Von 14 bis 16 Mai werden die Studierenden ihre Interessensvertretung neu wählen. Genauer gesagt, eine Minderheit der Studierenden wird wählen. Die Wahlbeteiligung stagnierte zuletzt bei klar unter 30 %. Wie Frage scheint für viele nicht zu sein wen sie wählen sollen, sondern warum sie überhaupt hingehen sollten?

Die Österreichische HochschülerInnenschaft hat den hart erarbeiteten und wohlverdienten Ruf ein Politikkindergarten zu sein. Daran, dieses Image zu zementieren, arbeiten die zur Wahl stehenden Fraktionen hart. Im Wahlkampf ist es bis jetzt vor allem die Grazer Aktionsgemeinschaft die politisch und moralisch durchfällt. Davor war es die rot-rot-grüne Exekutive der ÖH Uni Wien mit dem längst zum Schimpfwort verkommenen Café Rosa.

Die Kuh zur ÖH-WahlDas ist die eine Seite der ÖH. Diese bekommt mediale Aufmerksamkeit. Immerhin, den die lokalen Oppositionsfraktionen scheinen ja überhaupt gänzlich für gar nichts da zu sein. Aber abseits des Fokus der Medien gibt es viele kleine Organisationseinheiten die sich Studienvertretungen (StV) nennen. Dort werden keine Fraktionen gewählt, sondern Personen. Dort wird nicht nach Parteilinie abgestimmt und in der Regel nicht die Weltrevolution geplant. Viele Studienvertretungen bestehen tatsächlich aus unabhängigen (im Sinn von unabhängig von Fraktionen) und engagierten Menschen die sich für kleine Verbesserungen an den jeweiligen Instituten einsetzen und ehrenamtlich Beratungstätigkeiten leisten. Diese hätten sich schon eine ordentliche Wahlbeteiligung verdient.

Retten Studienvertretungen die ÖH?
Das soll die Studienvertretungen aber nicht idealisieren. Viele sind durch das ganz und gar verunglückte ÖH-Wahlrecht der schwarz/blauen Regierung zum Spielball von Fraktionen geworden, da nur über die Studienvertretungen die mit größerem Budget, mehr Prestige und guten Kontakten zu Professoren verbundenen Fakultätsvertretungen für die Fraktionen erreichbar sind. Andere Studienvertretungen liegen einfach brach, weil sich niemand darum kümmert.

Das ist, neben den Fraktionen, das größte Problem der ÖH. Das System der Interessensvertretung der Studierenden geht davon aus, dass immer genug engagierte Studierende kandidieren. Das ist aber bei weitem nicht der Fall. Wie kommen nun die auf StV-Ebene überhaupt nicht vertretenen und vom Politkindergarten angewiderten Studierenden dazu, ÖH-Beitrag zu bezahlen? Wenn jemand eine gute StV hat, kann man immerhin noch argumentieren er profitiere davon. Aber wenn nicht?

Ist es nicht an der Zeit, die auf Krücken daherlahmende Hochschülerschaft zu überdenken? Ein Mitgliedsbeitrag von 18 Euro pro Semester müsste doch einen professionellen Service von Fixangestellten ermöglichen. Wäre das nicht sinnvoller als der jetzige Politkindergarten? Was meint ihr?