Wie schon 2008 führt Gerald Hauser die FPÖ in den Tiroler Landtagswahlkampf. Hauser wurde österreichweit als Scharfmacher bei den Streitigkeiten um die Eyüp-Sultan-Moschee in Telfs bekannt. 2008 wechselte er aus dem Nationalrat nach Tirol und ist seit 2010 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde St. Jakob in Defereggen.

Ihren Wahlkampf eröffnete die FPÖ mit dem Slogan „Schluss mit falschen Tönen“ und einer Reihe von Plakaten im klassischen FPÖ-Stil, auf denen die Themen Sicherheit und Gerechtigkeit betont werden. Das unter anderem mit dem von Werner Faymann verwendete Slogan „Zeit für Gerechtigkeit“.

In der zweiten Kampagne rückt neben Spitzankandidat Hauser Rudolf Federspiel in den Fokus. Federspiel wurde 1998 wegen Kritik am damaligen Bundesobmann Jörg Haider aus der FPÖ ausgeschlossen, trat inzwischen mehrmals mit einer eigenen Liste zu Wahlen an und gehörte auch für die ÖVP dem Tiroler Landtag bis 2008 an, ehe er 2012 zur FPÖ zurückkehrte. Er zieht mit Slogans wie „Federspiel statt Drogendeal“ in den Wahlkampf.

Landesobmann Tirol Gerald Hauser
Landesgeschäftsführer Dieter Schilcher
Stimmenanteil (2009) 12.41 % (+4.44 %)
Landtagsmandate (2009) 3 Mandate
Höchstes Ergebnis 19.65 %/7 Mandate (1999)
Niedrigstes Ergebnis 5.71 %/1 Mandat (1970)

walmanach-tirol-smallneuwal.com walmanach Tirol 2013
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Das FPÖ Wahlprogramm für Tirol 2013
Ein Nein zu Postenschacher und Freunderlwirtschaft fordert die FPÖ und kritisiert dass andere Parteien ihre Freunde und Ex-Kollegen versorgen würden, während FPÖ-Spitzenkandidat Gerald Hauser als Bürgermeister ehrenamtlich arbeite, da er sein Gehalt (10.000 Euro jährlich) für soziale Zwecke an die Gemeinde zurückgibt. Auch um Geld, und zwar das der „kleinen Sparer“ geht es der FPÖ im Wahlkampf gegen die EU, die mit Zustimmung von ÖVP und SPÖ die Sparer abzocken würde.

Unter diesem Punkt tauchen dann die Hinweise auf, dass die Zeit reif sei für die FPÖ
und dass eine Stimme „für den Kanadier Frank Stronach“ verloren sei. Wie das mit dem ersten Teil dieses Punkts im Wahlprogramm zusammenhängt, wird nicht erklärt.

Mit der EU ist die FPÖ noch nicht fertig, sei „Brüssel“ doch neben SPÖ und ÖVP mitschuld an der „unerträglichen Transitbelastung“. Die FPÖ fordert die Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbotes auf der A12 und sagt Ja zum „LuftHunderter“, lehnt Tempo 100 generell aber ab. Zusätzlich fordern sie den 24-Stunden-Betrieb der Kontrollstelle Radfeld, „damit nicht hunderttausende LKW völlig unkontrolliert quer durch Tirol fahren, darunter unzählige schrottreife, gefährliche Ost-LKW“. Außerdem will die EU an Österreichs Wasser bzw. dieses privatisieren. Die FPÖ fordert den Schutz des „weißen Goldes“.

Ein Ende des Streits um die Agrargemeinschaften durch Beseitigung des „historischen Unrechts“ sei mit der ÖVP, die nur „reine Klientelpolitik“ betreibe, nicht möglich. Die FPÖ fordert dass jenes Gemeindegut, das widerrechtlich von Gemeinden an Agrargemeinschaften übertragen worden ist, den Gemeinden bzw. den Gemeindebürgern zurückzugeben wird.

Was in keinem FPÖ-Wahlprogramm fehlen darf ist die Forderung nach mehr Polizei gegen ein bestimmtes Bedrohungsszenario. In Tirol ist es neben dem „FPÖ-Klassiker“ „Kriminelle Asylwerber“ eine Bedrohung durch „Drogendealer und Schlägerbanden“ die die FPÖ ausmacht, und die von „Schwarz, Rot und Grün“ ständig verharmlost würde.

Laut FPÖ zahlen die Tiroler die höchsten Mieten und haben die geringsten Einkommen. Im Bezug worauf bzw. im Vergleich womit steht aber nicht dabei.
edenfalls sei dies das Ergebnis „des jahrzehntelangen Versagens der SPÖ im Wohnungsbereich“. Um dies zu ändern muss „Wohnraum für die einheimische Tiroler Bevölkerung geschaffen werden“, und zwar indem man die „Benachteiligung von Inländern bei der Wohnungsvergabe“ beende und für gemeinnützige Wohnung einen Nachweis von Deutschkenntnissen verlange.

