Transkript zum Interview von Corinna Milborn und Thomas Mohr mit Frank Stronach in „Guten Abend Österreich“ auf Puls4 am 9. April 2013.

TranskriptStronachPuls4

Dienstag, 9. April 2013, 18.45 Uhr
Guten Abend Österreich, Puls4
Quelle: http://www.puls4.com/video/guten-abend-oesterreich/

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Abb. 1: Tagcould des Interviews mit 50 Wörtern

Thomas Mohr: Und wir begrüßen bei uns im Studio Frank Stronach – Herzlich Willkommen, guten Abend!Frank Stronach, Corinna Milborn: Guten Abend!

Thomas Mohr: Herr Stronach, Sie schreiben in ihrem Programm, die Bürger müssen Daten und Fakten unverfälscht zur Meinungsbildung erhalten. Beginnen wir doch gleich mal bei Ihren Daten – die Einkommen oder Einkünfte haben Sie uns schon lange verraten wollen … haben Sie sie heute mit?

Frank Stronach: Ich habe das schon hundert Mal gesagt, nicht, ich bin ein großer Fisch, auf der ganzen Welt … jeder will von mir ein Geld haben oder Steuern … und … und …

Thomas Mohr: Wir wollen es gar nicht haben, wir wollen nur wissen, wie vieles es ist.

Frank Stronach: Nein, nein, nein. Ich habe das schon oft gesagt … ich weiß nicht ob ich … heute auch schon wieder gesagt, nicht. Ich habe Finanzexperten, Rechtsexperten und wie ich wieder nach Österreich gekommen bin, wurde etwas verhandelt. Und meine, meine Einnahmen waren ungefähr 2 Millionen im Jahr hier in Österreich für die letzten Jahre so ungefähr. Und die Hälfte ist ungefähr Steuern, nicht, eine Million oder was. Das war-

Corinna Milborn: Herr Stronach, Sie haben uns ja versprochen, dass sie die Unterlagen uns mitbringen. Bekommen wir die …

Frank Stronach: Noch einmal …

Corinna Milborn: … über ihre Einkommen?

Frank Stronach: Noch einmal: Diese Daten sind … ich hab kein Problem, dass ich das was ich hier Steuern zahle in Österreich. Ich glaube, dass ist sowieso öffentlich, das kann das Finanzamt auch öffnen.

Corinna Milborn: Das Finanzamt schon, aber uns würde es interessieren.

Frank Stronach: Ja.

Thomas Mohr: Das ist auch eine Wohnsitzfrage, Herr Stronach. Sie haben ja heute gesagt, Sie möchten Nationalratsabgeordneter werden, sollten sie gewählt werden. Sie möchten es werden. Dann müssen sie den Wohnsitz nach Österreich verlegen. Werden Sie das tun?

Frank Stronach: Ich habe einen Wohnsitz in Österreich.

Thomas Mohr: Bleiben sie dann dauerhaft da?

Frank Stronach: Nein. Dauerhaft nicht. Ich bin ein Weltbürger, ich habe sehr viele Dinge zu … zu tun auf der ganzen Welt.

Corinna Milborn: Ist das vereinbar mit der parlamentarischen Arbeit, die Sie sich vornehmen? Sie werden ja gewählt, damit Sie im Parlament für die Bürger arbeiten. Geht das, wenn Sie das halbe Jahr in Kanada sind?

Frank Stronach: Ich … ich … ich habe ja nicht gesagt, das halbe Jahr. Ich werde das so tun, wie, nicht, dass ich sehr nützlich bin und dass ich … die Bürger gut vertrete und vor allen Dingen die Regierungsparteien … vielleicht sind wir die Regierungspartei, dass ich die auf Schuss halte.

Corinna Milborn: Sie haben heute gesagt, dass Sie gegen das Aufheben des Bankgeheimnisses sind. Das wird ja jetzt gerade diskutiert. Warum sind Sie dagegen, dass die Daten ausländischer Anleger an deren Finanzministerien, an deren Länder weitergegeben werden.

