In dieser Woche wurden die 183 Abgeordneten des Nationalrats angelobt. Neben den altbekannten Gesichtern interessieren vor allem die Neuen. Wer sind die Zukunftshoffnungen der Parteien, die das Parlament beleben sollen?

Dass die jungen Wilden das Parlament bestimmen, kann man bei einem Durchschnittsalter von gut 48 Jahren ja nicht gerade behaupten. Dass dabei die Frauen wieder deutlich unterrepräsentiert sind (mit Ausnahme der Grünen), ist nichts Neues. Ob der Antiquiertheit einiger Parteien wird sich das so schnell auch nicht ändern.

Die Hoffnungsträger der Parlamentsparteien

Das klingt alles nicht gerade nach Erneuerung, wie dies in letzter Zeit so gerne von den ehemaligen Großparteien beschworen wird. Dennoch tummeln sich unter den neuen Abgeordneten auch einige interessante Jungpolitiker, die mit ihrer Unbekümmertheit vielleicht etwas mehr Elan ins Parlament zurückbringen können. Zumindest würde man es sich wünschen.

SPÖ

Eine dieser Zukunftshoffnungen in der SPÖ ist Katharina Kucharowits. Seit 2005 ist sie in der Sozialdemokratie politisch aktiv und war heuer für den Jugendwahlkampf zuständig. Sie bespielt klassisch sozialdemokratische Themen wie Wohnen und Arbeit und zeigt sich eher angepasst. Diese Loyalität scheint in der SPÖ sehr geschätzt zu werden. Denn der gegenüber der Parteispitze kritischer auftretende Wolfgang Moitzi hat es nicht auf die vorderen Plätze der Bundesliste geschafft und den Einzug verpasst. Vielleicht hätte aber gerade dieser kritische Geist mehr Bewegung in den Parlamentsklub der SPÖ gebracht.

ÖVP

Die heißeste Aktie unter den Jungpolitikern ist im Moment Sebastian Kurz von der ÖVP. Nach anfänglicher Skepsis schaffte er es schnell sich Respekt zu verschaffen und genießt heute großes Vertrauen in der Bevölkerung. Im Moment wird sogar darüber spekuliert, ob er in der nächsten Regierung Ministerverantwortung bekommt. Man darf gespannt sein, ob der steile Weg nach oben fortgesetzt werden kann.

FPÖ

In der FPÖ gibt es zwei neue Gesichter, deren Nachnamen einem wohl bekannt vorkommen. Mit Wendelin Mölzer zieht der Sohn des EU-Abgeordneten Andreas Mölzer ein, Petra Steger hingegen ist die Tochter des früheren Obmanns der Freiheitlichen Norbert Steger.
Wendelin Mölzer ist mit der freiheitlichen Rhetorik bereits vertraut. In einer Broschüre aus dem Jahre 2009 schreibt er von islamischen Wirtschaftsflüchtlingen, die das christlich- abendländische Wertefundament zerstören und bezeichnet die grüne Lunacek als Kampflesbe.
Petra Steger ist politisch hingegen noch ein eher unbeschriebenes Blatt. Die WU-Studentin und exzellente Basketballspielerin will sich jedenfalls dafür einsetzen, dass der Einfluss der Politik auf den Sport zurückgedrängt wird.

Die Grünen

Mit einem Kapuzenpulli hat er diese Woche im Parlament Platz genommen. Er wolle so bleiben, wie er ist und dies drückt er eben auch mit der Kleidung aus. Mit 24 Jahren ist Julian Schmid der jüngste Abgeordnete. Schon mit 13 Jahren hat sich der Kärntner bei den Grünen engagiert, nachdem er Bekanntschaft mit Jörg Haider gemacht hatte. Er hatte erkennen müssen, dass es in seinem Bundesland keine Meinungsfreiheit gab. Im Parlament will er sich wenig überraschend für die Jugend stark machen. Als Jugendsprecher hat er dazu nun auch die Gelegenheit.
Ein weiteres bereits bekanntes Gesicht ist die ehemalige ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer. Sie will „kritische, linke Positionen in die öffentliche Debatte einbringen und klar machen: die Welt könnte auch ganz anders aussehen.“

Neos

Einen bunten Haufen stellen die Abgeordneten von Neos dar. Nikolaus Scherak ist einer von ihnen und mit 27 Jahren einer der jüngeren Abgeordneten. Als Vorsitzender der Jungen Liberalen ließ er auch schon mit einigen gewagten Aussagen aufhorchen. So ist für ihn das Thema Generation Praktikum künstlich aufgebauscht und er plädiert für private Krankenversicherungen. Hier müsste der Wettbewerb Einzug halten. Die Leute müssten nämlich verstehen, dass nicht alles gratis sein kann.

Team Stronach

Einen Jungpolitiker sucht man in den Reihen des Team Stronach vergeblich. In Bezug auf das Team Stronach von Zukunft zu sprechen ist aber ohnehin gewagt…

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Der gebürtige Oberösterreicher Wolfgang Marks lebt seit nunmehr gut 10 Jahren in Wien und hat hier Politikwissenschaften und Internationale Entwicklung studiert. Schon immer sah er in einer richtig verstandenen politischen Bildungsarbeit einen wesentlichen Schlüssel zum Funktionieren einer Demokratie. Nur durch aktive Teilhabe reflektierter, kritischer Menschen kann solch eine Form des Zusammenlebens überhaupt möglich sein. Bei neuwal will er daher aufzeigen, dass jedeR Politik positiv und konstruktiv mitgestalten kann. So holt er als Ressortleiter des innowal innovative Projekte vor den Vorhang, engagiert sich beim LANGEN TAG DER POLITIK und versucht in seinen Artikeln auf oft vergessene Politikfelder wie beispielsweise die Entwicklungspolitik einzugehen.