In einem Monat werden rund 6,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher an die Wahlurne geben. Wer sich am 29. September nicht an seinem Hauptwohnsitz befindet, sollte sich am besten gleich eine Wahlkarte beantragen. neuwal zeigt, wie das geht.

Wofür brauche ich eine Wahlkarte?

Wird man als Wahlberechtigter gelistet, taucht man stets auch in einer Wählerevidenz auf. Dies ist eine Liste, welche alle Wahlberechtigten eines räumlichen Bereichs (jene, welche in diesem Bereich ihren Hauptwohnsitz haben) auflistet. Und um zwei Wahlzettel von ein und derselben Person zu vermeiden, muss man seine Stimme bei der Wahl eben auch im – für jene Wählerevidenz – vorgesehenen Wahllokal abgeben.

Hält man aber am 29. September 2013 voraussichtlich nicht gerade an seinem Hauptwohnsitz auf, so ist es sehr ratsam eine Wahlkarte zu beantragen. Und – keine Sorge: Wenn alles anders kommt, und man am Wahlsonntag doch den Weg zur Urne plant, ist man nach dem Beantragen der Wahlkarte nicht komplett gesperrt. Aber statt eines Stimmzettels muss man die Wahl mit der zugeschickten Wahlkarte im Wahllokal abgeben.

Wie bekomme ich eine solche Wahlkarte?

Dank den Anstrengungen der Politik und vor allem den NGOs in den vergangenen Jahren hat sich im Bereich des eGovernment einiges getan. So ist es heute sehr einfach, eine solche Wahlkarte zu beantragen. (Als Beispiel habe ich meine ganz persönliche Beantragung ausgewählt.)

2013-09-03 15.06.11

Update: Das Bundesministerium für Inneres hat offenbar an jeden Wahlberechtigten eine Information versendet, bei welcher alle Fragen zur Wahlkarte beantwortet werden. Beiliegend sind auch 2 Antragsformulare, mit welchen man Wahlkarten beantragen kann. Trotzdem gibt es hier eine Schritt-für-Schritt-Erklärung für all jene, die nicht zum nächsten Postkasten gehen wollen.

Schritt 1

Regionalisierung

In diesem Formular muss man zuallererst die Postleitzahl oder den Namen der Gemeinde eintragen. Ein weiterer möglicher Zwischenschritt ist die genaue Auswahl der Gemeinde – dieser Schritt ist notwendig, weil mitunter mehrere kleine Teile anderer Gemeinden unter derselben Postleitzahl im Register sind.

Hier gibt es Weggabelungen. Bei einer kleinen Gemeinde wie Pinsdorf (3.600 Einwohner) gibt es natürlich keine eigene eGovernment-Plattform. Deshalb werde ich weitergeleitet zur Website wahlkartenantrag.at. Wählt man 3100 als PLZ kommt man zum Magistrat der Stadt St. Pölten und auch in Wien kann man es online (und auch mit E-Signatur) beantragen. Im weiteren Verlauf beziehen sich die Screenshots auf die Plattform wahlkartenantrag.at – inhaltliche Unterscheidungen werden wahrscheinlich keine vorzufinden sein. Falls es doch Fragen oder Probleme gibt, einfach per Kommentar posten.

Schritt 2

Nun ist es notwendig, dass man sich identifiziert.    Wahlkartenantrag

Dies kann man auf vier verschiedene Arten lösen:

  • mittels Bürgerkarte (modifizierte eCard) oder Handy-Signatur
  • mittels Antragscode (den findet man auf der „amtlichen Wahlinformation“, welche man vor einer Wahl auf dem Postweg zugestellt bekommt)
  • mittels Reisepassnummer (inklusive dem P an erster Stelle)
  • oder mittels gescanntem Lichtbildausweis (z.B. Reisepass, Personalausweis, Führerschein)

Schritt 3

Wahlkartenantrag 2

Nachdem ich meine Reisepassnummer eingegeben habe, wusste die Plattform sogleich alles über mich. In diesem Formular ist es nun notwendig, alles für die Wahlkarte zu organisieren.

Das Feld Begründung möchte erfahren, warum man eine Wahlkarte haben möchte – als Beispiele werden z.B. Bettlägrigkeit oder Ortsabwesenheit genannt. Und da es ein Pflichtfeld ist, habe ich ehrlichweise Letzteres als Grund gewählt.

Beim Feld „Zustelladresse“ kann man sich die Wahlkarte einerseits an die Adresse des Hauptwohnsitzes schicken lassen, oder – was wahrscheinlicher ist – an die Adresse des aktuellen Aufenthaltes. Das Feld „Kontakte“ will wiederum Telefonnummer und Mailadresse, um den Erfolg oder Probleme bei der Ausstellung der Wahlkarte zu informieren. Zusätzlich kommt der Hinweis, dass diese Daten nur für diese Wahl hinterlegt werden.

Schritt 4

Wahlkartenantrag 3

Schritt 5

Wahlkartenantrag 4

Oder:

Andernfalls geht dies natürlich auch durch eine direkte Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Gemeindeamt oder Magistrat.

Weitere wichtige Infos:

  • Wahlkarten können selbstverständlich nicht per Telefon beantragt werden!
  • Schriftliche Anträge können bis 25. September 2013 einlangen, mündliche Anträge sogar bis 27. September 2013 – bei Letzterem muss man aber natürlich am Magistrat/Gemeindamt anwesend sein, damit die Wahlkarte direkt übergeben werden kann.

Und wie kommt meine Stimme dann zur Urne?

Mit der Wahlkarte kann man:

  • in einem dafür vorgesehenen Wahllokal in Österreich (in jenen Wahllokalen, die Wahlkarten entgegennehmen (zumindest ein Wahllokal pro Gemeinde)
  • mittels „fliegender Wahlbehörde“ (für bettlägrige und geh- und transportunfähige Menschen)
  • mittels Briefwahl

wählen.

Ihre Wahlkarte kann auf dem Postweg (bei einer Stimmabgabe im Ausland ist auch die Abgabe bei einer österreichischen Vertretungsbehörde oder einer im Ausland stationierten Einheit des österreichischen Bundesheeres möglich), an die zuständige Bezirkswahlbehörde übermittelt werden. Eine andere Form der Abgabe bei der Bezirkswahlbehörde, zum Beispiel persönlich, ist möglich, wobei die zuständige Bezirkswahlbehörde Ihre Wahlkarte auch am Samstag vor der Wahl sowie am Wahltag in der Zeit von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr entgegennimmt. Die Portokosten trägt der Bund. (via help.gv.at)

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freier Journalist (dominikleitner.com) • Autor (Neon|Wilderness) • Lokaljournalist (MFG-Magazin) • CD-Kritiker (subtext.at • Journalismus-Student an der FHWien

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