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Erst 2013 aus der Tiroler Volkspartei ausgeschlossen ist “Vorwärts Tirol” die vermeintlich jüngste Abspaltung. Die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörrer (“Für Innsbruck), die ehemalige VP-Landträtin Anna Hosp sowie der ehemalige SP-Landesrat Johann Lindenberger (jeweils Regierung van Staa II) sind die bekanntesten Gesichter auf der umfangreichen Liste für die Landtagswahl.

Sie werben mit einem “neuen offeneren Stil für die Tiroler Politik” und die “Gründung für neue politische Zusammenarbeit”, um offen und sachorientiert arbeiten zu können. Sie werfen der Regierung vor, dass im Land Stillstand herrsche und man nun einen klaren Weg und Mut brauche.

Landessprecher Johann Lindenberger
Landessprecher-Stv. Maria Zwölfer, Josef Schett, Andrea Krumschabel
Landtagsmandate (2008)
Höchstes Ergebnis
Niedrigstes Ergebnis

 

 

 

walmanach-tirol-smallneuwal.com walmanach Tirol 2013
Alle Parteien • Alle Wahlprogramme • Alle Spitzenkandidaten im Interview
FPÖListe FritzFür TirolListe GurgiserDie GrünenKPÖÖVPPIRATSPÖListe Mayr-Team StronachVorwärts Tirol

Vorwärts Tirol Wahlprogramm für Tirol 2013

Soziales
Die Partei möchte die Jugend in Entscheidungsprozesse einbinden – so z.B. bei der Entwicklung von Sport-, Freizeit- und Kulturangeboten. Außerdem sieht man ein kostengünstiges VVT Studenten-Jahresticket sowie günstige Wohnmöglichkeiten für Studenten vor. Die Kinderbeihilfe soll valorisiert (also regelmäßig an die Inflation angepasst werden).

Bildung
Vorwärts Tirol fordert  Vorwärts Tirol fordert den flächendeckenden Ausbau bedarfsgerechter, ganzjähriger Ganztagskindergärten und Ganztagesschulen

Umwelt
Unter den Begriff Naturschutz versteht Vorwärts Tirol, zu prüfen, ob nicht die vielen Formen von Schutzgebieten (Naturschutzgebiet, Sonderschutzgebiet, Ruhegebiet, Nationalpark, etc.) zusammengeführt werden können. Zudem wollen sie das “Haus der Alpen” am Standort Alpenzoo verwirklichen. Im Bereich der Energie will man einen Kriterienkatalog für Windkraftanlagen erstellen, ein Effizienzsteigerungsprogramm für bestehende Wasserkraftanlagen umsetzen sowie das Tiroler Wasservorkommen schützen.

Verkehrspolitisch soll der ÖPNV bedarfsgerecht ausgebaut und besser auf Takt Bus-Bahn abgestimmt werden. Die morgentlichen Verkehrsströme, sollen durch flexiblere Schulsstartzeiten in den Zentren/Zentralräumen “entzerrt” werden.

Sicherheit
Die regionalen Sicherheitsstrukturen sollen erhalten bzw. ausgebaut werden.

Transparenz
Vorwärts Tirol will “das Vertrauen in die Politik durch Offenheit, Transparenz und vollständige Kontrollmöglichkeit durch die Tirolerinnen und Tiroler zurückgewinnen. So streben sie ein Transparenzmodell für Tirol an. Dabei sollen u.a. die Eigentumsverhältnisse des Landes veröffentlicht, Politikergehälter inkl. Nebeneinkommen offengelegt und öffentliche Aufträge transparent und nachvollziehbar gemacht werden.

Politik und Demokratie
Hier sieht Vorwärts Tirol die Veröffentlichung aller Weisungen in der Landesverwaltung sowie der Einladungen in die Landesjagt vor. Außerdem soll geprüft werden, ob die fachliche Zusammenführung der Ombudsstellen des Landes (Behindertenanwalt, Patientenanwalt, Landesumweltanwalt) möglich ist.

 

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Bildquelle: Vorwärts Tirol

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Johann Lindenberger von Vorwärts Tirol Fragen stellen
» Johann Lindenberger
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neuwal.com: Was sind die gravierendsten Herausforderungen im Bundesland Tirol?

