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Die Liste Gurgiser ist sozusagen eine Abspaltung einer Abspaltung. Alles begann damit, dass Fritz Dinkhauser nach Querelen mit der Tiroler Volkspartei beschloss, seine eigene Partei zu gründen.

Auch Quereinsteiger Gurgiser war mit von der Partie und so erzielte die Liste Fritz 2008 18,35% der Stimmen (und wurde somit auf Anhieb zweitstärkste Partei). Bereits 2009 kam es dann innerhalb der Liste Fritz zu Streitereien, in dessen Folge Fritz Gurgiser bereits aus dem Landtagsklub ausgeschlossen worden war, gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Schnitzer eine eigene Fraktion zu gründen – den “TirolKlub”.

Seit Februar 2010 agiert man unter dem Namen “BürgerKlub-Tirol”, wählbar ist die Partei auf dem Stimmzettel als “Liste Gurgiser” Der durch Transit-Proteste bekannt gewordene Gurgiser und seine Liste geben sich auf ihrer Website EU-kritisch und schimpfen über alle anderen Parteien: Einzig Liste Gurgiser stehe für “ehrliche Hilfe” für Tirol.

Klubobmann Fritz Gurgiser
Klubobmann-Stv. Thomas Schnitzer
Landtagsmandate (2008)
Höchstes Ergebnis
Niedrigstes Ergebnis

 

 

walmanach-tirol-smallneuwal.com walmanach Tirol 2013
Alle Parteien • Alle Wahlprogramme • Alle Spitzenkandidaten im Interview
FPÖListe FritzFür TirolListe GurgiserDie GrünenKPÖÖVPPIRATSPÖListe Mayr-Team StronachVorwärts Tirol

Liste Gurgiser – BürgerKlub Tirol Wahlprogramm für Tirol 2013

Soziales
Im Bereich der Pflege brauche es eine ganzheitliche und differenzierte Sichweise, um Pflege ausreichend zu organisieren und zu finanzieren. Dabei sollen regionale Pflegeeinrichtungen (wie Tagespflegezentren, Einrichtungen zur Kurzzeitpflege, etc.) gefördert, die Pflege nach verschiedensten Parametern evaluiert und das Pflegepersonal fair entlohnt und abgesichert werden. Zudem will die Liste Gurgiser pflegende Angehörige entlasten und unterstützen.

Bildung
Verantwortung klären. Reputation wiederherstellen. Universitäres Gesamtkonzept für Tirol erarbeiten.

Umwelt
Gurgiser erhielt 1994 den “Konrad Lorenz-Staatspreis für Natur- und Umweltschutz”. Er fordert einen “schonenden Umgang mit unserem einzigartigen, schönen, aber auch sensiblen alpinen Lebens- und Wirtschaftsraum”. Die “hohen Schadstoff- und Lärmbelastungen entlang der A 12 und A13” sollen reduziert werden.
Sicherheit
Unter Sicherheit versteht die Liste Gurgiser in erster Linie die soziale Sicherheit: deshalb soll es Steuergeld für Pflege, Kinderbetreuung, Gesundheit, Rettung und Vereine geben, um die Ehrenamtlichkeit aufrechterhalten zu können.

Transparenz
Damit “Steuergeld nicht verschleudert wird”, soll die Verwendung nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit, Rechtmäßigkeit, Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Transparenz erfolgen.

Politik und Demokratie
Der Tiroler Landtag befasst sich seit einiger Zeit damit, bestimmte Abläufe der Zeit anzupassen. Die Liste Gurgiser hat eine Reihe von praktikablen Vorschläge eingebracht. Die Liste Gurgiser beginnt mit einer Neuorientierung und damit Aufbesserung des Landesrechnungshofes (LRH) zu einer „Vorsorge-Institution“.

Alpenkonvention
Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention, dem„nachhaltigen Instrument zur weiteren positiven Entwicklung der alpinen Regionen“ Zukunft Österreich Gurgiser und Team fordern die Österreichische Bundesregierung auf, von einer „Schuldenbremse“, welche die Neuverschuldung weiter steigen lässt, Abstand zu nehmen und zuallererst die „Tunnelbremse“ in Angriff zu nehmen.

Fritz Gurgiser  -  Foto: Gurgiser-Team Website (http://www.gurgiserteam.at/)
Bildquelle: Gurgiser-Team Website

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Fritz Gurgiser vom Bürgerklub Tirol Fragen stellen
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neuwal.com: Was sind die gravierendsten Herausforderungen im Bundesland Tirol?

Fritz Gurgiser (BürgerKlub Tirol – Liste Gurgiser): Die gravierendsten Herausforderungen sind der Umgang mit den vier EUGrundfreiheiten, die für uns in Tirol längst zu Grundbelastungen führen:

  • Verkehrsfreiheit = Transitbelastung
  • Dienstleistungsfreiheit = forciert Lohndumping
  • Niederlassungsfreiheit = Bodenverknappung/Preissteigerung
  • Kapitalsfreiheit = Ausverkauf

Reallohneinkommensverluste in Verbindung mit hohen Lebenshaltungskosten sind ein weiteres zentrales Problem.

Welche Ideen habt ihr für den Naturschutz in Tirol und wie sehr ihr Wasserkraft bzw. Wasserkraftwerke mit Stauseen: Saubere Energie oder Zerstörung der Landschaft?
Energiesparen.
Effizienter Umgang mit Energie.
Sonnenenergie.

