Knapp einen Monat vor der Bundestagswahl am 22. September haben die zwei großen Parteien, CDU und SPD, ihre Wahlkampfspots vorgestellt. Während sich die SPD ganz bürgernah gibt, setzt die CDU vor allem auf eins bzw. eine: Angela Merkel. Ein Kommentar von Michael Hunklinger

Merkel in Großaufnahme. Merkel über Berlin. Merkel im Sitzen. Merkel im Stehen. Merkel im Zoom. Angela Merkel ist das zentrale und einzige Motiv des vergangene Woche vorgestellten CDU Wahlwerbefilms zur Bundestagswahl 2013. Der Spot zeig die Bundeskanzlerin, die direkt zu den Bürgern spricht. Aus allen Perspektiven und mit viel Pathos. Sie sorge sich um die Menschen im Land und man sei doch gemeinsam gut durch die Krise gekommen, habe gemeinsam viel erreicht und könne auch in Zukunft gemeinsam erfolgreich sein. Die CDU setzt also ganz alleine auf die Popularität der Kanzlerin. Die Partei an sich taucht erst ganz am Ende auf, wenn Merkel die Bürger auffordert mit beiden Stimmen für die CDU zu stimmen.

Die SPD macht in ihrem Spot „Rednerpult des Volkes“ genau das Gegenteil. Viel SPD. Viel WIR. (Ihr zentraler Sloagen lautet: Das WIR entscheidet.) Und nur wenig Peer Steinbrück. Es werden Menschen in verschiedenen Lebenssiutationen vor einem SPD-Rednerpult gezeigt, die ihre Wünsche an die Politik vortragen und sagen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Natürtlich sind das vor allem klassische sozialdemokratische Themen wie Arbeit, Bildung, Gesundheit und Familien. Die SPD gibt sich also volksnah und stellt die Menschen und ihre Sorgen und Wünsch in den Vordergrund. Am Ende des Spots tritt dann Peer Steinbrück auf und weist darauf hin, dass in Deutschland einiges aus dem Lot geraten sei und es in Deutschland gerechter zugehen solle. Deshalb wolle er Kanzler werden, so Steinbrück. Es ist ein dezenter, aber bestimmter Auftritt des Kanzlerkandidaten, der am Ende die Wähler um ihre Stimmen bittet.

The following two tabs change content below.

Michael Hunklinger

(*1989), studiert Politikwissenschaft an der Universität Wien, wobei sein Fokus auf den politischen Prozessen in Österreich, Deutschland und Europa liegt. Aufgewachsen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet lebt er seit 2010 in Wien und beschäftigt sich für neuwal vor allem mit dem politischen Geschehen in Deutschland, bzw. den dort stattfindenden Bundestags- und Landtagswahlen.