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1994 war Eva Lichtenberger in Tirol die erste grüne Landesrätin Österreichs (sie war für das Umweltressort verantwortlich). Lichtenberger ist mittlerweile ein Mitglied des EU-Parlaments.

Bei der Landtagswahl 2004 erreichten die Tiroler Grünen mit 15,59% das bis dato beste Landtagswahl-Ergebnis der Grünen in Österreich. Besonders in Innsbruck waren sie mit rund 27% sehr erfolgreich. Dort sind die Grünen seit 2012 auch in der Stadtregierung vertreten, gemeinsam mit der ÖVP-Abspaltung Für Innsbruck und der SPÖ.

Besonderes Augenmerk legten die Tiroler Grünen stets auf das Thema Verkehr, da der Transitverkehr über den Brenner in ihren Augen Tirol viel zu stark belastet. In der ablaufenden Legislaturperiode waren sie mit 4 MandatarInnen im Landtag in der Opposition vertreten. In der Debatte um die Agrargemeinschaften waren sie federführend im Feldzug gegen die ÖVP.

Landessprecherin Ingrid Felipe
Landesgeschäftsführerin Alexandra Medwedeff
Landes-GF-Stv. Lore Hayek
Landtagsmandate (2008) 4 Mandate
Höchstes Ergebnis 15.6 %/5 Mandate (1999)
Niedrigstes Ergebnis 0.8 %/0 Mandate (1984)

 


 

walmanach-tirol-smallneuwal.com walmanach Tirol 2013
Alle Parteien • Alle Wahlprogramme • Alle Spitzenkandidaten im Interview
FPÖListe FritzFür TirolListe GurgiserDie GrünenKPÖÖVPPIRATSPÖListe Mayr-Team StronachVorwärts Tirol

Die Grünen Wahlprogramm für Tirol 2013
Soziales
Die Tiroler Grünen sehen sich als Lobby für alle sozial Benachteiligten und halten eine bedarfsorientierte Grundsicherung für unumgänglich. Das Angebot soll durch den Ausbau von Service- und Beratungsstellen für Sozialhilfeempfänger ergänzt werden. Verschiedene Sozialeinrichtungen sind wichtige Stützen der Gesellschaft und müssen langfristig abgesichert werden. Das Land Tirol soll sich, wenn es nach den Tiroler Grünen geht, auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass die Sozialunion in den Vordergrund gerückt wird. Feministische Forderungen wie gendergerechte Sprache, Genderbudgeting und finanzielle Absicherung für autonome Fraueneinrichtungen komplettieren das Programm.

Bildung
Kinder müssen früh in ihren Talenten gefördert werden, Sonderschulen sollen abgeschafft werden. Vorschulische Betreuungsangebote werden ausgebaut, die Gesamtschule für 6- bis 14-Jährige eingeführt. Ein Modulsystem soll geschaffen werden, damit Schüler mehr in die Fächerwahl miteinbezogen sind. Die Lehrlingsausbildung muss ausgebaut werden, um den Zugang zu Hochschulbildung nach der Meisterprüfung zu ermöglichen. Freier Hochschulzugang, ohne Studiengebühren, wird ebenfalls gefordert.

Umwelt
Umwelt ist das Kern-Wahlkampfthema der Tiroler Grünen – „damit Tirol grün bleibt“. Akut bedrohe Naturräume, wie der Piz Val Gronda im Paznaun oder die Isel in Osttirol sollen wirksam geschützt werden. Die Tiroler Artenvielfalt muss erhalten werden. Ein weiteres Ziel ist die Erhaltung und Wiederherstellung von natürlichen Flussläufen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung, die es bereits gibt, soll ausgebaut und frei von politischem Druck werden. Generell wollen die Tiroler Grünen den Umweltschutz auf jeden Fall über das Profitdenken stellen. Um die Natur zu schützen, soll vor allem der öffentliche Verkehr ausgebaut werden – jeder Ort in Tirol soll mit Bus oder Bahn erreichbar werden, und das um 365€ pro Jahr. Radwege sollen ebenfalls forciert werden, und auch für an- und abreisende Touristen will man mehr auf die Öffis setzen, um die Umwelt zu entlasten und Staus auf der Autobahn zu verhindern. Dort soll generelles Tempo 100 gelten, und der Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden.

Sicherheit
Die Grünen Tirol wollen das Thema Sicherheit ganzheitlich betrachten, anstatt es nur auf Kriminalitätsbekämpfung zu reduzieren. Im Landes und Bundesbudget soll die Finanzierung zur Abwehr von Naturkatastrophen (Hochwasser, Lawinen, Muren) verankert sein. Das Gewaltmonopol soll bei der Polizei liegen. Auch im Bewusstsein für eine solidarische Gemeinschaft sehen die Grünen einen Weg zur Vorbeugung von Straftaten. Sicherheitspolitische Überlegungen dürfen Menschen und Bürgerrechte nicht verletzen. Generell gilt: Prävention vor Reaktion.

