So hat der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer die Landtagswahl am 15. September 2013 bezeichnet, in der seine CSU die Chance hat die absolute Mehrheit zurückzugewinnen. Ein Kommentar von Michael Hunklinger 

Bayern wählt nur eine Woche vor der Bundestagswahl am 22. September. Das hatte die regierende CSU durchgesetzt, da sie die Ergebnisse im Land nicht von der Stimmung im Bund abhängig machen wollte. Die Christsozialen stehen kurz davor wieder die absolute Mehrheit zu erreichen, die sie bei der letzten Wahl 2008 verloren hatte. 48 % attestieren ihr aktuelle Umfragen. .

Horst Seehofer, CSU (csu.de)
Horst Seehofer, CSU (csu.de)

Die FDP, die 2008 den Sprung ins Parlament und auch gleich in die Regierung geschafft hatte, muss allerdings um ihren Wiedereinzug in den Landtag bangen. Bundesweit hat sich die Partei zwar in Umfragen über der 5% Hürde stabilisiert, aber in Bayern liegt sie konstant darunter. Sie versuchte zuletzt mit ihrem Festhalten an den Studiengebühren, den ihr Koalitionspartner aufgrund deren Unpopularität abschaffen wollte und auch abgeschafft hat, ihr Profil zu schärfen.

Höchst wahrscheinlich ist es, dass Seehofer weiter Ministerpräsident bleibt, da die Alternative eine sehr wackelige ist: Ein Bündnis aus SPD, Grünen und den Freien Wählern, deren Chef Hubert Aiwanger sich wohl auch zum Steigbügelhalter einer neuen CSU geführten Regierung machen würde, wenn die CSU die absolute Mehrheit verfehlt und die FDP den Einzug in den Landtag verpasst.

Die Freien Wähler sind eine ursprünglich für die Kommunalpolitik geschaffene Partei, die auf Gemeindeebne eine bürgerliche Alternative zur fast allmächtigem CSU bietet. Ihrem Chef, Hubert Aiwanger, reichte das allerdings nicht und er führte die Partei 2008 in den bayerischen Landtag. Das auf Anhieb gute Ergebnis lag wohl vor allem daran, dass 2008 zwar viele Bayern mit der CSU Alleinregierung unzufrieden waren und somit den beiden verbleibenden bürgerlichen Parteien, FDP und Freie Wähler ein Rekordergebnis verschafften.

Die Bayern-SPD ist historisch schwach und hat es bei den vergangenen . Der sehr beliebte Münchener Oberbürgermeister Christian Ude ist seit Jahren aber wieder ein ernsthafter Konkurrent für den amtierenden Ministerpräsidenten. Leider hat es Ude aber nicht geschafft, die Beliebtheitswerte, die er als Münchner Bürgermeister hat, auf das ganze Land zu übertragen.
Schlagzeilen hat der Kandidat vor allem durch seine Wahlplakate gemacht, in denen er buchstäblich Wort hält. Ein gelungener Trick um Aufmerksamkeit zu erregen oder einfach nur peinlich. Die Meinungen gehen dabei auseinander. Die SPD dümpelt jedenfalls weiterhin auf sehr niedrigem Niveau und könnte am 15. September sogar erstmals von den Grünen überholt werden.

Christian Ude, SPD (bayernspd.de)
Christian Ude, SPD (bayernspd.de)

Die Grünen versuchen bei der Landtagswahl vor allem auf ihre klassischen Themen zu setzten, ohne dabei aber die bürgerliche Mitte zu verschrecken, die ihr bei den vergangenen Landtagswahlen in Baden-Württemberg sogar den Posten des Ministerpräsidenten eingebracht hatte.

PS: Die Linke hat in Bayern ebenso wenig Chancen ins Parlament einzuziehen wie Piraten oder die Alternative für Deutschland.

The following two tabs change content below.

Michael Hunklinger

(*1989), studiert Politikwissenschaft an der Universität Wien, wobei sein Fokus auf den politischen Prozessen in Österreich, Deutschland und Europa liegt. Aufgewachsen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet lebt er seit 2010 in Wien und beschäftigt sich für neuwal vor allem mit dem politischen Geschehen in Deutschland, bzw. den dort stattfindenden Bundestags- und Landtagswahlen.