Einen fulminanten Start hatte die Liste Fritz mit Fritz Dinkhauser bei den vorangegangenen Tiroler Landtagswahlen: Gleich 18.35 % beim ersten Antritt versprachen 7 Mandate. Die Liste Fritz mit Fritz Dinkhauser trat für ein „Gerechtes Tirol“ ein. Bei den Nationalratswahlen 2008 erreichte die Liste Fritz, die bundesweit angetreten ist, lediglich 1.8 % und verfehlte somit den Einzug in den Nationalrat.

Dinkhauser war 17 Jahre Präsident der Arbeiterkammer Tirol und kann mehr als 40 Jahre politische Erfahrung aufweisen. Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Dinkhauser für die Wahlen 2013 zurück.

Die Themen der Liste Fritz waren schon 2008 eine „gerechte Verteilung“ und das „Beenden von Seilschaften“. Für Dinkhauser ist eine „Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt – und nicht die Mächtigen – wichtig“.

Die politischen Ideen der Liste Fritz reichen von politischer, wirtschaftlicher bis zur sozialen Erneuerung, leistbares Wohnen, eine soziale Absicherung und die Förderung von Kultur und Tradition.

Nach dem Tod von Klubobmann Bernhard Ernst im Jahr 2012 galt es, die Liste Fritz neu zu organisieren: Neue Klubobfrau wurde Andrea Haselwanter-Schneider. Stephan Zangerl wechselt vom Bundesrat in den Landtag.

Das Ziel von Fritz Dinkhauser und seinem Team ist gleich geblieben: Die Bürgerinnen und Bürger verdienen ein gerechtes, soziales und modernes Tirol.

SpitzenkandidatInnen Andrea Haselwanter-Schneider,
Andreas Brugger,
Isabella Katharina Gruber,
Peter Rauchegger,
Helmuth Werth,
Susanne Wunderer
Stimmenanteil (2008) 18.35 % (+18.35 %)
Landtagsmandate (2008) 7 Mandate
Höchstes Ergebnis 18.35 %/7 Mandate (1999)
Niedrigstes Ergebnis

 

 

walmanach-tirol-smallneuwal.com walmanach Tirol 2013
Alle Parteien • Alle Wahlprogramme • Alle Spitzenkandidaten im Interview
FPÖListe FritzFür TirolListe GurgiserDie GrünenKPÖÖVPPIRATSPÖListe Mayr-Team StronachVorwärts Tirol

Liste Fritz Wahlprogramm für Tirol 2013

Wohnen
Mieten im Sozialen Wohnbau um bis zu 30 % günstiger machen.
Bodenpolitik, Baupolitik und Bankenpolitik ändern.

Agrarpolitik
Rasche Rückübertragung des Gemeindeeigentums an die Gemeinden.
Milliarden-Vermögen und 2 Milliarden Quadratmeter Grund zurückgeben.

Bildung
Kein Tiroler ohne Schul- und Berufsabschluss.
Nachhilfe kostenlos.

Nahverkehr
60 Euro-Ganzjahresticket für Lehrlinge, Schüler, Studenten.
1-Euro-pro-Tag-Öffi-Ticket für Großraum Innsbruck.

Kontrolle
Totale Transparenz bei öffentlichen Geldern.
Konsequenzen nach Skandalen, wie bei Hypo Landesbank, Lebenshilfe, Switak-Wohnungsaffäre

Bürgerbeteiligung
Bürger stärker einbinden. Ergebnisse von Volksbefragungen verbindlich umsetzen.

Demographischer Wandel
Daheim statt im Heim, pflegende Angehörige entlasten: Mehr Einrichtungen für Betreutes Wohnen, Kurzzeitpflege und Tagesbetreuung einrichten. Pflegepersonal besser entlohnen, den unsozialen und ungerechte Minutenschlüssel abschaffen.

Familie
Dieselben 15-20% günstigeren Strom- und Gaspreise für kinderreiche Familien und Alleinerzieher wie sie Großkunden aus Industrie und Wirtschaft bekommen. Freier Eintritt für Kinder, Jugendliche, Lehrlinge und Studenten in allen öffentlichen Sport- und Freizeiteinrichtungen

Kinderbetreuung
Kinderkrippe und Kindergarten – ganztägig und ganzjährig umsetzen.
Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungsplatz zusichern.

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Bildquelle: Liste Fritz

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Andrea Haselwanter-Schneider und der Liste Fritz auf meinparlament.at Fragen stellen
» Andrea Haselwanter-Schneider
» andere Tiroler Politiker_Innen

neuwal.com: Was sind die gravierendsten Herausforderungen im Bundesland Tirol?

Andrea Haselwanter-Schneider: Wohnen günstiger zu machen. Das Agrarunrecht zu lösen. Und dafür zu sorgen, dass alle jungen Tiroler zu einem Schul- und Berufsabschluss kommen.

Welche Ideen habt ihr für den Naturschutz in Tirol und wie sehr ihr Wasserkraft bzw. Wasserkraftwerke mit Stauseen: Saubere Energie oder Zerstörung der Landschaft?

Beim Naturschutz in Tirol geht es um das Spannungsverhältnis zwischen nützen und schützen. Bis dato hat dabei die Natur zumeist den Kürzeren gezogen. Wir haben uns in den letzten fünf Jahren sehr für eine Effizienzsteigerung bei den knapp 900 Kleinwasserkraftwerken eingesetzt, weil dort – ohne Natur zu zerstören – allein durch den Einbau leistungsfähigerer Turbinen mehr Energie erzeugt werden kann. Große Wasserkraftwerke sehen wir sehr skeptisch, weil gerade der Schwall ein großes problem darstellt. Bei Pumpspeicherkraftwerken kommt es sehr darauf an, wie der Strom erzeugt wird, der zum Hinaufpumpen des Wassers verwendet wird. Wenn er aus schmutzigen Kohle- oder Atomkraftwerken kommt, sind auch Pumpspeicherkraftwerke nicht sauber. Es kommt also sehr auf das einzelne Projekt an.

