Das Drohnenprojekt „Euro Hawks“ hat in den letzten Jahren mehrere hundert Millionen Euro an Steuergeldern verschlungen, bevor diverse technische Probleme und die fehlende Zulassung für den europäischen Luftraum das Projekt jetzt endgültig gestoppt haben. Ein Kommentar von Michael Hunklinger

Offiziell hat das „Euro Hawks“ Drohnenprogramm der Bundeswehr, welches seit 2007 läuft, ca. 562 Millionen Euro gekostet, wobei die Opposition von weit höheren Kosten ausgeht. Der Verteidigungsminister, Thomas de Maizere (CDU), steht nun in der Kritik und unter enormen Druck, da er laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung noch 2012 zig Millionen in das Projekt pumpen ließ, obwohl damals schon Mängel bekannt und die Zulassung fraglich war. Während die Opposition bereits die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses fordert, will sich der Minister erst nach Erscheinen des offiziellen Berichts seines Ministeriums am 05. Juni erklären. Generell plädiert er aber weiter für den Einsatz von Drohnen, da die von Israel gebauten „Heron“ Aufklärungsdrohnen seit einigen Jahren im Einsatz seien und sich bewährt hätten. Wie viel Steuergeld in den nächsten Jahren in die Beschaffung von Aufklärungs- und Kampfdrohnen gesteckt wird und ob diese dann funktionieren wird sich zeigen.

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Drohne „Global Hawk“

Drohnen erleben aber nicht nur in Deutschland in den letzten Jahren einen Boom, sondern auch in Europa und vor allem in den USA. Auch wenn sich Barack Obama am Donnerstag bei einer Grundsatzrede dafür ausgesprochen hat den Einsatz von Drohnen strikteren Regeln zu unterwerfen, so forcieren die USA dennoch den Ausbau ihres Drohnenprogramms. Die NATO will bis 2017 ebenfalls ein neues Aufklärungssystem aufbauen bei dem sie auf Drohnen aus den USA und Israel setzt. „Global Hawks“, vom gleichen Modell das jetzt zu den Millionen Verlusten führte, spielen in dem neuen Aufklärungssystem eine wichtige Rolle.

Es mag ja sein, dass für die Soldaten, die die Drohnen in den Kontrollzentren bedienen, das Risiko auf Null sinkt, aber ist eine weitere Technisierung von Krieg die Lösung?

Der Einsatz von ferngesteuerten Waffen senkt nicht nur die Hemmschwelle der Soldaten, die nur noch auf Koordinaten, also anonyme Ziele, feuern sondern macht Krieg, an sich ja schon etwas extrem unmenschliches, noch inhumaner und anonymisierter. Eine weitere Gefahr ist die Geschwindigkeit und Intransparenz, mit der durch Drohnen irgendwo irgendwer irgendwann getötet werden kann. Ohne Prozess, ohne zu wissen wer wirklich hinter den Koordinaten steckt. Soll das die Zukunft sein?