Zur Wasserkraft gibt es einen Kriterienkatalog, dem wir mit Ausnahme der Liste Fritz alle zugestimmt haben und der einzuhalten ist.Wichtig: Energiesparen und effizienter Umgang mit Energie sowie Nutzen der Sonnenenergie.

Wie wollt ihr die öffentlichen Verkehrsmittel reformieren, besonders in den Bereichen Jahrestickets für verschiedene Altersgruppen (Jugendticket, Studententicket, generelles Jahresticket, Pendler)?

In den letzten Jahren wurde sehr viel Steuergeld in den ÖPNV investiert, der nächste Schritt ist ein Zusammenführung von VVT und IVB, damit endlich ein Verkehrsverbund Tirol inkl. der Landeshauptstadt zur Verfügung steht und eine Vereinfachung der Tickets auf Tirol-Cards, die allen zur Verfügung stehen. Ebenso dringend notwendig eine elektronische Erfassung der Fahrten, um einen ÖPNV nach Bedarf anzubieten – vom Taxi über Bus bis hin zur Bahn.

Wollt ihr euch ganz auf die Tiroler Politik konzentrieren, oder auch Druck auf die Bundespolitik machen. Und generell: Wie steht ihr zum Föderalismus?

Wir werden uns sehr stark auf die Tiroler Politik konzentrieren, denn da sind sehr große Möglichkeiten nicht ausgeschöpft, wie ich aus langjähriger Erfahrung weiß. Der Föderalismus hat seine Vor- und Nachteile, derzeit sind aber für uns aktuelle Probleme im eigenen Land zu lösen.

Was wäre eure absolute Wunschkoalition? Und welches (prozentuelle) Ziel peilt ihr für die Landtagswahl an?

Über Koalitionen zerbrechen wir uns vor einer Wahl keine Sekunde den Kopf – wir werden die Landtagsperiode auf der Grundlage unserer Standpunkte und Themen so wie bisher gestalten. Beim prozentuellen Ziel sind wir nach unten mit 5 % begrenzt, nach oben bis 99 % frei.

Wie steht ihr zum immerwiederkehrenden Südtirol-Thema? Seid ihr für den Ausbau der Europaregion Tirol? Welche Möglichkeiten bietet die Europaregion?

Diese Frage kann ich so nicht beantworten – was ist das „Südtirol-Thema“, das müsste schon präzisiert werden. Europaregion ist nett, wie am Beispiel Transit klar feststeht, wird sie nicht gelebt. Die Europaregion würde Möglichkeiten bieten, das bräuchte aber ein völliges Umdenken des Großteils der politischen Entscheidungsträger, die real NULL Interesse an einer Zusammenarbeit haben.

Was sind eure politischen Ideen zu folgenden Punkten?
Agrargemeinschaften: wäre schon längst gelöst.
IG-L 100: Einführung des sektoralen LKW-Fahrverbots.
Med-Uni und UIBK gehören zusammengeführt.

Agrargemeinschaften — wäre längst gelöst, wären unsere Anträge und Vorschläge umgesetzt worden. So wird das Problem eben in der nächsten Periode gelöst werden müssen.

IG-L 100 und Transit — dazu gibt es einstimmige Beschlüsse in Nord- und Südtirol für gemeinsame Schutzmaßnahmen, in Nordtirol ist das sektorale Lkw-Fahrverbot unverzüglich wieder einzuführen.

Eventuelle Fusion von Med-Uni & UIBK? — Gehört zusammengeführt.

Wie kann man die perfekte Balance zwischen dem Ausbau des (Winter)tourismus in Tirol und der Bewahrung der Natur finden?

Es braucht keinen Ausbau des Wintertourismus mehr, sondern endlich eine Qualitätsoffensive in den bestehenden Gebieten – der Gast kommt zu uns, um Qualität zu finden, dafür wird er auch bezahlen. Und alle, die auf Bettenburgen und Seilbahnaufrüsten setzen, werden auf Dauer Verlierer sein: „Wer die Natur zerstört, der zerstört die Seele des Landes“. Daher sind unsere Naturjuwele wie Obernbergersee, Kalkkögel, die Wildflüsse Lech und Isel, Söller Wiesen, Nationalpark etc. dauerhaft vor Raubbau zu schützen.

Welchen Fehler habt ihr in der vergangenen Legislaturperiode gemacht, was würdet ihr anders machen?
Team unabhängiger Frauen und Männer.
Handschlagqualität.

Wir waren zu gutgläubig und haben auf Partner gesetzt, deren Handschlagsqualität am 8. Juni 2008 nach der ersten Hochrechnung bereits Vergangenheit war. Deshalb haben wir nun ein Team unabhängiger Frauen und Männer zu unserem Team zusammengeschweißt, wo Handschlagsqualität und Vereinbarungen dauerhaft gelten.

Wo seht ihr Tirol in am Ende der nächsten Legislaturperiode?

Das kann, auf Grund der internationalen Entwicklungen, niemand voraussagen – wir wissen ja nicht einmal, wie lange eine Periode geht.Wir wollen jedenfalls mit daran mitwirken und gestalten, dass wir unseren nächsten Generationen eine Heimat hinterlassen, in der auch sie sich eine wirtschaftliche Existenz aufbauen und eine Familie gründen und erhalten können. Dazu sind von uns die entsprechenden Rahmenbedingungen zu gestalten.

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Digitaler und Politischer Entrepreneur - Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.