Marie Fleischhacker und Viktoria Spielmann

„Die Hauptaufgabe der ÖH ist, Student*innen zu informieren und zu vertreten“, meint GRAS-Spitzenkandidatin Viktoria Spielmann im neuwal Interview. Und das „sowohl an den Hochschulen, als auch gesellschaftspolitische Anliegen“ ergänzt Marie Fleischhacker, die andere Hälfte des Spitzenkandidatinnenteams der GRAS. Denn „die Probleme hören nicht auf, wenn Studierende bei der Türe der Hochschule hinausgehen“.

oehwalÖHwal 2013
Bewegungen und KandidatInnen im Interview
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Die Wahlen der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) finden alle zwei Jahre statt, heuer vom 14. bis 16. Mai. Auf neuwal stellen wir die antretenden Parteien/Listen, ihre Spitzenkandidaten und Wahlprogramme vor.

Grüne & Alternative StudentInnen

GRAS

Spitzenkandidatinnen Viktoria Spielmann und Marie Fleischhacker
Antritt an 15 Universitäten
Web gras.at
Wahlprogramm gras.at/oeh-wahl-2013
Facebook dieGRAS
Twitter diegras

 

Was studierst du, wo und warum?

Marie Fleischhacker: Ich studiere Rechtswissenschaften an der Universität Graz und Skandinavistik an der Universität Wien. Leider gibt es Skandinavistik an der Universität Graz nicht und es ist recht schwierig sich Lehrveranstaltungen – in meinem Fall Rechtswissenschaften – von Graz nach Wien anrechnen zu lassen.

Viktoria Spielmann: Ich studiere Politikwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Uni Wien. Ich habe mich für diese Studiengänge entschieden, weil mich gesellschaftliche Strukturen interessieren und ich sie durchschauen will.

Wie wohnst du?

Marie Fleischhacker: Ich wohne in einer WG.

Viktoria Spielmann: Ich wohne in einer WG.

Wie finanzierst du dein Studium?

Marie Fleischhacker: Ich finanziere mir mein Studium, indem ich entweder neben dem
Studium oder – dann intensiver – in den Ferien arbeite.

Viktoria Spielmann: Ich habe mein Studium durch Lohnarbeit finanziert und hab mich seit meinem 19. Lebensjahr selbst erhalten müssen, da ich keinerlei staatliche Förderung erhalten habe.
Marie Fleischhacker und Viktoria Spielmann

Bist du eher Genießer oder Streber?

Marie Fleischhacker: Ich kann beides sein, kommt darauf an worum es geht. 🙂

Viktoria Spielmann: Ich kann sowohl Genießerin, als auch Streberin sein. Kommt drauf an, um was es konkret geht 😉

Die Hauptaufgabe der ÖH ist…

Marie Fleischhacker: …die Interessen der Studierenden auf allen Ebenen zu vertreten, sowohl an den Hochschulen, als auch gesellschaftspolitische Anliegen. Denn die Probleme hören nicht auf, wenn Studierende bei der Türe der Hochschule hinausgehen.

Viktoria Spielmann: Die Hauptaufgabe der ÖH ist, Student*innen zu informieren und zu vertreten, sei es auf unipolitischer, als auch auf gesellschaftlicher Ebene.

Zum Thema Cafè Rosa: Wenn du eine halbe Million an ÖH-Geldern mehr oder weniger sinnvoll investieren könntest – wofür?

Marie Fleischhacker: Ich persönlich würde das Geld dazu verwenden einerseits die Beratung zur Studienwahl weiter auszubauen und andererseits zu versuchen, dass die ÖH greifbarer für die Studierenden wird und mehr Studierende mehr eingebunden werden.

Viktoria Spielmann: Ich würde das Geld dafür nutzen, das Vernetzungspotential der lokalen ÖHen und der Bundesvertretung weiter auszubauen.

Was fällt dir spontan zu den Stichworten “Uni” und “Gender” ein?

Marie Fleischhacker: Die Universität ist ein Teil der Gesellschaft und genau aus diesem Grund geht es darum, dass Gender und Feminismus eine Querschnittsmaterie immer und überall ist.

Viktoria Spielmann: Die Universität ist ein Ort, der die Möglichkeit bietet zu erkennen, dass Geschlechterzuschreibungen (Gender) dekonstrutiert werden sollen, für eine emanzipierte und gleichberechtigte Gesellschaft.

Wer ist dein persönlicher Held und warum?

