In einem Interview im Rahmen der Walmanach-Reihe spricht sich der Salzburger FP-Chef Karl Schnell für die Abschaffung des Bankgeheimnisses aus. Ganz im Gegensatz zur Linie der Bundes-FP.

StracheSchnell
Ausschnitt aus einem gemeinsamen Wahlplakat

Das morgen (hier auf neuwal) erscheinende Interview basiert auf einem standardisierten Fragebogen, welcher mit allen SpitzenkandidatInnen der wahlwerbenden Parteien in Salzburg geführt wurde. Auf die Frage, in welcher Form Transparenz und Open Data ein Thema sei, sagte er:

„Das ist für mich ein absolutes Muss. Denn ich verstehe nicht, warum in vielen Bereichen – sei es jetzt auch das Bankgeheimnis und auch andere Dinge – wenn ich nichts zu verstecken, nichts zu verbergen habe, können diese Dinge ohne Weiteres offen dargelegt werden. Über mich kann jeder alles wissen.“

Damit widerspricht er dem Bundesparteichef Heinz-Christian Strache, der in den letzten Wochen stets auf Einigkeit in seiner Partei pochte. So wird er z.B. in der Wiener Zeitung am 8. April zitiert:

FP-Chef Heinz Christian Strache sieht die Abschaffung des Bankgeheimnisses als „Anschlag auf die Souveränität Österreichs“, mit den Freiheitlichen werde es „garantiert keine Abschaffung des Bankgeheimnisses für die Österreicher“ geben.

Sechs Tage später, spricht er sich sogar für eine Volksabstimmung zum Bankgeheimnis (und eine weitere für die Wiedereinführung des Schillings) aus.

Strache ist Karl Schnell erst kürzlich zur Seite gestanden, als dieser mit seinem „Umvolkung“-Sager (in einem Interview mit Die Presse) die Wogen hochgehen ließ. Er meinte, man könne zwar über den Begriff streiten, im Grunde habe Schnell aber Recht. Ob er das beim Thema Bankgeheimnis auch so sieht?