Jeden Montag ist in der Puls4-Wahlarena ein Spitzenkandidat der Parlamentsparteien zu Gast. Diesmal stellte sich Heinz-Christian Strache von der FPÖ den Fragen des Publikums und der Moderatoren.

Spindelegger ging immer vor und zurück, Faymann und Bucher hielten sich daran fest, Glawischnig stand daneben und Strache nun davor. Mit einem gewissen Schmunzeln beobachtet man, wie die Politiker das Pult der Wahlarena als Verstärkung ihrer Kommunikationslinie nutzten. Dass Strache im Wahlkampf einen Schritt nach vorne gehen muss, scheint nach den bisher bescheidenen Umfragewerten auch klar. Dies dürfte ihm zum Teil auch gelungen sein. Dies zeigten nicht zuletzt auch die überraschend starken Ergebnisse der OGM-Umfrage am Ende der Sendung. So konnte er bei allen Themenfeldern mehr als 40 % der befragten Zuseher überzeugen.

Zu Beginn der Sendung wurde das Lieblingsthema der FPÖ thematisiert, nämlich die Zuwanderungs- und Integrationspolitik. So wiederholte Strache auch auf kritische Fragen seine altbekannten Forderungen. Es brauche eine Green Card nach amerikanischem Vorbild, Asylbetrüger und kriminelle Ausländer haben zu gehen. In unseren Gefängnissen sind sie nämlich laut Strache in Wellnesstempeln untergebracht. Obwohl die Zahlen eine andere Sprache sprechen, betont Strache auch, dass Migranten mehr aus dem Sozialsystem rausnehmen, als sie einzahlen. Zudem kritisiert Strache auch die Regierung, dass sie die Übergangsregelung für Rumänien und Bulgarien nicht verlängert haben. Dies würde nämlich aufgrund der Probleme in Osteuropa zu Zuwanderungswellen führen. Dass es utopisch ist, dass ein Kanzler Strache die Halbierung der EU-Beiträge nachverhandeln kann, glaubt dieser nicht. Auch einen Ausstieg aus dem ESM werde er durchsetzen und sich für die Rückkehr zu nationalen Währungen einsetzen. Schließlich zeige Griechenland, dass der Euro gescheitert ist.

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Bei der direkten Demokratie verwies Strache wie immer auf das Vorbild Schweiz, wo sich auch zeige, dass der Bürger durchaus mündig ist und daher ein Recht auf Mitsprache habe.

Am Ende kam auch noch die Frage nach der Facebook-Gruppe auf, die Hasspostings verbreitete und die angeblich in einem Naheverhältnis zur FPÖ steht. Hier wirkte Strache genervt, bestritt alle Vorwürfe gegen die FPÖ und stellte die Partei am Ende selbst als Opfer hin.

Fazit von Wolfgang Marks

Strache fühlt sich alleine sichtlich wohler als in den 2er-Konfrontationen des ORF. Redegewandt inszenierte er sich und die FPÖ als Opfer und zeigte uns seine altbekannten Feindbilder auf. Dies sind die kriminellen Ausländer, eine unfähige Regierung, die uns vor der Zuwanderungswelle nicht beschützt und vor allem auch die EU, die uns alles wegnehmen will. Und nur die FPÖ kann uns davor beschützen. Genau so betreibt man populistische Politik. Ob die Wähler diese unterstützen, wird uns der 29.September weisen.

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Der gebürtige Oberösterreicher Wolfgang Marks lebt seit nunmehr gut 10 Jahren in Wien und hat hier Politikwissenschaften und Internationale Entwicklung studiert. Schon immer sah er in einer richtig verstandenen politischen Bildungsarbeit einen wesentlichen Schlüssel zum Funktionieren einer Demokratie. Nur durch aktive Teilhabe reflektierter, kritischer Menschen kann solch eine Form des Zusammenlebens überhaupt möglich sein. Bei neuwal will er daher aufzeigen, dass jedeR Politik positiv und konstruktiv mitgestalten kann. So holt er als Ressortleiter des innowal innovative Projekte vor den Vorhang, engagiert sich beim LANGEN TAG DER POLITIK und versucht in seinen Artikeln auf oft vergessene Politikfelder wie beispielsweise die Entwicklungspolitik einzugehen.