Marie Fleischhacker: Ich halte nichts davon, irgendwen als Held/Heldin anzusehen, da es keinen perfekten Menschen gibt und ich bei vielen tollen Menschen verschiedene Aspekte mag und bewundernswert finde.

Viktoria Spielmann: Ich bin eine Verfechterin der Antiheld*innen

Was läuft in deiner Partei/Fraktion falsch?

Marie Fleischhacker: Ich habe nicht das Gefühl, dass bei uns was falsch läuft. Es gibt immer kleine Unstimmigkeiten wenn eine große Gruppe zusammenarbeitet, aber da haben wir mit unserem basisdemokratischen Anspruch immer Lösungen gefunden, die danach auch alle Meinungen inkludieren.

Viktoria Spielmann: Ich finde, dass so eine Frage besser für Außenstehende geeignet ist, denn ich habe an meiner Fraktion nichts auszusetzen, sonst wäre ich auch nicht ihre Spitzenkandidatin.

Was kannst du besser als die anderen?

Marie Fleischhacker: Ich glaube, dass ich gut darin bin, auf andere Menschen einzugehen und dass ich sehr kompromissbereit bin.

Viktoria Spielmann: Ich glaube, dass ich ein gutes Gespür für politische Inhalte habe und recht schnell Hierarchiestrukturen durchschauen kann. Das hilft vor allem bei Verhandlungen.

Danke für das Interview!

Das GRAS Wahlprogramm für die ÖH Wahl 2013

Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) treten mit drei zentralen Slogans zur ÖH-Wahl 2013 an. Gemeinsam ist den Sprüchen dass es sich um durchaus aggressive „Her mit…“ Formulierungen handelt.

Her mit freier Bildung

„Die bildungspolitische Lage in Österreich ist schon seit Jahren eine Katastrophe“, diagnostiziert die GRAS. Schuld daran seien die Regierungsparteien der letzten Jahre (SPÖ, ÖVP, FPÖ, BZÖ). Insbesondere kritisieren die grünen Studierenden, neben den nicht vollständig abgeschaften Studiengebühren, eine Elitenbildung durch Zugangsbeschränkungen und STEOP.

Stattdessen fordert die GRAS ein „Studium Generale als individuelle Orientierungsphase“. Diese Orientierungsphase soll 2 Semester lang dauern und einen Umfang von 16 ECTS haben (zum Vergleich, um in Mindeststudienzeit zu bleiben muss man in einem Bachelorstudium 30 ECTS pro Semester absolvieren). Das „Studium Generale“ soll eine Alternative für StudienanfängerInnen sein, die nicht wissen was sie studieren wollen. Sich direkt in das Wunschstudium einzuschreiben, soll weiter möglich sein.

Ein Grundstipendium von 800 Euro wird von der GRAS ebenso gefordert wie „endlich die 2% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die notwendige Ausfinanzierung der ausgehungerten Unis“ und die „Abschaffung der Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren! Für ALLE!“. Zur Finanzierung dieser ambitionierten Forderungen schweigt man aber.

Her mit leistbarem Wohnen

„Student*innen sehen sich mit viel zu hohen Mieten, Kautionsverlust, fehlenden Wohnbeihilfen und Wohnungsknappheit konfrontiert.“ Um dieses Problem zu lösen, fordert die GRAS eine „vernünftige Mietzinsobergrenze“, eine Reform des Mietrechts, den Aus- und Neubau von Studentenheimen, die Zahlung von Maklerprovisionen durch die Vermieter, die Abschaffung der Vergebührung von Mietverträgen, die automatische Inflationsanpassung der Wohnbeihilfe (ist Sache des jeweiligen Buneslandes) und die Öffnung des sozialen Wohnbaus für Studierende.

Her mit freier Mobilität

Die GRAS versteht unter freier Mobilität, „dass Student*innen frei und selbstbestimmt entscheiden können, wie sie sich fortbewegen“. Denn Bewegungsfreiheit ermögliche die „gesellschaftliche Teilnahme. Die Studierenden seien in der Verkehrspolitik „eingeschränkt“. Denn: „Die Stadt ist von Autos dominiert“. Diese verbrauchen viel Platz (Parkplätze) und produzieren Schadstoffe und Feinstaub. „Kurz: Sie stören einfach!“ Als Alternative zum Auto lobt die GRAS den öffentlichen Verkehr, doch die Tickets für Studierende seien zu teuer, die Taktung reformbedürftig und vor allem die Nightlines fahren viel zu selten. Außerdem fordert die GRAS den Ausbau von Radwegen und von Fahrradabstellplätzen an den Unis.

Foto: GRAS

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Stefan Hechl

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