Transparenz
Jagdeinladungen und billige Penthouse-Appartements für Landesräte sollen endlich der Vergangenheit angehöre, meinen die Grünen. Sie wollen die Finanzen aller Parteien und Vorfeldorganisationen offenlegen. Öffentliche Aufträge müssen nachvollziehbar vergeben werden, besonderes Augenmerk soll dabei auf Umweltverträglichkeit gelegt werden. Ein einheitliches Medienförderungsgesetz wird ebenfalls verlangt.

Politik und Demokratie
Alle Menschen, die in Tirol leben, sollen auf allen politischen Ebenen mitbestimmen dürfen. Das aktive und passive Wahlrechts soll von der Staatsbürgerschaft losgelöst werden. Die Tiroler Grünen wollen die Hürden für direktdemokratische Mittel senken und Petitionen aufwerten. Minderheitenrechte sollen ebenfalls gestärkt werden.

Ingrid Felipe - Foto: Die Tiroler Grünen (http://tirol.gruene.at/service/presse)
Bildquelle: Foto: Die Tiroler Grünen

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Ingrid Felipe und den Grünen Tirols Fragen stellen
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neuwal.com: Was sind die gravierendsten Herausforderungen im Bundesland Tirol?

Ingrid Felipe – Die Tiroler Grünen: Wir leben in einem schönen Land. Damit das auch so bleibt, braucht es ein Umdenken im Umgang mit der Natur und unserem Ökosystem. Um kommenden Generationen die fruchtbaren Böden, das saubere Wasser, die gute Luft und die schönen Naturräume bewahren zu können, damit unsere Kinder und Kindeskinder von und in unserem Land leben können,muss eine nachhaltige, umsichtige Politik betrieben werden. Dieses Umdenken, von Wirtschafts- bis Sozialpolitik sehen wir als größte Herausforderung, der wir uns gerne stellen: damit Tirol Grün bleibt!

Welche Ideen habt ihr für den Naturschutz in Tirol und wie seht ihr Wasserkraft bzw. Wasserkraftwerke mit Stauseen: Saubere Energie oder Zerstörung der Landschaft?
Schutz unserer Lebensumwelt.
Sicherung von Ökosystemen.

Der Schutz unserer Lebensumwelt und die Sicherung von Ökosystemen sind seit Anbeginn der Grünen Bewegung unsere Kernthemen. In nahezu allen politischen Bereichen werden Entscheidungen mit Auswirkungen auf Natur und Umwelt getroffen und daher muss bei jeder dieser Entscheidungen auch die Verhältnismäßigkeit und Nachhaltigkeit mitgedacht werden. Gerade im Bereich der Wasserkraft zeigt sich unser Ansatz deutlich: In erster Linie müssen bestehende Anlagen optimiert werden, erst dann kann über Neubauten nachgedacht werden. Diese sind dann diskussionsfähig, wenn es dadurch zu keinen Beeinträchtigungen von Schutzgebieten, ökologisch hochwertigen Fließstrecken und Gewässerbereichen mit gutem Renaturierungspotential im Sinne des Hochwasserschutzes kommt.

Wie wollt ihr die öffentlichen Verkehrsmittel reformieren, besonders in den Bereichen Jahrestickets für verschiedene Altersgruppen (Jugendticket, Studententicket, generelles Jahresticket, Pendler)?

Unser Ziel ist, dass die Tirolerinnen und Tiroler bequem, umweltfreundlich und preiswert mobil sind. Ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz ohne Lücken, mit einer attraktiven Vertaktung und modernen Standards motiviert viele Menschen auf die Öffis umzusteigen. Aus finanzieller Sicht sollte das Jugendticket (96 Euro) auch auf StudentInnen ausgeweitet werden. Das Jahresticket für SeniorInnen (240 Euro/120 Euro) ist sehr zu begrüßen. Leider sind Pendler noch immer benachteiligt und zahlen unverhältnismäßig viel.Wir fordern: maximal 365 Euro pro Jahr für ganz Tirol.

Wollt ihr euch ganz auf die Tiroler Politik konzentrieren, oder auch Druck auf die Bundespolitik machen. Und generell: Wie steht ihr zum Föderalismus?

Durch das österreichische föderale System werden unterschiedliche Aufgaben auf verschiedene Kompetenzebenen verteilt. Nur durch ein aktives Miteinander anstelle eines starren Abgrenzung kann zu einer Gleichheit der Lebensverhältnisse führen. Jeder Mensch soll die gleichen Chancen zur persönlichen Verwirklichung bekommen und dafür braucht es eine intensive Zusammenarbeit kommunaler, regionaler, Landes-, Bundes und EU-Ebene. Gerade der Prozess der Europäischen Integration bietet viele Möglichkeiten der Aufwertung von Gemeinden und Regionen. Grenzüberschreitende Kooperationen stärken einzelne Gemeinden und helfen Nationalismen und Grenzen in den Köpfen zu überwinden. Gleichzeitig erhöhen sich die autonomen Spielräume kommunaler Strukturen und erleichtern die Durchsetzung regionaler Kompetenzen durch demokratisch legitimierte Vertreter.

