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Jeder fünfte Wahlberechtigte blieb am 28. September 2008 zu Hause: Doch welche Gründe gibt es für die Stimmenthaltung? Das IMAS Institut ist dieser Frage auf den Grund gegangen.

Umfragedetails

Zeitraum der Umfrage 16. bis 31. Mai 2013
Sample n=1.001 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quota-Auswahl, face-to-face
Zahl der Interviewer 92

Quelle: IMAS Umfrage vom 21. Juni 2013 auf imas.at

Bis 1992 herrschte in manchen Bundesländern noch Wahlpflicht für Nationalratswahlen – diese wurde dann aber per Verfassungsgesetz abgeschafft. Waren es 1983 noch über 90% der Wahlberechtigten, die zur Urne gingen, kam man 2008 nur auf rund 78%.

Wahlbeteiligung

Ein knappes Drittel der Bevölkerung hat in letzter Zeit nicht gewählt, es sind vor allem die jüngeren und einfach gebildeteren Personen und Wahlberechtigte der unteren sozialen Schichten, die ihr demokratisches Recht nicht ausüben.

IMAS erwähnt dabei, dass nach Parteipräferenz sowohl Team Stronach- als auch FPÖ-Sympathisanten am Ehesten dazu neigen, nicht wählen zu gehen.

Nichtwähler

Von den 1.001 Befragten gaben 61 Prozent an, bei den vergangenen Wahlen gewählt zu haben, 31 Prozent hingegen haben „nicht immer“ an den Wahlen teilgenommen. 8 Prozent wollten überhaupt keine Angabe machen. Wenig Unterschied sieht man zwischen den Geschlechtern: sowohl 61 Prozent der Männer als auch der Frauen haben stets gewählt, bei den Nichtwählern liegen die Männer mit einem Prozent vorne (Männer: 31%, Frauen: 30 %). Die Ausschläge bei der Umfrage zeigen sich in vier Punkten:

  • Die größte Nichtwählergruppe gibt es bei den 16-29-Jährigen: 48% haben nicht immer teilgenommen, 40% schon. (30-49 Jahre: 62% ja, 32% nein; 50+ Jahre: 71% ja, 21% nein)
  • Ebenso ist die sogenannte „D/E Schicht“ mit 37% die größte Nichtwählergruppe. (A/B Schicht: 26%; C-Schicht: 30%)
  • Bei jenen mit dem Pflichtschulabschluss (Volks-, Hauptschule) waren 35% nicht bei allen vergangenen Wahlen dabei (Weiterführende Schule ohne Matura: 30%; Matura/Universität: 26%)
  • Außerdem finden sich die meisten Nichtwähler in den Landeshauptstädten: 40% zählen hier zu die Nichtwählern. (Land – bis 5.000 EW: 32%, Klein-, Mittelstadt: 29%)

Die Gründe des Nichtwählens

Auf die Frage nach den Gründen wurden von den 31 Prozent jener Menschen, die nicht immer zu den Wahlen gingen, die verschiedensten Antworten ausgewählt:

  • 31% gingen aus Protest nicht hin
  • 23% haben das Gefühl, mit ihrer Stimme nichts beeinflussen zu können
  • 18% erklärten, dass sie sich einfach nicht für Politik interessieren
  • 17% waren terminlich verhindert
  • 16% halten zwar schon etwas von Politik, sind aber mit dem Parteiangebot unzufrieden
  • 11% waren durch ein unerwartetes Ereignis verhindert
  • 8% missbilligten den Wahlkampf
  • 6% halten Wahlen generell für sinnlos und überflüssig
  • 3% wollten zwar hingehen, haben aber den Termin vergessen
  • 17% wollten dazu keine Angabe machen

 

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freier Journalist (dominikleitner.com) • Autor (Neon|Wilderness) • Lokaljournalist (MFG-Magazin) • CD-Kritiker (subtext.at • Journalismus-Student an der FHWien

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