Was haben Peter Kaiser, Wolfgang Waldner, Wilfried Haslauer und Astrid Rössler gemein? Sie wurden aufgrund ihres „anderen“ Politstils belächelt. Ein Kommentar von Dominik Leitner.

wortschwallLangweilig. Fad vor der Kamera. Mauerblümchen. Zu diplomatisch. Zu ruhig. – Diese Worte sind gefallen, und nicht zu selten. Peter Kaiser ist aber nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er ganz einfach nicht mehr Gerhard Dörfler ist, Kärntner Landeshauptmann geworden. Die Verluste der FPK waren zu erwarten, die unzähligen Prozentpunkte für die SPÖ hingegen in diesem Ausmaß nicht. Der fade Peter Kaiser konnte mit seiner ruhigen Art (welche ihn in Wahlkampfszeiten zumindest nur teilweise ruhig halten konnte) überzeugen, mit seiner besonnenen Art, mit seinem Mut, Neues auszuprobieren. Und mit der Tatsache, dass er sich der Wahrheit annahm und anstatt weiterer Wahlgeschenke (á la FPK) einen neuen Weg der Politik versprach.

In Salzburg ist es nicht anders. Auch dort hat man jene Partei, die unglaublich viel Dreck am Stecken hat, hart abgestraft. (Es wäre banal gewesen, wenn die Gerechtigkeitskämpfer der SPÖ nicht am immensen Salzburger Finanzskandal gescheitert wären – aller Tränen zum Trotz.) Und auch Wilfried Haslauer ist nicht die strahlende Gestalt, welche Gabi Burgstaller über Jahre hinweg war. Er ist sogar einer, der einen Wahlsieg (voller Verluste) mit Demut entgegennimmt und nicht strahlend durch die Bildschirme flimmert. Während sich zwar in Salzburg alle Parteien bewusst waren, dass eine Veränderung kommen muss, so konnte doch die ÖVP sehr gut dabei überzeugen. Etwas besser konnten es nur die Grünen, die mit weißer Weste und dem Aufklärungsbonus ein Wahnsinnsergebnis einfahren konnten.

Man könnte noch weiter aufzählen: z.B. ist auch Wolfgang Waldner eine ganz besondere Art Politiker. Seine diplomatische Vergangenheit kann man noch heute erkennen und lässt ihn zum Gegenpol seines Parteikollegen, dem manchmal doch etwas ungestüm auftretenden Gabriel Obernosterer, werden.

Ist das der Wandel? Ist das die politische Erneuerung? Es fällt schon auf, dass in den Bundesländern mitunter sehr sympathisch und menschlich auftretende Personen gewählt wurden. Keine von Spin-Doktoren geformten „Persönlichkeiten“, sondern Politiker, die zumindest den Anschein vermuten lassen, eine Verantwortung dem Land gegenüber zu haben. Doch wird dieser Trend auch schon bei der Nationalratswahl auf Bundesebene in Erscheinung treten?

Das darf bezweifelt werden: der offenbar sehr wandelbare Kanzler hat in der vergangenen Zeit zwar versucht, seriöser aufzutreten, und doch scheint die Idee des Diplomatismus, des ruhigen Sondierens nichts für den SPÖler. Michael Spindelegger kommt dem „neuen“ Typ da schon näher, hat sich aber in den vergangenen Jahren leider viel zu viel Populismus von der SPÖ abgeschaut. Eva Glawischnig ist leider auch keine Astrid Rössler und hat mit tollpatschigen Auftritten bereits zu vieles im Vorfeld zunichte gemacht. Und Heinz-Christian Strache sowie Frank Stronach sind so ungefähr das komplette Gegenteil von dem, worüber ich hier schreibe.

Am 29. September wird die Wahl deshalb nicht unbedingt leicht werden. So sehr man sich Persönlichkeiten wie Kaiser, Waldner, Haslauer oder Rössler wünschen würde: die werden wohl frühestens am 30. September ins Feld der Aufmerksamkeit gerückt werden. Man darf gespannt sein.

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