Am Freitag wurde der „Zensus 2011“, die erste Volkszählung des wiedervereinigten Deutschland, veröffentlicht. Wie leben die Deutschen? Wie wohnen und arbeiten sie? Wer glaubt was und kommt woher? Der „Zensus 2011“ gibt viele Antworten.

80 219 695 Menschen lebten zum Stichtag, dem 09. Mai 2011, in der Bundesrepublik, ca. 1.5 Millionen weniger als erwartet. Ziel des Projekts war die Erhebung statistischer Bevölkerungsdaten, wobei der Zensus neben den absoluten Bevölkerungszahlen unter anderem auch Aufschluss über Bildung, Beschäftigung und die Wohnsituationen der Deutschen gibt.

Zum Stichtag gab es laut Studie insgesamt 15 Millionen Menschen mit
 Migrationshintergrund in der Bundesrepublik (Als Personen mit Migrationshintergrund gelten alle Ausländer sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik zugewandert sind oder mindestens einen nach 1955 zugewanderten Elternteil haben), wobei im Westen Deutschlands weit mehr Menschen mit Migrationshintergrund leben als im Osten. Die östlichen Bundesländer liegen mit einem Durchschnitt von unter 5% deutlich unter dem nationalen Schnitt von 18,9%. 6,2 Millionen Einwohner der Bundesrepublik hatten 2011 keinen deutschen Pass; 15% weniger als angenommen.

Auch die Frage nach der Religion wurde bei der Volksbefragung gestellt. Demnach dominieren die Katholische Kirche (mit 24 740 380) und die Evangelische Kirche (24 328 100) nach wie vor das offizielle religiöse Leben im Land, jedoch sind auch mit 31 151 210 so viele Menschen wie nie ohne bzw. mit anderem Bekenntnis.

Dass Deutschland, bzw. seine Bevölkerung immer älter wird bestätigt auch der „Zensus 2011“. Demnach machten die unter 18-jährigen 2011 nur 15,7 % der Bevölkerung aus, wobei der Anteil der über 65-jährigen bei 21 % liegt.

Neben mehreren NGO-Datenschützern kritisierte auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar abermals die Ausgestaltung der Volkszählung. Moniert wurden unter anderem, dass die von Deutschland erhobenen Merkmale weit über die Vorgaben der EU hinaus gehen würden. So hätten besonders sensible Daten, wie z.B. die Religionszugehörigkeit nicht erfasst werden sollen.

Alle Informationen zum Nachlesen im Detail auf zensus2011.de

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Michael Hunklinger

(*1989), studiert Politikwissenschaft an der Universität Wien, wobei sein Fokus auf den politischen Prozessen in Österreich, Deutschland und Europa liegt. Aufgewachsen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet lebt er seit 2010 in Wien und beschäftigt sich für neuwal vor allem mit dem politischen Geschehen in Deutschland, bzw. den dort stattfindenden Bundestags- und Landtagswahlen.