Wie wollt ihr die öffentlichen Verkehrsmittel reformieren, besonders in den BereichenJahrestickets für verschiedene Altersgruppen (Jugendticket, Studententicket, generelles Jahresticket, Pendler)?
60 Euro Ganzjahres-Jugendticket.
1 Euro/Tag Öffi-Ticket.
Soziale Staffelung beim Seniorenticket.

Unser Öffi-Paket sieht folgende Ansätze vor:

  • 60 Euro Ganzjahres-Jugendticket für Lehrlinge, Schüler und Studenten bis 24 Jahre.
  • Ein 1 Euro pro Tag Öffi-Jahresticket für den Großraum Innsbruck, also 365 Euro wie in Vorarlberg und Wien bereits umgesetzt.
  • Eine soziale Staffelung beim Seniorenticket: nicht jeder Rentner ist gleich bedürftig. Ein Mindestpensionist soll nicht gleich viel bezahlen müssen wie ein Rentner, der ein Vielfaches an Pension bekommt. Das so frei werdende Geld würden wir in einen Fonds für soziale Härtefälle stecken und damit etwa Frühpensionisten ein günstiges Seniorenticket bezahlen.
  • Schließlich wollen wir die Pendlerförderung generell neu gestalten, sodass ab dem ersten gefahrenen Kilometer das Öffi-Fahren günstiger wird.
Wollt ihr euch ganz auf die Tiroler Politik konzentrieren, oder auch Druck auf die Bundespolitik machen. Und generell: Wie steht ihr zum Föderalismus?

Wir machen immer wieder mit unseren Landtagsinitiativen Druck auch auf die Bundespolitik. Föderalismus ist heute leider schon ein Schimpfwort, aber richtig eingesetzt, kann er Österreich viel Geld sparen. Denn alles, was ich vor Ort selber regeln kann, sollte auch vor Ort geregelt werden. Ansonsten gedeiht der Zentralismus.

Was wäre eure absolute Wunschkoalition? Und welches (prozentuelle) Ziel peilt ihr für die Landtagswahl an?
Unser Ziel, um Tirol zum Positiven zu verändern.
Heißt: Regierung ohne ÖVP.

In Tirol regiert die ÖVP seit bald 70 Jahren ununterbrochen. Jetzt ist es Zeit für einen Wechsel. Unser Ziel ist es so stark zu werden, dass wir Tirol von der schwarzen Allmacht befreien können.

Wie steht ihr zum immer wiederkehrenden Südtirol-Thema? Seid ihr für den Ausbau der Europaregion Tirol? Welche Möglichkeiten bietet die Europaregion?

Die Europaregion Tirol steht de facto nur am Papier, sie existiert im wirklichen Leben nicht. Nicht einmal die Beschlüsse des Dreier-Landtages (Tirol, Südtirol, Trentino) werden umgesetzt. Eine Europaregion Tirol braucht ein gemeinsames, identitätsstiftendes Projekt, sonst wird sie auch in Zukunft nicht funktionieren.

Was sind eure politischen Ideen zu folgenden Punkten?

Agrargemeinschaften — Riesenunrecht, dass wir sofort lösen werden. Es geht um ein Milliarden-Vermögen und um 2 Milliarden Quadratmeter Grund und Boden – beides wurde den Gemeinden – unter Mithilfe der ÖVP – genommen und ist zurückzugeben.

IG-L 100 und Transit — Wir sagen ja zu Tempo 100, wenn Österreich und Tirol damit ausverhandeln, dass das sektorale LKW-Fahrverbot für bestimmte Güter auf der Tiroler Autobahn eingeführt werden kann. Der milliardenteure Brenner Basistunnel löst das Transitproblem nicht, weil kein LKW gezwungen wird, die Schiene statt der Straße zu benützen.

Eventuelle Fusion von Med-Uni & UIBK? — Klares ja. Hier liegt massig Einsparungspotential im Verwaltungsbereich, das der Universität, den Patienten und Mitarbeitern, zu Gute kommen soll.

Wie kann man die perfekte Balance zwischen dem Ausbau des (Winter)tourismus in Tirol und der Bewahrung der Natur finden?
Weniger Profitgier.
Verständnis, dass Tirol von seiner schönen Natur lebt.

Die perfekte Balance wird´s nie geben. Es geht um weniger Profitgier und um das Verständnis, dass Tirol von seiner schönen Natur lebt. Auf der anderen Seite ist nicht jeder Lift gleich das Aus für die Tiroler Natur. Die Menschen in den Regionen müssen leben und wirtschaften können.

Welchen Fehler habt ihr in der vergangenen Legislaturperiode gemacht, was würdet ihr anders machen?

Puh, schwer zu sagen. Vielleicht noch mehr Gespräche mit den anderen Gruppen führen, um sie von unseren guten Ideen zu überzeugen…

Wo seht ihr Tirol in am Ende der nächsten Legislaturperiode?

Kommt auf die Wähler am 28. April an. Wenn sie jetzt einer jungen, engagierten und völlig unabhängigen Bürgerbewegung die Stimme geben und wir eine Regierung ohne ÖVP durchsetzen und umsetzen können, dann kann Tirol aufblühen und aus dem schwarzen Tirol ein buntes Tirol werden.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.