Die finanzielle Belastung für die breite Masse der Bevölkerung und vor allem für die Familien soll durch „eine ehrliche Wertanpassung der Familienbeihilfe“, eine Erhöhung des Heizkostenzuschusses, die Einführung von Jugendstartwohnungen und Strompreissenkungen finanziert aus den „Millionengewinnen“ der TIWAG verringert werden. Außerdem seien die Löhne in Tirol die niedrigsten in ganz Österreich. Das soll sich durch eine Senkung der Lohnnebenkosten und einen Bruttomindestlohn von 1.300 Euro. ändern. Wie man diese Bundesangelegenheit nur für Tiroler umsetzen will, wird nicht erklärt. Außerdem fordert die FPÖ für sozial Schwächere einen Teuerungsausgleich und natürlich dass Sozialmissbrauch konsequent bekämpft und Sozialleistungen nur für Österreicher erbracht werden.

Foto: Gerald Hauser (http://www.gerald-hauser.at/impressionen/)
Bildquelle: geraldhauser.at)

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neuwal.com: Was sind die gravierendsten Herausforderungen im Bundesland Tirol?

Gerald Hauser (FPÖ Tirol): Weil wir den Stillstand im Land, der durch die ÖVP und SPÖ Regierung verursacht wurde, beenden wollen und wir die Reformkraft sind und für Gerechtigkeit stehen. Als Landesparteiobmann habe ich mich immer für eine saubere und ehrliche Politik und gegen Korruption und Freunderlwirtschaft eingesetzt und arbeite als einziger Bürgermeister Tirols ehrenamtlich. Unser Einsatz gilt der breiten Masse der Bevölkerung.

Mensch im Mittelpunkt.
Leistbares Wohnen.
Ein Autoabstellplatz pro Wohnung genügt.

Die Menschen müssen im Mittelpunkt stehen und sich das Wohnen leisten können. Ein Kostenfaktor sind Grund und Boden. Daher müssen die Gemeinden für den sozialen Wohnbau uneingeschränkt landwirtschaftliche Gründe kaufen können und, ohne einen Gewinn zu erzielen, für den für den sozialen Wohnbau weitergeben. Und wenn ehemalige Gemeindegründe den Gemeinden und damit allen Gemeindebürgern zurückgegeben werden, haben Gemeinden Grund für sozialen Wohnbau, Kindergärten, Altenheime, Schulen und dergleichen. Im sozialen Wohnbau so bauen, dass Wohnungen leistbar sind, der Mensch steht im Mittelpunkt und nicht der Kostenfaktor Auto!

Ein Autoabstellplatz pro Wohnung genügt. Es müssen Jugendstartwohnungen errichtet werden, damit junge Menschen ihren ersten eigenen Haushalt gründen können, ohne sich dabei massiv zu verschulden. In den ersten Jahren darf die Miete samt Betriebskosten im ländlichen Raum für eine 40-Quadratmeter-Wohnung nicht mehr als 200 Euro betragen. Damit Zeit zum Ansparen für eine Wohnung vorhanden ist, was verpflichtend vorzusehen ist, und um der Abwanderung aus dem ländlichen Raum entgegenzuwirken. Die Wohnbauförderung ist zu erhöhen, deren Zweckwidmung wieder einzuführen.Tirol ist bei den Einkommensstatistiken oft Schlusslicht. Daher ist ein Einkommens- und Sozial-Landesrat zu installieren, der dafür sorgt, dass die Leute mehr Geld auf die Hand bekommen und dass die Einkommen zum Auskommen haben.

Welche Ideen habt ihr für den Naturschutz in Tirol und wie sehr ihr Wasserkraft bzw. Wasserkraftwerke mit Stauseen: Saubere Energie oder Zerstörung der Landschaft?

Wir setzen uns vor allem für den Ausbau der Wasserkraft zu Gunsten aller Tiroler ein. Die Wasserkraft ist die sauberste Energie und ist mit Bedacht auf die Umwelt auszubauen. Unser Tiroler Wasser muss vor dem EU-Zugriff geschützt werden und muss uneingeschränkt der Tiroler Bevölkerung zugute kommen. Daneben Unterstützung von energiesparenden Maßnahmen und Forcierung erneuerbarer Energieträger.

Wie wollt ihr die öffentlichen Verkehrsmittel reformieren, besonders in den Bereichen Jahrestickets für verschiedene Altersgruppen (Jugendticket, Studententicket, generelles Jahresticket, Pendler)?
Gratisnutzung der öffentlichen Verkehrsmittel den Ferien für Schüler und Jugendliche.

