahlkampf so richtig los geht, wenn feststeht, wer fix mit dabei ist, dann bekommen die Umfragewerte Bedeutung und Relevanz. Und dann wird es auch von Seiten Wahlumfragen so richtig interessant und spannend. Allerdings: Die erste Wahlumfrage von Karmasin ist ein erster Trend zum aktuellen Zeitpunkt Anfang/Mitte November. Und noch mit keinen Vergleichswerten, außer dem Wahlergebnis von 2008. 800 Personen wurden befragt und die Spannungsbreite beträgt maximal 3.4 %.

Daten und Infografiken


Auf einen Blick

  • Die erste Wahlumfrage zur Europawahl für Österreich im Mai 2014
  • 11 Parteien wurden publiziert dazu noch „Sonstige“
  • Regierungsparteien SPÖ, ÖVP, FPÖ, GRÜNE, NEOS liegen in den EU-Mandatsrängen
  • Team Stronach liegt außerhalb der Mandatsränge bei 2 % (Schankungsbreite: 1-3 %)
  • ÖVP mit 25 % voran – SPÖ bei 22 %
  • ÖVP liegt nicht vor SPÖ: überschneiden sich innerhalb der Schwankungsbreite
  • FPÖ legt knapp 8 Prozentpunkte auf 21 % zu
  • Die Grünen mit 12 % über ihrem letzten Ergebnis von knapp 10 %
  • NEOS von 0 auf 8 % und ca. einem Europamandat
  • Liste Martin (MATIN) verliert knapp 15 Prozentpunkte: Von 1.7 auf 3 Prozent
  • Piratenpartei, BZÖ, KPÖ und eine Gruppierung um Martin Ehrenhauser liegen derzeit bei jeweils ca. 1-2 %.

Es sind Europawahlen!

Ganz wesentlich bei Europawahlen ist es, wohin die Stimmen und somit die Mandate auf europäischer Ebene wandern. Fast jede (österreichische) Partei ist in eine europaweite Partei eingegliedert. Sozialdemokratische Parteien aus den europäischen Ländern finden sich auf europaebene bspw. bei der SPE (Sozialdemokratische Partei Europas) wieder, um ein plakatives Beispiel zu nennen.

Dennoch: Werfen wir einen ersten Blick auf die aktuelle Wahlumfrage: Gleich 11 österreichische Parteien schafften es ins Umfrageranking. Allen voran liegen im vorderen Block die derzeitigen österr. Regierungsparteien ÖVP, SPÖ, FPÖ, GRÜNE, NEOS und Team Stronach, die – bis auf Team Stronach – lt. Wahlumfrage mit Europa-Mandaten rechnen können. Der zweite Block beinhaltet die kleineren Parteien, die unter 4 % und damit außerhalb möglicher Mandate liegen. Darunter sind die
Liste Martin, die Piratenpartei, das BZÖ, die KPÖ oder Martin Ehrenhauser. 5 Parteien liegen lt. Karmasin im spannenden Bereich, wenn es um Mandate geht.

Parteien im Detail

ÖVP
Die erste Einschätzung von Karmasin für die ÖVP liegt bei 25 %. Das sind 1/6 weniger Stimmen als bei den Wahlen 2009, als die ÖVP mit 30 % als stimmenstärkste Kraft gewählt wurde. Mit 25 % schafft die ÖVP dennoch etwas auf österreichischer Ebene, was sie bei Nationalratswahlen nicht geschafft hat: Ganz vorne – und vor der SPÖ – zu sein. Umgerechnet bedeuten 25 % für die ÖVP ca. 5 Mandate für das Europaparlament. Die ÖVP ist europaweit in die EVP (Europäische Volkspartei) eingegliedert und sitzt in der Fraktion der Europäischen Volkspartei (ebenso EVP). Mit dabei zum Beispiel auch die CDU/CSU in Deutschland.

SPÖ
Mit 22 % liegt die SPÖ unter Berücksichtigung der Schwankungsbreite bei ihrem letzten Ergebnis von 23.7% und kann mit ca. 5 Mandaten rechnen. Die SPÖ ist europaweit in die SPE (Sozialdemokratische Partei Europas) eingegliedert. Deren Fraktion ist die S&D (Progressive Alliance of Socialists & Democrats), in der sich auch die SPD (Deutschland), Labour Party (UK), Partito Socialista (Italien) oder Parti socialiste (Frankreich) befinden.

FPÖ
Die FPÖ legt lt. Karmasin von 12.7 auf 21 % zu und gewinnt drei neue Mandate. Die EAG (Europäische Allianz für Freiheit) ist die europäische Partei, in der die FPÖ bspw. mit Vlaams Belang (Belgien) oder der Front National (Frankreich) eingegliedert ist.

GRÜNE
Mit 9.8 bis 14.3 % liegen die Grünen über ihrem Ergebnis von 2009 (damals: 9.9 %). Die Grünen, die europaweit bei den EGP (Europäische Grün Partei) eingegliedert bleiben mit dem absoluten Umfragewert von 12 % bei ihrem Mandatsstand von 2. Auf Europaebene treffen sie bei der EGP auf die Grünen in Deutschland (Bündnis 90).

NEOS
Zum ersten Mal dabei sind die NEOS mit ihrem Wahlbündnis mit dem Liberalen Forum. Mit 8 % (6.1 – 9.9 %) schaffen sie ein Europamandate, dass sie bei der ALDE (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) ausüben. Weitere Mitglieder der ALDE ist beispielsweise die FDP in Deutschland.

FRANK/Team Stronach
Noch unklar ist, ob das Team Stronach bei den Europawahlen antreten wird. Der erste Trend sieht sie derzeit bei 2 % – und somit außerhalb der Ränge. Europäische Verbindungen gibt es keine.

MATIN
Die Liste Martin erreichte 2008 noch 17.7 % der Stimmen. Die aktuelle Umfrage zeigt Hans-Peter Martin abgeschlagen bei 3 %. Auf Europaebene agiert die Liste Martin fraktionslos.

PIRATEN, KPÖ, BZÖ, Martin Ehrenhauser
Während Piraten und die KPÖ in europäische Parteien eingegliedert sind, bewegen sich BZÖ, Martin Ehrenhauser und mögliche andere Sonstigen Parteien im fraktionslosen und parteiunabhängigen Raum. Karmasin sieht diese Bewegungen – noch ist nicht klar, wer antreten wird – bei derzeit jeweils 1-2 %.

Sonstige Parteien
Die Sonstigen Parteien sind mit 2 % angegeben. Wer sich darunter befindet, ist nicht genau definiert. Nach ersten Recherchen zeigt sich, dass zumindestens die Monarchisten und die EU-Austrittspartei eine Kandidatur probieren möchte.

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