Johann Lindenberger (Vorwärts Tirol): Wenn man die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger anhört – und darum bemühen wir uns ganz ausdrücklich – dann hört man immer wieder, dass vor allem eines wichtig sei: Das Wohnen muss leistbar sein und leistbarer werden. Das ist eine der Hauptherausforderungen, ein ganz konkretes Ziel, das wir haben. Prinzipiell haben wir einige Punkte, an denen sich unsere Haltung zur Politik und zu den BürgerInnen und Bürgern gut ablesen lässt: Die „Amigo-Wirtschaft“ muss abgeschafft werden und durch Transparenz und Objektivität ersetzt werden! So möchten wir einen demokratischen Aufbruch herbeiführen und das Vertrauen in die Politik wieder herstellen.

Welche Ideen habt ihr für den Naturschutz in Tirol und wie sehr ihr Wasserkraft bzw. Wasserkraftwerke mit Stauseen: Saubere Energie oder Zerstörung der Landschaft?

Wir sind für einen maßvollen Einsatz von Wasserkraft nach dem Motto: Wasserkraft nur dort, wo es sinnvoll ist. Die Naturräume müssen für die Bevölkerung und den Tourismus erhalten bleiben, das steht eindeutig im Vordergrund. Dazu braucht es ein tirolweites Energiekonzept. Die Energiewende muss gelingen und es muss Bewusstsein  geschaffen werden, dass die Natur ein wertvolles und vor allem gemeinsames Gut ist. Alles in allem glauben wir daran, dass Achtsamkeit und Behutsamkeit wichtige Begriffe sind, wenn es um Eingriffe in die Naturräume geht. Und vor allem müssen die BürgerInnen verstärkt in diese Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Schließlich sind es ihre Lebens- und Naturräume.

Wie wollt ihr die öffentlichen Verkehrsmittel reformieren, besonders in den Bereichen Jahrestickets für verschiedene Altersgruppen (Jugendticket, Studententicket, generelles Jahresticket, Pendler)?

Immer wieder kommt, vor allem auch von jungen Menschen, die Rückmeldung, dass die öffentlichen Verkehrsmittel zu selten fahren und oftmals auch zu teuer sind. Darum geht es uns darum, bei diesen beiden Punkten anzusetzen: Wir fordern ein leistbares Tirol Mobilitätsticket, nach dem Vorbildern, die uns z.B. Holland und Südtirol anbieten. Dieses Ticket kann dann für alle Verkehrsmittel verwendet werden. Neben den Preisen soll und muss natürlich auch der Komfort und die Frequenz der öffentlichen Verkehrsmittel, vor allem auch im ländlichen Raum, den tatsächlichen Bedürfnissen angepasst werden. Die Mobilität der Menschen ist ja schließlich eines DER Zukunftsthemen schlechthin!

Wollt ihr euch ganz auf die Tiroler Politik konzentrieren, oder auch Druck auf die Bundespolitik machen. Und generell:  Wie steht ihr zum Föderalismus?

Erstmals: Man muss verdeutlichen, dass unsere Partei mit dem Ziel gegründet wurde, für die BürgerInnen und Bürger auch etwas zu erreichen! Man kann Veränderung in Tirol natürlich nicht denken, ohne auch den Bund mitzudenken. In dieser Hinsicht möchten und müssen wir auch Druck vom Land her machen, damit die Interessen und die Veränderungsvorschläge auch wirklich realisiert werden können. Unser Augenmerk liegt aber auf Tirol. Wir wollen näher bei den BürgerInnen sein, daher ist es wichtig, auch Themen aufzugreifen, die ganz hautnah berühren und für die Tiroler  Bevölkerung wichtig sind. Die BürgerInnen wissen oft am besten selbst, wo gerade „der Schuh drückt“. Von daher bekennen wir uns ganz klar zum Förderalismus und möchten, was möglich ist, gleich auf Landes- und Regionsebene lösen.

Was wäre eure absolute Wunschkoalition? Und welches (prozentuelle) Ziel peilt ihr für die Landtagswahl an?

Das Ziel ist zweistellig zu werden. Danach möchten wir das Vertrauen der BürgerInnen und Bürger zurückgewinnen, was für uns auch und vor allem heißt, dass wir auch eine „Koalition“ mit den BürgerInnen und Bürgern eingehen möchten und diese verstärkt in die politischen Entscheidungsprozess einbinden wollen. Wichtig ist, dass diese Idee nach mehr Transparenz und mehr BürgerInnenbeteiligung von einem möglichen Koalitionspartner mitgetragen wird. Das heißt für uns auch, dass wir eine Koalition mit der ÖVP unter Platter  dezidiert ausschließlich wollen und ausschließen müssen.