Frank Stronach: Nein, nein, nein. Das habe ich nicht gesagt. Ich habe gesagt, also, Bankgeheimnisse – es soll ein Spezialdepartment geben, also eine Truppe, die den Richtern oder dem Rechnungshof gegenüber verantwortlich sind und dass die Zugang haben zu Daten. Weil es ist ganz wichtig, dass wir, nicht, Finanzkriminelle, Drogen usw. – dass wir da schon eine Übersicht haben.

Corinna Milborn: Also Sie sind doch für den automatischen Informationsaustausch mit anderen Ländern?

Frank Stronach: Nein, nein, nein. Es soll ja nicht sein, dass eine Großmutter, wenn sie ein Sparbuch hat, und das dann auf ihren Enkelkind das weiter. Es soll ja auch nicht sein, dass der Nachbar sagt, ich möchte gerne wissen, was der Nachbar …

Corinna Milborn: Nein, es geht aber jetzt nur um Ausländer. Das steht ja nicht zur Debatte.

Frank Stronach: Nein, nein, nein. Ich sage, ich sage nicht nur Ausländer. Wir haben eine Verpflichtung – wir müssen schauen, dass das Land nicht, wo kriminelle Tätigkeiten da sind. Und es soll nicht die Politikern das das, sondern der Rechnungshof oder Rechtsbehörden. Weil, soll ja nicht sein, dass Politiker sagen: „Pass auf, jetzt schau ma da einmal rein, damit wir da politisches Heu machen können damit.“

Thomas Mohr: Gut, das steht ja sowieso nicht zur Diskussion.

Frank Stronach: Noch einmal: Wichtig ist, das Ganze ist, nicht, wenn eine Großmutter, oder ein Onkel oder was, oder eine Tante ein kleines Sparbuch hat, das soll ja nicht sein.

Thomas Mohr: Das steht ja ohnehin nicht zur Debatte, Herr Stronach. In ihrem heute vorgestellten Parteiprogramm gibts, das hat Herr Thomas Hofer schon angesprochen, ein paar schwierige Rechenbeispiele. Sie wollen eine ganze Steuer z.B. abschaffen. Die Körperschaftssteuer – 5,8 Milliarden Euro sind dann auf einem Schlag weg. Wo kommt das Geld dann her?

Frank Stronach: Noch einmal: Ich glaube der Herr Hofer hat ja gar keine Ahnung. Ich weiß gar nicht einmal …

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Abb. 2: Tagcloud des Interviews mit 100 Wörtern

 

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Thomas Mohr: Wo kommen die 5,8 Milliarden her?

Frank Stronach: … ich weiß gar nicht einmal, ob der Steuern zahlt, der Herr Hofer. Wenn, dann so minimal, der versteht von der Wirtschaft nicht. Der hat noch keine Löhne bezahlt. Wir müssen …

Thomas Mohr: Die Frage kommt aber von mir: 5,8 Milliarden Euro entfallen, wenn sie die Körperschaftssteuer entfernen. Wo kommt das Geld her?

Frank Stronach: Noch einmal, wir haben gewaltig, so eine Verwaltung und dann wir … was ich sage ist, österreichische Firmen, die ihren Profit in Österreich investieren, zahlen nur 10 Prozent Steuer. Aber sie können das auf dem Arbeitern übergeben. Das heißt, die Arbeiter haben ein Recht auf einen Teil des Profits. Die sollen doch ihren Fleiß mitmachen.

Corinna Milborn: Aber, Herr Stronach, das heißt ja dann, dass niemand mehr, dass kein Unternehmen wird dann doch das Geld dem Staat geben, sondern jedes Unternehmen, seinen Mitarbeitern geben. Damit fallen die Unternehmenssteuern weg. Und damit eben 5,8 Milliarden Euro.

Frank Stronach: Nein, nein, nein. Ihr müsst die Wirtschaft … ihr müsst die Wirtschaft verstehen. Was das heißt, es gibt mehr Arbeitsplätze. Es gibt ein Geld für neue Maschinen. Es gibt für Forschung. Dass wir konkurrenzfähig sind. Wichtig, noch einmal, ist, was wir jetzt haben. Jetzt haben wir das alles verkehrt. Jetzt können österreichische Firmen ihren Profit im Ausland investieren und dann die Verluste abschreiben, und das haben wir gesehen … Milliarden … wo sie dann wieder zu der Regierung gehen „Wir brauchen Geld.“ Besonders die Banken. Es ist alles verkehrt.

