In der zweiten Konfrontation des Abends sahen wir heute Josef Bucher und Werner Faymann.

Der Bundeskanzler war in diesem Duell heute ungewohnt angriffig. Damit hatten wohl die wenigsten gerechnet. Herr Bucher war gut beraten, etwas offensiver als zuletzt gegen Herrn Stronach aufzutreten. Dies ist ihm größtenteils gelungen, auch wenn er wahrscheinlich nicht mit einem derart forschen Faymann gerechnet hat.

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Inhaltlich ging es zunächst ums Thema Pensionen. Bucher stellte nochmals sein Konzept des Pensionskontos vor, wo man mit einer Art Bonus-Malus-System selber entscheiden kann, wann man in Pension gehen will. Faymann bezeichnete er hingegen als Schirmherr der Banken, der die Krise von den kleinen Pensionisten bezahlen lassen will. Der Bundeskanzler selbst betonte, dass man in Zukunft vor allem auf eine hohe Erwerbs- und Beschäftigungsquote baue. Dann wäre das jetzige System bis 2060 gesichert. Zudem werde man sich weiter bemühen, das faktische Antrittsalter zu erhöhen.

Sehr emotional diskutiert wurde die Hypo-Affäre. Während Bucher die Bayern in der Verantwortung sah, betonte Faymann, dass die Freiheitlichen in Kärnten hier äußerst unverantwortlich agiert haben und nahm Herrn Bucher lautstark in die Verantwortung.

In Bildungsfragen wurden keine neuen Erkenntnisse gewonnen, Buchers Idee des Bürgergelds mit der Verpflichtung zum Arbeitsdienst wurde hingegen intensiv diskutiert. So sollen Arbeitslose bei diesem Modell das sogenannte Bürgergeld erhalten, allerdings sollten sie nach einem Jahr ohne Job einer gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen. Faymann reagierte gereizt auf diesen Vorschlag und wollte vor allem nichts von einem Zwangsdienst wissen. Dabei brachte er auch die Pensionisten ins Spiel, die allerdings in dem Konzept des BZÖ gar nicht betroffen sind. Faymann wollte damit wohl in der größten Wählergruppe für Verunsicherung sorgen.

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Beim Thema Griechenland forderte Bucher den Kanzler auf, endlich über die wahren Kosten zu sprechen und forderte selbst den Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone. Faymann hingegen betonte, dass die Haftung bei der Hypo alleine mehr ausmache als die Hilfe für die Griechen.

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Eine mögliche Koalition aus SPÖ und BZÖ wollte Faymann nicht ausschließen, allerdings betonte er, dass das BZÖ in dieser Form wohl keine Bereicherung darstellt.

Bucher schließt auch keine Koalition aus, betont aber die Grundbedingung dafür und die lautet: Steuern runter.

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Der gebürtige Oberösterreicher Wolfgang Marks lebt seit nunmehr gut 10 Jahren in Wien und hat hier Politikwissenschaften und Internationale Entwicklung studiert. Schon immer sah er in einer richtig verstandenen politischen Bildungsarbeit einen wesentlichen Schlüssel zum Funktionieren einer Demokratie. Nur durch aktive Teilhabe reflektierter, kritischer Menschen kann solch eine Form des Zusammenlebens überhaupt möglich sein. Bei neuwal will er daher aufzeigen, dass jedeR Politik positiv und konstruktiv mitgestalten kann. So holt er als Ressortleiter des innowal innovative Projekte vor den Vorhang, engagiert sich beim LANGEN TAG DER POLITIK und versucht in seinen Artikeln auf oft vergessene Politikfelder wie beispielsweise die Entwicklungspolitik einzugehen.