Österreich lässt die UNDOF Truppeen am Golan im Stich

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Österreich international isoliert, eine unsichere Situation weiter destabilisiert, Diplomaten und Experten im Inland irritiert und den eigenen Bundespräsidenten blamiert. Das dynamische Duo Spindelmann Fayegger zeigt, was es drauf hat.

Wenn man alle Soldaten aus der UNDOF Mission am Golan abzieht, so könnte ein unbedarfter Geist vielleicht meinen, dass man darüber zuerst einmal den Oberbefehlshaber des Heeres und die Soldaten selbst informiert. Langweilige Experten und Diplomaten hätten wahrscheinlich zuerst bei den UN angerufen. Nur politische Genies vom Schlag Spindelmann Fayeggers wissen, dass man für diesen, wie alle anderen Fälle, die „Kronen Zeitung“ auf Kurzwahl hat.

Und so kommt es, dass Heinz Fischer sich, Stunden bevor dieser öffentlich wird, klar gegen einen Abzug vom Golan ausspricht. Oder dass die sicher geglaubte Verlängerung des Mandats für eine kritische Mission, in einer sich rapide destabilisierenden Gegend, plötzlich insgesamt in Frage steht. Denn Spindelmann Fayegger redet nicht um den heißen Brei herum: Österreichs Wort ist nichts wert, absolut gar nichts. Das sollen aber auch wirklich alle wissen.

Jetzt kann man natürlich Politik auf dem Niveau von FPÖ-Plakaten machen, offensichtlich sogar, immerhin passiert es, aber ist das sinnvoll? Ist es sinnvoll, dem eigenen Heer auszurichten „Wenn es kritisch wird, glauben wir nicht dass ihr das schafft“? Ist es sinnvoll den Bundespräsidenten medial massiv zu blamieren? Österreich in der UN als vollkommen unzuverlässig dastehen zu lassen? Und das alles für einen Wahlkampfgag denn alle, aber auch wirklich alle, durchschauen?

Und obwohl es so offensichtlich ist, hat man im kleinen Kreis in dem man in weniger als zwei Stunden diese Entscheidung getroffen hatte, nicht damit gerechnet dass es dementsprechendes Feedback geben wird. Von Günther Platter (ÖVP) bis Benjamin Netanyahu und zahlreichen Experten dazwischen. Michael Spindelegger (ÖVP), nach der Entscheidung gemeinsam mit Werner Faymann abgetaucht, als sich zeigte, dass das nicht die geplante Erfolgsmeldung wird, rudert inzwischen zurück. Man werde nicht, wie von Verteidigungsminister Klug (SPÖ) angekündigt, binnen 2 bis 4 Wochen abziehen, sondern innerhalb von sechs Monaten. Und überhaupt könne man ja vielleicht bleiben, wenn das Mandat geändert würde.

Spindelegger spricht fast so, als hätte er sein Amt als Außenminister verstanden. Aber selbst falls er es ernst meinen sollte – warum sollte ihm jetzt noch jemand glauben?

Foto: FLICKR/in the bag solutions

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Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.