Durch eine bessere Zusammenarbeit der Verkehrsanbieter (VVT, ÖBB, IVB, …) ist das Ziel erreichbar, dass es ein Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel mit einem wirklich attraktiven Tarif und ein Jugend- und Seniorenticket um 60 Euro im Jahr (so wie im Osten Österreichs) gibt. In den Ferien müssen Schüler und Jugendliche öffentliche Verkehrsmittel gratis benutzen können, da diese sowieso fahren.

Wollt ihr euch ganz auf die Tiroler Politik konzentrieren, oder auch Druck auf die Bundespolitik machen. Und generell: Wie steht ihr zum Föderalismus?

Dir Tiroler FPÖ ist eine selbstbewusste ehrliche uns saubere Partei. Wir wehren uns gegen unnötige Zurufe aus Wien genauso wie aus Brüssel. Der Föderalismus ist ein Eckpfeiler der Verfassung, dennoch sollten gewisse Kompetenzen neu geregelt werden. Wir stehen für ein bundesweites Jugendschutzgesetz, zugleich fordern wir auch eine gewisse Steuerhoheit der Bundesländer.

Was wäre eure absolute Wunschkoalition? Und welches (prozentuelle) Ziel peilt ihr für die Landtagswahl an?

Wir wollen den Stillstand im Land beenden und sehen uns als „die“ bürgerliche Reformkraft. Wir grenzen niemanden aus und wollen Mehrheiten für unsere Sachfragen finden. Ich stehe für eine saubere und ehrliche Politik, gehe gegen Korruption und Freunderlwirtschaft vor und setze mich für die breite Masse der Bevölkerung ein. Ich bin der einzige Bürgermeister im Land, der ehrenamtlich arbeitet.

Wie steht ihr zum immerwiederkehrenden Südtirol-Thema? Seid ihr für den Ausbau der Europaregion Tirol? Welche Möglichkeiten bietet die Europaregion?
Südtirol ist unser Herzensanliegen.

Wir fordern die Doppelstaatsbürgerschaft und unterstützen unsere Südtiroler Freunde bei ihren Bemühungen um einen Südtiroler Freistaat.

Was sind eure politischen Ideen zu folgenden Punkten? 

Agrargemeinschaften — Höchstgerichtliche Entscheidungen müssen umgesetzt werden. Schwarz und Rot haben dies jahrelang blockiert. Gemeindegründe, die den Gemeinden widerrechtlich genommen worden sind, müssen allen Gemeindebürgern zurückgegeben werden. Nur so kann der „Dorffriede“ einkehren. Weide- und Holzbezugsrechte verbleiben bei den Agrargemeinschaften.

IG-L 100 und Transit — Brüssel darf nicht länger über uns „drüberfahren“, daher müssen Massengüter wie Schrott und Müll nicht auf der Straße, sondern auf der Schiene befördert werden. Das ist in der EU durchzusetzen, da die Gesundheit unserer Bevölkerung wichtiger ist als die EU-Verkehrsfreiheit. Den generellen Lufthunderter lehne ich als weiteren „Kniefall vor Brüssel“ ab. Wir befürworten auch den Bau des BBT.

Eventuelle Fusion von Med-Uni & UIBK? — Ja es braucht einen raschen Zusammenschluss. Die Gründe sind Kostenersparnis und, dass eine bessere interdisziplinäre Forschung ermöglicht wird. Ebenso sollte mit der UMIT undder FH Gesundheit intensiver kooperiert werden. 

Wie kann man die perfekte Balance zwischen dem Ausbau des (Winter)tourismus in Tirol und der Bewahrung der Natur finden?

Nein zu Neuerschließungen, Ja zum umweltverträglichen Zusammenschluss von bestehenden Skigebieten. Auch der Bundesrechnungshof bestätigte, dass in höher gelegene Skigebiete investiert werden soll, wegen den Folgen des Klimawandels. Tirol ist das Wintersportland in den Alpen.

Welchen Fehler habt ihr in der vergangenen Legislaturperiode gemacht, was würdet ihr anders machen?

Wir haben zu lange darauf vertraut, dass die Regierungsparteien bei der Agrarfrage einlenken, dies war nicht der Fall.

Wo seht ihr Tirol in am Ende der nächsten Legislaturperiode?

Als ein gerechteres, sozialeres und sicheres Land, als es derzeit ist.

Links und weitere Informationen
» Parteiwebsite FPÖ Tirol
» Parteiprogramm FPÖ
» Spitzenkandidat Gerald Hauser
» Facebook
» FPÖ auf Wikipedia

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