Lukas Fasching

Im Neuwal Interview erzählt Lukas Fasching, Spitzenkandidat des KSV bei der ÖH Wahl 2013, dass er gut in Tischfußball ist, dass die neoklassische Wirtschaftstheorie das momentane Wirtschaftssystem nicht gut beschreiben kann und vieles mehr.

oehwalÖHwal 2013
Bewegungen und KandidatInnen im Interview
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Die Wahlen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) finden alle zwei Jahre statt, heuer vom 14. bis 16. Mai. Auf neuwal stellen wir die antretenden Parteien/Listen, ihre Spitzenkandidaten und Wahlprogramme vor.

Kommunistischer StudentInnenverband

KSV

Spitzenkandidat Lukas Fasching
Antritt an 11 Universitäten
Web comunista.at/
Programm comunista.at/wer-wir-sind-und-was-wir-wollen
Facebook communista.at
Twitter kjoeksv

 

Was studierst du, wo und warum?

Ich studiere Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien. Der Grund dafür ist schwer zu sagen, grundsätzlich wollte ich wissen, wie die neoklassische Wirtschaftstheorie das momentane Wirtschaftssystem zu beschreiben in der Lage ist… Jetzt weiß ich es: Nicht gut 😉

Wie wohnst du?

Ich wohne mit meiner Freundin in einer 60m²-Wohnung, die meiner Meinung nach viel zu teuer ist.

Lukas Fasching

Wie finanzierst du dein Studium?

Im Wesentlichen gibt es zwei Einnahmequellen: Einen Teil bekomme ich von meinen Eltern (z.B.: aufgestockte Familienbeihilfe) und einen zweiten Teil durch Lohnarbeit.

Bist du eher Genießer oder Streber?

Weder noch bzw. ein bisschen von beidem. Ich lerne für die Uni nicht sonderlich viel, leider, aber ich finde auch immer wieder Zeit mich mit anderer Literatur zu beschäftigen und dazwischen gibt es natürlich das eine oder andere Bier.

Die Hauptaufgabe der ÖH ist…

…die Interessen der Studierenden – mit den Studierenden gemeinsam – zu verteidigen und für bessere Lebens- und Studienbedingungen einzutreten.

Zum Thema Cafè Rosa: Wenn du eine halbe Million an ÖH-Geldern mehr oder weniger sinnvoll investieren könntest – wofür?

Es gibt natürlich sehr viel Möglichkeiten so viel Geld zu verwenden. Ich denke z.B. an die selbstorganisierte Lehrveranstaltung meiner StV. Es gibt aber sehr viele Projekte (Freiräume, Beratungen, etc.) die wichtig sind und den Studierenden nur helfen. Auch große Kampagnen, die auf die Situation der Studierenden und Hochschulen aufmerksam machen, gehören mehr gefördert.

Was fällt dir spontan zu den Stichworten “Uni” und “Gender” ein?

Dass es auf der Uni wie in der gesamten Gesellschaft zu Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts kommt. Leider aber auch, dass dieses Problem meiner Einschätzung nach oft falsch angegangen wird und zu wenig auf andere Probleme von StudentINNEN und StudentEN, die beide in etwa in gleichem Ausmaß betreffen, eingegangen wird.

Wer ist dein persönlicher Held und warum?

Wen ich ganz besonders toll finde in der heutigen Zeit sind Camila Vallejo und Karol Cariola. Erstere war eine Leitfigur der chilenischen StudentInnenproteste, die seit 2011 stattfinden und mit mehreren 100.000 Menschen den Privatisierungsphantasien (die im Ansatz auch in der EU bereits gang und gäbe sind) ihrer Regierung wirkungsvollen Widerstand entgegensetzen.

Was läuft in deiner Partei/Fraktion falsch?

Gibt es da eine richtige Antwort? Ich glaube, dass tatsächlich nicht viel falsch läuft, einige Sachen könnten früher erledigt werden, da nehme ich mich aber nicht aus der Kritik.

Was kannst du besser als die anderen?

Wer sind die anderen? Ich kann gut Tischfußball spielen. Was die politische Arbeit angeht, bin ich froh, dass ich wenig allein machen muss und mich die besten GenossInnen umgeben und unterstützen, da brauch ich selbst nicht viel besser können.

Danke für das Interview!

Programm des KSV
Der KSV (der der KJÖ und der steirischen KPÖ nahesteht, nicht zu verwechseln mit dem KSV/LiLi aus Wien) besteht laut Eigendefinition aus „Kommunistinnen und Kommunisten im Lebensabschnitt unseres Studiums“, die sich „für die Verankerung von fortschrittlichen und marxistischer Methodik auf den Universitäten“ engagieren. Deshalb tritt man auch bei der ÖH-Wahl an, und um „einer unipolitischen Öffentlichkeit eine Alternative zum herrschenden Bildungsmodell zu präsentieren und konkret an der Verbesserung der studentischen Arbeits- und vor allem auch Lebensbedingungen mitzuarbeiten“.

Der KSV sieht aktuellen Entwicklungen an den Universitäten als Teil einer „Strategie der herrschenden Klasse“, zu der unter anderem „massiver Sozialabbau, Privatisierung und die Durchsetzung einer immer rigider der Kapitalreproduktion unterworfenen Politik in allen Bereichen“ gehören. Dagegen engagieren die komunistischen StudentInnen sich, die am „Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, die frei von Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ist“ festhalten.
Diese Themen führen den KSV weit weg von den österreichischen Universitäten, sieht er es doch als zentral an, sich in internationalen Bündnissen gegen Bildungs- und Sozialabbau einzubringen. In diesem Rahmen will man sich auch gegen „die Konstitution eines imperialistischen europäischen Machtblocks im Rahmen der EU“ stellen.

Innenpolitisch ist der KSV aktiv „gegen den Neofaschismus“ und alle „in unserem Land verankerten rassistischen, sexistischen und generell anti-emanzipatorischen Strukturen“. Als Beispiele dafür werden braune Uniräte und die sozialdemokratischen Asylgesetzgebung genannt.

Der KSV kritisiert dass „kapitalistische Verwertbarkeit“ immer mehr zu einem Qualitätskriterium für wissenschaftliche Arbeit werde. Im Gegensatz dazu meint der KSV dass an den Universitäten die Fähigkeiten vermittelt werden sollten „Zusammenhänge zu erkennen, Einsicht in die Beschaffenheit der Welt als Ganzes zu geben und den Einzelnen in die Lage zu versetzen, die richtigen Schlüsse daraus für seine gesellschaftliche Existenz/Praxis zu ziehen“.

Daher, so der KSV, „muss der Zugang zu und die Produktion von Wissenschaft ohne Einschränkung für alle möglich sein“. Dafür diesem Ideal schrittweise näher zu kommen, engagiert sich der KSV. Freilich mit der Einschränkung dass ihnen bewusst ist, „dass eine volle Entfaltung des humanistischen Potentials der Wissenschaften erst im Sozialismus möglich sein wird“.

Zentrale Forderungen des KSV sind:

  • die ersatzlose Abschaffung der Studiengebühren,
  • die Ausweitung von bestehenden Stipendienprogrammen,
  • die Installierung umfassender Unterstützungsleistungen (in den Bereichen des öffentlichen Verkehrs, der Wohnungsangebote, etc.) von Seiten der öffentlichen Hand,
  • die Rücknahme des Universitätsgesetzes (UG 02)
  • die Abschaffung der Zugangsbeschränkungen und die Erhöhung der Budgets für die Unis.

Foto: KSV

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Stefan Hechl

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