Jeder Mensch kennt sie und jedem Menschen stehen sie zu – Menschenrechte. Dass die Einhaltung und der korrekte Umgang mit diesen Menschenrechten aber nicht immer der Wirklichkeit entspricht, zeigt Irene Brickner in ihrem Buch auf. Nicht nur vermeintlich weniger demokratisch oder gesellschaftlich entwickelte Länder und Regionen haben teilweise grobe Probleme mit der Einhaltung der Menschenrechte – auch Österreich hat diesbezüglich eine dunkle Seite.

IreneBricknerIrene Brickner, ist eine österreichische Journalistin und Autorin. Sie studierte Politikwissenschat in Wien. Nach Stationen bei der „Neue AZ“ sowie den „NÖN“ und dem ORF ist sie seit 2000 Redakteurin und Kommentatorin im Chronik-Ressort von „Der Standard“. Für  ihre kritische Berichterstattung über die Themenbereiche Menschenrechte, Asyl- und Fremdenrecht, Gleichstellung und Fremdenrecht wurde sie vielfach ausgezeichnet.

Brickners Blog auf derStandard.at

Menschenrechte sind wohl die grundlegendsten Rechte auf die sich ein Mensch beziehen kann.  Sie gelten für jeden einzelnen Menschen, unabhängig von Herkunft, sozialem Status und Geschlecht. Soweit die grundlegenden Vorstellung bzw. die Theorie. Dass dies in der Praxis, sprich im Alltagsleben, keineswegs immer der Fall ist untermauert Irene Brickner in ihrem Buch.

„Wohl über keine Bevölkerungsgruppe in Österreich wird im Vergleich zu der Zahl von Menschen, die ihr angehören, soviel gestritten und diskutiert wie über Asylsuchende“

Gegliedert in fünf große Kapitel bzw. Themenbereiche, in welchen Menschenrechtsverletzungen immer wieder auch in Österreich ihr Dasein finden (Abschiebung, Asyl, Diskriminierung, Schutz vor Armut und Meinungsfreiheit), beschreibt sie anhand von realen Schicksalen die Tücken und Probleme mit Einhaltung und Einforderung von Menschenrechten. Es handelt sich jedoch hier nicht um eine ausschließliche Ansammlung und Aneinanderreihung von Beispielen, sondern mit Hilfe dieser Beispiele veranschaulicht sie die Problemstellungen, welche in jedem Kapitel ebenfalls mit einem Experten oder einer Expertin in Interviewform besprochen werden.

Die Menschenrechte sind vertraglich festgehalten in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – UNO-Resulution 217 A(III) vom 10. Dezember 1948“.  Das Wissen über diese Rechte und die Möglichkeiten über die Einforderung eben dieser sind leider oft analog zum sozialen Umfeld der Menschen von oben nach unten sinkend. Brickner zeigt in ihrem Buch, wie wenig die betroffenen Menschen über ihre Möglichkeiten wissen bzw. wissen können und zu welchen drastischen Mitteln sie unter Umständen greifen und/oder auch greifen müssen, um diese einzufordern. Hierbei erwähnt sie nicht nur die Probleme rund um das Thema Asyl, Abschiebung, Armut sowie Umgang mit Homosexualität, sondern auch das leidige und scheinbar resistent vorhandene Ungleichgewicht in der Behandlung zwischen Mann und Frau.

„Die Absicht dieses Buches ist es, die Wichtigkeit der Menschenrechte für den Einzelnen herauszustreichen.“

Leider wird durch ihre Ausführungen deutlich, dass oft naheliegende Lösungen zwar wahrgenommen werden, doch mit dem Vorwand der anfallenden Bürokratie gepaart mit restriktiver und vor allem national orientierter Gesetzgebung, diese oft aufgeschoben , umschifft oder gar ignoriert werden. All diese schlechten Entwicklungen und Probleme tauchen nicht nur in entfernten vermeintlich undemokratischen Staaten auf, sondern gehören auch in Europa, der EU und in diesem Fall in Österreich leider immer noch zum Alltag.  Auf wissenschaftlich journalistisch korrekte Art  und Weise aber auch sehr emotional und berührend schildert Brickner in diesem Buch, wie sehr oft auf die eigentlichen Menschen und ihre Situation vergessen wird, wenn Staaten und Gesetzte sich über die Art und Weise der bürokratische Einhaltung der Menschenrechte im Unklaren sind oder ohne Rücksicht auf Verluste strikt nach Vorschrift handeln.

SchwarzbuchMenschenrechteIrene Brickner

Schwarzbuch der Menschenrechte.
Worüber Österreich schweigt.

224 Seiten
Residenz Verlag

ISBN: 9783701731718

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Information: Wir bedanken uns beim Residenz Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars.

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