Da war ich kurz mal offline in den Schweizer Alpen und dann das: Der ÖVP Artikel von Kollegen Knapp wird durch den Twitter-Fleischwolf gedreht und neuwal.com gleich mit. Ein Shitstormerl. Und das alles weil der Artikel zu polemisch- und der Kollege parteipolitisch vorbelastet sei und neuwal.com doch ein „objektives“ Medium zu sein habe. Ein Kommentar von Daniel Weber:

Keine Meinung ist objektiv

Aber was ist neuwal.com? Ein „Politik und Wahl Journal. Ein „Verein zur Förderung der politischen Bildung“. Eine Onlinezeitung? Ein Magazin? Blog? Eine Plattform? Ja, wir schreiben auf neuwal.com auch Kommentare. Diese Kommentare dürfen durchaus polemisch, parteiisch und einseitig sein. Der Kommentator spiegelt hierbei seine eigene Meinung wieder. Das darf und soll so sein. Wir von neuwal.com sind viele. Da gibt es liberalere und konservativere. Eher linke und eher nicht so linke. Mädels gibt es keine. Aber das ist ein anderes Problem.

Alles ist politisch

Doch alle sind wir politisch. Jeder von uns geht wählen. Manche waren oder sind parteipolitisch engagiert. Das ist und war nie ein Geheimnis. Der Verfasser dieser Zeilen streifte etwa in einem früheren Leben bei der steirischen JG an und wählt heute schon mal die Grünen. Aus Protest. Zumindest bis sich eine „sozialdemokratische Partei“ in Österreich etabliert die den Namen verdient.

Muss ein Journalist frei von jedem parteipolitischen Verdacht sein? Soll ein Blogger das sein? Ist ein ausschließlich ausgewogenes, stets um Objektivität bemühtes, nur nirgends anecken wollendes Onlinejournal denn überhaupt lesenswert?

Reden wir doch darüber

„Was gibt es denn für Polit-Blogs in Österreich?“ Einem alten Bekannter von mir (wir treffen uns alle 1-3 Jahre zufällig irgendwo, so auch gestern) fiel nur „der von der Presse“ und „der Alte von der Wiener Zeitung“ ein. Zwei Journalisten, die sich nicht gerade durch ihre ideologische Unabhängigkeit auszeichnen. Das ist aber jetzt auch wieder nur meine persönliche Meinung. neuwal.com kannte er nicht. Sein eigenes Fußball-Video-Blog-Projekt scheiterte nicht zuletzt, vorerst, wie er meinte, an der mangelnden Resonanz: „Hätte wenigstens wer gesagt, dass er es scheiße findet.“

Insofern können wir von neuwal.com mehr als dankbar über die vielen Likes, Rt’s und vor allem Kommentare sein, die die neuwal-Leserin uns hinterlässt. Denn je mehr ein Portal wie neuwal.com zur Kommunikation über Politik und politische Themen genutzt wird und es Diskussionsanstöße schafft umso mehr trägt es zur politischen Bildung bei.

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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.