Was wäre eure absolute Wunschkoalition? Und welches (prozentuelle) Ziel peilt ihr für die Landtagswahl an?

Unsere Wunschkoalition hat alle unsere grünen Inhalte und Ideen als Grundpfeiler der Zusammenarbeit deklariert und gemeinsam können wir unser Land nachhaltig und rücksichtsvoll regieren und erneuern. Dazu zählen eine 180°-Wende in der Umweltpolitik, ein Stopp dem Ausverkauf unserer Natur, Gesundes Essen für alle, Transparenz statt Politik der Seilschaften, Gelder für den Straßenbau in die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs und Maßnahmen zur Verringerung des Transits.

Unser Ziel ist so viele TirolerInnen wie noch nie zu überzeugen Grün zu wählen – wir wollen 50.000 und DEINE Stimme!

Wie steht ihr zum immer wiederkehrenden Südtirol-Thema? Seid ihr für den Ausbau der Europaregion Tirol? Welche Möglichkeiten bietet die Europaregion?

Wir sehen in der historischen Entwicklung Tirols sehr wohl Chancen für eine Überwindung des Nationalismus und letztlich der Nationalstaaten. Auf dem Wege zu einem einheitlichen europäischen Bundesstaat kann die Europaregion Tirol/Südtirol/Trentino zu einem Vorbild werden.Menschen unterschiedlicher Sprache und unterschiedlicher Kultur können gemeinsam und einvernehmlich leben und auch mit den notwendigen politischen Kompetenzen ausgestattet sein.

Wir werden immer Dreier-Landtage und keine Zweier-Landtage fordern und weiter den sprachenübergreifenden Ansatz verfolgen.
Was sind eure politischen Ideen zu folgenden Punkten?

Agrargemeinschaften — Der Landtag hätte im März die Möglichkeit gehabt, das Agrar-Unrecht ein für allemal zu lösen. Dies hat die ÖVP gegen die Mehrheit des Landtages auf undemokratische Weise verhindert. Klar ist: das Gemeindegut muss wieder in die Hände der Gemeinden kommen. Diese Rückübertragung werden wir im neuen Landtag mit den neuen Mehrheiten beschließen.

IG-L 100 und Transit — Um in Tirol wieder den Bach anstelle des Verkehrs rauschen zu lassen, braucht es dringend Maßnahmen: Generelles Tempo 100 auf der Autobahn,Wiedereinführung des Müll- und Schrottfahrverbotes, Verbot von alten Stinker-LKWs und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Der Transit wird durch Maßnahmen wie den Ausbau der Fernpassstrecke nicht weniger, sondern im Gegenteil verstärkt und gefährdet dadurch noch mehr unsere Gesundheit, vor allem die unsere Kinder.

Eventuelle Fusion von Med-Uni & UIBK? — Der derzeitige Verwaltungsaufwand für UIBK und Med-UNI, sowie den Betrieb der Pädagogischen Hochschule kostet sehr viel Geld. Auf lange Sicht ist eine Fusion zu einer Volluniversität mit möglichst breitem Studienangebot sowohl aus budgetärer Sicht, als auch zur Steigerung des Bildungsstandortes Tirol wichtig.

Wie kann man die perfekte Balance zwischen dem Ausbau des (Winter)tourismus in Tirol und der Bewahrung der Natur finden?
Die natürliche Schönheit Tirols ist das größte touristische Potential.

Daher gilt es dieses zu schützen und für unsere Gäste sowie nachfolgende Generationen zu schützen. Der Ausverkauf unserer Natur zugunsten einzelner Profitgeier und nimmersatter Liftkaiser muss endlich beendet werden. Alternative Wege des Tourismus stärken den Tourismusstandort Tirol, nicht neue Pistenkilometer. Unsere Gäste wollen unberührte Natur hautnah erleben und diese können wir ihnen mithilfe von sanften Tourismusstrategien bieten. Dafür braucht es allerdings ein Umdenken bei den Touristikern,Wirtschaftstreibenden und nicht
zuletzt in der Politik.

Welchen Fehler habt ihr in der vergangenen Legislaturperiode gemacht, was würdet ihr anders machen?

Fehler haben wir viele gemacht und wir würden sie sicher alle wieder machen… das wichtigste für uns ist, dass wir aus Fehlern lernen können. Deshalb werden wir mit diesem Wissen gestärkt in die neue Periode gehen können.

Wo seht ihr Tirol in am Ende der nächsten Legislaturperiode?

2018 wird Tirol eine Bioregion sein, die mit hohen Standards im Umwelt- und Naturschutz ein weltweites Vorzeigemodell sein wird!

Links und weitere Informationen
» Die Grünen Tirol
» Parteiprogramm Land
» Parteiprogramm Bund
» Wahlprogarmm Tirol
» Spitzenkandidatin Ingrid Felipe
» Facebook
» YouTube
» Wikipedia

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Der Weg zur politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 8 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation und Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.