Thomas Mohr: Aber …

Frank Stronach: Wir müssen einmal die Wirtschaft verstehen.

Thomas Mohr: Wenn die Wirtschaft laufen sollte, das mag ja sein … und hoffentlich ist das auch so in unser aller Interesse, fehlen trotzdem auf einem Sitz 5,8 Milliarden. Wie füllen sie das auf?

Frank Stronach: Nein, nein, nein, wir müssen … noch einmal, nein, nein, nein. Ihr müsst das verstehen. Wir müssen …

Thomas Mohr: Ich versuch‘s.

Frank Stronach: Ja eh.

Thomas Mohr: Sie müssen erklären, wo das Geld ….

Frank Stronach: Wir müssen mal einen Wirtschaftskurs … ein bisschen länger …

Thomas Mohr: … für den Staat …

Frank Stronach: Da werden irgendwie so zensurnelle Fragen, wo eigentlich. Wir müssen da näher rein. Und um was es sich wirklich dreht. Also … wichtig ist, dass die Wirtschaft angekurbelt wird. Dass die Wirtschaft wächst. Die Wirtschaft wird von drei Kräften getrieben: also gute … kluge Manager, fleißige Arbeiter und Investoren. Und alle drei haben ein moralisches Recht, was davor kommt, und das ist Profit.

Corinna Milborn: Aber, Herr Stronach, wir haben uns ausgerechnet, was das dem Staat kostet. Das sind diese 5,8 Milliarden … und Sie sagen – nur ganz kurz die Frage, weil ich habe es mir ausgerechnet heute – Sie sagen, Sie wollen das durch Einsparen von Posten in der Verwaltung reinbringen. Jetzt müssen sie dafür fast 60.000 sehr gut bezahlte Beamte rauswerfen.

Frank Stronach: Bitte, hört mir zu. Wenn ihr mir nicht zuhört, … wenn ihr nicht zuhört, werdet ihr die Wirtschaft nie verstehen. Was ich gesagt habe: Wir müssen die Verwaltung reduzieren und gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln. Und die Wirtschaft wird von drei Kräften getrieben. Ich wiederhole das noch einmal:

Thomas Mohr: Wir haben leider keine Zeit mehr, Herr Stronach.

Frank Stronach: Naja, aber dann müssen … wenn ihr nicht die, wenn ihr nicht die …

Thomas Mohr: Das Parteiprogramm ist unglaublich umfangreich. Uns ist der Punkt aufgefallen, wo sich die Rechnung nicht ausgehen kann. Und sie sagen auch nicht, wo die 5,8 Milliarden Euro herkommen. Und die anderen Steuern wollen sie auch noch senken.

Frank Stronach: Ihr müsst einmal verstehen: Ich war als Berater in der kanadischen Regierung. Ich war als Berater beim Vranitzky. Ich habe eine Weltfirma aufgebaut von einer Garage. Ich verstehe die Wirtschaft. Hier, nicht, wie wir das alles organisiert ist in Österreich, versteht keiner was von der Wirtschaft. Also wer hat denn da schon Löhne bezahlt in der Regierung? Würden sie ihr Geld, wenn es letztes Geld, würden sie dem Faymann das zum Verwalten geben? Oder … oder … oder … dem Herrn Spindelegger? Das sind nette Leute, aber von der Wirtschaft verstehen sie nichts.

Corinna Milborn: Sie meinen, wir sollen es Ihnen geben? (lacht)

Thomas Mohr: Wir suchen weiter nach den Milliarden und bedanken uns herzlich für den Besuch im Studio.

Frank Stronach: Gerne, danke!

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Abb. 3: Tagcloud des Interviews mit 150 Wörtern

Transkript Interview mit Frank Stronach, Thomas Mohr und Corinna Milborn (Guten Abend Österreich, PULS4, 9… by neuwal. Politik- und Wahljournal

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