Wie steht ihr zum immerwiederkehrenden Südtirol-Thema? Seid ihr für den Ausbau der Europaregion Tirol? Welche Möglichkeiten bietet die Europaregion?

Wir sind der Meinung, dass die SüdtirolerInnen und Südtiroler am besten selbst wissen, was sie wollen. Die Südtirol-Frage ist so heikel, dass es da sicherlich eine differenzierte Betrachtung braucht es auch keine eindeutigen und zu schnellen Antworten gibt. Eines ist aber klar: In Zeiten der EU ist es sicherlich überholt, die Grenzen im Kopf noch aufrecht zu erhalten. Daher möchten wir definitiv den grenzüberschreitenden Austausch pflegen und forcieren. Wir können wirtschaftlich und kulturell selbstverständlich maßgeblich voneinander profitieren.

Was sind eure politischen Ideen zu folgenden Punkten:

Agrargemeinschaften: Wir treten für eine vernünftige und differenzierte Politik in dieser Sache ein. Wir sind gegen eine generelle „Verteufelung“ des Bauerstandes, denn es muss festgehalten werden, dass hier viele fleißige Leute die Natur kultivieren und pflegen. Das Problem liegt bei dem rechtswidrig übertragenen Gemeindegut. Da müssen die Gemeinden natürlich zu ihrem Recht kommen. Und da muss der politische Stillstand, der derzeit in Tirol herrscht, beendet werden.

IG-L 100 und Transit: Den „IGL-L“ empfinden wir als notwendige temporäre Beschränkung, um die Luftqualität in Tirol zu sichern. In Bezug auf Transit sind wir der Meinung, dass das Thema ganz sicher nicht allein in Tirol gelöst werden kann, sondern auch die Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien in die Pflicht zu nehmen sind. Letztlich glauben wir, ob wie „IG-L“ oder Transit, dass alle Maßnahmen ausgeschöpft werden müssen, die zum Erhalt der Gesundheit der TirolerInnen beitragen können.
Eventuelle Fusion von Med-Uni & UIBK? Hier haben wir eine klare  Position: Pro Fusionierung! Doppelgleisigkeiten empfinden wir in dieser Sache als absolut sinnlos.

Wie kann man die perfekte Balance zwischen dem Ausbau des (Winter)tourismus in Tirol und der Bewahrung der Natur finden?

Hier kann man unsere Haltung ganz eindeutig von unserem Wahlprogramm ableiten: Wir wollen die Naturräume und die Natur schätzen. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern ein wichtiges Anliegen. Von daher plädieren wir für einen vernünftigen, sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt, die Zusammenlegung von Skigebieten und die Eingliederung von Ruhegebieten in ebendiese müssen aus unserer Sicht sehr kritisch beleuchtet werden. Wir können uns auch vorstellen, naturfreundliche Sportarten wie z.B. Skitourengehen zu stärken. Es muss nicht an allen Ecken und Enden ein Lift stehen. Da gilt es das Maß zu halten und zu schauen, was notwendig ist und was ein unzumutbarer Eingriff in die Naturlandschaft ist. Und auch hier muss, wie auch bei anderen Themen, die Bevölkerung viel stärker bei Entscheidungen eingebunden werden!

Welchen Fehler habt ihr in der vergangenen Legislaturperiode gemacht, was würdet ihr anders machen?

Da wir in der vergangenen Legislaturperiode nicht im Landtag waren, ist die Frage nicht einfach zu beantworten. Wir wollen unser Bestes geben wenig Fehler und einiges besser zu machen.

Wo seht ihr Tirol in am Ende der nächsten Legislaturperiode?

Wir haben da ein sehr klares Ziel: Bis zu diesem Ende der nächsten Legislaturperiode soll ein anderer Politik-Stil in Tirol Einzug gehalten haben! Eine Politik, die wieder näher dran ist an den BürgerInnen und Bürgern und an deren Wünschen und Sorgen. Diese sollen wieder deutlich mehr Mitsprachemöglichkeiten erhalten und verstärkt in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Das soll dazu führen, dass das Vertrauen in die Politik wieder hergestellt wird.

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