von
     

Heute müssen die letzten Unterstützungserklärungen von den Parteien eingereicht werden. Und eines ist klar: Die Wahlzettel werden bunter! Ein Kommentar von Dominik Leitner.

Im Vorvorvorwahlkampf hat es beinahe so ausgesehen, als müsste die Wahlbehörde den diesjährigen Stimmzettel im A2-Format drucken lassen: Dutzende kleine Parteien und Bewegungen wollten zur Wahl antreten, zeigten sich siegessicher und veränderungswillig. Doch dann kam die Zeit der Unterstützungserklärungen … und der Wald lichtete sich plötzlich.

Ich finde es schon etwas dubios, dass z.B. eine Partei bereits nach wenigen Tagen aufgibt und in den Tenor der Gegner von „Unterstützungserklärungssammeln“ einstimmte. Das habe ja alles keine Relation, das sei ja ungerecht – und beinahe hört man dabei raus: „Das würde ja in Arbeit ausarten.“ Es stimmt schon: 2.600 Unterstützungserklärungen innerhalb von einer so kurzen Zeitspanne ist eine anstrengende Gelegenheit und benötigt eine funktionierende Organisation.

Wenn aber die Unterstützungserklärungen nicht und nicht eintrudeln wollen, reicht es nicht, sich nur über „das System“ zu beschweren, sondern man sollte auch vor seiner eigenen Haustüre, seinen eigenen Ansichten und seinem Programm und Grundsätzen kehren. Klar, das System fordert heraus, aber wie so oft waren jene, die vor Ämtern gestanden sind, Leute informiert haben und auch bereits vorher versuchten, in die Medien zu kommen, jene, die nun erfolgreich waren.

Und so freue ich mich auf einen bunteren Stimmzettel: die NEOS waren (das muss man zugeben) grandios. Eine derart junge Partei und jene, die als Erste ihre 3.237 UEs einreichen konnte und somit österreichweit antritt. Dann die KPÖ, die wirklich immer und immer wieder dabei ist und (zwar erst später, aber doch) den Antritt in ganz Österreich geschafft hat. Außerdem die Piraten, die mit voller Energie an den heißesten Tagen vor Ämtern um Unterstützung baten – und es schließlich doch noch (am 1. August) zu einem bundesweiten Antritt schafften. Außerdem geschafft: die SLP in Wien (in Rekordzeit), Der Wandel in Wien sowie die Männerpartei und Die Christen in Vorarlberg.

Das bedeutet also, dass österreichweit zumindest 3 neue (bzw. zwei neue und eine ganz alte) Partei mit von der Partie sind. In Wien kommt man auf 11 Parteien insgesamt (5 neue und die 6 alten), ebenso in Vorarlberg. Dazu kann man den neuen Bewegungen wieder einmal nur gratulieren! Und jetzt bekommen sie möglicherweise sogar die notwendige Aufmerksamkeit durch die klassischen Medien, um sich endlich für die Wahl richtig präsentieren zu können.

The following two tabs change content below.
freier Journalist (dominikleitner.com) • Autor (Neon|Wilderness) • Lokaljournalist (MFG-Magazin) • CD-Kritiker (subtext.at • Journalismus-Student an der FHWien

Neueste Artikel von Dominik Leitner (alle ansehen)